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Alle Artikel kategorisiert unter »Ästhetik«

Kunst oder Haltung?

30.06.20 (Rainer Nonnenmann) -
Wie manche Politikerinnen und Politiker – linke, rechte, liberale, gemäßigte oder extreme – fordern auch immer mehr Künstlerinnen und Künstler von sich und anderen, man müsse „Haltung zeigen!“. Entscheidend sei weniger, was und wie man etwas tut, sondern welche Haltung man dabei an den Tag legt. Was das freilich sein soll, wofür oder wogegen, bleibt indes meist unklar bis schwammig.

Beruhigt Euch

02.01.20 (Gordon Kampe) -
Um mit den Worten eines berühmten Bochumer Philosophen zu beginnen: „Früher war nichts besser. Aber es gab Sachen, die waren früher gut!“ Zum Beispiel: das Streiten. Himmel, was wir uns gestritten haben. Nach Klassen­abenden und Konzerten, in der Kneipe oder noch beim Vibraphon-Verstauen im Keller: „Das kannste so nicht machen! Das hat doch schon … ne, das ist ein Allgemeinplatz. Uiuiui.“ Glasklar aber war: wir sitzen im gleichen Boot. Wir wurden nicht persönlich, sondern feierten einfach weiter. Manchmal vermisse ich das, auch wenn zäher Widerspruch der Eitelkeit ja nicht immer guttut.

Alle Kunst für jeden?

06.12.19 (Rainer Nonnenmann) -
Es ist richtig und wichtig, die Arbeit von Programmmachern kritisch zu befragen. Warum werden welche Ensembles, Künstlerinnen und Künstler ausgewählt? Was sind die Kriterien oder pragmatischen Entscheidungen für die Gestaltung dieses Festivals oder jenes Konzerts?

Irre Relevanz

29.06.19 (Rainer Nonnenmann) -
Um 1800 begannen Komponisten, verstärkt Auskünfte über die von ihnen komponierten Werke zu geben. Sie sprachen oder schrieben über Ideen, Techniken, Deutungen und erhoben Ansprüche. Sie hofften auf bessere Resonanz und Wirkung ihrer Arbeit bei Publikum, Mäzenen, Zeitgenossen und Nachwelt. Daran hat sich bis heute wenig geändert. Und dennoch gibt es gegenwärtig fundamentale Verwerfungen. Akteure der neuen Musik geben sich nicht länger zufrieden, ihre Arbeit zu erklären, damit diese besser gehört sowie an andere Kontexte und Lebenserfahrungen angeschlossen werden kann. Statt Hörerinnen und Hörer sich eigene Meinungen über Wert und Bedeutung des Erlebten machen zu lassen, reklamiert man immer ausdrücklicher und lauter Aufmerksamkeit, Wichtigkeit und Aktualität.

Wie Lesen unser Hören beeinflusst

30.03.19 (Jesper Klein) -
Am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik hat Michaela Kaufmann untersucht, welchen Einfluss Programmhefte auf das Hörerlebnis haben. Ein Gespräch über Framing, die Bewertung von Musik und den Prestige-Effekt.

Freies Ausloten von Wirklichkeitsbezügen

18.09.18 (Harry Lehmann) -
Die „Künstlerische Forschung“ (KF) ist ein Oxymoron, das zwei Dinge vereint, die sich in der Moderne getrennt haben: die Wissenschaft und die Kunst. Weder sind Künstler bereit, sich wissenschaftlichen Standards und Methodenzwängen unterzuordnen, noch lässt sich wissenschaftliche Reputation dadurch erlangen, dass man in den Künsten erfolgreich ist. Offensichtlich ist, dass sich die Disziplin der KF als Begleiterscheinung der fortschreitenden Akademisierung des Kunst- und Musikstudiums mit PhD-Programmen ausgebildet hat.

Der Publi-kuck-omat

31.05.18 (Gordon Kampe) -
Natürlich sitze ich beim Steuern der Elektronik während eines Konzerts dort, wo man gut hört. Neulich allerdings, da saß ich mit Mischpult und Computer zwischen Beichtstuhl und einem Seitenaltar in einer wildwuchernden Barockkirche und hatte – Grundgütiger! – das Publikum direkt vor mir, dazu noch hell beleuchtet. Das P-u-b-l-i-k-u-m!

Einblicke in Denkprozesse

17.05.18 (Mathias Nofze) -
„Enseigner librement la recherche en train de se faire“ (Forschung in ihrer Entstehung zu lehren) – das ist das Motto des in Paris ansässigen Collège de France, jener einzigartigen französischen Wissenschaftsinstitution, die sich seit 1530 natur- und geisteswissenschaftlicher Grundlagenforschung widmet. Dem Publikum sollen weniger Ergebnisse präsentiert als vielmehr Einblicke in Denkprozesse gewährt werden.

Neue Musik zwischen Euphorie und Nervosität

09.01.17 (Dirk Wieschollek) -
Das Selbstverständnis und die Bedeutung zeitgenössischer Musik stehen momentan so stark im Fokus ästhetischer Diskussion wie schon lange nicht mehr. Welche Inhalte kann sie noch transportieren? Welcher Medien und Begrifflichkeiten bedient sie sich, um unter den veränderten Wahrnehmungs- und Produktionsbedingungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts künstlerische Relevanz zu behaupten? Einer derjenigen, die den Diskurs intensiv mit vorangetrieben haben, ist der Philosoph Harry Lehmann.

Die trügerische Klarheit des Geschehens

08.03.16 (Florian Heigenhauser) -
„… das Damals wiederholt sich beständig im Jetzt …“ Dieses Satzfragment aus Thomas Manns „Zauberberg“ zum Gegenstand einer Phasenverschiebung im Rahmen einer Tape-Collage zu machen, wäre eine Pikanterie in doppeltem Sinne: Zum einen würde man akustisch recht schnell einen semantischen Tod sterben, was inhaltlich exakt den technischen und ästhetischen Kern des Procedere beschreibt.
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