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Alle Artikel kategorisiert unter »Stefan Klingele«

Operettenworkshop mit Korngold: „Das Lied der Liebe“ frei nach Johann Strauß

08.01.18 (Roland H. Dippel) -
Diesmal ist es sogar für Entrüstungsstrategen eine politisch korrekte Entdeckung, auch wenn das Buffopaar bei Korngold schon 1931 im harten Marschschritt dem erotischen Vollschuss entgegenvibriert. Erich Wolfgang Korngold, der während des Nationalsozialismus von Wien in die Vereinigten Staaten emigrierte, brachte 1931 am Berliner Metropoltheater seine Operette „Das Lied der Liebe“ heraus, eine sentimentale Erneuerung frei bis ganz frei nach Johann Strauß Sohn. Erstmals gab es beim Abschlusskonzert des Operettenworkshops in der Musikalischen Komödie Leipzig die konzertante Aufführung eines ganzen Werks anstelle eines Konzerts mit Wettbewerbscharakter. Drei hochbegabte Anfänger erhielten durch das Dirigentenforum des Deutschen Musikrats davor die Gelegenheit zu einer Probenwoche auf Expertenniveau.

Sünde an der „Großen Sünderin“? – Künneke-Revival an der Musikalischen Komödie Leipzig

16.10.17 (Roland H. Dippel) -
Nach Nico Dostals „Prinzessin Nofretete“ wagt die Musikalische Komödie Leipzig ein nur unter Vorbehalt als Operette zu benennendes Hybridopus aus den frühen Jahren des Nationalsozialismus. Eduard Künnekes „Die große Sünderin“ gelangte am 31. Dezember 1935 an der Lindenoper Berlin mit den Stars Tiana Lemnitz und Helge Rosvaenge zur Uraufführung, flankiert von Richard Strauss‘ „Die ägyptische Helena“. Die beiden Partituren stehen sich in Hinblick auf süffige und hypertrophe Orchestration näher als man denkt. Die Entstehung der später kaum nachgespielten „Großen Sünderin“ war auch der Absicht geschuldet, ein systemtaugliches Musterwerk zu kreieren.

Wie Menschen durch Erziehung zerstört werden

03.02.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Frank Hilbrich inszeniert eine bedrückende Sicht auf Verdis „Macht des Schicksals“. Ute-Schalz-Laurenze hat sich die Premiere an der Staatsoper Hannover angesehen.

Entjungferung und gemeinsamer Orgasmus als Zwischenspiel – Richard Strauss‘ provokative „Feuersnot“ in Dresden

09.06.14 (Peter P. Pachl) -
Niemals wieder ist Richard Strauss als Opernkomponist skurriler als in seiner frühen aufmüpfigen Oper, die zugleich Kühnheiten der nachfolgenden Partituren „Salome“ und „Elektra“ vorwegnimmt. Zum Strauss-Jahr erinnert sich die Semperoper Dresden im Verbund mit den Dresdner Musikfestspielen an die hier uraufgeführte „Feuersnot“.

Exkurs zur abendländischen Toleranz: Pendereckis frühe Oper „Die Teufel von Loudun“ in Hannover

04.04.12 (Frieder Reininghaus) -
„Dem Teufel ist nicht zu trauen, auch wenn er die Wahrheit spricht“ – Aldous Huxley zielte auf den Umgang mit Wahrheitsfindung, Rechtsstaatlichkeit und im weitesten Sinn die Anerkennung evidenter Tatsachen durch die Machthaber in Geschichte und Gegenwart, als er – gestützt auf akkurate historische Recherchen – 1952 „The Devils of Loudon“ schrieb. An der Oberfläche dieses Textes, der ein paar Jahre später von John Robert Whiting dramatisiert wurde, geht es um politische Auseinandersetzungen, religiösen Wahnsinn und Hexenhysterie in einer südfranzösischen Kleinstadt während des Dreißigjährigen Kriegs.
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