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Alle Artikel kategorisiert unter »Wiener Symphoniker«

Veredelte Neufassung - Umberto Giordanos „Siberia“ bei den Bregenzer Festspielen 2022

22.07.22 (Wolf-Dieter Peter) -
Die bewährte „Bregenzer Dramaturgie“, neben Populärem auf der Seebühne im Festspielhaus bislang verkümmerte Opernpflänzchen zum Blühen zu bringen, führte diesmal zu einer Neufassung. Denn das Werk hat es bislang schwer auf der Bühne. Die 1903 uraufgeführte „Siberia“ war Giordanos dritte Oper. Seine Komposition findet zwar über flüssig verarbeitete russische Folklore und orthodoxe Chor-Klänge zu Partien dramatischer Italianitá und zwei schwelgerischen Duetten der Liebenden. Aber das Libretto Luigi Illicas besitzt Schwächen.

Naturweltbühne und Kammerspiel - Die Bregenzer Festspiel-„Butterfly“ beginnt auf der Seebühne und muss ins Festspielhaus wechseln

21.07.22 (Wolf-Dieter Peter) -
Die Natur spielt in Bregenz immer mit. Diesmal schien die Liaison zwischen dem smarten US-Leutnant Pinkerton und der Geisha, die er „Butterfly“ nennt, unter keinem guten Stern zu stehen: Vor Beginn zieht ein Gewitter über Bregenz hinweg. Nach Regen-Ende wird mutig begonnen; es folgen Heirat, Liebesnacht, unsichtbare drei Jahre Wartezeit auf dem gewellten Blatt Japan-Papier, das mit 1300 Quadratmetern über dem See zu schweben scheint, mit Blitzen in der Ferne; dann ein wenig Nieselregen und 7000 Besuchern, die sich in ihre Regencapes hüllen. Eben hat die verlassene Butterfly eindringlich beschworen, dass „Un bel di“ Pinkertons Schiff wiederkommen wird – Szenenbeifall – als das Arbeitslicht angeht: die Ansagerin kündigt den heranziehenden Gewittersturm an – 1200 Hauskarten-Besitzer dürfen ins direkt angebaute Festspielhaus übersiedeln.

Orozco-Estrada tritt bei Wiener Symphonikern als Chefdirigent zurück

13.04.22 (dpa) -
Wien - Andrés Orozco-Estrada hat nach seiner Nicht-Verlängerung als Chefdirigent der Wiener Symphoniker vorzeitig den Taktstock hingeworfen. Der 44-jährige Kolumbianer trat am Dienstag mit sofortiger Wirkung von seinem Posten zurück.

Vom Rhein zu Rheingold – Bei den Bregenzer Festspielen wagen die Wiener Symphoniker Wagners „Ring“-Eröffnung

03.08.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Tatsächlich mündet er gute tausend Meter entfernt in den Bodensee und tatsächlich wurde vor langer Zeit dort Gold gesucht und gefunden … von der Suche nach realem Gold und dem sagenhaften Nibelungen-Schatz dann im weiteren „teutschen“ Verlauf des Rheins zu schweigen. Zu ihrem Jubiläum „75 Jahre Festspielorchester in Bregenz“ wollten die Wiener Symphoniker etwas Besonderes: also Wagners „Rheingold“.

Lyrik vor Spektakel – Die Seebühne der Bregenzer Festspiele präsentiert beim „Rigoletto“ neue Feinheiten

23.07.21 (Wolf-Dieter Peter) -
So geht es also auch: der nach den seit 75 Jahren vielfältigst „aufspielenden“ Wiener Symphonikern benannte große Vorplatz ist weiträumig abgesperrt; zwei große Schleusen ermöglichen die flüssige Prüfung der „3G“-Zulassung – und so strömen die 7000 Tribünenbesucher ohne große Hemmnisse oder falsche Drängelei ins Abendrot der pünktlich beginnenden Freilichtaufführung.

Unvollkommenes allenthalben – Die Bregenzer Festspiele eröffnen mit Arrigo Boitos Opern-Rarität „Nerone“

22.07.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Die Suche und Präsentation von seltenen „Opern-Gewächsen“, nach bislang nicht im Shop käuflichen „Orchideen“ ist schätzenswerter Bestandteil der Bregenzer Dramaturgie. Manchmal nur blüht die Ausgrabung nicht auf, sondern besitzt lauter Merkmale von Hypertrophie.

Unsere Perversion humaner Werte – Massenets „Don Quichotte“ in Bregenz

19.07.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Eine Filmleinwand vor dem Vorhang, darauf der Kurzfilm „Men of Tomorrow“, plötzlich eine wütende Ansprache aus dem Publikum, dann ein Teil des Festspielhauses auf der Bühne, eine zweite Bühne mit Theater auf dem Theater, später erneute Ansprache des Publikums – das alles in Jules Massenets 1910 vor den Reichen und Schönen in Monte Carlo uraufgeführtem „Don Quichotte“… unser Kritiker Wolf-Dieter Peter erlebte eine frappierende Neudeutung.

Orchesterdirektor Nast verlässt Sächsische Staatskapelle

02.07.19 (dpa) -
Dresden - Die Sächsische Staatskapelle Dresden verliert nach 22 Jahren ihren Manager. Orchesterdirektor Jan Nast wechselt zu den Wiener Symphonikern, er wird ab Oktober Intendant des Konzertorchesters der Stadt Wien, wie die Semperoper am Montag mitteilte. Chefdirigent Christian Thielemann dankte Nast «für seine großartige Arbeit» für die Staatskapelle und lobte vor allem dessen Einsatz für Konzertreisen, die das Renommee des Klangkörpers weltweit stärkten.

Russisch timbrierte Grand Opéra: Tschaikowskys „Johanna von Orleans“ im Theater an der Wien

19.03.19 (Regine Müller) -
Regisseurin Lotte de Beer interpretiert Tschaikowskys „Johanna von Orleans“ vor dem Hintergrund eines Vater-Tochter-Konflikts. Unsere Autorin, Regine Müller, sieht darin einige Schwierigkeiten. „Das mitreißende und durchdachte Spiel aller Akteure und die an historischen Vorbildern orientierten üppigen Chortableaus mit rauschenden Kostümen versöhne allerdings dann auch jene, denen de Beers Erzählung wohl abstrus erscheint.“

Gioacchino Rossinis „Guillaume Tell“ im Theater an der Wien

23.10.18 (Frieder Reininghaus) -
Zu Beginn und am tyrannentödlichen Höhepunkt der Oper wird Tells Geschoss jetzt in Wien im Nahkampf verabreicht. Von Hand in die Brust, auf freier Wildbahn. Der erstmals um 1550 von Aegidius Tschudis „Chronicon Helveticum“ kolportierten Legende zufolge war zwar eine Distanzwaffe im Einsatz. Schiller beschreibt minutiös den Hinterhalt, eine „hohle Gasse“ bei Küssnacht. Dort, nicht auf einer weiten verschneiten Fläche, soll der Anschlag des Wildschützen stattgefunden haben. Aber nun kommt alles ganz anders.
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