Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Basel«

Der Idylle ist nicht zu trauen: „Richard Strauss’ „Salome“ am Theater Basel

05.10.22 (Georg Rudiger) -
Der Kopf des Jochanaan. Er ist Lustobjekt und Trophäe für Salome. Dass dieser Kopf des Propheten auf dem Höhepunkt von Richard Strauss‘ Drama in einem Aufzuge auf dem Silbertablett präsentiert wird, gehört zu den größten Schockszenen der Operngeschichte. Und führte dazu, dass das skandalumwitterte, 1905 entstandene Werk, mit dem der Komponist die Tür zur Moderne weit aufstieß, auf enormen Widerstand beim Klerus traf und in Wien erst 1918 aufgeführt werden konnte.

Respektloser, schön schräger Zugriff – „Der Freischütz“ am Theater Basel

18.09.22 (Georg Rudiger) -
Der „Freischütz“ hat gerade Hochkonjunktur im Südwesten. Im Frühjahr präsentierte das Freiburger Barockorchester im Konzerthaus Freiburg und auf anschließender Deutschlandtournee eine halbszenische Fassung mit einem von Dirigent René Jacobs neu komponierten Auftritt des Eremiten zu Beginn der Oper. Am 2. Oktober feiert die Auseinandersetzung des Künstlerkollektivs „Showcase Beat Le Mot“ mit Carl Maria von Webers romantischer Oper am Freiburger Theater Premiere. Auch das Theater Basel eröffnete gerade seine Spielzeit mit dem „Freischütz“, wenngleich Christoph Marthalers Inszenierung phasenweise nur wenig mit dem Original zu tun hatte.

Robin Michel gewinnt den 1. Eduard Brunner Kompositionspreis für sein Werk „formen“

Zum ersten Mal verlieh die Hochschule für Musik FHNW/ Musik-Akademie Basel den Eduard Brunner Kompositionspreis in Höhe von CHF 5.000.– an eine:n Studierende:n von sonic space basel. Die Jury setzte sich zusammen aus: Svetlana Maraš, Roman Brotbeck, Johannes Kreidler / Vorsitz: Uli Fussenegger

In der Dauerschleife der Beliebigkeit – „Einstein on the Beach“ von Philip Glass am Theater Basel

08.06.22 (Georg Rudiger) -
Der Opernabend hat noch nicht begonnen, da wird man am Theater Basel schon Teil des Geschehens. Zur digitalen Soundkulisse bewegen sich seltsam gekleidete Menschen im Parkett mit Pultlampen auf dem Kopf, während die Zuschauerinnen und Zuschauer Platz nehmen. Die verstörenden Lotsen weisen den Weg zur Bühne, suchen den Kontakt und laden mit durchdringendem Blick ein, die eigene Komfortzone zu verlassen. Dass man während der vierstündigen Oper „Einstein on the Beach“ von Philip Glass und Robert Wilson auf die Toilette gehen oder einen Drink im Foyer zu sich nehmen kann, ist von den Autoren so gedacht.

Schienen, die die Welt bedeuten

28.02.22 (Georg Rudiger) -
Ihr Ton berührt, ihr schlackenloser Gesang trifft ins Herz. Im schmal geschnittenen, schwarzen Abendkleid steht Dina König in der voll besetzten Basler Predigerkirche. Alle Blicke sind auf sie gerichtet. Ein Jahr zuvor hat die zierliche Altistin ihren Master of Arts in spezialisierter musikalischer Performance an der renommierten Schola Cantorum Basiliensis abgelegt. Ihren Lebensunterhalt verdient die Freelancerin mit Singen wie bei diesem Konzert mit dem Ensemble Musica Fiorita im Dezember 2018, das auf YouTube zu sehen ist. Die Karriere läuft gut. „Dina König besitzt eine außergewöhnliche Stimme mit einem ausgesprochen schönen und soliden Brustregister, kraftvoll und doch weich. Zudem ist sie ein großes Bühnentalent“, sagt ihr ehemaliger Basler Gesangslehrer Gerd Türk.

