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Hysterischer Jubel in Bayreuth, doch Thielemann rettet Dorsts Ring nicht

02.08.09 (Peter P. Pachl) -
In den Siebzigerjahren des vergangenes Jahrhunderts gab es in Bayreuth noch einen eigenen Dirigenten für den Vorhang: Gilbert Graf Gravina, ein Enkel des Festspielgründers, sorgte für das exakte, der Partitur adäquate Öffnen und Schließen des Hauptvorhangs. Nach dem Tode dieses Dirigenten wurde auf diesen Teil des Wagnerschen Gesamtkunstwerks weniger Wert gelegt, ja sogar der Wagnervorhang für einige Jahre ausgebaut.

Zutritt für Jedermann: Public Viewing und Internet demokratisieren die Hochkultur

02.08.09 (Christian Kröber) -
Einige einzelne Karten wären schon noch zu haben, lässt die freundliche Verkäuferin bei den Salzburger Festspielen wissen. Aber nur noch in der höchsten Preisklasse: Cosi fan tutte für 370 Euro? Das geht auch billiger:

Studie: Musizieren ist ein Meisterstück des Gehirns

02.08.09 (PM - pte) -
Dresden/Hannover - Ein Musikinstrument zu spielen fordert das Gehirn bis an die Grenzen seiner Möglichkeiten. Welche Prozesse beim Üben und Spielen ablaufen, untersuchen Hans-Christian Jabusch vom Institut für Musikermedizin der Hochschule für Musik Dresden und Eckart Altenmüller vom Institut für Musikphsyiologie und Musiker-Medizin der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Die Erkenntnisse helfen einerseits dabei, Musiker-Leiden gezielter zu behandeln, andererseits liefern sie wertvolle Hinweise für die tägliche Übepraxis für Instrumentalisten.

100 Jahre 9. Symphonie: die 29. Gustav-Mahler-Musikwochen in Toblach

31.07.09 (Thomas Schulz) -
Bereits die letztjährigen Gustav-Mahler-Musikwochen im Südtiroler Ort Toblach standen im Zeichen eines Jubiläums; damals galt es, den 100. Geburtstag des „Lieds von der Erde“ zu feiern. 2009 nun hieß es: „100 Jahre: 9. Symphonie“.

Asteroidenschauer in der Scheune – Eindrücke vom JazzBaltica Festival 2009

29.07.09 (Ssirus W. Pakzad) -
Musik hält jung. Als der Pianist Hank Jones Anfang Juli beim JazzBaltica Festival in Salzau auftrat, stand er kurz vor Vollendung seines 91. Lebensjahrs; der Saxofonist James Moody hat die 84 bereits überschritten und von seinem Instrumentenkollegen Bunky Green sagt man, dass das offiziell angegebene Lebensalter von 73 ein wenig geschönt sei.

Klang und Kulinarik: Wie Musikfestivals zum Rahmenprogramm für den Gourmet-Tourismus werden

29.07.09 (Frieder Reininghaus) -
Laut erhob sich dieser Tage Kaisers Klage über die Sinn- und Form-Krise der hergebrachten Festspiele. Der greise Münchener Festredner und hochbelobigte Kritiker monierte erschreckende Anzeichen von Banalisierung der Geschäfts-Praktiken in Bayreuth oder Salzburg. Und nicht nur er verwies auf die Konzeptionslosigkeit der Festspiel-Betreiber.

Abarbeiten an der Tradition – zum Tod des Komponisten Friedrich Goldmann

28.07.09 (Frank Kämpfer) -
Übergroß die Fanfare, hernieder rasselndes Schlagwerk, unvermittelt dahinter Leere. Die Exposition birgt Kontraste auf engstem Raum. Komponist Friedrich Goldmann weiß um den Anspruch der Gattung und deren Unangemessenheit seinerzeit, als er mit 30, Anfang der 1970er Jahre, seine Sinfonie Nr. 1 komponiert, selbige dreisätzig anlegt und die Reihe, sein Material, auf die seit Webern standardisierte Tonfigur B-A-C-H aufbaut. Wo beginnt Innovation, wo bleibt es konventionell?

