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Alle Artikel kategorisiert unter »Leoš Janácek«

Der Kleinbürger überlebt: Janaceks „Das schlaue Füchslein“ im Theater Liberec (CZ)

22.12.19 (Roland H. Dippel) -
Langer Applaus am Ende und viel festlich gekleidetes Publikum bei der Premiere A von Leoš Janáčeks „Das schlaue Füchslein“ (Příhody lišky Bystroušky) im Divadlo Františka Xavera Šaldy in Liberec. Der 1883 und damit nur zwei Jahre nach dem Nationaltheater Prag eröffnete Bau der Architekten Fellner & Helmer tendiert im überwiegend von den beiden Rängen bedeckten Parkett zu einer sehr offenen Akustik. Man spielt das große italienische, slawische und französische Repertoire überwiegend mit eigenem Ensemble. Durch die Regisseurin Linda Keprtová kommt etwas Bewegung in den bislang eher traditionellen Sichtweisen verpflichteten Inszenierungsstil des nordböhmischen Mehrspartentheaters. Die Neuproduktion überzeugte durch eine musikalisch und szenisch handfeste, dabei intensive Lesart der Oper über tierische Eigenschaften von Zwei- und Vierbeinern.

Theatergeburtstag in Gelsenkirchen mit Janaceks „Die Sache Makropulos“

Das Gelsenkirchener „Musiktheater im Revier“ feiert Jubiläum. Vor sechzig Jahren wurde das Haus am Kennedyplatz eröffnet und zog dank seiner außergewöhnlichen Gestaltung nicht weniger Aufmerksamkeit auf sich als der drei Jahre zuvor in Münster fertiggestellte erste Theaterneubau in der Nachkriegszeit. Das im Wesentlichen auf das Konzept des Architekten Werner Ruhnau zurückgehende Gelsenkirchener Haus lebt von seinem offenen, gläsernen Foyer und damit einer direkten Sichtachse zur Stadt. Legendär sind auch die Foyers mit ihren tiefblauen Schwämmen aus Gips, die von Yves Klein gestaltet wurden.

Leos Janaceks „Katja Kabanowa“ wird in Radebeul zur Sternstunde

01.06.19 (Roland H. Dippel) -
Sonderlich häufig kommt „Katja Kabanowa“ in Mitteldeutschland nicht zur Aufführung. Das ist unverständlich, denn neben seinen „Abenteuern der Füchsin Bystrouchka“ und „Die Sache Makropulos“ ist auch dieses Spätwerk Leos Janaceks eine der packendsten Opern des frühen 20. Jahrhunderts. Die Landesbühnen Sachsen befinden sich offenbar im Zenit einer Glückssträhne: Nach Previns „Endstation Sehnsucht“, Vollmers „Tschick“ und von Einems „Der Besuch der alten Dame“ wird jetzt „Katja Kabanowa“ in Radebeul zum kleinen Opernwunder, dessen Gelingen auch der Fähigkeit zur Einschätzung eigener Ressourcen und Möglichkeiten zu verdanken ist. Unser Kritiker Roland H. Dippel ist begeistert.

Link-Tipps 2019/02

18.02.19 (Martin Hufner) -
Der kulturpolitische Reporter +++ Lernen Sie Herrn Janácek kennen

Janáčeks Episoden „aus einem toten Haus“ an der Oper Brüssel

09.11.18 (Frieder Reininghaus) -
Wie geht es zu in den Strafgefangenenlagern? Wie weit entfernt vom Herzen Europas und der Hauptstadt Brüssel liegt Sibirien? Das sind Fragen, die sich mit einer Inszenierung von Leoš Janáčeks letztem Bühnenwerk unvermeidlich stellen, wenn es am Théâtre de la Monnaie auf den Spielplan gesetzt wird. Der Regisseur Krzysztof Warlikowski und der Dirigent Michael Boder haben deutliche, aber nicht ganz zusammenpassende Antworten gefunden: …

