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Alle Artikel kategorisiert unter »Ästhetik«

Wie gegenwärtig kann Oper sein ?

01.06.22 (Juan Martin Koch) -
Die diesjährige Münchener Biennale für neues Musiktheater überraschte mit mehreren Produktionen, in denen aktuelle politisch-gesellschaftliche Themen aufgegriffen wurden. Konnte das gut gehen? Und was ist daran eigentlich so überraschend? Ein kleiner Blick zurück und einer zur Seite mag bei der Einordnung hilfreich sein.

Popkultur goes Opera

28.04.22 (Stefan Drees) -
„Who’s Afraid of Pop Culture?“ Zumindest nicht die Mitglieder des Opera Lab Berlin, denn sie beantworten diese Frage mit fünf Musikvideos, in denen Vorlagen aus der jüngeren Popmusikgeschichte auf kreative Weise musikalisch wie visuell neu verhandelt werden.

Eintagsfliegen, die es nicht ins Repertoire schaffen

01.12.21 (Bernd Feuchtner) -
14,3 Millionen Menschen ab sechs Jahre in Deutschland machen als Amateure Musik und 5,4 Millionen singen in Chö­ren mit: Das Musikinformationszentrum (MIZ) des Deutschen Musikrates hat ein Plakat herausgebracht, auf dem man solche und andere schöne Daten zum Musikmachen finden kann, wunderbar! Ein anderes MIZ-Plakat feiert die Vielfalt der Opern-Programme in Deutschland: 860 Opern von 457 Komponist*innen wurden in den letzten fünf Spielzeiten vor Corona in den 80 Opernhäusern gespielt. Da müssen wir uns um den Neustart Kultur in der kommenden Spielzeit ja keine Sorgen machen. Wenn wir uns die Spielzeit-Ankündigungen ansehen, geht alles so weiter wie bisher.

Genozidales Potenzial?

29.06.21 (Rainer Nonnenmann) -
Alles Neue übt Kritik an Bestehendem. Auch in neuer Musik manifestiert sich kritischer Geist, jedoch meist nicht eindeutig und direkt greifbar, sondern auf unterschiedliche Weise, auf verschiedenen Ebenen, in mehrere Richtungen, thematisch unbestimmt, strukturell variabel, vielgestaltig, assoziativ, auratisch, schillernd, vage, traum- und rätselhaft. Der Innovationsdrang der westlichen Moderne führt folglich – könnte man denken – zu wachsender Ausdifferenzierung, Pluralität und Uneindeutigkeit. Die Kunsthistoriker Christian Saehrendt und Steen T. Kittl schreiben daher in ihrem Buch „Ist das Kunst oder kann das weg?“ (2016) der Kunst insgesamt die Fähigkeit zu, eben das auszubilden, „was die Psychologen ,Ambiguitätstoleranz“ nennen – die Fähigkeit, Mehrdeutigkeiten, unlösbare Widersprüche und Ungewissheiten auszuhalten, nicht nur bei anderen, sondern auch bei sich selbst.“ Das klingt vielversprechend. Doch stimmt es auch? Wird die helfende Kraft von Kunst, „eine differenziertere Gefühlskultur zu entwickeln“, womöglich idealisiert?

Mehr Kultur-Futurismus wagen

21.04.21 (Martin Hufner) -
Es ist ziemlich genau 100 Jahre her, als Bruno Jasienski am 21. April 1921 seinen Aufruf „An das polnische Volk. Manifest in Sachen der sofortigen Futurisierung des Leben“ veröffentlicht hat. Da lag Europa gerade zu Boden, die Folgen des Ersten Weltkriegs und der Ausbreitung der Spanischen Grippe haben auch die Kulturlandschaft zerfurcht. Aufbruch, Restauration und neue Dekadenz starteten zeitgleich. Jasienski stellte nüchtern fest: „Eine Kunst, die in Konzertsälen, Ausstellungen, Kunstpalästen usw., die für einige hundert oder sogar einige tausend Menschen geschaffen worden sind, beherbergt ist, stellt ein lächerliches, anämisches Kuriosum dar, denn sie erreicht nur 1/1.000.000.000 aller Menschen.“ Daran hat sich bis heute nicht viel geändert, aber doch einiges

I can’t dance

19.03.21 (Gordon Kampe) -
Welt, sei tapfer! Die Nachricht ist bitter: Ich tanze kein Ballett. Ich würde es gern, denn mein Körper ist ne Wucht und meine Mooves sind der Hammer. Aber ich ahne: Profis können das besser. Da ich das einsehe, fühle ich mich meiner demokratischen Grundrechte nicht beraubt und werde die vier kleinen Schwäne nur im Wohnzimmer aufführen. (Komponieren kann ich auch nicht und mach’s trotzdem, schon klar.)

Kunst und Kultur – ein Sonderfall ?

31.12.20 (Moritz Eggert) -
In diesen verrückten Zeiten, die in einem bisher nicht gekannten Maße von Verschwörungsglauben und Hys­terie geprägt sind, muss man sich ab und zu mal kneifen und wie ein Mantra wiederholen: Erstens: Es ist nicht die erste Pandemie in der Weltgeschichte, und zweitens: Es ist nicht das erste Mal, dass man Quarantänen wie die jetzigen benutzt, um diese einzudämmen.

Arbeit

08.12.20 (Gordon Kampe) -
Da stand es, schwarz auf weiß, und es war klar, dass es mich irgendwann treffen würde: „Arbeit“! Mein schönes, neues Stück wurde lapidar „Arbeit“ genannt! Dabei hatte ich mir so viel Mühe gegeben, dass es nicht nach Arbeit klingen möge. Bitter.

Schwindendes Medium eines Klanges

11.09.20 (Dieter David Scholz) -
Schon der Musikkritikerpapst der Wagnerzeit, Eduard Hanslick, sprach von „specifischen Wagner-Sängern“, deren Vorzüge „der declamatorische Vortrag und die eminent dramatische Darstellung“ zu sein hätten. Genau­eres sagte er allerdings nicht. Wagner schwebte eine Anpassung der traditionellen Gesangstechnik an die Ansprüche seiner Musikdramen vor. Wie auch immer die zu bewerkstelligen sei. Jedenfalls entsprachen die meis­ten Sänger seiner Zeit nicht seinen Vorstellungen. Selbst seine Bayreuther „Ring“-Sänger stünden sängerisch auf „zu hohen Kothurnen“.

Kunst oder Haltung?

30.06.20 (Rainer Nonnenmann) -
Wie manche Politikerinnen und Politiker – linke, rechte, liberale, gemäßigte oder extreme – fordern auch immer mehr Künstlerinnen und Künstler von sich und anderen, man müsse „Haltung zeigen!“. Entscheidend sei weniger, was und wie man etwas tut, sondern welche Haltung man dabei an den Tag legt. Was das freilich sein soll, wofür oder wogegen, bleibt indes meist unklar bis schwammig.
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