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Alle Artikel kategorisiert unter »Philippe Manoury«

Mit Galgenhumor in die Apokalypse – Philippe Manourys Oper „Kein Licht“ in Straßburg

24.09.17 (Georg Rudiger) -
In der Realität leistet sich Donald Trump aktuell gerade eine beängstigende Verbalschlacht mit dem nordkoreanischen Diktator Kim-Jong-un. Auf der Opernbühne kommt der US-Präsident auch schon vor, ohne namentlich genannt zu werden. Aber nach Sätzen wie „Der König weiß nicht, was Sache ist, aber sie ist groß, wunderbar und einzigartig“ oder „Er darf überall hingreifen, überall hineingreifen, alles angreifen, alle Länder angreifen“ ist klar, wer damit gemeint ist.

Bewegung in der Bewegungslosigkeit – Uraufführung von Younghi Pagh-Paans Streichquartett

19.01.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Elphi“ heißt es schon liebevoll und der gerade eröffneten Hamburger Elbphilharmonie ist – bei allem Verständnis für die Proteste – nur das Beste zu wünschen (wir berichteten). Im Fernsehen haben Millionen die Eröffnung des großen Saales mit seiner phänomenalen Akustik gesehen und nun gab es im Kleinen Saal ein denkwürdiges Konzert.

Damen ins Licht – Herren zur Repertoirepflege

31.03.16 (Anna Schürmer) -
Das Musikbusiness verzeichnet zwei Baustellen: Frauen sind zwar gefeierte Solistinnen, auf dem Dirigentenpodest und innerhalb der Komponistenzunft aber deutlich in der Unterzahl. Dazu kommt als Folge des avantgardistischen Innovationsparadigmas der Uraufführungswahn, der die Werke selten über ihre Premiere hinauskommen lässt. Es ist also folgerichtig, dass sich die Zukunftsmusikschmiede des Bayerischen Rundfunks dieser Problemfelder emanzipatorisch sowie paritätisch annahm: Beim Orchesterkonzert der musica viva am 22. Januar standen Damen im Rampenlicht, während das anschließende Late-Night-Konzert männliche Repertoirepflege betrieb.

Halbzeit für das Projekt Œuvres Suisses

30.11.15 (Andreas Kolb) -
Mit einer außergewöhnlichen Begegnung des Tonhalle-Orchesters Zürich mit dem Improvisationstrio Leimgruber – Demierre – Phillips ging am Freitag, den 13. November, das Förderprojekt Œuvres Suisses in seine verdiente Halbzeit. Verdient deshalb, weil man nach siebzehn Uraufführungen bereits sagen kann, dass der Plan, ein neues sinfonisches Œuvre zu schaffen, aufgegangen ist. Erfunden haben es die Kulturstiftung Pro Helvetia und der Verband Schweizer Berufsorchester: Elf Schweizer Orchester bringen in den Jahren 2014 bis 2016 je drei Werke von Schweizer Komponisten zur Uraufführung. Im Gegenzug unterstützt Pro Helvetia die Orchester bei Auslandsgastspielen und Tourneen und macht sie so zu Botschaftern der Schweizer Musik der Gegenwart.

Gibt es ein Leben außerhalb der Neuen Musik?

01.03.15 (Andreas Kolb) -
Anstatt zu sagen, er macht gute Musik, muss man bei dem Komponisten Johannes Kreidler eher sagen, er denkt gute Musik. Der Compositeur provocant wurde seiner Rolle als Konzeptkünstler auch beim jüngsten Festival für Neue Musik Eclat Anfang Februar in Stuttgart gerecht. Er hatte sich Ravels „Bolero“ vorgeknöpft und einfach die beiden eingängigen Melodien weggelassen. Übrig blieb ein Bolero-Skelett mit dem bekannt-markanten Rhythmus sowie dem unnachahmlichen Crescendo, im Unhörbaren begonnen und ins Brachiale gesteigert vom SWR Sinfonieorchester Stuttgart unter Rupert Huber. Die gewaltige Wirkung beruhte auch darauf, dass Kreidler den Rhythmus für die sonst arbeitslos gebliebenen Bläser neu arrangiert hatte. Kreidler hatte Ravels Konzept sozusagen auf die Spitze getrieben – ob sein „Bolero“ durch dieses Raffinement zu Neuer Musik geworden war, darüber war sich das (Fach-)Publikum nicht einig. Kreidler gelang nicht nur ein interessanter Blick auf Vorbilder aus der Musikgeschichte, sondern auch ein Affront gegenüber der Neuen Musik: Kann ein Arrangement eines Klassik-Hits Neue Musik sein?

