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Alle Artikel kategorisiert unter »Basel«

Modulation impossible! – Philip Glass‘ Oper „Satyagraha“ in Basel

29.04.17 (Georg Rudiger) -
Die große Zeit der Minimal Music ist vorbei. In den 80-er Jahren wurde Philip Glass‘ Opernerstling „Einstein on the beach“ auf europäischen Bühnen rauf und runter gespielt als tonaler Kontrapunkt zur atonalen Musik der herrschenden Avantgarde. Im heutigen „Anything goes“ haben die endlosen Wohlfühlharmonien ihren subversiven Charakter verloren. Sie betten weich, statt sich mit Penetranz in die Gehörgänge zu bohren. Sie entwickeln kaum Sogwirkung, sondern drehen sich im Kreis.

Archaischer Abend – Iannis Xenakis‘ Musiktheater „Oresteia“ in Basel

26.03.17 (Georg Rudiger) -
Eine Frau liegt, nur mit einem Slip bekleidet, reglos im Wasser. Die Projektion zu Beginn von Iannis Xenakis‘ Musiktheater „Oresteia“ in dieser Schweizer Erstaufführung am Theater Basel erinnert an den syrischen Jungen, der im Herbst 2015 tot an den türkischen Strand gespült wurde. Am Ende des rund hundertminütigen, ohne Pause gespielten Musiktheaterabends lässt Regisseur Calixto Bieito dieses Bild nochmals an die Leinwand werfen (Video: Sarah Derendinger, Kostüme: Ingo Krügler), ohne zuvor diesen Bogen inhaltlich vorbereitet zu haben.

Auf die Erde gestellt – Karlheinz Stockhausen „Donnerstag“ aus „Licht“ am Theater Basel

26.06.16 (Georg Rudiger) -
In der linken Hand ein Glas Whiskey, in der rechten eine Zigarette. Die Band im Foyer des Basler Theaters hat noch Pause und wird erst nach und nach vom Dirigenten im roten Anzug zusammengetrommelt. Man trägt Schlaghosen und Langhaarperücke. Und gibt sich auch noch betont relaxt, als die sechsstündige Oper „Donnerstag“ von Karlheinz Stockhausen mit scharfen, gestanzten Akkorden im Blech beginnt.

„Neben Shakespeare etwas Breakdance“ – 35 Jahre Basel Sinfonietta

27.04.16 (Christian Kröber) -
Auch wenn die literarische Welt in diesen Tagen den 400. Todestag des englischen Dichters feiert, stammt die Schlagzeile aus dem Juni 1992, als Basel Sinfonietta noch mit ein wenig Radau auf sich aufmerksam machen musste. Doch diese Zeiten sind vorbei. Und aus der Idee des jungen Trompeters Ruedi Lindner und seinem Studienkollegen, dem Bassisten und Dirigenten, Joel Jenny, ein basisdemokratisches Orchester zu gründen, ist nach 35 Jahren ein in der Schweiz und dem europäischen Ausland anerkanntes Spezialensemble mit Schwerpunkt auf das Zeitgenössische geworden.

Die Ausweitung der Ehekampfzone – Calixto Bieito am Theater Basel mit Mozarts Cosi fan tutte kombiniert mit Texten von Michel Houellebecq

29.04.15 (Joachim Lange) -
In Basel wird die Staatsanwaltschaft wegen „Schreckung der Bevölkerung“ (das heißt wirklich so) ermitteln. Aber wer jetzt meint, dass die Basler vergessen haben, was die Freiheit der Kunst ist und dem Regisseur Calixto Bieito das Handwerk legen wollten, der ist gleich zweifach im Irrtum.

Grandiose Musik und eine Inszenierung, die kaum zündet – Marc-Antoine Charpentiers „Medée“ in Basel

16.01.15 (Frieder Reininghaus) -
Das Theater Basel punktete Ende 2014 mit Verdis „Otello“ – dank einer Inszenierung des Intensivkatalanen Calixto Bieito. Nun hat das (noch) vom designierten Hamburger Staatsopernintendanten Georges Delnon geleitete Haus am Bankvereinsvorplatz einen doppelten Kontrapunkt geboten: Die „Medée“ von Thomas Corneille und Marc-Antoine Charpentier.

Eifersucht an gelbem Kran – Calixto Bieito inszeniert Giuseppe Verdis „Otello” am Theater Basel

01.12.14 (Frieder Reininghaus) -
Der Regisseur Calixto Bieito hat sich im Musiktheaterbetrieb positioniert durch die von ihm im Kontext der historischen Handlungen gezeigte Gewaltförmigkeit. Verbunden damit erschien der exzessive Einsatz von menschlichen Körpersäften auf den Bühnen und den Körpern des singenden Personals. Das Ästhetisch-Ätherische wird von ihm durch Konfrontationen mit den im Prinzip bekannten Realitäten paralysiert. Der durch eine intensiv christkatholische Kindheit und Jugend sozialisierte Katalane ist durchdrungen von der Obsession, dass die wirkliche Welt heute härtere Bilder brauche als die mit Rokoko-Kostümen ausstaffierten und in Pastelltöne getunkten Bühnendekorationen.

Dreifach verfremdet – Heinz Holligers Literaturoper „Schneewittchen“ am Theater Basel

22.02.14 (Frieder Reininghaus) -
Lange sind wir Schneewittchen nicht begegnet. Nicht dem Märchen der Kindertage, nicht Heinz Holligers Fortschreibung, die sich auf einen Text des schweizerischen Schriftstellers Robert Walser (1878–1956) aus der Zeit um 1900 stützt und von einigen Experten als die hochkarätigste Schweizer Oper des 20. Jahrhunderts begriffen wird. Wie bei der Uraufführung 1998 in Zürich dirigierte der als Oboist bekannt gewordene Komponist nun wieder selbst – in Basel. Dort ist man nicht nur hinsichtlich der Zuwanderung aufgeschlossener als anderswo in der Schweiz, sondern auch gegenüber der musikalischen Moderne.

Vergifteter Boulevard – Christoph Marthaler kredenzt in Basel „Das Weisse vom Ei“

23.12.13 (Jörn Florian Fuchs) -
Worum es genau an diesem Abend gehen soll, verrät uns immerhin das Programmheft. Eigentlich ist es aber völlig egal, denn wir befinden uns ja bei Christoph Marthaler und seinem diesmal achtköpfigen Ensemble, das sich zwei Stunden lang tapfer schlägt. Bewaffnet mit unzähligen T(r)icks, teils bewusst verschluckter Sprache und einer großen Portion Musikalität, agiert die Truppe skurriler Geschöpfe in einem zwischen abgeblätterter Tapete und übertriebenem Plüschpomp schwankenden Salon (Bühne: Anna Viebrock).

Joseph Haydn Stiftung in Basel gegründet

24.05.13 (PM) -
In Basel wurde Anfang Mai die Joseph Haydn Stiftung gegründet. Initiator ist der Konzertmanager und Intendant des Menuhin Festivals Gstaad, Christoph Müller. Ziel der Stiftung ist es, im Hinblick auf den 300. Geburtstag von Joseph Haydn im Jahre 2032 die Aufführung und Tonträger-Produktion von sämtlichen 107 Haydn-Sinfonien zu ermöglichen.
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