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Alle Artikel kategorisiert unter »Johannes Erath«

Konzept als fasriges Korsett – Verdis Schiller-Oper „I Masnadieri“ erstmals an der Bayerischen Staatsoper

09.03.20 (Wolf-Dieter Peter) -
„Der frühe Verdi“ ist ein besonderes Problemfeld des Opernrepertoires. Immer wieder werden Versuche unternommen, den Verdi-Klassikern auch einmal etwas selten oder nie Gespieltes an die Seite zu stellen. Zurecht wird dann auf eine exzellente Solistenbesetzung geachtet – und auch szenisch soll die Aufführung etwas Besonderes werden. Beim enormen Aufwand der „Räuber“-Neuinszenierung im Nationaltheater fragte sich unser Kritiker Wolf-Dieter Peter, welches Stück eigentlich gezeigt werden sollte.

Allerlei Symbolistisches von Ratio und Rausch – Karol Szymanowskis „Król Roger“ an der Oper Frankfurt

03.06.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Schon 1920 konstatierte der Frankfurt später eng verbundene Kritiker Hans Heinz Stuckenschmidt, dass die Musikwelt dem Kulturland Polen zwei Größen verdankt: den „elegischen Ekstatiker Chopin“ und den „ekstatischen Elegiker Szymanowski“. Dennoch kam es erst jetzt zur Frankfurter Erstaufführung des 1926 fertiggestellten und dann opernweltweit zwar wiederholt gespielten, aber doch in vieler Hinsicht besonderen Werkes. Nach einer begeisternden Bregenzer Festspielaufführung 2009 war Kritiker Wolf-Dieter Peter gespannt auf einen anderen Ansatz.

Alpträume hin zum Tod – Berthold Goldschmidts „Beatrice Cenci“ bei den Bregenzer Festspielen

20.07.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Heiner Müller stellte für unsere Zeit fest, dass die „Geschichte ein Schlachthaus“ sei. Thomas Hobbes urteilte im 17.Jahrhundert, dass „der Mensch des Menschen Wolf“ sei. Berthold Goldschmidt (1903-1996) musste vor dem Terror des Nationalsozialismus nach England fliehen. Dort komponierte er das Schicksal der Beatrice Cenci, die 1599 zusammen mit ihrer Mutter wegen Vatermord hingerichtet wurde.

Fern der Realität vergegenwärtigt – Berthold Goldschmidts „Beatrice Cenci“ in Bregenz

20.07.18 (Peter P. Pachl) -
Ein ungewöhnlicher Festspielauftakt bei den Bregenzer Festspielen: die erst spät, im Jahre 1988 uraufgeführte Oper „Beatrice Cenci“ des verfemten Komponisten Berthold Goldschmidt erklang erstmals in deutscher Sprache und wurde vom Premierenpublikum einhellig gefeiert.

Das Irreale der Realität – Uraufführung von Arnulf Herrmanns Psycho-Oper „Der Mieter“ in der Oper Frankfurt

13.11.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Wohnungsnot, Anpassungsdruck, soziale Kontrolle, Einengung, Mobbing, Nachbarschaftsterror bis zur Entmietung – das sind bundesrepublikanische Realitäten für Normalverdiener und Alleinstehende. Diese Nöte und Klagen musikdramatisch unbequem groß zu gestalten, sie gar in die Nachbarschaft von Unterdrückten und Gequälten wie in Bergs „Wozzeck“ oder Zimmermanns „Soldaten“ zu rücken… doch das Autorenduo führte Roland Topors Roman “Le Locataire chimérique“ als Ausgangspunkt an und von Ferne grüßte auch Roman Polanskis Film „Der Mieter“.

Schwarz-Weiß-Gala für schöne Stimmen: Verdis „Ballo in maschera“ an der Bayerischen Staatsoper

07.03.16 (Juan Martin Koch) -
Verdis „Maskenball“ in der Regie von Johannes Erath und unter der Leitung von Zubin Mehta an der Münchner Staatsoper hat bei unserem Kritiker zwiespältige Eindrücke hinterlassen. Juan Martin Koch berichtet:

„Le nozze di Figaro“ – Mozart modern: Viel Farbe und (zu) flotte Tempi an der Semperoper

24.06.15 (Michael Ernst) -
„Le nozze di Figaro“ im Jahrhundertblick – die Regie von Johannes Erath und das Dirigat von Omer Meir Wellber ergänzen sich auch da, wo sie sich widersprechen. Warum soll es in der Oper nicht auch mal Theater geben?

Das unausrottbare Klischee. Webers „Euryanthe“ an der Oper Frankfurt

29.04.15 (Andreas Hauff) -
Vorurteile sind zäh. Zum Beispiel die über Carl Maria von Webers Oper „Euryanthe“, die am unsäglichen Libretto einer unmöglichen Librettistin gescheitert sei. Man könnte es besser wissen – dank der spannenden Karlsruher Aufführung von 2010, oder durch die eingehendere Beschäftigung mit der deutschen Journalistin und Dichterin Helmine von Chézy. Nun hat sich die Oper Frankfurt, die unter der Intendanz von Bernd Loebe seit langem einen spannenderen Spielplan vorlegt als größere, angeblich wichtigere Häuser, Webers „großer heroisch-romantischer Oper“ angenommen. Und die Dramaturgie leistet in Theaterzeitschrift, Programmbuch und Einführungsvortrag gute Arbeit.

Mensch und Natur im Kreislauf – Janáčeks „Das schlaue Füchslein“ an der Staatsoper Hamburg

11.03.14 (Ute Schalz-Laurenze) -
Leoš Janáčeks rätselhaftes Alterswerk „Das schlaue Füchslein“ (1923) fordert normalerweise vor allem die Ausstattungskünstler heraus, denn die Protagonistin ist eine Füchsin. Die Gestaltung von stummen und handelnden Waldtieren ist gefordert, da stehen Eule und Dachs auf der Bühne, da fliegen Mücken und Libellen, da quaken Frösche. Das gefangene Füchslein erlebt Abhängigkeit von den Menschen, flieht und demonstriert durch sein authentisches (Liebes)leben, dass die Menschen das Paradies verloren haben.

Sehr schön und theologen – Wien modern mit der Uraufführung der Oper „Paradise reloaded“ von Peter Eötvös

27.10.13 (Frieder Reininghaus) -
Je wohlgeordneter sich die Reisen des Lebens gestalten, eingefriedet in ein immer engmaschigeres und gängelndes Sicherheitsnetz, desto beliebter scheinen bei einem Teil des Musiktheaterpublikums Ausflüge ins und durchs christliche Mittelalter oder in ein mehr oder minder biblisches Jenseits zu werden. Mit gemischtem Wohlwollen und als gäbe es nichts Näherliegendes folgt die Neugier (in Form einer expliziten „Altgier“) den Streifzügen der aus den Tiefen der historischen oder mythologischen Räume auftauchenden HeldInnen, die offenkundig latente Sehnsüchte befriedigen – möglicherweise nicht zuletzt die nach einem Prickeln, das Kurt Tucholsky als „Erotik des Reisens“ beschrieb.
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