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Alle Artikel kategorisiert unter »19. Jahrhundert«

Liebenswürdige Randnotiz

31.10.20 (Juan Martin Koch) -
Die gute (oder schlechte?) Nachricht vorweg: Nein – die Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts muss nicht umgeschrieben werden. Joachim Raffs komische Oper „Dame Kobold“ erwies sich bei ihrer mutmaßlich ersten Wiederaufführung seit der Weimarer Premiere von 1870 lediglich als liebenswürdige Randnotiz der Theaterhistorie.

Die Wunden der Vergangenheit – Andrea Moses inszeniert in Cottbus Pjotr I. Tschaikowskis Oper „Mazeppa“

26.10.20 (Joachim Lange) -
In Cottbus hat sich Andrea Moses an Pjotr I. Tschaikowskis selten gespielten, gleichwohl großformatigen Dreiakter „Mazeppa“ gewagt. Es ist der Opernauftakt der Intendanz von Stephan Märki im einzigen verbliebenen Dreisparten-Haus in Brandenburg. Die in Dresden geborene Regisseurin wird mit ihren Erfahrungen, die sie als Chefregisseurin in Dessau und in Stuttgart gesammelt hat, die neue Operndirektorin am Deutschen Nationaltheater Weimar.

Mittlerer komödiantischer Drive: Joachim Raffs „Dame Kobold“ am Theater Regensburg

25.10.20 (Juan Martin Koch) -
In der Regie Brigitte Fassbaenders brachte das Theater Regensburg mit Joachim Raffs komischer Oper „Dame Kobold“ nach einer Calderón-Vorlage eine ausgesprochene Rarität auf die Bühne. Eine Sensation kann unser Kritiker Juan Martin Koch nicht vermelden, immerhin aber eine liebenswürdige Randnotiz der Theaterhistorie.

Todesvogel und Blubblub: „Kitesh“ an der Oper Halle

19.10.20 (Joachim Lange) -
Potenzielle Zuschauer sind gut beraten, die Ankündigung der Oper Halle für die jüngste Premiere genau zu lesen. Und für bare Münze zu nehmen. Es steht zwar „Kitesh“ oben drüber, was auf die selten gespielte Oper von Nikolai Rimski-Korsakov „Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch und der Jungfrau Fewronija“ verweist. Aber es steht auch da: Uraufführung und Musiktheater von „Hauen und Stechen“ mit Musik von Alexander Chernyshkov und Nikolai Rimski-Korsakov.

Unübersehbar #23 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 16.10. bis zum 22.10.2020

15.10.20 (Dirk Wieschollek) -
Es wird langsam wieder eng für Festivals und andere größere Veranstaltungen. Unsere 23. Ausgabe mit Streaming-Tipps blickt deshalb ein wenig melancholisch voraus auf das, was zum Beispiel von den Donaueschinger Musiktagen oder der Frankfurter Buchmesse noch übrig ist. Gleichzeitig weisen wir auf Konzerte in Russland, Italien und Frankreich hin, die dank Internet trotz Reisebeschränkungen erreichbar sind. Die Musik – unsere Herbergsmutter. [jmk]

Italienische Opernkostbarkeiten

08.10.20 (Patrick Ohnesorg) -
Der Weg vom Autograph eines Komponisten bis zur oft Jahrhunderte später gedruckten Edition ist meist sehr weit. Außerdem birgt er oft größere Unterschiede als der durchschnittliche Konzert- und Opernbesucher sich vorzustellen vermag. Das Verlangen nach Werktreue von Intendanten und Interpreten sowie von forschenden Wissenschaftlern lässt sie bei nicht zugänglichen Autographen auf die Existenz von kritischen Ausgaben angewiesen sein. Doch selbst bei vielen oftmals aufgeführten und angesehenen Werken ist die Existenz einer kritischen Edition nicht der Fall.

Unübersehbar #20 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 25.9. bis zum 1.10.2020

28.09.20 (Dirk Wieschollek) -
Von Zürich bis zur Reeperbahn ist es nur ein Mausklick in der 20. Ausgabe unserer Streaming-Tipps: Erleben Sie kuratierte Diversität, einen isolierten Herrscher, unerhörte Musik, eine ostalgische Melodienfolge und die Schwarm-Intelligenz des Pop-Diskurses. Was für eine „Karambolage“… [jmk]

Menschheitsdämmerung mit Atompilz und Atemmaske: Siegfried Wagners „Sonnenflammen“ in Bayreuth

18.08.20 (Roland H. Dippel) -
Ohne Festspiele bietet die Bayreuther Innenstadt in diesem Sommer ein ungewohnt tiefenentspanntes Bild, bis Max Emanuel Cencic Anfang September im Markgräflichen Opernhaus erstmals das neue Barockfestival eröffnen wird. Die zum Äußersten entschlossene Anhängerschaft Siegfried Wagners leistete erbitterten Widerstand gegen die wegen Corona abgesagten Vorstellungen. Zwar musste auch das pianopianissimo-musiktheater schweren Herzens auf „Rainulf und Adelasia“ verzichten, realisierte allerdings mit tollkühnem Mut das Musikdrama „Sonnenflammen“, Siegfried Wagners Opus 8: Ohne ‚echtes‘ Orchester, dafür mit Video-Orgie rauschte das byzantinische Imperium in seinen farbenfrohen Untergang.

Unübersehbar #14 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 31.7. bis zum 6.8.2020

31.07.20 (Dirk Wieschollek) -
Mit Streaming-Empfehlungen für Jedermann und Jederfrau geht es in den August. Es locken die Salzburger Festspiele, alternative Blicke hinter und unter Bayreuther Kulissen sowie Resonanz-Klänge aus der Elbphilharmonie. Hauptsache, die Bärenfamilie ist glücklich. [jmk]

Bei Richard daheim – Corona schrumpft in Bayreuth die Richard-Wagner-Festspiele auf ein Hauskonzert

26.07.20 (Joachim Lange) -
An diesem 25. Juli war Bayreuth im Ausnahmezustand vom alljährlichen Ausnahmezustand. Das erste Mal seit der Wiederaufnahme der Richard-Wagner-Festspiele im Jahre 1951 fielen die kompletten Festspiele aus. Also auch der ganze Rummel samt dem großen Protokoll der Republik.
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