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Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 07.05. bis 13.05.2018

06.05.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 19. Schwerpunkte: Acht Brücken in Köln, Jodel-Diplome, Hörstücke von Pierre Schaeffer, Pierre Henry und Gerhard Rühm. Und ein Stück, bei dem Albrecht Dümling als Registrant benötigt wurde.

Die musikalische Fernsehwoche vom 07.05. bis zum 13.05.2018

06.05.18 (mh) -
Musikzeug im Fernsehen der öffentlich-rechtlichen Kanäle in der Kalenderwoche 19. Ist schon etwas für ganz sportliche Frühaufsteher. Wenn da 05:00 steht meint das morgens nach mitteleuropäischer Sommerzeit und nicht etwa die Zeit zwischen Nachmittagnickerchen und Abendbrot!

Plädoyer für Live-Konzerte: Beat Furrer erhielt den Ernst-von-Siemens-Musikpreis 2018

05.05.18 (Roland H. Dippel) -
Aktuell fördert die Ernst-von-Siemens-Stiftung 115 ausgewählte Projektanträge mit einer Summe von 3,5 Mio. Euro. Am 3. Mai erhielt der österreichisch-schweizerische Komponist Beat Furrer im Prinzregententheater München den mit 250.000 Euro dotierten Ernst-von-Siemens-Musikpreis und trat selbst ans Pult des von ihm gegründeten Klangforum Wien. Die drei mit je 35.000 Euro dotierten Komponisten-Förderpreise gingen an Clara Iannotta, Oriol Saladrigues und Timothy McCormack.

Oper/Operette/Stimmen: Radio-Monat Mai 2018

04.05.18 (mh) -
Opern … im Radio. Operette und Stimmen im Mai 2018. 100. Geburtstag von Birgit Nilsson. Opern von Rossini, Modest Mussorgsky, Leos Janácek, Henry Purcell, Sterkel, Verdi, José Maria Sánchez-Verdú, Georg Friedrich Händel und Bernd Alois Zimmermann.

Mozart würde Handy tragen – Zickenkriege bei Mozart oder: So machen’s (jetzt) alle

04.05.18 (Michael Ernst) -
Dresdens Musikhochschule interpretiert „Così fan tutte“ studentisch modern - auf musikalisch hohem Niveau. Die Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden hat es derzeit sehr schwer: Als Haus ohne Hüter wartet die Bildungseinrichtung seit dem Rücktritt ihrer umstrittenen Rektorin, die damit einer drohenden Abwahl zuvorkam, auf sinnvolle Weichenstellungen für die Zukunft. Momentan fährt die Hochschule quasi auf Sicht: Strukturelle Entscheidungen sind auf später verschoben, der generelle Modus besagt, bislang geht alles so weiter wie bisher. Schlimmstenfalls könnte das Stillstand und / oder Rückschritt bedeuten.

Zwei Einakter Rachmaninows als theatralisches Vermächtnis in Kiel

03.05.18 (Arndt Voß) -
Bei so manch einem Komponisten wird nur ein Teil des Oeuvres wahrgenommen, auch bei Sergei Rachmaninow (1873–1943). Seinen Klavierkompositionen begegnet man gern und oft, in Konzertform oder als Solostück, auch als Kammermusik. Seltener sind die sinfonischen Kompositionen zu hören, noch weniger die vokalen. Doch dass er drei Operneinakter vollendete, ist kaum bekannt. Es kommt deshalb einer Entdeckungstat nahe, sie auf die Bühne zu stellen. In Kiel wagte man das und gewann einen ungewöhnlichen Abend.

Zimmermann-Oper „Die Soldaten“ an den Uraufführungsort Köln zurückgekehrt

03.05.18 (Georg Beck) -
Man fieberte mit. Wofür man noch nicht einmal Kölner sein musste. Schadete freilich auch nicht, wenn es so war. Man freute sich einfach, dass diese gebeutelte Stadt, in der so vieles versinkt – das Stadtarchiv im bröseligen U-Bahn-Untergrund, die Oper in einer etatlöcherreißenden Permanent-Baustelle, jüngst der 1. Fußball-Club in der Zweitklassigkeit –, man freute sich, dass diese Stadt, offenbar doch noch groß denken, groß handeln kann. Freute sich mit und für den „Leitungsstab“ der Oper Köln, spürte den erhöhten Pulsschlag ihres Dramaturgen Georg Kehren, wenn dieser, nicht ohne Stolz, vorrechnete: „Nach 53 Jahren wieder zurück am Ausgangspunkt!“

Wenig Dramatik, viel Theater: „Die Macht des Schicksals“ an der Semperoper

01.05.18 (Roland H. Dippel) -
Die letzte Produktion an der Semperoper Dresden lief von 1966 bis 1975 und 1926 wurde „Die Macht des Schicksals“ in der Bearbeitung und Übersetzung von Franz Werfel unter der musikalischen Leitung von Fritz Busch ein Meilenstein der deutschen Verdi-Renaissance. Die Neuproduktion schillert in einem kräftigen, allerdings nur wenig beglückendem Helldunkel.

