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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikphilosophie«

Der letzte virtuose Meister seines Genres

18.07.22 (Dieter David Scholz) -
Georg Kreisler, der letzte Altmeister des Kabaretts, wurde vor 100 Jahren, am 18. Juli 1922, geboren. Vor knapp 20 Jahren verabschiedete er sich von der Bühne und dem Konzertsaal, aber vergessen ist er keinesfalls, dazu sind seine literarischen und nichtliterarischen, seine spöttisch-satirischen Hinterlassenschaften zu originell. Er konnte hinreißend Klavier spielen, hatte ein freches Mundwerk und fürchtete sich vor nichts und niemandem.

Schwer-Mut

29.05.20 (Andreas Kolb) -
Das Bild: Ein Musiktherapeut spielt vor den Fenstern eines Altersheims. Das Haus darf er nicht betreten, seine Patienten nicht besuchen. Die COVID-19-Bestimmungen haben es wochenlang nicht zugelassen. Seine Musik wird so vom Heilmittel zum klingenden Ausdruck der Nöte, die die Pandemie in allen Lebensbereichen erzeugt. Das Thema COVID-19 ist inflationär in allen Medien, da scheint es geradezu antizyklisch, wenn die neue musikzeitung Musiktherapie als thematischen Schwerpunkt präsentiert.

dasselbe ist immer noch nicht dasselbe

21.05.20 (Felix Stachelhaus) -
Dass die Digitalisierung die Musik verändert, steht außer Frage. Für einen Großteil der Komponist*innen gehört die Arbeit mit digitalen Elementen zum Alltag. Trotzdem (oder gerade deswegen?) kommt von diesen Komponist*innen kaum jemand auf die Idee, die Elektronik mit einem Ensemble oder Orchester zu verwechseln, als Ersatz für eine*n lebendige*n Improvisationspartner*in zu sehen oder das Schreiben von Noten für überflüssig zu erklären.

Komponieren im Medium der Samples

26.02.20 (Harry Lehmann) -
Die Digitalisierung führt zu einem Bruch mit einer tausendjährigen Musikkultur, die auf dem Lesen und Schreiben von Noten beruhte. Wurde Kunstmusik bislang im Medium der Noten komponiert, so entwickeln sich heute – nicht nur in der Populär-, sondern auch in der Kunstmusik – die Samples zum neuen Medium der Komposition. Die im 20. Jahrhundert aufkommende Popmusik hatte diesen Bruch antizipiert, aber noch nicht vollzogen. Erst wenn die Digitalisierung auch die am stärksten in der Notenschrift verankerte Musik erfasst hat, kann man davon sprechen, dass die Epoche der literalen Musikkultur zu Ende geht.

Gegenentwurf mit viel Beethoven

29.05.18 (Georg Beck) -
Es gibt Sätze in diesem Buch, für die man ihren Autor noch im Himmel umarmen möchte. Überhaupt bleibt es ein Rätsel, wie ein 30-Jähriger ein solches Thema angehen, finden, es sich zutrauen konnte. Und zwar buchstäblich (hier kann, in diesem Fall muss man es sagen) – allein gegen eine „Welt von Feinden“.

Buch-Tipps 2017/09

17.09.17 (Michael Wackerbauer) -
Günther Anders: Musikphilosophische Schriften. Texte und Dokumente, hg. v. R. Ellensohn, C. H. Beck +++ Lexikon Schriften über Musik, Bd. 1: Musiktheorie von der Antike bis zur Gegenwart, hrsg. v. U. Scheideler/F. Wörner, Bärenreiter/Metzler +++ Øivind Varkøy: Warum Musik? Zur Begründung des Musikunterrichts von Platon bis heute, Helbling

Unfall oder Motor der Evolution?

28.06.17 (Hans-Jürgen Schaal) -
In den meisten Situationen unseres Lebens, in denen Musik erklingt, bildet sie nur ein angenehmes Hintergrundgeräusch. Wir konsumieren Musik als untermalendes Geklingel in Film und Fernsehen, als Begleitphänomen auf Partys und Autofahrten, als ablenkende Beschallung im Supermarkt oder bei der Hausarbeit. Musik hat dabei keine andere Funktion als etwa die Tüte Popcorn oder Chips, die man nebenbei nascht, damit es einem nicht langweilig wird. Musik ist die kleine Leckerei für zwischendurch, die uns bei Laune hält. Aus der Sicht des Neurowissenschaftlers Manfred Spitzer: „Musik bewirkt prinzipiell das Gleiche [...] wie beispielsweise Nahrung oder soziale Signale.“

Eine Art von Schweigen

13.03.17 (Christoph Vratz) -
„Entzückende Doppelsinnigkeit! Reizendes und enttäuschendes Trugbild eines Augenblicks! Wie alles, was gefährdet, köstlich, unumkehrbar ist“ – es gibt sie, die „doppelsinnige Qualität“ von Musik. Sie fügt zusammen, was sich eigentlich ausschließt – und wird damit für jeden Hörer zu etwas Besonderem.

Neue Musik zwischen Euphorie und Nervosität

09.01.17 (Dirk Wieschollek) -
Das Selbstverständnis und die Bedeutung zeitgenössischer Musik stehen momentan so stark im Fokus ästhetischer Diskussion wie schon lange nicht mehr. Welche Inhalte kann sie noch transportieren? Welcher Medien und Begrifflichkeiten bedient sie sich, um unter den veränderten Wahrnehmungs- und Produktionsbedingungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts künstlerische Relevanz zu behaupten? Einer derjenigen, die den Diskurs intensiv mit vorangetrieben haben, ist der Philosoph Harry Lehmann.

Vom Übergang der Musik zur Philosophie

Es tut sich etwas in der deutschsprachigen Musikphilosophie. Nachdem Albrecht Wellmers „Versuch über Musik und Sprache“ den Auftakt gab, Gunnar Hindrichs mit „Die Autonomie des Klangs“ eine voll ausgeführte Philosophie der Musik vorlegte (sie­he hierzu die Rezension in der Februar-Ausgabe der neuen musikzeitung), Daniel Martin Feige bei Suhrkamp seine „Philosophie des Jazz“ vorstellte (siehe hierzu die Rezension in der September-Ausgabe der nmz), Richard Kleins „Einführung in die Musikphilosophie“ in diesem Herbst erscheint (Besprechung folgt) und weitere Autoren der Vollendung ihrer Bücher entgegensehen, liefert nun Christian Grüny die nächste Schrift, die einfach zu klug, zu kenntnisreich, zu anregend ist, als dass sie nur in akademischen Kreisen gelesen werden sollte.
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