Spannungsverluste im Halbdunkel – „Don Carlos“ am Theater Basel

14.02.22 (Georg Rudiger) -
Dieser „Don Carlos“ beginnt im Halbdunkel im blauen Wald von Fontainebleau – und er endet in der Inszenierung von Vincent Huguet auch dort. Nahezu die gesamte vierstündige Oper in der fünfaktigen französischen Fassung lässt der Regisseur im voll belegten Theater Basel im Halbdunkel spielen. Selbst die große Autodafé-Szene im dritten Akt, wenn die vom Inquisitionsgericht verurteilte Ketzerin im Käfig in den Theaterhimmel fährt, ist nur in spärliches Licht getaucht. Eine Atmosphäre der Angst wollte Huguet damit erzeugen, wie er im Programmheft erläutert. Bedrohlich wirkt das Setting aber auf Dauer nicht.

Musik und Bewegung

28.01.22 (nmz-red) -
Am 1. September 2021 hat Katrin Rohlfs als Professorin die Leitung des Studiengangs Musik und Bewegung an der Musikhochschule in Basel als Nachfolgerin von Heinz Füglistaler übernommen. Der Studiengang besteht aus einem Bachelor, einem Master und einem CAS „Musik und Bewegung im Alter“. Die Verbindung von Musik und Bewegung ist sowohl künstlerisch als auch pädagogisch zentraler Studieninhalt. Rhythmik, Tanz und Improvisation in Musik, Bewegung und Sprache, eine fundierte Ausbildung im Instrumentalspiel und Gesang sowie die Entwicklung grundlegender musikalischer und tänzerischer Kompetenzen sind Inhalte des Studiums im Bachelor. Der Master gibt Gelegenheit, ein individuelles künstlerisches Profil zu entwickeln oder aber einen anderen Bachelor zu ergänzen.

Basel Sinfonietta wurde 40 und feierte 41Plus1

20.01.22 (Roland H. Dippel) -
Zum Spezialklangkörper für Neue Musik wurde Basel Sinfonietta erst allmählich. Am Anfang, in der langen Vorbereitungsphase für das erste Konzert von 1979 bis 1981, stand der Anspruch, „anders, besonders und überraschend“ zu sein. Dass Basel Sinfonietta nach dem 2021 ‚nur‘ digital gefeierten Jubiläum vor dem dritten Abo-Konzert das Festwochenende 40Plus1 ansetzte, hat seine Berechtigung: Durch den Einsatz einer inzwischen sechsköpfigen Geschäftsstelle gewann der administrative Professionalisierungsschub des demokratisch selbstbestimmten Schweizer Klangkörpers an Stoßkraft.

Durchgeknallte Farce ohne doppelten Boden – Schostakowitschs „Die Nase“ am Theater Basel

29.11.21 (Georg Rudiger) -
Sogar am Ende hüpfen sie noch. Immer wieder geht der Vorhang auf – und das gesamte Ensemble macht unter dem Jubel des Basler Publikums den Kosaken-Macarena. Auch Dirigent Clemens Heil und Regisseur Herbert Fritsch hopsen mit. Die unglaubliche motorische Energie von Dmitri Schostakowitschs Oper „Die Nase“, den ganzen Abend befeuert vom grandios aufspielenden Sinfonieorchester Basel, wirkt nach. Michael Borth alias Platon Kusmitsch Kowaljow hat endlich seine Nase wieder und macht glückselig den Vortänzer. Die neueste Basler Produktion hat schon nach der Premiere Kultstatus.

Odysseuslos, aber nicht ohne: Monteverdis „Il ritorno d'Ulisse in patria” in Basel

09.11.21 (Georg Rudiger) -
20 Jahre muss Penelope auf der Insel Ithaka warten, ehe ihr Gatte Odysseus vom Trojanischen Krieg heimkehrt. Immer wieder wird sie durch Freier bedrängt. Schließlich gibt die Verlassene nach und verspricht sich dem Mann, der Odysseus‘ Bogen spannen kann. Alle Freier scheitern, bis ein Greis die Aufgabe mühelos bewältigt und die Männer tötet. Es ist Odysseus selbst, der in seiner Verkleidung von Penelope aber nicht erkannt wird. Erst als der Fremde die gewebte Decke des Ehebetts beschreibt, fällt es ihr wie Schuppen von den Augen.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: