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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikleben«

Musiker vergisst 50.000 Euro teure Geige am Offenburger Bahnhof

11.01.18 (dpa) -
Ein Musiker aus München hat in Offenburg eine wertvolle Geige am Bahnhof der Stadt vergessen – und dank polizeilicher Hilfe wiederbekommen. Beamte der Bundespolizei fanden das Instrument am Bahnsteig, wo der Geiger das 50.000 Euro teure Stück versehentlich zurückgelassen hatte.

Im Strudel des Verwertungskreislaufs

23.11.17 (Bojan Budisavljevic) -
Musik, vor allem die Kunstmusik, genießt in Deutschland traditionell hohe Wertschätzung: Beispielsweise schließt sie „dem Menschen ein unbekanntes Reich auf; eine Welt, die nichts gemein hat mit der äußern Sinnenwelt, die ihn umgibt, und in der er alle durch Begriffe bestimmbaren Gefühle zurückläßt, um sich dem Unaussprechlichen hinzugeben“, so E.T.A. Hoffmann in seiner Besprechung der 5. Symphonie Beethovens, einem der Gründungsmanifeste des deutschen Musikidealismus. Musik, wie gesagt, ist etwas ganz Besonderes, sie befördert uns aus den je aktuellen Um- und Missständen hinaus – wie Beethoven seinen Flores­tan „zur Freiheit ins himmlische Reich“ mit ebenso viel Pathos wie avancierter Kompositionstechnik.

Abklingbecken

20.10.17 (Gordon Kampe) -
Fünf Uraufführungen pro Konzert. Im Publikum links und rechts neben mir: Freunde und Kollegen. Sobald der Applaus anhebt, haben alle um mich herum ihr Urteil in der Regel gefällt: Daumen hoch, Daumen runter. Was habe ich in diesen Momenten selbst schon Kommentare abgelassen – irgendwo zwischen Häme, Neid und Klugscheißerei. Es waren nicht meine besten Momente. Da schreibt jemand ein Jahr an etwas – ganz sicher mit Herzblut! – und man nörgelt es innerhalb einer Sekunde zu Klump. Total mutig!

„Die spielen um ihr Leben“

06.10.17 (Eckhard Stengel) -
„Willst Du eine sichere Rente – oder Musik machen?“ Als der Oboen-Student Ulrich König vor drei Jahrzehnten mit dieser Frage eines Musikprofessors konfrontiert wurde, musste er nicht lange überlegen. Nein, „Orchesterbeamter“ wollte er nicht werden, zumal die Zufriedenheit von Berufsmusikern damals angeblich niedriger war als die von Gefängniswärtern. König verzichtete also auf Bewerbungen bei Staatsorchestern mit Tarifbindung, sondern schloss sich 1988 lieber der Deutschen Kammerphilharmonie an – einem jungen selbstverwalteten Ensemble, das damals noch in Frankfurt am Main residierte und 1992 nach Bremen umzog. Inzwischen ist es das vermutlich unkonventionellste Spitzenorchester der Welt.

Klassik Echo

03.08.17 (Gordon Kampe) -
Wie man so abgehen könne, fragte mich mein Trainer. Er hatte mich er­wischt: Ich hörte Tschaikowskys Fünfte, Norrington dirigierte – und ich auch, allerdings im Auto auf dem Aldi-Parkplatz um die Ecke. Ich kann nicht anders, meine Ohren sind direkt mit meinem Bizeps verbunden, ohne Umwege über das Gehirn. Muss das bescheuert aussehen, wenn ich im Opel Einsätze für die Trompeten in Richtung Scheibenwischer winke und mich erschöpft vor der Zapfsäule an der Tankstelle verbeuge, die mir immerhin „super!“ zuruft.

