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Alle Artikel kategorisiert unter »Premiere«

Vernebelte Trap-Oper – Uraufführung von „cloud*s*cape“ in der Bühne 2 des Münchner Volkstheaters

20.11.21 (Wolf-Dieter Peter) -
War es auch im antiken griechischen Theater schon so? Denn bei der Wiederbelebung als „Oper“ am Beginn unserer Neuzeit spukte die Idee des Gesamtkunstwerks durch Formen, Stile und Werke und seither weiter: Da kam der Höhepunkt mit Wagner und letztlich zielt ein Abend mit „Rammstein“ auf das Gleiche. Da auch die kleinere Bühne des neuen Volkstheaters fast alle Wünsche der Macher erfüllen kann, gingen sie in die Vollen Richtung Gesamtkunstwerk.

Concerto Köln und Kent Nagano nähern sich Richard Wagners „Ring des Nibelungen“

20.11.21 (Roland H. Dippel) -
Seit 2017 erarbeitet das künstlerisch-wissenschaftliche Projekt „Wagner-Lesarten“ mit Beteiligung von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen einen historisch-informierten Zugang zu Wagners monumentaler Tetralogie "Der Ring des Nibelungen". Der erste Teil „Das Rheingold“ wurde konzertant am 18. November in der Kölner Philharmonie aufgeführt. Es folgt(e) ein Konzert am 20. November im Concertgebouw Amsterdam

Herz à la Rossini – Die Burletta „Gelegenheit macht Diebe“ im Münchner Prinzregententheater

18.11.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Ach, dieses Italien um 1800! Da ging es zwar politisch drunter und drüber – aber was da zwischen Neapel und Mailand, Rom und Venedig los war… Opernkulinarik vom Feinsten! So einen neunzigminütigen Appetithappen, die Farce „L’occasione fa il ladro“ von 1812, pickten sich jetzt die Theaterakademie August Everding, das Münchner Rundfunkorchester und ein paar Opernprofis heraus und servierten ihn: nicht Tournedos, sondern inhaltsbezogen quasi als „Herz à la Rossini“.

Eifersuchtsmord 1731: Campras „Idoménée“ bei den Berliner Barocktagen

17.11.21 (Roland H. Dippel) -
Während die Staatskapelle Berlin mit ihrem Chefdirigenten Daniel Barenboim auf dreiwöchiger Europa-Tournee war, brachten die Barocktage der Staatsoper Unter den Linden vom 5. bis zum 14. November Wiederaufnahmen von Rameaus „Hippolyte et Aricie“ unter Sir Simon Rattle, Glucks „Orfeo ed Euridice“ mit Max Emanuel Cencic, hochkarätige Konzerte und vor allem André Campras „Idomenée“ als Koproduktion mit der Opéra de Lille. Unter Emmanuelle Haïm sang in der Inszenierung von Àlex Ollé mit Tassis Christoyannis, Samuel Boden, Chiara Skerath und Hélène Carpentier ein für die Hauptpartien ideales Quartett.

„LA BOMBE SURPRISE“ zum Dessert – Erich Wolfgang Korngolds „Stumme Serenade“ in Lübeck

16.11.21 (Arndt Voß) -
Stellen Sie sich vor, werte Dame, da steht jemand in ihrem Garten, verströmt sein Gefühl für Sie in einer schmelzenden Serenade, steht da zwischen Nachtschmetterlingen und Glühwürmchen – und bekommt doch keinen Ton heraus! Sie wachen dennoch auf in ihrem Schlafgemach, spüren die Hände und die Lippen eines unbekannten Eindringlings, ein Schrei entringt sich Ihres Schwanenhalses Und nun?

Nymans „Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte“ an der HMT Leipzig

15.11.21 (Roland H. Dippel) -
Derzeit steht der Film „Oliver Sacks: His Own Life“ (2019) über den 2015 an Krebs verstorbenen Neurologen in der ARD-Mediathek. Peter Greenaways Filmkomponist Michael Nyman brachte seine Kammeroper „Der Mann, der seine Frau für einen Hut hielt“ (The Man Who Mistook His Wife for a Hat) 1986 in London heraus. Heute ist diese Vertonung von Sacks’ Bestseller-Fallbeschreibung nicht mehr ganz so häufig zu erleben wie vor 2000.

Studie über Empathie: Tschaikowskis „Iolanta“ in Dessau

09.11.21 (Roland H. Dippel) -
Der Applaus klingt im Anhaltischen Theater oft so groß wie die dort gespielten Opern – sogar wenn der Zuschauerraum wie derzeit wegen Hygienekonzept nicht ganz voll ist. Tschaikowskis letzte und 1892 in Sankt Petersburg mit seinem Ballett „Der Nussknacker“ uraufgeführte Oper war in Dessau ein Corona-Projekt. Mit nur 90 Minuten eigentlich nicht abendfüllend, ist „Iolanta“ aufgrund des kleinerem Chorparts auch im Ausnahmezustand gut machbar.

Odysseuslos, aber nicht ohne: Monteverdis „Il ritorno d'Ulisse in patria” in Basel

09.11.21 (Georg Rudiger) -
20 Jahre muss Penelope auf der Insel Ithaka warten, ehe ihr Gatte Odysseus vom Trojanischen Krieg heimkehrt. Immer wieder wird sie durch Freier bedrängt. Schließlich gibt die Verlassene nach und verspricht sich dem Mann, der Odysseus‘ Bogen spannen kann. Alle Freier scheitern, bis ein Greis die Aufgabe mühelos bewältigt und die Männer tötet. Es ist Odysseus selbst, der in seiner Verkleidung von Penelope aber nicht erkannt wird. Erst als der Fremde die gewebte Decke des Ehebetts beschreibt, fällt es ihr wie Schuppen von den Augen.

An der Schnittstelle zwischen Künstlichkeit und Wirklichkeit – „Der Bajazzo“ am Theater Bremen

09.11.21 (Ute Schalz-Laurenze) -
Die junge Opernregisseurin Ulrike Schwab, selbst ausgebildete Opernsängerin, hat in aufsehenerregenden Regiearbeiten schon mehrfach gezeigt, dass ihre Arbeit etwas ganz anderes und Neues zeigt als einfach eine weitere Interpretation einer berühmten Oper. Von Anfang an interessierte sie sich für die Schnittstelle zur Kunst der Performance, was auch mit ihrer Existenz als darstellende Künstlerin zusammenhängen mag. Die Performance macht den Körper der Interpreten selbst zur Kunst.

Entfesselte Bilderflut: Die „Verurteilung des Lukullus“ von Paul Dessau und Bertolt Brecht in Stuttgart

03.11.21 (Joachim Lange) -
An ihrem Titel sollt ihr sie erkennen – so könnte man ein bekanntes Bibelzitat auf diese Oper übertragen. Was Paul Dessau (1894-1979) und Bertolt Brecht (1898 – 1956) als „Verhör des Lukullus“ am 17. März 1951 in Ostberlin vor einem politisch handverlesenen Publikum als geschlossene Premiere vorstellten, sollte nach dem Willen von Funktionären der Staatspartei eigentlich ein Eklat werden, um einen offiziellen Grund zu haben, das Stück nicht herauszubringen. Mit einer dialektischen Pointe, die von Brecht erfunden sein könnte, wurde die Aufführung aber zum Erfolg.
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