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Alle Artikel kategorisiert unter »Erich Wolfgang Korngold«

Operettenworkshop mit Korngold: „Das Lied der Liebe“ frei nach Johann Strauß

08.01.18 (Roland H. Dippel) -
Diesmal ist es sogar für Entrüstungsstrategen eine politisch korrekte Entdeckung, auch wenn das Buffopaar bei Korngold schon 1931 im harten Marschschritt dem erotischen Vollschuss entgegenvibriert. Erich Wolfgang Korngold, der während des Nationalsozialismus von Wien in die Vereinigten Staaten emigrierte, brachte 1931 am Berliner Metropoltheater seine Operette „Das Lied der Liebe“ heraus, eine sentimentale Erneuerung frei bis ganz frei nach Johann Strauß Sohn. Erstmals gab es beim Abschlusskonzert des Operettenworkshops in der Musikalischen Komödie Leipzig die konzertante Aufführung eines ganzen Werks anstelle eines Konzerts mit Wettbewerbscharakter. Drei hochbegabte Anfänger erhielten durch das Dirigentenforum des Deutschen Musikrats davor die Gelegenheit zu einer Probenwoche auf Expertenniveau.

Die Semperoper landet mit Erich Wolfgang Korngolds Oper „Die Tote Stadt“ einen Coup!

18.12.17 (Joachim Lange) -
Dass Erich Wolfgang Korngolds „Tote Stadt“ zur Semperoper, genauer gesagt zur Sächsischen Staatskapelle Dresden, passen würde, war klar. Aber gleich so? Das übertraf dann doch die Erwartungen! Und dabei stand nicht mal der Spätromantiker Thielemann als musikalischer Hausherr am Pult. Dmitri Jurowski hat bei seinem Dresdner Operndebüt jedoch sämtliche (der reichlichen) Vorzüge dieses Richard-Strauss-Orchesters par excellence voll ausgespielt und geradezu ein Korngold-Orchester daraus gemacht!

Durch die Risse des Jahrhunderts – Mieczyław Weinbergs „Wir gratulieren“ und Erich Wolfgang Korngolds „Der Ring des Polykrates“ am Theater Heidelberg

30.05.17 (Joachim Lange) -
Bei diesem Heidelberger Opern-Doppelabend macht nicht nur die Kombination der beiden Kurzopern neugierig. Schon, weil sie aus der entlegenen Spielplangegend zwischen Ausgrabung und Entdeckung stammen. Im Falle von Mieczyław Weinbergs „Wir gratulieren“ kann sich das Theater sogar der Deutschen Erstaufführung der Originalfassung rühmen. Die Uraufführung dieses Zweiakters gab es in Moskau erst 1983. Und auch der „Ring des Polykrates“ von Erich Wolfgang Korngold aus dem Jahre 1916 zeigt keinerlei Verschleißerscheinungen wegen zu häufiger Aufführungen. Beide Komponisten gehören zu den Genies, deren Biografie von den Verwerfungen des 20. Jahrhunderts geprägt und deren Werk in den Windschatten von Größen gedrängt wurde, von denen die Nachwelt (bislang zumindest) beschlossen hat, dass sie dieses Jahrhundert repräsentieren.

unüberhörbar 2017/04

09.04.17 (Christoph Schlüren) -
Samuel Capricornus: Lieder von dem Leyden und Tode Jesu; Theatrum musicum (Auszüge). La Chapelle Rhenane, Benoit Haller +++ Erich Wolfgang Korngold: Violinkonzert D-Dur; Vier Stücke aus „Much Ado About Nothing“, Jules Conus: Violinkonzert e-Moll; Elegie für Violine und Klavier. Thomas Albertus Irnberger, Violine; Barbara Moser, Klavier; Israel Symphony Orchestra, Doron Salomon +++ Arthur Honegger: Le Roi David. Ensemble Vocal de Lausanne, Orchestre de la Suisse Romande, Daniel Ruess

Rodenbach versus Korngold-Factory – „Die tote Stadt“ am Theater Magdeburg

31.01.16 (Peter P. Pachl) -
Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ feiert nachhaltiger Bühnenrenaissance als andere wiederentdeckte Opern des frühen 20. Jahrhunderts. Neben großen und Festspiel-Bühnen nehmen sich auch kleinere Häuser der vom Wiener Kritikerpapst Julius Korngold unter dem Pseudonym Paul Schott verfassten, von seinem Sohn als Wunderkind kongenial vertonten Stoff nach dem Roman von Georges Rodenbach „Bruges-la-Morte“ an.

