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Abschied von „Die Meistersinger von Nürnberg“ bei den Bayreuther Festspielen

27.07.21 (Peter P. Pachl) -
Nach einjähriger Zwangspause steht bei den diesjährigen Bayreuther Festspielen Barrie Koskys hoch gelobte, gleichermaßen spielfreudige wie politisch ungewöhnliche Inszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ wieder – und zugleich auch letztmals – auf dem Programm: ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Ganz in Weiß – Das Opernprogramm der Salzburger Festspiele legt mit einem außergewöhnlichen „Don Giovanni“ los

27.07.21 (Joachim Lange) -
Mozarts „Don Giovanni“ darf ruhig auch einmal eine Zumutung fürs Publikum sein. Bei den Salzburger Festspielen sowieso. Und wenn sich Ausnahmekünstler wie Romeo Castellucci und Teodor Currentzis die Oper der Opern im Großen Festspielhaus zur Eröffnung der Opernschiene der Salzburger Festspiele szenisch und musikalisch vornehmen, dann ist ein Gesamtkunstwerk eigenen ästhetischen Rechts zu erwarten. Rätselhaftes und Triftiges. Verblüffendes und schönes. Auch Kitsch kann dabei vorkommen. Und genau diese Erwartungen haben sie in mehr als vier Stunden (samt Pause) erfüllt.

Einblicke in die Welt des SHMF mit Sol Gabetta und dem Basler Kammerorchester

27.07.21 (Arndt Voß) -
Arndt Voß macht für uns Stippvisiten beim Schleswig-Holstein Musikfestival. So nebenbei erfährt man dabei einiges über Geografie, Zeitgeschichte, über den Lübecker Johann Balhorn und komponierende Musikwissenschaftler*innen. Aber um Schubert, Gabetta und Holliger geht es auch in Kantilenen und Elegien.

Pubertier Senta – „Der fliegende Holländer“ eröffnet die Bayreuther Festspiele

26.07.21 (Peter P. Pachl) -
Nach einjähriger Pause endlich wieder Bayreuther Festspiele! Das war der Grund-Tenor bei der diesjährigen Eröffnung mit einer „Holländer“-Neuinszenierung. Am Ende der pausenlosen Aufführung dann Füßetrampeln, Bravorufe und Standing Ovation des auf die Hälfte der Sitzplätze, auf 911 Besucher reduzierten Auditoriums – aber auch Ratlosigkeit und Enttäuschung über die Inszenierung von Dmitri Tscherniakov.

Lieb nur als Versehen – „Tristan und Isolde“ als Oper für Kinder bei den Bayreuther Festspielen

26.07.21 (Peter P. Pachl) -
Die bewährte Form der Kinderoper in Bayreuth als eine Pocketversion der Musikdramen Richard Wagners hat längst die bayreuthwürdigen Bühnenwerke einmal durchlaufen. In diesem Jahr steht als Reihung von Highlights mit dazwischen gesprochenen Szenen der Protagonist*innen „Tristan und Isolde“ auf dem Programm – nicht auf dem Festspielhügel, sondern in der Stadtmitte von Bayreuth.

Lyrik vor Spektakel – Die Seebühne der Bregenzer Festspiele präsentiert beim „Rigoletto“ neue Feinheiten

23.07.21 (Wolf-Dieter Peter) -
So geht es also auch: der nach den seit 75 Jahren vielfältigst „aufspielenden“ Wiener Symphonikern benannte große Vorplatz ist weiträumig abgesperrt; zwei große Schleusen ermöglichen die flüssige Prüfung der „3G“-Zulassung – und so strömen die 7000 Tribünenbesucher ohne große Hemmnisse oder falsche Drängelei ins Abendrot der pünktlich beginnenden Freilichtaufführung.

Unvollkommenes allenthalben – Die Bregenzer Festspiele eröffnen mit Arrigo Boitos Opern-Rarität „Nerone“

22.07.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Die Suche und Präsentation von seltenen „Opern-Gewächsen“, nach bislang nicht im Shop käuflichen „Orchideen“ ist schätzenswerter Bestandteil der Bregenzer Dramaturgie. Manchmal nur blüht die Ausgrabung nicht auf, sondern besitzt lauter Merkmale von Hypertrophie.

