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Alle Artikel kategorisiert unter »Lothar Zagrosek«

„Wir Dirigenten stehen alle im Wind“

21.11.19 (Rainer Nonnenmann) -
Dirigenten sind sensible Musiker, umsichtige Impulsgeber und Vermittler. Je nach Temperament aber auch diktatorische Chefs, magische Dompteure oder nüchterne Taktelle. Gleich zwölf junge Dirigenten traten Mitte Oktober beim Deutschen Dirigentenpreis an. Nach 2017 wurde der Wettbewerb zum zweiten Mal vom Deutschen Musikrat mit Kölner Partnern veranstaltet. Die finale Runde mit lediglich drei Dirigenten verlangte eine Auswahl an klassischem, romantischem und modernem Opern- und Konzertrepertoire. Auf dem Programm standen Werke von Mozart, Beethoven, Schumann, Brahms, Verdi, Puccini, Offenbach, Strauss, Ravel, Strawinsky und Berg.

Ausnahmeopern bei den Tiroler Festspielen Erl – „Guillaume Tell“ und „Die Vögel“

22.07.19 (Roland H. Dippel) -
Nach der Direktion von Gustav Kuhn und vor dem Start des Frankfurter Opernintendanten Bernd Loebe zeigt Andreas Leisner, wie sich die mit den Blöcken Sommer, Erntedank, Winter fast über das ganze Jahr dehnenden Tiroler Festspiele Erl zwischen München, Salzburg und Innsbruck durch ein individuelles Konzept profilieren könnten. Die anspruchsvollen Werke „Guillaume Tell“ und „Die Vögel“ hatten im Festspielhaus Erl beeindruckendes Format. Ein Bericht von Roland H. Dippel

Tiroler Festspiele Erl: Abgang von Kuhn öffnet „neue Perspektiven“

15.12.18 (dpa) -
Die Tiroler Festspiele zeigen sich nach dem Abgang ihres Gründers und Intendanten Gustav Kuhn wegen Vorwürfen sexueller Belästigung im nächsten Sommer mit neuen Akzenten. Die Veränderung habe auch „neue Perspektiven und Blickwinkel eröffnet“, sagte Festivalpräsident Hans Peter Haselsteiner am Freitag.

Die Macht des Dirigenten ist auch nur ein Mandat

13.06.17 (Achim Heidenreich) -
Seit über zehn Jahren gibt es das „Kritische Orchester“ und seine „Werkstatt für interaktives Dirigieren“ in Berlin, seit diesem Jahr in Trägerschaft des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats. Lothar Strauß, erster Konzertmeister des Orchesters der Berliner Staatsoper, ist der Künstlerische Leiter, Lothar Zagrosek, Vorsitzender des Künstlerischen Beirats des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats, ist der Künstlerische Mentor (Dirigat) des „Kritischen Orches­ters“. Am 19. Juni findet in Berlin das Finale dieser „Werkstatt für interaktives Dirigieren“ statt. Achim Heidenreich traf Lothar Zagrosk in Frankfurt, wo er an der Oper drei Einakter von Ernst Krenek musikalisch einstudierte und leitete.

„Auf Wiederseh’n!“ – Kreneks Einakter-Trilogie in Frankfurt zyklisch überformt

09.05.17 (Michael Kube) -
Wohl jeder, der sich einmal mit der Musik der 1920er Jahre intensiver beschäftigt hat, wird Kreneks „Jonny spielt auf“ (1926) kennen – jene mitreißende Jazz-Oper, deren Titelheld kaum ein Jahrzehnt später in wilder Verzerrung auf das Plakat einer vermeintlich „entarteten Musik“ gelangte. Was da auf die Weimarer Republik zukommen sollte, scheint Krenek, wohl immer am Puls der Zeit, bereits geahnt zu haben. So jedenfalls lässt sich seine Einakter-Trilogie von 1926/27 deuten – und so wurde sie auch in der Oper Frankfurt in einer neuen, zyklischen Inszenierung auf die Bühne gebracht.