Auf Spurensuche in den weiten Welten des Klanges

03.06.14 (Gerhard Rohde) -
Bevor die Wittener Tage für neue Kammermusik ihre musikalische Spurensuche aufnehmen, müssen sie sehr oft eine andere, ganz prosaische Suche beginnen: nach dem Geldstrom, der alles, was erklingen soll, sozusagen bewässert. Es gab in der Vergangenheit schon Situationen, in denen die Finanzierung der Kammermusiktage noch kurz vor Beginn der Veranstaltungen nicht gesichert war. Hauptgrund für solche Engpässe ist die finanzielle Notsituation, in der sich die Stadt Witten, die über ihr Kulturforum als Veranstalter der Tage (in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk in Köln) fungiert, meist befindet. Im Ruhrpott ist Witten nicht der einzige Ort, der sich in dieser Lage sieht.

„ … mit einer fast spirituellen Feierlichkeit“ – Wittener Tage für neue Kammermusik 2014

14.05.14 (Barbara Eckle) -
Elektronische Musik hat im Gegensatz zu Instrumentalmusik etwas Immaterielles, Körperloses an sich. Die magnetische Kraft, die beide aufeinander ausüben – klanglich wie konzeptuell – arbeitete sich bei den diesjährigen Wittener Tagen für neue Kammermusik subtil, aber konstant in den Vordergrund.

Donaueschinger Musiktage 2013

Wie immer - nach unseren tägliche Blogvideos - nun ein zusammenfassendes Feature über das Festival: Die musikalische Großform stand im Zentrum der diesjährigen Donaueschinger Musiktage. Es kommen zu Wort: Festivalmacher Armin Köhler, die Komponisten und Klangkünstler Walter Zimmermann, Enno Poppe, Raphael Cendo, Georges Aphergis, Georg Nussbaumer und Philippe Manoury. Außerdem: viel Musik und Eindrücke von den Musiktagen.

Avantgardistischer Marathon – Orchestergruppen und Großformen dominierten die Donaueschinger Musiktage 2013

21.10.13 (Anna Schürmer) -
Im letzten Jahr sorgte Johannes Kreidler für einen Eklat beim Eröffnungskonzert der Donaueschinger Musiktage, als er – gegen die Fusion der SWR-Sinfonieorchester protestierend – eine Geige und ein Cello zusammenband, zerstörte und befand: ein solches fusioniertes Instrument sei nicht spielbar. Im Festivaljahrgang 2013 ging die Kritik gegen die kulturpolitischen Sparzwänge etwas weniger destruktiv weiter: Mit knallgelben Solidaritäts-Buttons und einem Protestmarsch konnten sich geneigte Festivalbesucher aktionistisch mit den existenzbedrohten Musikern des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg verbünden, während die Solidarität im Museum Biedermann eher symbolisch bekundet wurde: Ein prächtig gedeihendes Beet aus Klee hatte man dort gehegt und gepflegt, nun ließ man es ausdörren. In einer weiteren Installation wurde jede baden-württembergische Musikhochschule mit einer Stimmgabel versehen, an der sich Besucher mit einer Feile zu schaffen machen konnten. Am ärgsten angekratzt war die Trossinger Gabel, der kaum mehr ein Ton zu entlocken war.

Donaueschinger Musiktage 2013 - Videoblog: Sonntag

Am letzten Tag der Donaueschinger Musiktage 2013: Das große Abschlusskonzert u.a. mit Philippe Manourys "In situ" und Alberto Posadas "Kerguelen". Schüler des Leininger Gymnasiums Grünstadt präsentieren ihre gemeinsam mit der Komponistin Annesley Black entstande Performance "Flowers of Carnage". Der Widerstand gegen die Orchesterfusion der beiden großen SWR-Klangkörper verstummt nicht: Zahlreiche Besucher schließen sich der Demonstration zur Baarsporthalle an und bekunden ihren Protest.

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