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Keine Streitkultur in der Kulturstadt? Initiative Konzerthaus Dresden fordert Signalbau am Elbufer

30.01.09 (Michael Ernst) -
Ein Musikliebhaber, der vor Jahren nach Dresden kam, wurde gefragt, ob er nun regelmäßig die Philharmoniekonzerte im Kulturpalast besuchen werde. Er winkte ab und verwies auf die miese Akustik. Dann gehe er wohl zur Staatskapelle in die Semperoper? Nein, auch nicht. Keine Konzertakustik im Opernhaus. Tja, könne er denn irgendwas Gutes an Dresden finden?! Ja, natürlich, in einer guten Stunde sei man im Gewandhaus zu Leipzig.

Sinn-Suche: Peter Maffay erfüllt sich mit Philharmonien-Tour einen Wunsch

30.01.09 (Agentur ddp) -
Peter Maffay hat sich mit seiner am Donnerstag in München gestarteten Tournee durch Philharmonien und Konzerthäuser einen Wunsch erfüllt. Er sei mit seiner Band direkt «aus den kleinen Clubs in die großen Hallen» gekommen. Bislang hätten sie sich nie getraut, «so eine Tour aufzusetzen», sagte Maffay der Nachrichtenagentur ddp.

Bald Streik? Deutsche Orchestervereinigung droht mit Ausstieg aus Flächentarifvertrag

30.01.09 (nmz-ddp) -
Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) und dem Deutschen Bühnenverein (DBV) droht die Gewerkschaft jetzt mit einem Ausstieg aus dem Flächentarifvertrag. Entweder gebe es eine Tarifeinigung noch im ersten Halbjahr 2009 oder es werde zu weiteren Arbeitskämpfen und Einzeltarifverträgen der DOV ohne den Bühnenverein direkt mit den Rechtsträgern kommen, sagte DOV-Geschäftsführer Gerald Mertens am Freitag in Berlin.

Musik aus dem Morgenland: das Arabisch-Jüdische Jugendorchester Israel

30.01.09 (nmz-red/Regensburg) -
Krieg in Gaza. Täglich neue Schreckensnachrichten aus Nahost. Große politische Veränderung kann Musik da wohl kaum bewirken. Oder doch? Das Arabisch-Jüdische Jugendorchester Israel ist ein gelebtes Beispiel, das Anlass zur Hoffnung gibt. Gemeinsam spielen die jungen Musiker neu arrangierte Volksweisen aus beiden Kulturkreisen bis hin zu abendländischer Klassik. Die Jeunesses Musicales Deutschland hat das Ausnahmeorchester ins Land geholt. nmzMedia war in Berlin dabei.

Felix hinter Glas – die große Mendelssohn-Ausstellung in der Berliner Staatsbibliothek

29.01.09 (Albrecht Dümling) -
Neben Oxford, Washington und New York gehört die Staatsbibliothek zu Berlin zu den wichtigsten Sammelstätten für Musikautographe und andere Lebenszeugnisse von Felix Mendelssohn Bartholdy. Immerhin ist der große Komponist und Dirigent in Berlin aufgewachsen, hier wurde er auch begraben. Seine Erben stifteten im Jahr 1878 der Vorgängerinstitution der heutigen Staatsbibliothek den gesamten musikalischen Nachlass des Komponisten, soweit er noch in Familienbesitz war.

Der Kult der schwarzen Scheiben – Europas letztes Schallplattenpresswerk

29.01.09 (Thomas Wübker - ddp) -
Diepholz (ddp). Es pfeift, zischt, rattert und quietscht – lauter als in einer Diskothek. Bei Pallas im niedersächsischen Diepholz, einem der letzten verbliebenen Schallplattenpresswerke Europas, wird teilweise noch auf fast 50 Jahre alten Maschinen produziert. Hier kann man «eine Zeitreise erleben», ruft Frank Dietzmann, technischer Betriebsleiter bei Pallas in den Höllenlärm, bei dem Tag für Tag 10 000 kleine und große Schallplatten produziert werden.

