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Hindemiths Oper «Cardillac» kehrt an den Ort ihrer Uraufführung zurück

11.03.09 (PM - Semperoper) -
«Cardillac», Paul Hindemiths erste abendfüllende Oper, mit der er in den zwanziger Jahren die «moderne Oper» aus der Sackgasse führen wollte, wird am 15. März 2009 ihre Premiere an der Semperoper feiern. Regisseur der Dresdner Neuinszenierung ist Philipp Himmelmann. Damit ist er der erste, der Hindemiths Werk, nach dessen Uraufführung in Dresden am 9. November 1926 unter Fritz Busch, hier wieder in Szene setzt.

Musikmagazin "taktlos # 131": Kirchenmusik in Not? Jetzt bei nmzMedia im Film

09.03.09 (nmz - thg) -
Es ist inzwischen eine Binsen-Weisheit, dass die Kirchen gerade in ländliche Regionen als zentrale Vermittler der Künste kräftig wirken. Sie sorgen zum Beispiel für lebendige Musikkultur auch fernab der Metropolen. Nun gerät aus angeblichem Sparzwang die Kirchenmusiker- Ausbildung unter Druck:

Nervöse Deutungsversuche: Jörg Herchets Kammeroper „zueinander“ uraufgeführt

09.03.09 (Michael Ernst) -
Erbaulich ist das nicht: Schräge Klänge, verstörte Sänger-Darsteller, querstehend handlungsfreie Sprech- und Singbehauptungen. Dazu noch eine Regie, die alles besser zu wissen vorgibt als von der Musik hör- und erfahrbar gemacht.

Wenn die Puppen singen - Lindauer Marionettenoper verzaubert ihr Publikum

09.03.09 (Ulrich Stock - ddp) -
Lindau - «Wirklich große Oper» will der Chef und Gründer der Lindauer Marionettenoper, Bernhard Leismüller, auf die Bühne bringen: «authentisch, glaubhaft und wahr - so spannend, dass man mit den Figuren mitfühlt und mitleidet.» Mit Mozarts «Zauberflöte» eröffnete die Oper am Wochenende die neue Spielzeit.

Abwrack-Prämie für Musiker - Staatsziel Kultur im Grundgesetz verankert: taktlos 132: Die Nachrichten

08.03.09 (Theo Geißler) -
In seiner 132. Ausgabe befasste sich das Musikmagazin "taktlos" mit Jazz-Controlling: Gerät die "Musik der Freiheit" durch Finanz-Spritzen aus unterschiedlichen Interessen-Sphären in unerträgliche Abhängigkeiten? Kräftig Auskunft gaben Monika Griefahn (SPD-MdB), Christiane Böhnke-Geisse (Jazzclub Unterfahrt, München) und Peter Schulze (aktuell: jazzahead!). Dazu prima Live-Jazz mit Lorenz Kellhuber (nachzuhören bei www.nmz.de/taktlos).

Und hier der Schnelldurchlauf der aktuellen Ausgabe von taktlos.

Es folgen die Nachrichten aus der Welt des Wahren, Schönen und Guten:

Ein Leuchten am Stadtrand – Das Festspielhaus Hellerau unter neuer Leitung

07.03.09 (Michael Ernst) -
Zeiten des Aufruhrs und des Umschwungs - im Festspielhaus Hellerau finden große Veränderungen statt. Eine neue Künstlerische Leitung und ein neu zusammen gesetztes Team haben die Verantwortung in Hellerau übernommen und werden dem Ort ein neues Profil geben. Zeitgenössischer Tanz und zeitgenössische Musik werden im Fokus des Programms stehen. Dieter Jaenicke präsentierte seine künstlerischen Vorhaben für das Europäische Zentrum der Künste in Hellerau.

Mozart-Oper „Titus“ für Blinde und Sehbehinderte im Heidelberger Theater

07.03.09 (Stephen Wolf - ddp) -
Für die blinde Monika Spangenberg wird der Samstag (7. März) ein ganz besonderer Abend. Auf dem Programm des Theaters Heidelberg steht die Mozart-Oper «Titus». Spangenberg wird erstmals einer Opernhandlung folgen können, ohne dass ihr Mann Christian leise die Szenen beschreiben muss. Mit dem Stück wird zum ersten Mal in Deutschland eine Oper speziell für blinde und sehbehinderte Menschen gezeigt.

Vom Erdboden verschluckt – Die Musikstadt Köln verliert ihr Historisches Archiv

06.03.09 (Rainer Nonnenmann) -
Die Musikaliensammlung des Historischen Archivs der Stadt Köln stellte einstmals wertvolle Exponate zur Gestaltung von Ausstellungen zu Schumann, Mahler, Strawinsky, Günter Wand, Nono und zur Geschichte des Kölner Gürzenich-Orchesters der Kölner Philharmonie zur Verfügung. Rainer Nonnenmann, Kurator dieser Ausstellungen, schreibt zum Verlust wertvoller Musikalien durch den Einsturz des Kölner Stadtarchivs.

So viel Afrika war nie – André Hellers „Afrika! Afrika!“ trifft auf „Mother Africa“

05.03.09 (Michael Ernst) -
Afrika, als Wiege der Menschheit geheimnisumwittert, durchlebt eine undurchschaubare Gegenwart; die Zukunft des „Schwarzen“ Kontinents steht in den Sternen. Die Gutmenschen dieser Welt, der vermeintlich ersten, geben sich als Bono-Tiere und spendieren immer mal medienwirksame Beträge. Der Effekt ist meist nicht zu benennen. Von den Politikern ist gleich noch weniger zu erwarten. Das gilt leider auch für die meisten afrikanischen Vertreter dieser billig zu habenden Spezies.

Reinthalers Oper «Das Käthchen von Heilbronn» wiederentdeckt

05.03.09 (Peter Neumann - ddp) -
Erfurt - Anlässlich der Wiederentdeckung der Oper «Das Käthchen von Heilbronn» von Carl Reinthaler bringt das Theater Erfurt eine Zusammenstellung des Notenmaterials in der neu begründeten «Edition Theater Erfurt» heraus. «Die Rekonstruktion des Aufführungsmaterials war notwendig geworden, weil der Verlag, in dem die Oper ursprünglich erschienen war, nicht mehr existiert und sich keine verbindlichen Vorgaben für die Aufführung fanden», sagte der Chefdramaturg, Dr. Arne Langer, am Donnerstag bei Vorstellung des Stücks in Erfurt.

Klug programmiert, spröde nachhallend – „Les Agrémens“ spielen Haydn und Kraus

05.03.09 (Michael Kube) -
Eine hübsche Idee zum Haydn-Jahr, nicht nur Werke des Meisters selbst einzuspielen, sondern auch einmal eine Komposition, die einst unter seinem Namen kursierte, aber von Joseph Martin Kraus stammt – was sicherlich für beide (!) Komponisten als besondere Ehre zu gelten hat.

Leiser Dirigent, herrliches Instrument, „taktlos 132“, fiktives Interview: BR-Musikfeatures

04.03.09 (nmz-red/Regensburg) -
Wer war Haffner? Nein, nicht der Widmungsträger von Mozarts gleichnamiger Serenade ist gemeint, sondern der Dirigent Hans Hörner, dessen abenteuerlichem Leben der Bayerische Rundfunk im März eine Sendung widmet. Weitere Feature-Themen kreisen um Joseph Haydn, Richard Strauss, das Akkordeon und um musikalische Aspekte im Werk Milan Kunderas. Und am Donnerstag, den 5.3.: taktlos # 132: „Jazz-Controlling?“ mit Monika Griefahn und Peter Schulze.

Emotionale Wahrhaftigkeit – Thomas Hengelbrock dirigiert Mozarts „Idomeneo“ in Paris

04.03.09 (Peter Krause) -
Selbst die findigsten Operndramaturgen verstehen nicht wirklich, worum es in Mozarts „Idomeneo“ eigentlich geht, und auch prominente Regisseure, so etwa Hans Neuenfels in Berlin, wagen sich kaum an die schwer fassbare Geschichte, inszenieren lieber bildkräftige Metaebenen statt den Protagonisten des Stücks zu vertrauen. Im Palais Garnier der Opera National de Paris hat Intendant Gerard Mortier indes zwei Künstler zusammengeführt, die es vermögen, Mozarts angeblich so verworrene und altmodisch barocke Opera seria ganz aus dem Geiste der Musik heraus zu entwickeln.

Stadtaffen in Oberhausen – Peter Fox setzt sein Soloalbum kurzweilig auf der Bühne um

02.03.09 (Stefan Pieper) -
Ein Affengesicht mustert das Publikum, dann flimmern Berliner Nachtszenen in verfremdeter Film-Noir-Ästhetik über der Bühne. Die Affen sind unter uns – und mischen gehörig mit in der Großstadtsinfonie des Peter Fox! Bis irgendwann die Nacht zum Morgen und eben „schwarz zu blau“ wird, wie einer seiner neuen Songs heißt. Guten Morgen Berlin… oder „Hallo Oberhausen“, denn an diesem Abend bebt eine ausverkaufte Köpi-Arena zur expressiven Großstadt-Lyrik des angesagten Berliners, der soeben für sein Solo-Album „Stadtaffe“ bei der Echo-Preisverleihung abräumte.

„Sinnerfülltes Musizieren auf höchstem Niveau…“ - Peter Vierneisel im Gespräch

02.03.09 (Norman Grüneberg) -
1974 in Mannheim geboren, absolvierte Peter Vierneisel ein Kapellmeisterstudium in Maastricht und ist Orchesterleiter des Landespolizeiorchesters Brandenburg. Er ist inzwischen einer der profiliertesten Dirigenten in der deutschen Blasmusikszene und steht dem Landesjugendblasorchesters Sachsen (LJBO) seit 2006 als Chefdirigent vor. Norman Grüneberg sprach mit dem Dirigenten.

Ferchow vor der Röhre – Jam-Session mit Manu Katché und Alice Tumler II

02.03.09 (Sven Ferchow) -
Auch die zweite Sendung des Musikformats „Jamsession mit Manu Katché und Alice Tumler“ konnte überzeugen. Wenngleich mit einer kleinen Einschränkung: der aufgekratzten New Yorker Band „The Virgins“, die scheinbar aus zusammen gewürfelten, ehemaligen männlichen Laufstegmodellen besteht und deren Anwesenheit sich nicht ganz erschloss, weil sie doch einen relativ schnöseligen Musikstil der 80er-Jahre bieten und eher durch Attitüde und aufgesetzte Pose denn durch außergewöhnliche Musikseele auffallen.

Düsterer Triumph – Edita Gruberova in Christof Loys Münchner „Lucrezia Borgia“

01.03.09 (Juan Martin Koch) -
Belcanto-Opern, diejenigen des beängstigend produktiven Gaetano Donizetti zumal, werden gerne als musikalisch minderwertige Vehikel für die Zurschaustellung vokaler Mätzchen ihrer Protagonisten abgetan. Was in der Gattung an künstlerischem Gehalt und dramatischem Potenzial stecken kann, hat Christof Loy nun mit einem exquisiten Ensemble an der Bayerischen Staatsoper unter Beweis gestellt.

Der Niedergang des Prinzips Hoffnung: Utopie spielt im schöpferischen Denken kaum mehr eine Rolle

27.02.09 (Reinhard Schulz) -
Die März-Ausgabe der neuen musikzeitung, die in Kürze erscheint, widmet einen Schwerpunkt der Frage nach der Zukunft des Musiklebens. Persönlichkeiten der Szene entwerfen mal optimistische, mal düstere Szenarien für das Jahr 2020. Reinhard Schulz, dessen Leitartikel hier vorab erscheint, hat sich deshalb auf die Suche nach den Utopien von heute gemacht, mit ernüchterndem Ergebnis:

Er hat Blue Note wachgeküsst: Jazz-Archäologe Michael Cuscuna im Gespräch

27.02.09 (Claus Lochbihler) -
70 Jahre her ist es her, dass Alfred Lion und Francis Wolff, zwei deutsch-jüdische Emigranten, das vermutlich berühmteste Label der Jazzgeschichte gründeten: Blue Note Records. Nach den Glanzzeiten bis Mitte der 60er-Jahre verfiel Blue Note – mehrfach verkauft und vernachlässigt – in einen tiefen Dornröschenschlaf. Wachgeküsst wurde es von Michael Cuscuna (geb. 1948).

Streit über zu geringe Lizenzabgaben bei Musikvideospielen

26.02.09 (PM - pte) -
New York - Die populären Musikvideospiele Guitar Hero und Rock Band sind der Musikindustrie ein Dorn im Auge. Obwohl die erfolgreichen Games den Plattenfirmen zusätzliche Einnahmen bringen und dabei helfen, die Popularität von Künstlern zu steigern, zeigen sich einzelne Vertreter aus dem Musikbusiness trotzdem unzufrieden. Während sich mit Guitar Hero und Co eigentlich ein weiterer Vertriebskanal für die krisengebeutelte Industrie auftut, sind Branchengrößen wie Warner Music offenbar wenig begeistert über die Musikspiele.

Dudelsäcke aus dem Schwarzwald - Helmut Moßmann verkauft seit 30 seine Instrumente in alle Welt

Schuttertal - Vor genau 30 Jahren, zur Fasnacht 1979, spielte Helmut Moßmann erstmals mit seinem selbstgebauten «Bock» auf. Der damalige Metallbauer aus dem Schuttertal im Schwarzwald hatte in Heimarbeit den ersten Dudelsack seines Lebens gefertigt. Beim damaligen Narrentreiben galten er und sein Instrument noch als Exoten. Sein «Hang zur Holzverarbeitung» habe ihm das neue Hobby beschert, erinnert er sich heute. Was damals als Liebhaberei begann, ist inzwischen Moßmanns Hauptberuf. Seine Dudelsäcke sind in der ganzen Welt gefragt.

1.500 Stimmen für den „Elias“ – der Rundfunkchor Berlin lud zum Mitsingkonzert

26.02.09 (Antonia Bruns) -
„Dieses Konzert ist wirklich ein Wunder.“ Simon Halsey, Leiter des Rundfunkchors Berlin, kann es selbst kaum begreifen, wie er es jedes Jahr aufs Neue schafft, weit mehr als tausend Chorsänger und Orchestermusiker zu koordinieren – bei gerade mal einer Gesamtprobe. Der Titel dieses Mammutprojekts in der Berliner Philharmonie ist bereits über die Grenzen Deutschlands hinaus ein feststehender Begriff: „Mitsingkonzert“.

Spannungsfelder – die Jazzwelten Dresden starten mit Vorab-Konzert von Eric Truffaz

26.02.09 (Michael Ernst) -
Das Prinzip Hoffnung lebt, auch in Dresden: Die dem avantgardistischen Jazz verschriebenen Macher des Jazzclub Neue Tonne e.V. setzen ihr Engagement sowie die Anstrengungen für das erst vor einer Handvoll Jahren ins Leben gerufene Festival „Jazzwelten“ auch unter erschwerten (Krisen-)Bedingungen fort. Der fünfte Jahrgang des klingenden und absichtsvoll in den Frühling gesetzten Festes steht durchaus im Zeichen von Rezession und schmelzenden Zuschüssen, zu hören sein soll das jedoch nicht! Ein Mollfestival ist also auch für 2009 nicht geplant.

Apple- oder GEMA- Ausbeutung? Wie uns der Steve-Jobs-Konzern samt i-tunes abzockt

26.02.09 (Theo Geißler) -
Da dachte man mal: Die Alternative zur Microsoft-Krake in der digitalen Welt wäre Apple. Inzwischen wendet diese zum unüberschaubaren Konzern verkommene "Zukunfts-Schmiede" doch recht fragwürdige Gewinn-Maximierungs-Strategien an. Als bravem 99-Eurocent-Zahler pro Titel, der hofft, dass den Urhebern Angemessenes zukäme, erreicht einen zum Beispiel folgendes Angebot:

Mit Herzblut – Pratum-Integrum-Solisten entdecken Quartette von Joseph Wölfl

25.02.09 (Michael Kube) -
Noch vor ein paar Jahren zählte er zu den unbekannten Meistern des ausgehenden 18. Jahrhunderts; selbst unter den »Kennern« war er allenfalls dem Namen nach bekannt. Inzwischen aber wurde die Musik von Joseph Wölfl (1773–1812) für die CD entdeckt – und die Begegnung lohnt!
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