Die Salzburger Festspiele - Streit um Positionierung zwischen Regietheater und «Lodenschickeria»

28.07.09 (Georg Etscheit - ddp) -
Als sich Nikolaus Bachler, der immer noch recht neue Intendant der Bayerischen Staatsoper, jüngst endgültig von seinem langjährigen Job als Burgtheater-Chef in Wien verabschiedete, zog er kräftig vom Leder. Und zwar gegen die Salzburger Festspiele, die sich gerne als kultureller Nabel der Welt betrachten. Die Festspiele, die im kommenden Jahr ihr 90-jähriges Bestehen feiern, steckten in einer Sackgasse, hätten längst «jede künstlerische Relevanz verloren». Weltweit gebe es «Dutzende Festivals», die spannendere Inhalte zu bieten hätten, sagte Bachler, der selbst schon mal als Intendant in Salzburg gehandelt wurde.

Sonntagsmaler von Nürnberg: Katharina Wagners „Meistersinger“ in Bayreuth

27.07.09 (Peter P. Pachl) -
Katharina Wagner, die jüngste Wagner-Urenkelin, und mit ihrer Halbschwester Eva seit diesem Sommer Festspielleiterin in Bayreuth, hat auch im dritten Jahr an ihrer Inszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ weiter gearbeitet. Aufgrund der fatalen Rezeptionsgeschichte, an welcher der Komponist einen entscheidenden Anteil hat, wird die – neben dem frühen „Liebesverbot“ einzige heitere Handlung des Musikdramatikers Wagner – bis zur Kenntlichkeit verfremdet.

Salzburger Festspiele eröffnet – Kehlmann kritisiert Regietheater

26.07.09 (Agentur ddp) -
Salzburg - Mit einer umjubelten Aufführung des Händel-Oratoriums «Theodora» hat am Samstagabend das künstlerische Programm der Salzburger Festspiele 2009 begonnen. Festspielintendant Jürgen Flimm hatte zum 250. Todesjahr von Georg Friedrich Händel statt einer großen Oper das wenig bekannte Oratorium des englischen Barockkomponisten in einer szenischen Fassung auf den Spielplan gesetzt.

Bayreuther Festspiele eröffnet: „Der fliegende Holländer“ und „Tristan und Isolde“

26.07.09 (Peter P. Pachl) -
Bastel- und Zeichenspiele enthält das Programmheft zur Kinderoper „Der fliegende Holländer“, mit dem sich Bayreuth in der zum Breitwandtheaterraum (Bühnenbild: Merle Vierck) umgestalteten Probebühne IV des Festspielhauses erstmals konkret um den Nachwuchs an Zuschauern kümmert. Fassung und Umsetzung auf Bayreuth-Niveau überzeugten die bei der Premiere in der Überzahl anwesenden erwachsenen Zuschauer ebenso, wie die Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren, für die sie konzipiert ist.

Kommunikation abgeschnitten - Der Musikpublizist Reinhard Schulz ist gestorben

24.07.09 (Wolf Loeckle) -
Die Nachricht traf uns nicht unerwartet, trotzdem sind wir erschüttert und tieftraurig. Der Musikkritiker und -publizist Reinhard Schulz ist heute nach langer schwerer Krankheit im Alter von nur 59 Jahren gestorben. Seit 1986 war er leitender Redakteur der Neuen Musikzeitung und prägte unser Blatt entscheidend mit. Lesen Sie hier einen Nachruf von Wolf Loeckle.

Viel Schwarzweißmalerei und wenig Neues: „Cosimas Kinder“ von Oliver Hilmes

23.07.09 (Peter P. Pachl) -
Eine Publikation, mit der Oliver Hilmes seine im Vorjahr erschienene Cosima-Biographie „Herrin des Hügels“ fortschreibt, „Cosimas Kinder“, preist der Schutzumschlag als „ganz große Oper“. Dieses Attribut kann sich jedoch nur auf den Tatbestand beziehen, dass die weit verzweigte Familie Liszt-Wagner schon seit dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts häufig publizistisches Interesse für sich verbuchen konnte und immer wieder für Sensationsmeldungen gesorgt hat.

Keine Trauer - «Thriller live» feiert im Deutschen Theater Premiere

Weiße Glitzer-Handschuhe, schwarze Hüte, weiße Socken in schwarzen Schuhen. Die Markenzeichen von Superstar Michael Jackson sind bei der Premiere der Show «Thriller live» am Mittwochabend im Deutschen Theater in München oft zu sehen. Einige Fans tragen T-Shirts ihres Stars und so mancher Prominente nützt den roten Teppich vor dem Eingang, um seine Interpretation von Jacksons legendärem Tanz «Moonwalk» zu präsentieren. Einen Monat nach seinem plötzlichen Tod ist Jackson an diesem Abend so lebendig und präsent, als würden die Massen zu einem seiner Konzerte strömen.

Was kommt nach Thielemann? Die Zukunft der Münchner Philharmoniker ist offen

23.07.09 (Wolf Loeckle) -
Einen Tag nach der Entscheidung des Münchner Stadtrates, den Vertrag mit Christian Thielemann als Generalmusikdirektor der Stadt nicht zu verlängern, dauert das Warten auf eine Stellungnahme des Noch-Philharmoniker-Chefs an. Der weilt auf dem Grünen Hügel Bayreuths und probt. Unterdessen betonte Kulturreferent Hans-Georg Küppers der Süddeutschen Zeitung gegenüber, die Entscheidung sei endgültig. Wolf Loeckle kommentiert:

Das Akkordeon bleibt der Mittelpunkt: Richard Galliano bei „Jazz an der Donau“ in Straubing

22.07.09 (jmk) -
Glanz und Elend der All-Star-Besetzungen lagen bei Richard Gallianos „Jazz an der Donau“-Auftritt wieder einmal nah beieinander. Der Altmeister des Akkordeons hatte mit Gonzalo Rubalcaba am Piano, Richard Bona am Bass und Clarence Penn zwar eine Besetzung zum Zungeschnalzen dabei, die das Publikum zu Beifallsstürmen hinriss. Dennoch war das Gefühl einer verpassten Chance zu spüren.

Gipsymusik-Schule in Freiburg - Nachfahren von Gipsy-Jazz-Legenden unterrichten

Freiburg - Durch das offene Fenster des Freiburger Nachbarschaftswerks Weingarten dringt Violinmusik auf die Straße. Mitten im Übungsraum des Sozial- und Jugendzentrums steht die zehnjährige Celine und konzentriert sich auf die Führung des Geigenbogens. Mit einem kurzen Blick zu Musiklehrer Ismael Reinhardt vergewissert sie sich ihrer Spielweise. Der Gipsymusik-Virtuose nickt.

Hochgesteckte Ziele: Neues Musiktheater beim Festival „Der Sommer in Stuttgart 09“

21.07.09 (Verena Großkreutz) -
Im Gegensatz zur Oper ist das aktuelle Musiktheater oft nicht mehr auf den Gesang hin konzipiert. Den heutigen Komponisten steht es frei, wie sie das akustische Phänomen mit dem Bühnengeschehen, das wiederum nicht mehr zwingend „Theater“ sein muss, verbinden. In dieser Hinsicht befanden sich die drei Musiktheater-Produktionen, die das Festival für zeitgenössische Musik „Der Sommer in Stuttgart“ vom 16. bis 19. Juli als Schwerpunkt präsentierte, durchaus noch im traditionellen Rahmen, zeigten zum Teil aber auch Mut zum Experiment.

«Aida» als Baustelle im Wasser - Bregenzer Festspiele 2009 beginnen mit Verdi-Oper

21.07.09 (Georg Etscheit - ddp) -
Bregenz - Auf der Plattform im Bodensee stehen zwei riesige, blau gestrichene und mit goldenen Sternen übersäte Füße, die nur bis knapp oberhalb des Knöchels reichen. Aus den Stümpfen ragen Stahlträger heraus; neben den Füßen im Wasser erhebt sich ein Armstumpf, der eine Fackel trägt. Hoch über allem schweben die Ausleger zweier im See verankerter Baukräne. Der provisorische Eindruck ist Programm. Das Bühnenbild für die Neuinszenierung von Giuseppe Verdis monumentaler Oper «Aida», mit der am Mittwoch (22. Juni) die Bregenzer Festspiele beginnen, soll während der Aufführung immer wieder neu entstehen: ein echtes «work in progress».

Für verträumte Rocker, 70er-Jahre-Fans und Barhocker: Pop-Platten im Schnelldurchlauf

20.07.09 (Sven Ferchow) -
Das Gegenteil von Song für Song ist der Schnelldurchlauf. Nach der ausführlichen Würdigung des jüngsten Wilco-Albums nun also wieder die flotte Tour. Sechs Pop-Alben von den „Idle Hands“ bis „Mara & David“. Für die erste Erkenntnis, zur schnellen Information und zur Einordnung mit Sternchen: von einem Stern *: apathisch, bis zu fünf Sternen *****: beispiellos!

Von Weill zu Händel - Clemens Birnbaum wird Direktor der Stiftung Händel-Haus Halle

Mit einem simplen Satz erklärt Clemens Birnbaum seine Liebe zur Alten Musik: «Das 18. Jahrhundert ist mir ästhetisch näher als andere Jahrhunderte», sagte er der Nachrichtenagentur ddp. Jetzt ist der Musikwissenschaftler und Philologe zur Barockmusik zurückgekehrt. Birnbaum wird zum 1. August neuer Direktor der Stiftung Händel-Haus in Halle. Zuvor hatte er acht Jahre lang das Dessauer Kurt-Weill-Fest geleitet und war dessen Intendant.

Mit Klängen wandern: der „KlangWeg“ im schweizerischen Toggenburg

20.07.09 (Katrin Rohlfs) -
Klangobjekte pflastern ihren Weg: Im schweizerischen Toggenburg hat der Verein „KlangWelt“ eine Spaziertour musikalisch gestaltet. Baumstämme, Kuhglocken, Steine, Trommeln – Klänge mit und aus der Natur nehmen den Wanderer mit auf eine sinnliche Reise. Katrin Rohlfs hat den „KlangWeg“ beschritten.

„Dann verwandle ich mich in einen Klarinettisten“: Richard Galliano im Interview

16.07.09 (Claus Lochbihler) -
Er hat das Akkordeon zum modernen Jazzinstrument gemacht und mit der „New Musette“ seinen eigenen Stil etabliert: Der französische Akkordeonist Richard Galliano (geb. 1950), der am 18. Juli mit Gonzalo Rubalcaba (Klavier), Richard Bona (Bass) und Clarence Penn (Drums) bei „Jazz an der Donau“ in Straubing auftritt. Im Interview erzählt er, wie ihn sein Freund Astor Piazzolla beeinflusst hat, was den Reiz des Akkordeons als Jazzinstrument ausmacht und warum er demnächst ein Album mit Musik von J. S. Bach aufnimmt.

Hellerau leuchtet – aber wie klingt das? Dieter Jaenicke, Chef des Europäischen Zentrums der Künste Dresden, im Gespräch

16.07.09 (Michael Ernst) -
Die ersten 100 Tage im neuen Amt sind längst passé, seitdem gab es eine Namensänderung, diverse Bildwechsel, doch weder Aufschrei noch Skandal. Dieter Jaenicke hat Udo Zimmermann zu Jahresbeginn als Chef im Festspielhaus Hellerau abgelöst. Weht nun ein neuer Wind vor den Toren von Dresden?

Sehnsucht nach dem Meer: Neues von Wenzel

15.07.09 (Ursula Gaisa) -
Der bekennende Workaholic Wenzel produziert mit einer Geschwindigkeit neue Alben, dass man fast seekrank werden könnte. Nach „Masken“ mit Liedtexten des Lyrikers Christoph Hein (erschienen im April 2009) gibt es rechtzeitig zur Sommer- und Urlaubszeit die Single „Ahoi! Ahoi!“ mit dem sehnsüchtigen Titelstück, dem witzigen Antiliebeslied „Arschgeweih“, und weil es eben eine Single von Wenzel ist, - gibt es noch einen Bonus-Track zu einem Text von Henriette Haill: das melancholische „Was kümmert mich im Grunde“. Das Ganze ist eine Vorveröffentlichung der CD „König von Honolulu“ – Schnulzen, Shantys, schräge Lieder.
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