Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Arnold Schönberg«

Theatralik mit Eötvös & ein Nancarrow-Comic

07.10.11 (Max Nyffeler) -
Im fragmentarisierten, live-elektronisch transformierten Vokal- und Ins-trumentalklang der „Risonanze erranti“ (1986/87) von Luigi Nono klingt noch der „Prometeo“ nach. Doch unter dem Einfluss der depressiv-nihilistischen Texte unter anderem von Ingeborg Bachmann und Herman Melville wird nun die Werkstruktur bis an die Grenze der Selbstauflösung geführt. Das Ensemble Experimental unter der Leitung von Detlef Heusinger spitzt die Kontraste entsprechend zu: Die stark in den Vordergrund gerückten Bongos knallen, die Dissonanzen schmerzen, die langen Pausen sind fast überlang. Eine überdeutliche, technisch makellose Aufnahme aus dem Experimentalstudio des SWR. Das prozesshaft flackernde Tubasolo „Post-prae-ludium per Donau“ ist eine gute Ergänzung dazu. (Neos 11119)

DVD-Tipps 2011/07

01.07.11 (Juan Martin Koch) -
Aaron Copland: Fanfare for America. A Film by Andreas Skipis +++ Arnold Schönberg: Gurrelieder

Tanz um den goldenen Hasen mit roten Hoden: Arnold Schönbergs „Moses und Aron“ am Züricher Opernhaus

17.05.11 (Frieder Reininghaus) -
Man sollte durchaus im Auge behalten, daß Arnold Schönbergs „Moses und Aron“ zu den Projekten gehört, die unvollendet blieben, weil ihre Urheber aus Deutschland fliehen mußten. Auch in den knapp zwei Jahrzehnten, die Schönberg im amerikanischen Exil lebte, wurde der dritte Akt nicht ausgearbeitet. Erst posthum gelangte der Torso zu Uraufführung – 1957 in Zürich. Seither hat es nicht an Versuchen gefehlt, das um die Identitätsfindung der monotheistischen Religion und ihr Bilderverbot kreisende Musiktheater radikal zu zeigen – vornan zu nennen sind so unterschiedliche Deutungen wie die von Herbert Wernicke in Frankfurt oder die von George Tabori und Gottfried Pilz in Leipzig. Nun haben Christoph von Dohnányi und Achim Freyer das Werk am Ort der Uraufführung neu aufbereitet.

Expressionistisches mit fünf Komponisten

19.12.10 (Barbara Eckle) -
„Nicht bauen, sondern ‚ausdrücken’!!” beschrieb Schönberg seine Absicht in einem Brief an Busoni im Jahr 1909. Es war das Entstehungsjahr von vieren seiner „Fünf Orchesterstücke“ op. 16, mit denen Schönberg die klassische tonale Tonsprache ablöste und durch freie Atonalität eine expressionistische Phase einleitete, die den Weg in die Zukunft öffnete. Zusammen mit Schönbergs „Variationen für Orchester“ op. 31, dem ersten dodekaphonischen Orchesterwerk des Komponisten von 1928, das gerade die Entformalisierung gleichsam wieder untergräbt und sozusagen nur noch „baut“, bildete das Programm des Ensemble Modern Orchestra eine stimmige Klammer um die drei Uraufführungen, die im Zentrum seiner Konzerttournee standen. Dem Dirigenten Peter Eötvös ist es zu verdanken, dass diese Konzerte in Berlin, Fankfurt, Paris oder Luxembourg stattfinden konnten: In freundschaftlicher Verbundenheit hatte er sich kurzfristig bereiterklärt, für den erkrankten Pierre Boulez einzuspringen. Die uraufgeführten Werke der Komponisten Bruno Mantovani, Jens Joneleit und Johannes Maria Staud stehen auf jeweils unterschiedliche Art im Zeichen eines expressionistischen Stils, der den Leitfaden des Programms abgab. Anklänge an eine expressionistische Epoche waren etwa in Bruno Mantovanis Komposition „Postludium“ zu hören, einem Anschlusswerk an seine Oper über das Leben der russischen Dichterin Anna Achmatowa. Wilder Aktionismus und Introspektion sind die zwei Pole, die der Komponist zu vereinbaren sucht. So lässt er unter einem entschlossenen rhythmischen Grundtonus evokative Linien in Flöte und Akkordeon mit forcierten solistischen Eruptionen von Klarinette und Perkussion zusammentreffen. In radikalem Gegensatz zu Schönbergs expressionistischer Gestik überwiegt hier wie auch in Jens Joneleits Komposition das Triebhafte unter den expressionistischen Stilmitteln, das immer auch mit einem gewissen Kraftakt verbunden zu sein scheint.

