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Alle Artikel kategorisiert unter »Premiere«

„Naja“-Amüsement – Die Oper Frankfurt mit Carl Nielsens „Maskerade“

01.11.21 (Wolf-Dieter Peter) -
„Nicht-ich-selber-Sein“, sich zumindest äußerlich in eine*n andere*n zu verwandeln – das durchzieht die Menschheitsgeschichte. Wenn dadurch ein soziales Höher und Tiefer, ein Überwinden gesellschaftlicher Konventionen, Standesgrenzen und gar von Gesetzen möglich wird, dann kann es Revolution geben – oder eben Komödie. Die formte 1724 Ludvig Holberg in einem dänischen Schauspielerfolg. An den wollte 1906 Carl Nielsen mit seiner komischen Oper in Kopenhagen anknüpfen.

Spiel, Tanz, Nachdenklichkeit: Benatzkys „Der reichste Mann der Welt“ in Annaberg-Buchholz

01.11.21 (Roland H. Dippel) -
Mit der Entdeckung der Oper „Leonce und Lena“ von Erich Zeisl und jetzt der deutschen Erstaufführung von Ralph Benatzkys Operette „Der reichste Mann der Welt“ beginnt Moritz Gogg seine Intendanz am Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz mit spannenden Musiktheater-Akzenten. Diese Entdeckungen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts setzen die Raritäten-Initiativen seines Amtsvorgängers Ingolf Huhn mit neuen Schwerpunkten fort. Die letzte erzgebirgische Subventionstheater-Bastion vor der tschechischen Grenze bleibt also auch für reisende Opern- und Operetten-Anhänger äußerst attraktiv.

„Ist der Drache nicht süß?“ – „Die Zaubermelodika“ von Iiro Rantala an der Komischen Oper Berlin

26.10.21 (Peter P. Pachl) -
Am Ende gab es langdauernden Jubel der Eltern und Gejohle ihrer Kinder angesichts einer beschwingten, unermüdlich quirligen Show mit Vorsatzstücken aus der „Zauberflöte“, vom Komponisten Iiro Rantaka jazzig und verswingt aufbereitet und vom Ensemble der Komischen Oper Berlin engagiert dargeboten.

Eisig, unerbittlich, konsequent humorfrei: Schostakowitschs „Die Nase“ an der Bayerischen Staatsoper

25.10.21 (Juan Martin Koch) -
Mit schwerer Kost hat Serge Dorny seine Intendanz an der Münchner Staatsoper begonnen. Kirill Serebrennikov inszenierte Schostakowitschs „Die Nase“ unerbittlich aus der Ferne, Vladimir Jurowski schaffte unheimliche musikalische Nähe. Ein fordernder, lohnender Abend.

Außenseiter in Lederkluft: Jules Massenets „Werther“ am Theater Regensburg

24.10.21 (Juan Martin Koch) -
Mit einer leicht gegen den Strich gebürsteten Inszenierung von Jules Massenets „Werther“ präsentierte Nurkan Erpulat am Theater Regensburg seine erste Opernregiearbeit. Ein Debüt mit gemischter Bilanz und spektakulärem Finale.

Sternstunde: Johann Christian Bachs „La clemenza di Scipione“ in Eisenach

18.10.21 (Roland H. Dippel) -
Für die erste eigene Opernproduktion im Landestheater Eisenach muss man drei Initiatoren danken. Jens Neundorff von Enzberg, der neue Intendant des Staatstheaters Meiningen, hat mit dem schönen Bürgertheater in Rot und Weiß mehr vor als Gastspiele von Meininger Produktionen, wie sich das seit der letzten Renovierung vor zehn Jahren eingeschliffen hatte. Regisseur Dominik Wilgenbus brachte ihn auf der Suche nach mit der Region verbundenen Musiktheater-Werken auf Johann Christian Bach. Auch die bislang mit Alter Musik nicht sonderlich vertraute Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach machte einen exzellenten Job in „La clemenza di Scipione“. Das Premierenwochenende wurde zur Sternstunde und einem Fest der Stimmen.

Noch unabgeschlossen – „Götterdämmerung“ an der Deutschen Oper Berlin

18.10.21 (Peter P. Pachl) -
Berlins neue „Götterdämmerung“ an der Deutschen Oper beginnt mit verblüffender Erzählweise. Nachdem die Besucher*innen ihre Plätze erreicht und ihre Mund-Nasen-Schutz-Masken abgenommen haben, werden sie beim Öffnen des Vorhangs mit jenem Parkett- Foyer konfrontiert, das sie eben erst verlassen haben: unter der kinetischen Metallstruktur von George Bakers sind die Opernbesucher im Foyer zu einem lebenden Bild eingefroren, bis sie sich dann doch gemeinsam in exzentrischen Bewegungen ergehen – bis auf einen Herrn, der sich daran nicht beteiligt und der sich später als Hagen herausstellt.

Irrwitzige Erfurter Musikfolter: Philip Glass’ „In der Strafkolonie“ in der Studio.Box

17.10.21 (Roland H. Dippel) -
Die an diesem Wochenende herausgekommenen Produktionen von Glass „In the Penal Colony“ in der Studio.Box des Theaters Erfurt und am Theater Augsburg sind pandemiebedingte Nachzügler einer Akkumulation der beeindruckenden Kafka-Oper von Philip Glass (seit Herbst 2019 in Hof, Ulm und Gera). Mila van Daags Raumbühne und Chanmin Chungs im Wortsinn bedrückende Leistung mit dem Streichquintett aus dem Philharmonischen Orchester Erfurt ergaben ein faszinierend kaltes bis grausames Ambiente.

Geschöntes Grauen – Philip Glass‘ Kammeroper „In der Strafkolonie“ in Augsburg

17.10.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Eigentlich wollen wir das nicht so genau, besser gar nicht wissen, was da so in derzeitigen Unrechtsstaaten mit „Schuldigen“ passiert… Doch da schreibt dieser Franz Kafka 1914 eine kleine Erzählung über eine grausige Hinrichtungsmaschine. Und Philip Glass vertont den Kern des Ganzen als „Kammerspiel“ im Jahr 2000. Parallel zu etlichen anderen Einstudierungen holt nun das Staatstheater Augsburg seine 2019 durch Corona verhinderte Premiere nach.

Bibel-Party der Best Ager: Das Brandenburger Theater feiert 50 Jahre „Jesus Christ Superstar“

17.10.21 (Roland H. Dippel) -
Vorbei sind die Zeiten, als die Vereinigung der Evangelischen Marienschwestern vor der Kino-Version der ersten Rockoper warnten. Heute ist das viele spirituelle Ideen der letzten Jahrzehnte vorwegnehmende und 1971 in New York uraufgeführte Opus ein Klassiker mit besonderer Eignung für Theaterpädagogik und Religionsunterricht. Das Brandenburger Theater brachte eine bei der Premiere am 15. Oktober lautstark bejubelte Hommage mit Musical-Sternen des Großraums Berlin auf die Bühne.
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