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Alle Artikel kategorisiert unter »18. Jahrhundert«

Atemberaubend und dunkel in Baden-Baden: Teodor Currentzis‘ Dirigat und sein Parfüm

07.11.19 (Georg Rudiger) -
Nur ein kleiner Spritzer auf das Handgelenk, um die vorab per Post zugeschickte Duftprobe von Teodor Currentzis‘ neuem Parfüm „September Country“ einem olfaktorischen Text zu unterziehen – schon sind die Sinne benebelt. Schon fällt es noch schwerer, das Phänomen Currentzis zu greifen, sich diesem charismatischen Dirigenten schreibend zu nähern. Rausch, aber auch Askese spielen sicherlich eine Rolle. Überraschungen und Kontraste ebenfalls.

Der Punkt auf dem i – DNT Weimar mit einer semiszenischen „Così fan tutte“

13.01.19 (Joachim Lange) -
Ein Opernhaus steht mit einem kompletten DaPonte-Zyklus im Spielplan allemal besser da, als ohne. „Figaros Hochzeit“, „Don Giovanni“ und „Così fan tutte“ sind und bleiben bestens funktionierende Stücke mit genialer Musik. Alle drei. Mozart eben. Das Deutsche Nationaltheater Weimar begann mit einem knallig bunten Figaro von Michael Tolke, ließ darauf Demis Volpis betont nachdenklichen Don Giovanni folgen und komplettiert diese Erfolgstrias der Operngeschichte jetzt mit Nina Gühlstorffs „Così fan tutte“-Version.

Mit Genauigkeit und Ausdauer

14.12.18 (Christoph Vratz) -
Ganz am Ende, nach fast tausend Seiten, im Schlusssatz, fällt der Hinweis auf die „außerordentliche Geschlossenheit“, durch die sich Bachs Vokalwerk auszeichnet. Erst wenige Sätze zuvor hat der Autor ein zentrales Thema angesprochen, das im Schaffen Johann Sebastian Bachs von zentraler Bedeutung ist: das Parodieverfahren. Eigentlich, so könnte ein vorschneller Einwurf lauten, hätte man sich zu dieser wichtigen Thematik schon früher mehr gewünscht – und nicht erst in der Nachbemerkung. Doch so einfach kann, darf man es sich nicht machen. Denn was Friedhelm Krummacher in den vorhergehenden Analysen alles offengelegt, auseinandergenommen und wieder zusammengefügt, erläutert und zueinander in Beziehung gesetzt hat, ist faszinierend.

Tiefgang über die Liebe – Mozarts „Entführung aus dem Serail“ am Theater Bremen

04.12.18 (Ute Schalz-Laurenze) -
Natürlich gab es am Ende Buhs: denn man hatte in Bremens neuer Inszenierung von Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ alles Mögliche gesehen, nur kein Serail, in dem die gekidnappten Europäer sich ja eigentlich befinden. Der junge Schauspielregisseur Alexander Riemenschneider, der damit seine zweite Oper inszenierte, wartete auf mit einem philosophischen und psychologischen Tiefgang über die Liebe, der jede Erwartung gegenüber dem berühmten Singspiel vollkommen umkrempelte. Angesichts der Vielfalt der Entführung-Inszenierungen der letzten Jahre will das schon etwas heißen. Riemenschneider doppelte die Protagonisten mit Schauspielern. Das erlaubte ihm den Versuch, die Protagonisten zeitgleich zu ihren Erlebnissen über sich reflektieren zu lassen.

„Die Walküre“ unter Placido Domingo bei den Bayreuther Festspielen und andere Veranstaltungen rund um den „Ring“

02.08.18 (Peter P. Pachl) -
Als König Ludwig II. nicht warten mochte, das ihm gewidmete Festspiel für drei Tage und einen Vorabend auf der Bühne zu erleben und jeweils nach Vollendung der Partituren Einzelaufführungen von „Das Reingold“ und „Die Walküre" ansetzte, kam es zum empfindlichsten Bruch in der engen Freundschaft zwischen Komponist und königlichem Mäzen. Denn für Wagner von größter Wichtigkeit war die zyklische Aufführung seines Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“, und die fand dann 1876 zum ersten Mal bei den Bayreuther Festspielen statt, wo seit Ende des 19. Jahrhunderts der komplette „Ring“-Zyklus zum Kanon der dort gespielten Werke Richard Wagners gehört.

Das Don Giovanni-Syndrom – David Martons Version von Mozarts „Don Giovanni“ in Lyon

06.07.18 (Joachim Lange) -
Dieses Spielzeitfinale passt gut zu Serge Dorny und der Oper in Lyon: „Don Giovanni“ in der Inszenierung von David Marton. Die Zuschauer, die dort in die Oper gehen und auch die Folgevorstellungen einer Premiere füllen, sind längst daran gewöhnt, dass sie etwas Bekanntes in einer neuen Sichtweise präsentiert bekommen. Mozarts „Don Giovanni“ trägt nicht nur das Bonmot von der „Oper der Opern“ vor sich her, sondern gehört tatsächlich zum Kernbestand der populären Mozart-Opern. Also des Genres überhaupt. In Lyon ist das eine spannende Angelegenheit.

„Don Giovanni“, Kollege von Harvey Weinstein?– Opernprojekt an der Musikhochschule Lübeck

12.06.18 (Arndt Voß) -
In Lübeck tagte vom 7. bis 9. Juni 2018 der Deutsche Bühnenverein. Seine Jahreshauptversammlung begleitete nicht nur das städtische Theater u.a. mit Schrekers „Der ferne Klang“ und Verdis „Otello“, auch die Musikhochschule Lübeck, kurz MHL, produzierte sich. Sie zog ein Projekt vor, das ursprünglich für einen späteren Temin geplant war. Eine etwas andere Version des „Don Giovanni“ sollte es werden.

Oper/Operette/Stimmen: Radio-Monat Mai 2018

04.05.18 (mh) -
Opern … im Radio. Operette und Stimmen im Mai 2018. 100. Geburtstag von Birgit Nilsson. Opern von Rossini, Modest Mussorgsky, Leos Janácek, Henry Purcell, Sterkel, Verdi, José Maria Sánchez-Verdú, Georg Friedrich Händel und Bernd Alois Zimmermann.

Mozart würde Handy tragen – Zickenkriege bei Mozart oder: So machen’s (jetzt) alle

04.05.18 (Michael Ernst) -
Dresdens Musikhochschule interpretiert „Così fan tutte“ studentisch modern - auf musikalisch hohem Niveau. Die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden hat es derzeit sehr schwer: Als Haus ohne Hüter wartet die Bildungseinrichtung seit dem Rücktritt ihrer umstrittenen Rektorin, die damit einer drohenden Abwahl zuvorkam, auf sinnvolle Weichenstellungen für die Zukunft. Momentan fährt die Hochschule quasi auf Sicht: Strukturelle Entscheidungen sind auf später verschoben, der generelle Modus besagt, bislang geht alles so weiter wie bisher. Schlimmstenfalls könnte das Stillstand und / oder Rückschritt bedeuten.

Des Pudels Kern: „Die Hochzeit des Figaro“ am DNT Weimar

28.01.18 (Roland H. Dippel) -
Michael Tolke wurde während der Vorbereitungs- und Probenzeit zu dieser Inszenierung am Deutschen Nationaltheater Weimar von der Realität überrollt: In „Die Hochzeit des Figaro“ geht es bekanntermaßen um das Recht der ersten Nacht, das Graf Almaviva auf seinem Landsitz wenige Jahre vor Ausbruch der Französischen Revolution aufgibt. Dann macht er aber bei der wirtschaftlich von ihm abhängigen Zofe Susanna massiven Druck, um ans Ziel seiner erotischen Begierden zu gelangen. Bei Mozart kommt dieser Fall nicht vor die Justiz, die Graf Almaviva schuftig instrumentalisiert. Die Figuren in der Oper nach Beaumarchais wehren sich und drehen den Spieß um. Mozart ist also nach wie vor brisant und in Weimar überdies ein trendiger Spaß mit Tiefgang.
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