Der Chor als Protagonist

09.11.10 (Juan Martin Koch) -
Dass Claus Guths Salzburger Mozart-da-Ponte-Zyklus nun komplett auf DVD vorliegt, ist erfreulich, auch wenn die jüngst bei EuroArts erschienenen Aufnahmen (auch als Blu-ray, Vertrieb: Naxos) nicht an den schon vor drei Jahren von der Deutschen Grammophon veröffentlichten „Figaro“ heranreichen.

Sinn im Paradoxon: Drei Uraufführungen mit dem Ensemble Modern Orchestra im Konzerthaus Berlin

09.11.10 (Barbara Eckle) -
„Nicht bauen, sondern ‚ausdrücken‘!“ beschrieb Schönberg seine Absicht in einem Brief an Busoni im Jahr 1909. Es war das Entstehungsjahr von vieren seiner Fünf Orchesterstücke op. 16, mit denen Schönberg die klassische tonale Tonsprache ablöste und durch freie Atonalität eine expressionistische Phase einleitete, die den Weg in die Zukunft öffnete. Zusammen mit Schönbergs „Variationen für Orchester“ op. 31, dem ersten dodekaphonischen Orchesterwerk des Komponisten von 1928, das gerade die Entformalisierung gleichsam wieder untergräbt und sozusagen nur noch ‚baut’, bildete dies eine stimmige Klammer um die drei Uraufführungen, die im Zentrum des Konzertes standen.

Dokument einer ungebrochenen Tradition

16.06.10 (Michael Kube) -
Ohne zu übertreiben, wird man Eduard Steuermann (1892–1964) als Arnold Schönbergs „Hauspianisten“ bezeichnen können. Schon in jungen Jahren ein tech­nisch versierter und interpretatorisch geschulter, mithin fertiger Musiker, wirkte Steuermann bereits 1912 bei einer Aufführung der achthändigen Bearbeitung der „Orchesterstücke op. 16“ mit, um dann nur wenige Monate später, am 16. Oktober 1912, den Klavierpart bei der ersten Aufführung des „Pierrot lunaire op. 21“ zu übernehmen.

Gewagte Koppelung? Metzmacher und das DSO mit von Schillings, Schreker und Schönberg in der Berliner Philharmonie

20.05.10 (Peter P. Pachl) -
Ein Instrumental- oder Gesangssolist, der sich mit Mikroport verstärken lässt, seinen Part abliest und dennoch ständig daneben haut, der Rhythmus für unwichtig erachtet, falsch betont, ganze Zeilen auslässt oder Wörter hinzuerfindet, würde zweifellos ausgebuht. Jedoch ein Filmschauspieler, der in der Berliner Philharmonie ein Melodram zu besten gibt, wird offenbar nach anderen Kriterien bewertet. Denn was der mit Vorschusslorbeeren umjubelte Klaus Maria Brandauer als Rezitator in Max von Schillings’ „Das Hexenlied“ abgeliefert hat, war schlichtweg eine Zumutung.

Triptychon weiblicher Hysterie: Oscar Strasnoys „Le Bal“ in Hamburg

08.03.10 (Peter P. Pachl) -
Lichtkästen im Foyer der Staatsoper Hamburg verweisen stolz auf herausragende Uraufführungen dieses Opernhauses: Korngolds „Die tote Stadt“ (1920), Henzes „Prinz von Homburg“ (1960), Lachenmanns „Mädchen mit den Schwefelhölzern“ (1997) sowie die Ballette „Peer Gynt“ von Schnittke (1989) und „Odyssee“ von Couroupos (1995). Die angekündigte Werkeinführung zur jüngsten Uraufführung, „Le Bal“ von Oscar Strasnoy, fiel allerdings „wegen Verhinderung der Referentin“ kurzfristig aus, und offenbar war kein Dramaturg, Studienleiter, Korrepetitor oder die Dirigentin selbst in der Lage, als Einführungsreferent einzuspringen – kein leuchtendes Beispiel für ein Kulturinstitut…

Schönberg und andere Supermänner

28.02.10 (Max Nyffeler) -
Ein interpretationsgeschichtliches Dokument ersten Ranges präsentiert Andreas Spreer von der Firma Tacet auf einer Doppel-CD: die Gesamtaufnahme der Klavierstücke Schönbergs, aufgenommen 1957 durch Eduard Steuermann, maßgeblicher Interpret der Wiener Schule seit 1919.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: