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Alle Artikel kategorisiert unter »Kurt Weill«

Die höheren Künste des Recyclings – Das Festival in Aix-en-Provence 2019

08.07.19 (Frieder Reininghaus) -
Die erste Stunde gehörte einem seltenen Gast im sommerlichen Aix-en-Provence: Madame La Pluie ließ die Veranstalter und die vor den Absperrgittern wartenden zahlenden Gäste lange im Ungewissen. Doch dann wurden die Barockgeigen des Orchesters Pygmalion aus Bordeaux ausgepackt. Sie und die vielen prächtigen Kostüme, die unter kundiger Assistenz von Elisabeth de Sauverzac geschneidert worden waren, setzten sich dem Witterungs-Restrisiko aus. Gegen 23 Uhr begann eine Solostimme den zum Auditorium umgewidmeten Hof der Arvchevêché zu erfüllen. Sie intonierte, bald unterstützt vom Chor, ein mittelalterliches Graduale – als Einstimmung auf das Requiem von Wolfgang A. Mozart.

Kurt Weills „Ein Hauch von Venus“ in der Staatsoperette Dresden

27.06.19 (Roland H. Dippel) -
Weills Broadway-Erfolg funktioniert auch in der Staatsoperette Dresden. Fröhliche Farbigkeit, Revue-Ausflüge machen den Abend rund. Dabei ist Matthias Davids, Leiter der Musicalsparte in Linz, mit seiner meisterhaft geschmeidigen, definitiv kantenlosen Regie auf der richtigen Weill-Spur, meint unser Kritiker Roland H. Dippel.

unüberhörbar 2019/05

13.05.19 (Andreas Kolb) -
Joly Braga Santos: Symphonische Ouvertüren, Klavierkonzert. Goran Filipec, Klavier; Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, Ltg.: Álvaro Cassuto. Naxos +++ Quasi morendo. Johannes Brahms, Gérard Pesson, Salvatore Sciarrino. Reto Bieri and Meta4. ECM +++ Life. Busoni, Bach, Schumann, Rzewski, Liszt, Evans. Igor Levit, Klavier. Sony +++ Kurt Weill: Mahagonny. Ein Songspiel/Chansons des Quais/Kleine Dreigroschenmusik. Ensemble Modern, HK Gruber, Ltg.; Ute Gferer, Sopran; Winnie Böwe, Sopran; amarcord. Ensemble Modern Medien

Mut zur Erneuerung und Rolle rückwärts

08.05.19 (Andreas Hauff) -
„Mut zur Erneuerung“ verkündet das Motto des 27. Kurt-Weill-Festes in Dessau-Roßlau. Gemeint ist damit in erster Linie die Rückbesinnung auf den Geist der Jahre 1925 bis 1932, als das Bauhaus seinen Sitz in Dessau hatte. Dessen Erbe wird in der Stadt an der Mulde inzwischen sehr bewusst gepflegt. Als Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltungen zum 100-jährigen Bestehen des 1919 in Weimar begründeten Instituts sieht man der Eröffnung des neuen Bauhaus-Museums im September entgegen. „Mut zur Erneuerung“ lässt sich aber auch auf die Gegenwart beziehen.

Die Rückkehr des Mackie Messer

12.09.18 (Viktor Rotthaler) -
Im September kommt ein Film in die Kinos, der sich um die „Dreigroschenoper“ dreht: „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“ von Joachim Lang. In den Hauptrollen: Lars Eidinger als Bertolt Brecht und Robert Stadlober als Kurt Weill. Den Macheath verkörpert Tobias Moretti und Joachim Król gibt den Peachum. Joachim Langs Film erinnert manchmal an die beiden Lars-von-Trier-Filme „Dogville“ und „Mandalay“. Kein Wunder, denn Trier hatte sich in diesen Werken explizit auf Brechts „Verfremdungseffekt“ bezogen. Aber es soll hier nicht um den Lang-Film gehen, der gewissermaßen das „Making-of“ zeigt, sondern um die „Originale“: Erich Engels Theaterfassung der „Dreigroschenoper“ von 1928 und G. W. Pabsts Filmversion „Die Dreigroschenoper“.

Das «Ruhrepos»-Projekt - Brechts nie realisierte Industrie-Oper

11.06.18 (dpa, Fabian May) -
Recklinghausen - Vor gut 90 Jahren bestellte die Stadt Essen bei Bertolt Brecht und Kurt Weill eine Industrie-Oper. Es sollte «ein künstlerisches Dokument des rheinisch-westfälischen Industrielandes» werden, «ein Dokument menschlicher Leistung unserer Epoche»: das «Ruhrepos» von Bertolt Brecht, Kurt Weill und Carl Koch - wäre es denn jemals realisiert worden.

Mahagonny, Mond und Moral – Opéra national du Rhin mit Werken von Weill und Schönberg

28.05.18 (Michael Kube) -
Ein Abend, der viele Überraschungen mit sich brachte. So haben Arnold Schönbergs Pierrot lunaire wie auch Kurt Weills Songspiel Mahagonny (Urfassung) und die Sieben Todsünden zwar keinen ausgewiesenen Bezug zur Opernbühne, sie lassen sich auch nicht ohne weiteres thematisch aufeinander beziehen – und dennoch fügten sie sich in dieser außergewöhnlichen Straßburger Inszenierung von David Pountney zu einem Tableau zusammen.

Kurt Weills „Silbersee“ als „soziale Skulptur“ am Theater Pforzheim

19.05.18 (Andreas Hauff) -
Manchen Bühnenwerken ist ihre Entstehungszeit unmissverständlich eingeschrieben. Zu ihnen gehört „Der Silbersee“ von Kurt Weill – eine Art Semi-Opera, der der Komponist und sein Librettist Georg Kaiser in Anspielung auf Heinrich Heine den Untertitel „Ein Wintermärchen“ gaben. Handlung, Text und Musik bieten ein eigenartiges und eindringliches Zeitbild der frühen 1930er Jahre kurz vor der nationalsozialistischen Machtübernahme. Mit der Wiederbelebung des Stücks tun sich die deutschen Theater schwer. Einen bemerkenswerten neuen Versuch hat nun am Theater Pforzheim Intendant Thomas Münstermann gemacht.

Da grinst der Haifisch sich eins – Die Dreigroschenoper von Kurt Weill und Bert Brecht in Halle

20.02.18 (Joachim Lange) -
In der „Dreigroschenoper“ könnte wohl jeder Theater- bzw. Opernfreund ab einem gewissen Alter überdurchschnittlich viele Songs mitsingen. In der jüngsten Gemeinschaftsproduktion von Schauspiel und Oper in Halle wird nach der Pause aus dem „könnte“ ein „sollen“. Und es funktioniert! Das Publikum singt mit. Den Mackie-Messer- Song, was sonst. Laut und leise. Da grinst der Haifisch sich eins. Da schwappt der Drive, der vor 90 Jahren die Gemüter erhitzte über jedes Verfremdungsgebot hinweg ganz direkt ins Gemüt. Damit hatte es schon angefangen, als Harald Höbinger als Moritatensänger mit leichter Brecht-Anmutung, zu Beginn diesen Song aus einer kleinen Spieluhr zauberte und dann die ganze Truppe vor den Vorhang zitierte. Da sah und hörte man sie schon mal.

Die Durchökonomisierung des Privaten – Kurt Weills Musical „Love Life“am Theater Freiburg

02.02.18 (Andreas Hauff) -
Kurt Weills wiedergewonnene Popularität als Songkomponist steht in einem erstaunlichen Missverhältnis zur Unkenntnis seines Musiktheaterschaffens. Während das Kurt-Weill-Fest in Dessau sich an eine Wiederauflage der unverwüstlichen „Dreigroschenoper“ macht, hat die offizielle deutsche Erstaufführung von Weills Musical „Love Live“ am Theater Freiburg schon im Dezember stattgefunden – knapp 70 Jahre nach seiner Uraufführung am Broadway –, wurde aber überregional kaum gewürdigt. Dabei sind „Dreigroschenoper“ und „Love Life“ näher beieinander, als 20 Jahre Abstand und die erzwungene Emigration naheliegen.
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