#inselderliebe – Geiler Sommerspaß mit Mozarts „Gärtnerin aus Liebe“ in Weimar

22.07.21 (Roland H. Dippel) -
Kurzweilig und turbulent: Das DNT schickt im Sommertheater am e-werk sein Publikum mit Mozarts „Gärtnerin aus Liebe“ in den siebten Datingshow-Himmel. Wunderbar!

Eröffnung des ersten Opernfestivals Oberpfalz mit Carl Maria von Webers „Freischütz“

21.07.21 (Dieter David Scholz) -
Es gibt an die 40 Opernfestivals in Deutschland. Deutschland ist Opernweltmeister, was Zahl und Dichte an kleineren und größeren, bedeutenden und unbedeutenden Feld-Wald- und Wiesenfestivals angeht. Nun also auch noch Opernfestspiele im Zentrum der Oberpfalz, im malerischen, pieksauber gepflegten und renovierten, leider aber nicht sonderlich urbanen und belebten (auch gastronomisch alles andere als aufregenden) Amberg, das freilich einige Einmaligkeiten zu bieten hat …

Kapital und Utopie – Deutsche Erstaufführung des Sting-Musicals „The Last Ship“

20.07.21 (Andreas Hauff) -
Der englische Rockmusiker und Liedermacher Gordon Matthew Thomas Sumner, seit seiner Jugend bekannt unter dem Spitznamen „Sting“ („Stachel“), wurde 1951 in der englischen Kleinstadt Wallsend an der Tyne-Mündung nahe Newcastle geboren. Mit dem Musical „The Last Ship“ hat er 2013 seiner Heimatstadt, deren Bewohnern und der sterbenden Schiffbau-Industrie ein Denkmal gesetzt. Das Theater Koblenz hat sich an die deutsche Erstaufführung gewagt.

unübersehbar – unser aktueller streaming-kalender der nmz

20.07.21 (jmk) -
An dieser Stelle gibt es nun einen fortlaufenden Streaming-Kalender für Veranstaltungen, der regelmäßig aktualisiert wird. Es handelt sich um ausgewählte interessante Veranstaltungen, die teilweise über einige Tage gehen.

Freudensonne nach Trübsalstürmen – das Musikfest ION im 70. Jahr

14.07.21 (Juan Martin Koch) -
Zur Freude aller konnte die 70. Ausgabe des Musikfests ION Nürnberg dann doch noch vor Publikum stattfinden, ist aber gleichzeitig weiterhin mit Mitschnitten im Netz präsent. Eine Nachlese aus Vor-Ort-Eindrücken und Konservenbetrachtungen.

Jahreskonzert der Carl Bechstein Stiftung am Fuße der Wartburg

13.07.21 (Achim Heidenreich) -
Mit dem Ziel, das Klavierspiel nachhaltig zu fördern, engagiert sich die Carl Bechstein Stiftung seit vielen Jahren in der Spitzen- und Breitenförderung von Kindern und Jugendlichen. So stellte die Stiftung deutschlandweit bislang über 220 Schulen kostenlos Klaviere zur Verfügung, um im täglich Umfeld von Kindern geübt und unterrichtet werden kann. Besonders begabte junge Pianisten werden durch Sonderpreise und Stipendien gefördert, etwa beim Carl Bechstein Klavierwettbewerb.

Zum Tod von Sigune von Osten: „Ich war immer neugierig“

12.07.21 (Silke Egeler-Wittmann) -
Mit Sigune von Osten verliert die Kulturwelt eine der bedeutendsten Interpretinnen der Neuen Musik. Neben Konzerttourneen auf der ganzen Welt hatte sich von Osten seit den 90er Jahren als Festspielleiterin und Musikkünstlerin einen Namen gemacht – und fast 25 Jahre lang ihr eigenes Festival „PARKMUSIK“ auf dem Trombacher Hof bei Bad Kreuznach geleitet. Wie heute bekannt wurde, starb sie dort am 8. Juli 2021.

Bejubelt: Peter Tschaikowskys Oper „Die Jungfrau von Orléans“ bei den Domstufenfestspiele in Erfurt

12.07.21 (Joachim Lange) -
Beim zweiten Anlauf hatten man mit dem Wetter mehr Glück in Erfurt. Am Freitag fiel die Premiere von Peter Tschaikowskys „Jungfrau von Orléans“ nämlich buchstäblich ins Wasser. Dabei hatte es das aktuelle Freiluftspektakel vor der grandiosen Kulisse aus Dom und Severikirche sogar in die ZDF-Nachrichten geschafft.

Vom Elend aller Ungleichheit II – Brigitte Fassbaender inszeniert den Beginn des „Ring“ bei den Festspielen Erl

12.07.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Irgendwie „Top of the Pops“ oder „Ein Festspiel nach dem Festspiel“: der viel zu sehr im Schatten von PR- und Marketing-Preisen stehende, von über 150 unabhängigen Kritikern verliehene „Preis der deutschen Schallplattenkritik“, genauer die „Nachtigall“, der jährlich verliehene Ehrenpreis für das Lebenswerk, ging nach zwei corona-verhinderten Terminen nun im Anschluss an ihre „Rheingold“-Premiere an Brigitte Fassbaender – erneuter Jubel – doch die Gefeierte wollte ihn nur im kleineren Kreis der Premierenfeier entgegennehmen!

Westberliner Bilderbogen: Gerd Kührs „Paradiese“ an der Oper Leipzig uraufgeführt

11.07.21 (Roland H. Dippel) -
Roland H. Dippel besuchte die Uraufführung von Gerd Kührs Oper „Paradiese“ an der Oper Leipzig, findet sie rein musikalisch als „rundum großen Wurf“. Probleme sieht er hingegen bei der Inszenierung. „Was hinter den Texten und Tönen dieser mehrschichtigen Berlin-Oper stecken könnte und vom Autoren wie vom Komponisten mitgedacht wurde“, habe sich der Regisseurin Barbora Horáková Joly nicht so ganz erschlossen.

Vom Elend aller Ungleichheit I – Die Festspiele Erl eröffnen mit Engelbert Humperdincks „Königskinder“

11.07.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Das gibt es tatsächlich wieder: Eine Landesregierung erkennt, dass die Kultur ein zentraler Faktor in und für die Region ist. Also richtet die für Erl zuständige Behörde eine eigene Station ein – und impft das gesamte Personal der Festspiele: alle können arbeiten und proben und sich umarmen. Dann kommt die staatliche Erlaubnis für geimpfte oder getestete Besucher, auf dem gesamten Festspielgelände maskenfrei ohne Platzbeschränkung… ein Erlebnis – Theater wieder wie „damals“… gibt es da noch etwas zu kritisieren?

Mit dem rechten Stück am falschen Ort – Spoliansky-Revue in Dresden Open-Air

06.07.21 (Michael Ernst) -
Zur Uraufführung im Berlin von 1930 soll Mischa Spolianskys Kabarettrevue „Wie werde ich reich und glücklich“ ein immenser Erfolg gewesen sein. Damals tobte das quirlige Leben, herrschte (noch) Aufbruchstimmung – heute wirkt die Gesellschaft partiell wie gelähmt und traut sich aus den Quarantäne-Erfahrungen noch nicht wieder in den Trubel der Normalität. Das mag ein Grund dafür gewesen sein, dass zur jüngsten Premiere dieser Show durch die Semperoper Dresden der Funke nicht so recht übersprang.