Musik an der Grenze des Lebens

01.06.15 (Albrecht Dümling) -
Als am 8. Mai 1945 russische Panzer durch Theresienstadt rollten, wurden sie von den Ghetto-Insassen jubelnd begrüßt. Angesichts des nahen Endes hatte die SS schon im Februar 1.200 Juden in die Schweiz ausreisen lassen. Ende April übergaben die Totenkopfverbände das Ghetto dem Internationalen Roten Kreuz, bevor sie am 5. Mai endgültig abzogen. Viele der 17.000 Menschen, die damals in Theresienstadt lebten, waren erst kurz zuvor aus anderen Lagern eingeliefert worden. Es herrschte eine Typhusepidemie, die zahlreiche Opfer fand. Der weitaus größte Teil der insgesamt 140.000 Personen, die dieses Ghetto durchliefen, war entweder an Hunger und Krankheit gestorben oder in Vernichtungslagern ermordet worden.

Ein geträumter Mord als Therapie – Karoline Grubers Inszenierung der Toten Stadt von Erich Wolfgang Korngold an der Staatsoper Hamburg

23.03.15 (Joachim Lange) -
So viel Schwelgen wie mit dieser Neuproduktion von Erich Wolfgang Korngolds Brügge- und Trauer-Opus „Die tote Stadt“ war schon lange nicht in der Hamburger Oper. Dabei wurde das Werk 1920 hier, zeitgleich mit Köln, uraufgeführt. Und machte das damals 23jährige Junggenie auf einen Schlag zum Weltstar. Bis die Nazis kamen und mit dem bekannten, nachwirkenden „Erfolg“ ihre Bresche in die Musikentwicklung schlugen.

Traumfrauen soll man nicht umbringen – Korngolds „Die tote Stadt“ in Chemnitz

26.10.14 (Michael Ernst) -
Chemnitz hält sich den Spiegel vor und zeigt „Die tote Stadt“ von Erich Wolfgang Korngold. Lohnt es sich, von den leeren Straßen ins auch zur Premiere nicht ausverkaufte Opernhaus zu wechseln?

Soundtracks 2014/10

19.10.14 (Viktor Rotthaler) -
Einst, in den Neunzigern, glänzte Decca Records mit dem großartigen „Entartete Musik“-Projekt. Ein teilweise vollkommen neues Repertoire ist dadurch erschlossen worden. Verfolgte und von den Nazis ermordete jüdische Komponisten wurden plötzlich wiederentdeckt. Irgendwann hat Universal Music dann die ambitionierte Reihe aus Kostengründen wieder eingestellt. Aber die Musik blieb im Repertoire. Und so spuken nun Namen wie Eric Zeisl oder Franz Waxman auch auf dem neuen „Hollywood Album“ von Stargeiger Daniel Hope herum. „Escape to Paradise“ nennt er seine sehnsuchtsvolle Suche nach dem „Hollywood Sound“, der entscheidend geprägt wurde von den Exilanten aus Mitteleuropa.

Phantastisches Wunderkind – Zwei Operneinakter Erich Wolfgang Korngolds faszinieren am Theater Augsburg

01.06.13 (Wolf-Dieter Peter) -
Der Begriff „Wunderkind“ ist überstrapaziert, doch was der anfangs 16jährige Erich da unter Aufsicht seines strengen Kritiker-Vaters 1913 bzw. 1916 in Wien komponierte, klingt selbst für den Opernkenner atemberaubend. Dass Leo Feld, der Librettist des „Ring des Polykrates“, eigentlich Hirschfeld hieß und aus Augsburg stammte, war nicht der zentrale Grund, sondern die Fortsetzung der Augsburger Reihe mit „Entarteter Musik“ von Komponisten, die durch die „braunen Kulturvernichter“ für Mitteleuropa verloren gingen.
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