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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikwissenschaft«

Sensibilität, Innigkeit und Kontemplation

07.10.18 (Dirk Klose) -
Die Person Max Reger (1873–1916) ist wegen unzähliger Anekdoten über ihren sarkastischen Witz und ihres ewigen Appetits auf Festes und Flüssiges fast bekannter als der Komponist Max Reger. Aus dem Konzertsaal kennt man seine Mozart- und Hiller-Variationen, von seinen zahlreichen Orgelwerken am ehesten „Phantasie und Fuge über B-A-C-H“. Aber wie vieles wäre zu entdecken: weitere Orchesterwerke, Lieder (mehr als Richard Strauss!) und Kammermusik, die fast alles Vergleichbare ihrer Zeit in den Schatten stellt.

Geschichtsbewusstsein oder Gegenwartsfragen?

Was wissen wir heute über das Musikleben während des „Dritten Reichs“? Das Thema könnte eines der Probleme des laufenden Antrags an die UNESCO sein, die 2020 über die Aufnahme der „Deutschen Theater- und Orchesterlandschaft“ in das Immaterielle Kulturerbe der Menschheit entscheidet. Unter dem Titel „Theater und Orchester im Nationalsozialismus – Zwischen Aufarbeitung und Verdrängung?“ luden die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) und die Hochschule für Musik und Tanz Köln zu einer Bestandsaufnahme ein.

Überragende Theaterbegabung

09.09.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Giacomo Puccini? Eine Säule weltweiter Spielpläne, dazu eine Vielzahl populärer Werkführer, speziell zu den fünf meistgespielten Opern – dafür kaum profunde Analysen in deutscher Sprache: dieses Missverhältnis moniert Herausgeber und Mitautor Richard Erkens – und behebt es mit dem neuen, gewichtigen Handbuch.

Vor der Reglementierung

09.09.18 (Andreas Wehrmeyer) -
Die Musikwissenschaft als institutionalisierte Disziplin entwickelte sich in Russland erst in den 1920er-Jahren unter den Voraussetzungen und Bedingungen des neuen Sowjetstaates. Sie zeigte sich dabei nicht in erster Linie als eine historisch-philologische Disziplin, sondern war offen für gesellschaftswissenschaftliche Fragestellungen aller Art. Letztere bestimmten als „musiksoziologisches Forschungsparadigma“ das Fach bis zirka 1930. Das rief sowohl Forschungen von beachtlichem Reflexionsniveau auf den Plan als auch eher „vulgärsoziologische“ Zugänge, die darauf aus waren, Phänomene der Musik mechanisch auf gesellschaftlich-ökonomische Verhältnisse zurückzuführen, das heißt als deren Widerspiegelung.

Der Guru der Musikethnologie

28.08.18 (Hans-Jürgen Schaal) -
Eine der größten Sammlungen globalmusikalischer Tondokumente befindet sich heute im Ethnologischen Museum in Berlin. Den ältesten Teil dieser Tonaufnahmen bilden Edison-Walzen aus der Zeit um 1900. Sie stehen heute auf der Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes.

Zwischen Tabubruch, Populismus und RechtsRock

12.07.18 (Thorsten Hindrichs) -
„… was die Echo-Verleiher sagen, ist: eine Diskussion über dieses Thema beschädigt den Preis! Und da muss ich jetzt wirklich mal sagen, nach x Jahrzehnten der Vergangenheitsbewältigung in Deutschland und nach einem unglaublichen Erfahrungsschatz im Umgang mit solchen Fragen, ist das mit das Erbärmlichste, was ich seit langer Zeit gehört habe!“

Das Glück der Reprise

15.06.18 (Eleonore Büning) -
Nicht alle Kreativen suchen die Einsamkeit. Nicht alle Künstler sehnen sich nach einer vita contemplativa und ziehen sich zum Denken und Dichten zurück ins Gehäus’, wie der heilige Hieronymus. Der Komponist Dieter Schnebel brauchte Menschen um sich herum. Er war immer unterwegs, bis zum Schluss, man traf ihn in Konzerten und Ausstellungen, auf Festivals und Akademien, im Publikum oder auf dem Podium, sanft, aber streitbar, still, aber stur. Und alleweil angetrieben von der wohl wichtigsten Kraftquelle seines Schaffens: der Neugierde.

Als Singen gefährlich war

31.05.18 (Pat Christ) -
Vor allem in kirchlichen Kreisen bezogen Jugendliche während der NS-Zeit häufig geheim Position, indem sie oppositionelle Lieder sangen. Über dieses Singen wird seit 50 Jahren am Institut für europäische Musikethnologie an der Uni Köln geforscht. Motor des Projekts ist der heute 86-jährige Musikwissenschaftler Wilhelm Schepping. Die über 500 Lieder, die er seit 1968 gesammelt hat, werden derzeit in ein Online-Lexikon eingestellt. Bis Jahresende soll es vollständig sein.

Digitale Werkzeuge für musikalische Praxis

Die Hochschule für Musik Detmold hat in vielen künstlerisch-technischen Bereichen Geschichte geschrieben. Sie beheimatet ein weltweit bekanntes Tonmeisterinstitut und verfügt als einzige deutsche Hochschule über eine Wellenfeldsynthese-Anlage im Konzerthaus. Seit ihrer Gründung ist die Hochschule ein Ort moderner Errungenschaften, gerade heute, wenn es um wissenschaftlich-technische Entwicklungen rund um Musik und Digitalisierung geht. Hier geben seit über drei Jahren zwei Zentren den Takt an. Gegründet wurden sie unmittelbar hintereinander: Im Jahr 2013 das Zentrum für Musik und Filminformatik (ZeMFI), ein Jahr später das Zentrum Musik | Edition | Medien (ZenMEM). Es folgt ein Überblick über Entstehungsgeschichte, Forschungsbereiche und Zusammenhänge.

Buch-Tipps 2018/04

19.04.18 (Michael Wackerbauer) -
Anna Schürmer: Klingende Eklats. Skandal und Neue Musik, transcript Verlag +++ Hans-Joachim Schulze: Bach-Facetten. Essays – Studien – Miszellen, Evangelische Verlagsanstalt/Carus-Verlag +++ David Koch: Louis Spohrs groß besetzte Kammermusik. Ein Beitrag zur Gattungsentwicklung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, Bärenreiter
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