Von Mendelssohn bis Miller – Musikfeatures des Bayerischen Rundfunks im Februar

29.01.09 (nmz-red/Regensburg) -
Nicht nur dem Geburtstagskind Mendelssohn widmet der Bayerische Rundfunk im Februar ein ausführliches Feature: Auch mit dem Blick der Neurophysiologie auf die Musik, mit ungewöhnlichen Musikinstrumenten oder mit der Mäzenin Winnaretta Singer-Polignac beschäftigen sich Bayern 2 Radio und Bayern 4 Klassik im kommenden Monat.

Operette sich wer kann! Robert Lehmeier ruiniert in Mainz die „Fledermaus“

29.01.09 (Andreas Hauff) -
Die „Fledermaus“ gilt eigentlich als unverwüstlich. Charme und Witz von Johann Strauß’ beliebtester Operette, meint man, sind nicht kaputtzukriegen. Doch Robert Lehmeier, bekannt geworden durch die Berliner Inszenierungen „Angela - eine Nationaloper“ und die schwule Version von Mozarts „Cosi fan tutte“, gelingt es am Staatstheater Mainz tatsächlich, das Stück gegen die Wand zu fahren.

Kleine Presseschau – Von Stradivaris, einem kriselndem Musik-Kita in Berlin und musizierenden Kugeln

28.01.09 (Martin Hufner) -
Es ist ja nicht immer möglich, selbst allen Dingen so nachzugehen, wie man es sich wünscht. Doch die Presselandschaft und die wissenschaftlichen Zeitschriften finden genug Gegenstände, die die Entwicklung des Kulturlebens oder der Forschung nachzeichnen. So verweisen wir in dieser kleinen Presseschau auf eine Krise in Barenboims Musik-Kita in Berlin (Berliner Zeitung), mögliche Gründe für den „guten Klang“ alter Geigen (PLoS ONE) und ein neues Musikinstrument, über das der Deutschlandfunk berichtet hat.

Vielseitiger Latin-Jazz: das Bruno Böhmer Camacho Trio beim BMW Welt Jazz Award

28.01.09 (Klaus von Seckendorff) -
Als der kubanische Pianist Gonzalo Rubalcaba in den späten 80er Jahren als ein vor Einfällen strotzender Virtuose auch in Deutschland Furore machte, war er Mitte 20 und pflegte in jeden Song mehr Ideen zu packen, als andere Musiker in ein ganzes Konzert. Das machte staunen, tat aber auf Dauer nicht gut und führte bei ihm keine zehn Jahre später zu einem Wechsel ins entgegen gesetzte Extrem einer geradezu altersweisen Reduktion.

Fritz Busch: MIDEM- Classical Award für MDR-Figaro - und eine nmzMedia-Dokumentation

26.01.09 (nmz-thg) -
1933 wurde Fritz Busch, Generalmusikdirektor der Staatskapelle Dresden, von der SA während eines Konzerts vom Pult vertrieben. Die CD/DVD-Box der Reihe „Staatskapelle Dresden Vol.30“ erhielt den MIDEM Classical Award“. nmzMedia steuerte Filmmaterial bei. In Dresdens Semperoper fand eine Diskussion zum Thema „Macht und Musik“ statt. Gäste: Gerd Uecker, Intandant, Michael Ernst, Autor, Journalist und Maler, Isabel Mundry, Komponistin und Jürgen Schaarwächter, „Brüder Busch Archiv“. Theo Geißer, nmz, moderierte.

Triumph für Anja Silja – Tschaikowsys „Pique Dame“ an der Komischen Oper Berlin

26.01.09 (Peter P. Pachl) -
Streben nach dem höchsten Gewinn, zeichnet Hermann, die männliche Spieler-Hauptfigur in Pjotr Tschaikowskis 1890 in St. Petersburg uraufgeführter Oper „Pique Dame“ aus. Hermann nimmt die Fama einer Gräfin, die in ihrer Jugend als „Venus von Moskau“ in Paris für Furore gesorgt hatte, und die einem späten Liebhaber das Geheimnis eines todsicheren Tipps fürs Karten-Glücksspiel verraten könne, für bare Münze. Mit Hilfe ihrer Enkelin Lisa schleicht er sich bei ihr ein und bedroht sie mit der Pistole: Die Gräfin stirbt, aber ihr Astralleib verrät Hermann die Sieg-bringenden Karten.

Der Finanzkrisensong - Wenn Aktienkurse und Arbeitslosen-Quoten Musik werden

26.01.09 (Martin Hufner) -
Jede Zeit hat ihre Musik. Fast ist man geneigt, den Komponisten Johannes Kreidler als composer in webpresence der nmz zu adoptieren. Nach seinem Sampling-Stück Product Placement und seinem Stück Call Wolfgang geht es in seinem neuesten Werk um die Finanzkrise: Chart Music. Er nennt es selbst Der Billion-Dollar-Song zur Finanzkrise, ein vorfinanzierter Hörsturz.

„Der Künstler ist ein Doktor für die Seele“ – Giora Feidman im Gespräch

26.01.09 (Michael Ernst) -
Klarinette und Orgel, der 1936 in Argentinien geborene Jude Giora Feidman und Leipzigs einstiger Gewandhausorganist Matthias Eisenberg sind derzeit auf Konzertreise – Gegensätze, die unzusammenhängend scheinen, aber nicht unvereinbar sind. Musik baut Brücken, öffnet Tore und Welten, ist sich der Klezmer-Experte gewiss. Im Gespräch mit Michael Ernst erläutert er, dass endlich auch die Gegensätze zwischen Israelis und Palästinensern überwunden werden müssten.

Kanonisch aufs Eis – Kurt Weills Wintermärchen „Der Silbersee“ in Augsburg

25.01.09 (Peter P. Pachl) -
Im Gegensatz zu Bertolt Brecht aber in Koinzidenz mit Richard Wagner, strebte der Expressionist Georg Kaiser (1878–1945) die „Erneuerung des Menschen“ an. Der im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts meistgespielte Gegenwartsautor ist auch der Verfasser der Originallibretti zu Kurt Weills Einaktern „Der Protagonist“ (1924) und „Der Zar lässt sich photographieren“ (1927). Beider gemeinsames, dreiaktiges Bühnenwerk „Der Silbersee“ verlangt Sänger, Schauspieler, Chor und großes Orchester.

Michael Kokott leitet Deutschlands wohl erfolgreichsten Jugendchor

24.01.09 () -
Köln (ddp-nrw). Martin Kokott ist ein Chorleiter aus Leidenschaft. Wenn der 48-jährige Kölner in die Klaviertasten greift und Bass, Sopran und Tenor dirigiert, dann ist er in seinem Element. Jeder Takt wird wieder und wieder geprobt, bis auch der letzte Ton sitzt. Dass sich soviel Engagement bezahlt macht, zeigt sein Jugendchor St. Stephan. In diesem Jahr feiert der Kölner Chor sein 25-jähriges Jubiläum.

Regionalausscheide „Jugend musiziert“ beginnen - Premiere für Popmusik

24.01.09 (Hendrik Lasch - ddp) -
Bundesweit finden im Januar regionale Ausscheide für den Wettbewerb „Jugend musiziert“ statt, der 2009 schon zum 46. Mal ausgerichtet wird. Erstmals können dieses Mal auch junge Popmusiker teilnehmen. Auf diese Weise soll ein noch stärkerer Anreiz für Jugendliche geschaffen werden, ein Instrument zu erlernen.

Dirigent Christian Thielemann mag kein Regietheater

23.01.09 (Georg Etscheit - ddp) -
München/Baden-Baden (ddp-bay). Der Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, Christian Thielemann, hält wenig vom modernen Regietheater. «Heute wird alles immer noch drastischer», sagte Thielemann in München im ddp-Interview. «Und wenn Sie da nicht mitmachen, gelten Sie gleich als reaktionär.» Er selbst wolle sich dadurch die Lust an der Oper nicht verderben lassen. «Ich kann es nicht leiden, wenn eine Inszenierung die Musik überlagert. Das ist, wie wenn im Restaurant jemand neben mir raucht. Da vergeht mir der Appetit.»

Tiroler Festspiele Erl 2009: Von Wassermusik bis Gipfelkonzert

23.01.09 () -
Innsbruck/München (ddp-bay). Zwei Opernneuinszenierungen im Erler Passionsspielhaus, eine Wassermusik auf dem Inn und ein Gipfelkonzert sind die Höhepunkte der Tiroler Festspiele Erl im Sommer 2009. Wie Festspielintendant Gustav Kuhn am Freitag in Innsbruck mitteilte, wird die erfolgreiche Erler Reihe von Opern Richard Wagners mit einer Neuinszenierung der «Meistersinger von Nürnberg» fortgesetzt. Kuhn selbst zeichnet für Regie und musikalische Leitung verantwortlich.