Weitersagen

08.06.17 (Gordon Kampe) -
Bestimmt kennen Sie diese seltenen Momente, an denen irgendetwas geschieht, das Sie nicht recht verstehen oder deuten wollen. Da sitzt man da, runzelt die Stirn, macht große Augen, wird plötzlich angefasst, vielleicht sogar getroffen. Das kann eine Erkenntnis sein oder Musik – oder aber der alte Herr, den ich neulich im ICE-Bistro traf: Wie an 82 Prozent aller Tage trug ich ein Sakko und ein weißes Hemd. Neben mir lag lediglich eine Zeitung, ich tippte auf meinem Handy herum und hatte keine weiteren berufsmäßigen Attribute bei mir – kein Klavier, kein Mahler-Handbuch, keine Partitur, nicht einmal mein Schickimicki-Notizbuch.

Nicht alles so schwer nehmen

01.05.17 (Sven Ferchow) -
Ja bist du deppert? Matthias singt. Richtig gelesen. Nicht Schweighöfer, der Schauspieler. Sondern Steiner, der Ex-Gewichtheber und Ex-Österreicher. Mitten in der Orientierungslosigkeit seiner Nachsportkarriere schnappt sich Steiner, der Ex-Olympiasieger, ein Mikrofon statt einer 30-Kilo-Hantelscheibe und fängt unbegründet an zu singen. Eventuell nachdem ihm diese samt Gestänge auf die Birne gefallen ist. Die Scheibe. Natürlich mit dem Totschlagargument, „er habe bereits als Kind Akkordeon und Klavier gelernt“. Aber wohl nicht gekonnt.

Aufwind ohne kulturelle Basis

13.04.17 (Verena Fischer-Zernin) -
... und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage? Was sich in Hamburg in diesen Monaten zuträgt, hat etwas Märchenhaftes. Die Elbphilharmonie ist tatsächlich fertig geworden. Da funkelt nun der Prachtbau, Stolz der Stadt, den diese sich nicht zu schade war, andernorts als „neues Weltwunder“ zu bewerben – Bescheidenheit wird überschätzt. Der Eröffnung im Januar war ein Medienspektakel sondergleichen. Die Architektur! Die Akustik! Allenthalben Superlative statt hanseatischer Nüchternheit. Eine Stadt, die traditionell als Hort der Pfeffersäcke gilt, schenkt sich als Wahrzeichen ausgerechnet einen Kulturtempel. Was macht das mit ihr? Und mit dem örtlichen Kulturleben?

„Du bist keine Weltstadt“

12.04.17 (Andreas Rossmann) -
Kultur in Bochum, das war jahrzehntelang zuerst, wenn nicht allein das Schauspielhaus, sowohl im eigenen Selbstverständnis als auch in der Außenwahrnehmung. Trotz der Skulptur „Terminal“ von Richard Serra, die 1980, von heftigen Debatten begleitet, schräg gegenüber des Hauptbahnhofs aufgestellt wurde, trotz Herbert Grönemeyer, der 1984 mit „4630 Bochum“ Popmusikgeschichte schrieb. Und wer dachte schon an das Musical „Starlight Express“, das hier seit 1988 rollt? Das Theater war der Leuchtturm der 370.000-Einwohner-Stadt; die Intendanten Peter Zadek (1972 bis 1977) und Claus Peymann (1979 bis 1986), davor schon Saladin Schmitt (1919 bis 1949) und Hans Schalla (1949 bis 1972) stehen dafür.

Abgehängt

09.03.17 (Gordon Kampe) -
Dies hier wird nicht lustig. Ich knüpfe an einen Text aus dem letzten Jahr an, in dem ich von einem Mädchen aus Afghanistan berichte, mit dem ich in einer Schule Musik gemacht hatte. Damit Rückschlüsse auf konkrete Menschen unmöglich sind, wartete ich mit der Fortsetzung und vermische zudem Schulen miteinander: Nie hatte ich einen Klassenraum nach getaner Arbeit so ernüchtert verlassen. Wie das alles die frohgemute Lehrerin jahrelang aushielt?
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