Machtmissbrauch und bunter Kinderbilderbogen – Kölner Erstaufführung von Walter Braunfels’ „Jeanne d'Arc“

16.02.16 (Peter P. Pachl) -
In der Messehalle Staatenhaus, wo sich die Oper derzeit interimistisch eingerichtet hat, erfolgte die späte Kölner Erstaufführung jenes Komponisten, der hier kurz vor der Machtergreifung der Nazis und im Nachkriegsdeutschland die Hochschule für Musik geleitet hat. Der von Hitler geschätzte, für eine NS-Hymne vorgesehene jüdische Walter Braunfels (1882-1954) überlebte bei Überlingen am Bodensee den Terror in der inneren Emigration. Hier komponierte er seine letzte Oper „Jeanne d’Arc – Szenen aus dem Leben der heiligen Johanna“. Ohne Aussicht darauf, sie irgendwann noch hören oder auf der Bühne erleben zu können, versuchte der Komponist mit seinem mystisch-katholischen Bekenntniswerk Wagners „Parsifal“ zu überbieten.

Das war ein Stück Arbeit vom Feinsten –Holland Festival eröffnet mit Alban Bergs „Lulu“

04.06.15 (Frieder Reininghaus) -
Zu den großen Werken des Musiktheaters im 20. Jahrhundert, die unvollendet blieben, gehört „Lulu“. Alban Berg arbeitete an seiner zweiten Oper von 1928 an; er starb 1935 während der Skizzen zum dritten Akt. Der Torso wurde im Jahr nach Bergs Tod in Zürich uraufgeführt – im austrofaschistischen Wien war nicht daran zu denken. Friedrich Cerha komplettierte und instrumentierte den 3. Akt, der sich nicht nur geographisch aus Wien nach Paris und London bewegt, sondern bis zu einem gewissen Grad auch stilistisch neue Bahnen einschlägt (die 3aktige Fassung wurde 1979 im Pariser Palais Garnier aus der Taufe gehoben).

Facetten der Sehnsucht – Notizen zum Lübecker Brahms-Festival im Mai 2014

Das Motto beim Brahms Festival an der Musikhochschule Lübeck (MHL) 2014 war ein zentrales Sujet der Romantik: Sehnsucht als seelische condition humaine in der Spannweite musikalischer Kommunikation. Jedoch war das Programm nicht nur auf den Namenspatron oder diese Epoche bezogen, sondern erstreckte sich über die Historie hinaus bis zu zeitgenössischen Kompositionen.

Personalia 2012/11

31.10.12 ((nmz-red)) -
Lothar Zagrosek zum siebzigsten Geburtstag +++ Biennale-Doppelspitze ab 2016: Daniel Ott und Manos Tsangaris +++ Zum Tod des Pianisten und Hochschullehrers Günther Herzfeld +++ Patrick Hahn wird Reinhard-Schulz-Preisträger für Musikpublizistik

Lautlose Knallkörper in musikalisch klirrender Kälte: Helmut Lachenmanns „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ an der Deutschen Oper Berlin

16.09.12 (Peter P. Pachl) -
Mit einem der radikalsten Werke der Operngeschichte, „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“, eröffnete Dietmar Schwarz, der neue Intendant der Deutschen Oper Berlin, programmatisch seine erste Spielzeit. Lothar Zagrosek, der 1997 bereits die Uraufführung dieser herausragenden Partitur des ausgehenden 20. Jahrhunderts in Hamburg geleitet und das Werk dann auch in Stuttgart einstudiert hatte, versetzte das von Instrumentalisten und Vokalisten umringte Publikum bereits mit den ersten tonlosen Streichern und klirrenden Luftgeräuschen in atemlose Spannung, die sich nach knapp zwei Stunden, angefüllt mit ungewöhnlichen Klangspektren, in Ovationen für den anwesenden Komponisten entlud.
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