Den Frieden komponieren? Ein wissenschaftlich-praktisches Symposium in Bremen

22.01.09 (Ute Schalz-Laurenze) -
Seit es Kunst gibt, seit es Musik gibt, gibt es auch die Kommentierung des Tagesgeschehens, der Politik. Sei es in Trauer- und Jubelritualen als Auftragswerke in früheren Jahrhunderten, sei es als persönlicher Kommentar der Künstler ab dem 19. Jahrhundert. Wie eine Musik des Friedens klingen kann, ob und wie sie existent sein könnte ohne eindeutige textliche Grundlage, ob und wie sie wirken kann, das wurde drei Tage an der Hochschule für Künste erörtert: in sieben Vorträgen und drei Konzerten.

Offen für Neue Musik - Die Salzburger Mozartwoche setzt auf neue Hörerfahrungen

21.01.09 (Agentur ddp) -
Salzburg (ddp). Die traditionsreiche Salzburger Mozartwoche will mit mutigen Programmen neue Publikumskreise ansprechen. «Wir haben uns seit 2007 viel stärker als bisher der neuen Musik geöffnet», sagte der künstlerische Leiter der Internationalen Stiftung Mozarteum, Stephan Pauly, in einem ddp-Gespräch zum Start der Mozartwoche 2009 am Freitag (23. Januar). Zwar seien manche Stammgäste verschreckt worden. «Überwogen hat allerdings die Gruppe, die sich gerne auf die neuen, spannenden Hörerfahrungen eingelassen hat.»

Bildungspolitik ohne Musik? taktlos #129 jetzt auf nmzMedia

21.01.09 (nmz-red/Regensburg) -
Beim Dresdener Bildungs-Gipfel spielte Kultur keine Rolle. Nur MINT-Fächer waren gefragt. Geht das: Bildung ohne Musik? Was sagt der frischgebackene bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle zu solcher Schmälerung ihrer Bedeutung? Wie findet solche Wert-Unschätzung ein Bildungs-Experte wie Reinhart von Gutzeit, Rektor des Salzburger Mozarteums?

Kurzweil, Information und Uraufführung – 1. Dresdner Chorwerkstatt für Neue Musik

21.01.09 (Michael Ernst) -
Der Ansatz ließ aufhorchen: Zur 1. Dresdner Chorwerkstatt für Neue Musik war geladen, da hätten künftige Wege, neue Denkansätze, unbekannte Gedanken gar erwartet werden können. Doch die intellektuelle Ausbeute beschwor erst einmal das Vergangene. Kein Wunder: Chormusik und deren Pflege resultiert nun mal zuvörderst aus dem 19. Jahrhundert, die damaligen Singebewegungen schufen die Grundlagen für heutigen Gruppengesang. Da ist es egal, ob Kammerkonzert oder Massenchöre gemeint sind.

Politische Bekenntnisse eines Unpolitischen – Pfitzners „Palestrina“ in München

20.01.09 (Christian Kröber) -
Auf den Menschen Hans Pfitzner und seine kruden politischen Äußerungen angesprochen, erwiderte Simone Young, die Dirigentin des Münchner Palestrina vielsagend: „Sagen wir es mal so: Seine Musik ist deutlich besser als seine schriftlichen Werke.“ Dies und die Tatsache, dass die „Musikalische Legende“ Palestrina im Juni des Jahres 1917 im Münchner Prinzregententheater ihre Uraufführung erlebte, sichert dem Stück eine ganz besondere Aufmerksamkeit in der Bayerischen Landesmetropole.

Ultraschall-Festival thematisiert musikalisches Erbe der DDR

20.01.09 (Margarete Zander) -
Zehn Jahre "Ultraschall - Das Festival für neue Musik", veranstaltet von Deutschlandradio Kultur und dem kulturradio vom rbb. Der Jubiläumsjahrgang stellt vor allem die deutsche Avantgarde-Szene in den Mittelpunkt. 20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer gilt die Aufmerksamkeit dabei nicht zuletzt dem musikalischen Erbe der DDR.
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