Investoren und Hausräumungen – Musiktheater mit Aktualitätspotenzial im Berliner Acker Stadt Palast

06.07.21 (Konstantin Parnian) -
Den Untertitel „Ein Volksstück“ trägt das kurz vor Ende des Jahres 1932 im Komödienhaus Berlin uraufgeführte Bühnenwerk „Das Haus dazwischen“. Das dazugehörige Libretto verfasste der Kabarettautor Marcellus Schiffer, der daneben auch für Hindemith, Hollaender und Heymann schrieb und sich tragischerweise einige Monate vor dieser Uraufführung das Leben nahm. Ko-Autor Felix Joachimson war nach dieser Arbeit vorwiegend als Drehbuchautor tätig und ab der Emigration in die USA unter dem Namen Felix Jackson bekannt. In Musik setzte das Ganze Mischa Spoliansky, russischer Jude, der seine Kindheit in Polen, Wien, Dresden und Königsberg verbrachte, schließlich in Berlin landete und wenige Monate nach der Uraufführung nach London emigrierte, wo er eine Karriere als Filmkomponist einschlug.

Uraufführungen beim Festival in Aix-en-Provence: Kaija Saariaho und Samir Odeh-Tamimi

05.07.21 (Joachim Lange) -
Das gibt es bei diesem Festival normalerweise nicht. Aber Corona hat es möglich gemacht, dass in diesem Sommer nicht nur zwei Regisseure mit gleich je zwei gewichtigen Produktionen auf der Agenda der Festspiele in Aix-en-Provence stehen, sondern obendrein sogar zwei Uraufführungen (Kaija Saariahos Oper „Innocence“ und Samir Odeh-Tamimis „L’Apocalypse Arabe“).

„Georgia Bottoms“ und „Frühling, Erwachen“ – zwei neue Opern als deutsche Erstaufführungen an der UdK

04.07.21 (Peter P. Pachl) -
Seit einigen Jahren schon bereichern die sommerlichen Musiktheater-Aufführungen der Universität der Künste nicht nur das beginnende Opern-Sommerloch sondern bedeuten auch eine echte inhaltliche Bereicherung des Spielplanangebots zu jenem der drei Berliner Opernhäuser. Der rührige Opernmeister Errico Fresis hat dabei bereits eine ganze Reihe spannender Opernpartituren teils neu ins Bewusstsein gerückt, teils zum ersten Mal vorgestellt. In diesem Jahr gab es gleich zwei Premieren, die in unterschiedlichen Besetzungen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ihre deutsche Erstaufführung erlebten.

Kurz, knackig und knallig: Wagners „Rheingold“ im Regensburger Westhafen

04.07.21 (Juan Martin Koch) -
Nach 2017 („Der Fliegende Holländer“) und 2019 („Tosca“) bespielte das Theater Regensburg erneut den Westhafen der Stadt. Die stark gekürzte Fassung von Richard Wagners „Das Rheingold“ geriet zu einem unterhaltsamen Spektakel mit überschaubarem Tiefgang und finalem Knalleffekt.

Gemischte Gefühle: Die Festspiele in Aix-en-Provence mit „Le nozze di Figaro“ und „Falstaff“

03.07.21 (Joachim Lange) -
Im vorigen Jahr mussten die Festspiele in Aix-en-Provence ins Internet ausweichen. Jetzt sind sie live zurück. Die charmante Stadt wirkt im zweiten Coronasommer deutlich weniger überfüllt als sonst in dieser Jahreszeit. Beim Betreten des Théâtre de l’Archevêché gibt es neben den üblichen Sicherheits-, zusätzliche Kontrollen der Impf- oder Testnachweise.

Ostdeutsche Sexwirtschaft: „Im Stein“ von Sara Glojnarić und Clemens Meyer an der Oper Halle digital uraufgeführt

01.07.21 (Roland H. Dippel) -
Mit diesem hoch ambitionierten Projekt rundet sich die überregional mit Neugier beobachtete und 2016 begonnene Stückmaterial- und Personalschlacht an der Oper Halle. Zweifellos war die Ägide unter Operndirektor Michael von zur Mühlen und dem 2020 vorzeitig ausgeschiedenen Intendanten Florian Lutz bunt, schrill und überraschungsgesättigt – auf der Bühne und im Berufsleben.
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