Zwischen Militärkapelle und Viola d’amore

17.07.18 (Juan Martin Koch) -
Leoš Janácek: Sinfonietta für Orchester (1926). Studienpartitur, hrsg. von Jiri Zahradka. Universal Editon UE 36 503. +++ Bedrich Smetana: Šárka. Partitur, hrsg. von Hugh Macdonald. Bärenreiter BA 11532 +++ Josef Suk: Symphonie c-Moll, „Asrael“, op. 27. Partitur, hrsg. von Jonáš Hájek. Bärenreiter BA 9532 +++ Antonín Dvorák: Symphonie Nr. 8, G-Dur, op. 88. Partitur, hrsg. von Jonathan Del Mar. Bärenreiter 10418

Frank Castorf scheitert in Münchens Nationaltheater an Janáčeks „Aus einem Totenhaus“

23.05.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Es gibt Musiktheaterwerke, die aus dem gängigen Repertoire fast wie Monolithen aufragen, weil sie fern aller Belcanto-Freuden den Mühseligen und Beladenen ein künstlerisches Mahnmal errichten – so Alban Bergs „Wozzeck“ und „Lulu“, so Bernd Alois Zimmermanns „Soldaten“. Dazu zählt auch Leoš Janáćeks „Aus einem Totenhaus“. In seinem letzten Bühnenwerk legt der 74jährige in einem sibirischen Lager die Schicksale von Gewalttätern und Mördern offen, zeigt kleine Reste von Humanität und schreibt über die Partitur „In jeder Kreatur ein Funke Gottes“.

Märchenbilder und andere Bearbeitungen

17.05.18 (Gabriele Sebald) -
César Franck: Sonate arrangée pour piano et flûte. Bärenreiter +++ Carl Philipp Emanuel Bach: Flötenkonzert d-Moll (Klavierauszug), Urtext. G. Henle Verlag +++ Gabriel Fauré: Fantaisie Opus 79 und Morceau de lecture für Flöte und Klavier, Urtext. G. Henle Verlag +++ Leos Janácek: Marsch der Blaukehlchen für Piccoloflöte und Klavier, Urtext. G. Henle Verlag Baroque Flute Anthology 2, 25 Werke für Querflöte mit Klavierbegleitung, hg. von Annabel Knight. Schott +++ Gustav Mahler: Wer hat dies Liedel er-dacht? Fünf ausgewählte Lieder für Flöte und Klavier. Universal Edition +++ Charles-Marie Widor: Suite florentine (1919). Universal Edition +++ Robert Schumann: Märchenbilder op. 113. Vier Stücke für Klavier und Flöte. Universal Edition

Janáček verunklärt – „Aus einem Totenhaus“ an der Oper Frankfurt

02.04.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Uraufführungen schmücken ein Opernhaus, aber auch Interpretationsmaßstäbe setzende Inszenierungen. Die Oper Frankfurt kommt da immer wieder mit der „Neuenfels-Gielen-Aida“ und dem „Berghaus-Gielen-Ring“ ins Gespräch. Für ein bildlich „quer im Repertoire“ stehendes Werk wie Leoš Janáčeks „Aus einem Totenhaus“ gilt das auch: 1994 ließ Frankfurts damaliger GMD Sylvain Cambreling eine schon legendäre Brüsseler Produktion neu einstudieren: die bis ins Detail geformte psychische Deformationsstudie des medizinisch vorgebildeten Peter Mussbach für rund 30 Sängerdarsteller – eine unvergessliche „Wegemarke“.

Peter Sellars’ animalische Inszenierung von Janáčeks „Füchsin Schlaukopf“ in der Berliner Philharmonie

13.10.17 (Peter P. Pachl) -
Einmal in Janáčeks 1924 komponierter Oper „Příhody lišky Bystroušky“ steht die vom Förster gefangene, sich dann befreiende Füchsin im Mondlicht plötzlich als ein junges Mädchen da, verwandelt sich dann aber zurück. Der amerikanische Regisseur Peter Sellars sieht die Begeisterung des Försters für die junge Füchsin von Anfang an als eine Metapher für die Liebe des alternden Mannes zu einem jungen Mädchen – so wie der Komponist sich durch seine leidenschaftliche Beziehung zu Kamila Stösslová zu dieser Oper inspirieren ließ.
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