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Alle Artikel kategorisiert unter »Bo Skovhus«

Ich tu, was ich will – Peter Konwitschny inszeniert Werner Egks „Peer Gynt” im Theater an der Wien

19.02.17 (Frieder Reininghaus) -
Es war fürwahr nicht alles schlecht, was die deutschen Musiktheater zwischen 1933 und der kriegsbedingten Schließung der Theater hervorbrachten. Zu den markantesten Arbeiten auf hohem handwerklichem Niveau gehörte „Peer Gynt“. Der Komponist, der 1901 bei Donauwörth geborene Werner Mayer, nannte sich in seinem Willen zu einer zeitbedingt karrierefördernden Schnittigkeit Werner Egk. Der als hochbegabt eingestufte Musiker, seit 1936 an der Berliner Staatsoper als Kapellmeister tätig, reduzierte das einst im Theaterrepertoire fest verankerte dramatische Gedicht Henrik Ibsens mit Geschick und schrieb ihm eine neusachlich inspirierte, moderat moderne Musik zu, die erst im neunten und letzten Bild dem kompositorischen Über-Ich Richard Strauss offen huldigt.

Wahnsinn – Aribert Reimanns „Lear“ nach 35 Jahren wieder

24.05.16 (Frieder Reininghaus) -
Frieder Reininghaus hat in Paris eine fein ausgesponnene Inszenierung von Reimanns „Lear“ gesehen. Calixto Bieitos inszenatorisches Handwerk sei feinfühliger geworden und mache das genaue Zuschauen doppelt lohnend, meint unser Rezensent.

Prosit der Gemütlichkeit –Eröffnung der Salzburger Festspiele mit Rüdiger Safranski und Wolfgang Rihms „Eroberung von Mexico“

27.07.15 (Frieder Reininghaus) -
Vorsätzlich verzichten die Salzburger Festspiele seit Jahren auf konzeptionelle Ideen und künstlerische Absichtserklärungen. Die Behauptung, es wäre mit den Begriffspaaren „Herrschen und Dienen, Macht und Ohnmacht“ so etwas wie ein Roter Faden bekanntgegeben worden, lässt sich bei Überprüfung des ausgesendeten und in Salzburg ausliegenden Werbematerials nicht bestätigen.

Die Welt im Labyrinth – Marlis Petersen und Kirill Petrenko setzten in München mit Alban Bergs Lulu auf musikalische Überwältigung

26.05.15 (Joachim Lange) -
In München ist die neue „Lulu“ ein musikalisches Ereignis! Im Ganzen und auf die Interpretin der Titelrolle bezogen. Dass sich Marlis Petersen mit dieser bei Wedekind (1864–1918) und dann bei Berg (1885–1935) allemal skandalumwitterten Femme fatale eine blutige Nase holte, war als kleiner Premierenunfall (nur) ganz wortwörtlich zu verstehen. Im Eifer des Gefechts verfehlte sie nämlich im zweiten Akt einen der Durchgänge im vollverglasten Labyrinth, mit dem der russische Regisseur und Ausstatter Dmitri Tscherniakov die Bühne vollgestellt hatte, und knallte gegen eine Glaswand. Mit einem geistesgegenwärtig gereichten Taschentuch und einer Live-Improvisation vom Feinsten (inklusive der kleinen Textkorrektur zu einem „mir geht es nicht gut“) überspielte sie das so, als würden die Blutspritzer auf dem weißen Kleid dazu gehören.

Wagnis mit Glück und Scheitern: Dallapiccolas „Il Prigioniero“ und Zimmermanns „Ekklesiatische Aktion“ an der Oper Köln

30.03.15 (Rainer Nonnenmann) -
Beide Werke handeln von Gefangenschaft, Befreiung und ultimativer Erlösung durch den Tod. Beide spielen in Kerkern der spanischen Inquisition des 16. Jahrhunderts, lassen einen Großinquisitor auftreten, üben radikale Kritik am Christus- und Menschenbild der Kirche. Beide thematisieren existentielle menschliche Verlassenheit, Ausweg-, Sinn- und Hoffnungslosigkeit, und beide stammen von Komponisten, die sich als ebenso gläubige wie zweifelnde Katholiken in bekenntnishaften Werken gegen Totalitarismus, Krieg, Gewalt und Unterdrückung jeglicher Art gewandt haben.

Wahre Liebe auf, vor und um das Theater herum: Igor Strawinskys „The Rake’s Progress“ an der Deutschen Oper am Rhein

26.05.12 (Georg Beck) -
Düsselorf/Duisburg, im Mai. – Wahre Liebe muss so sein. Sie kämpft um die Geliebte wahlweise um den Geliebten. Gerade, wenn es hart kommt, gerade wenn der Andere sich liederlich verhält. Wie jetzt an der Deutschen Oper am Rhein, wo die seit 1956 bestehende Theaterehe mit Duisburg vom Verwaltungsvorstand der Nachbarstadt zur Kündigung empfohlen ist. Keine Frage: Dies ist die Stunde von Trulove.

Späte Heimkehr: Karoline Gruber und Simone Young holen Reimanns „Lear“ im Triumphzug nach Hamburg zurück

16.01.12 (Verena Fischer-Zernin) -
Wenn ein Opernhaus unter dem Stichwort Neue Musik keine Uraufführung in den Spielplan nimmt, sondern ein Werk von gesetzten 34 Jahren, dann braucht es einen Grund. Die Hamburger Staatsoper hat einen: War es doch ihr Intendant August Everding, der 1974 Aribert Reimann den Auftrag zu der Oper „Lear“ gab. Allerdings nahm Everding den Auftrag mit, als er an die Bayerische Staatsoper in München wechselte. Dort kam der „Lear“ 1978 heraus. Regie führte Jean-Pierre Ponnelle, die Titelpartie sang Dietrich Fischer-Dieskau, dem der Komponist die Anregung verdankte, Shakespeares Drama zu vertonen.
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