Rituale ohne Dogmen: Die 50. Wittener Tage für Neue Kammermusik

01.05.18 (Stefan Pieper) -
„In Räumen sein, wo noch nie jemand war“, so formulierte der Klarinettist Jörg Widmann jenen Idealzustand der ästhetischen Belebung, welche bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik seit nunmehr fünf Jahrzehnten Programm ist. So etwas wollen regelmäßig die angereisten Protagonisten herbeiführen und dafür reist eine internationale Zuhörerschaft an. Im Jahr 1969 wurde das Wittener Festival in seiner heutigen Form geboren. Einen verlässlichen Rahmen liefert hier der Westdeutsche Rundfunk, der sich in einer Zeit einklinkte, in der die Sicherstellung öffentlicher Bildungsaufträge auch für „Minderheiten“ noch ein Kerngeschäft war. In Witten lebt so etwas fort. Also wurde auch am Festivalwochenende 2018 abendfüllend Neue Musik in den Äther gestrahlt.

Rolando Villazón inszeniert an der Deutschen Oper Berlin „Die Fledermaus“

30.04.18 (Joachim Lange) -
Die „Fledermaus“ von Johann Strauß ist die Operette, die von den Opernhäusern und der Spitzengarde der Regisseure allemal wie eine Oper behandelt, also ernst genommen wird. Sie ist aber dennoch immer zugleich der silvestertaugliche Kassenfüller für jeden Spielplan. Die Komödie mit den Uralt-Witzen, die unter Artenschutz stehen, das Porträt der bürgerlichen Doppelmoral. Obendrein die Chance, den Frosch im dritten Akt so vom Leder ziehen zu lassen, dass Kultur- und Stadtpolitik das Lachen im Halse stecken bleibt.

Sidney Corbetts „San Paolo“ am Theater Osnabrück uraufgeführt

Sidney Corbett, der 1960 in Chicago geborene Komponist, ist in Osnabrück kein Unbekannter: 2013 war das Theater der Domstadt Ort der Aufführung von Corbetts Oper „Das große Heft“ – jetzt folgte eine zweite Uraufführung einer weiteren Osnabrücker Auftragsarbeit: „San Paolo“. Im Mittelpunkt: die historische Figur des Apostels Paulus.

Wenn schon, dann vieraktig: Giacomo Puccinis „Edgar“ am Theater Regensburg

29.04.18 (Juan Martin Koch) -
Eigentlich eine Steilvorlage für den Opernbetrieb: Vor gut zehn Jahren rückte die Enkelin Giacomo Puccinis endlich mit der Partitur des vierten „Edgar“-Aktes heraus, jenes Aktes also, den der Komponist beim Ringen um eine erfolgreiche Fassung des 1889 durchgefallenen Stückes schließlich komplett strich.

Die Opern-Radio-Woche vom 30.04. bis 06.05.2018

29.04.18 (mh) -
Opern im Radio. Operette und Stimmen in Kalenderwoche 18. Wolfgang Amadeus Mozart: „Don Giovanni“ – Charles Gounod: „Roméo et Juliette“ – Aribert Reimann -„Ein Traumspiel“ – Giuseppe Verdi: „Don Carlos“ – Donizetti: „Maria Stuarda“ – Henry Purcell: „The Fairy Queen“ – B.A. Zimmermann: „Die Soldaten“

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 30.04. bis 06.05.2018

29.04.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 18. Schwerpunkte: Es geht um Marx, es geht um Arbeit. Es geht wie immer um alles.

Uraufführung von José M. Sánchez-Verdús „Argo“ in Schwetzingen betört nicht

28.04.18 (Georg Rudiger) -
Pollux, Herakles, Orpheus, Odysseus, Laokoon – die Besten der Besten, ein 50-köpfiges All-Star-Team der Antike, hatte einst Jason auf dem Schiff Argo versammelt, um auf einer gefährlichen Fahrt nach Kolchis im Kaukasus das goldene Vlies für seinen Onkel Pelias in die griechische Heimat zu holen. Auch Butes aus Attika ist bei diesem Abenteuer dabei – in der Argonautensage wird er von Apollonios von Rhodos allerdings nur mit zwei Zeilen erwähnt. Der spanische Komponist José Maria Sánchez-Verdú stellt nun bei seiner neuen Oper „Argo“ (Libretto: Gerhard Falkner), die bei den Schwetzinger SWR Festspielen uraufgeführt wurde, diese Randfigur in den Mittelpunkt.

Viel Staat um (fast) Nichts – „Mein Staat als Freund und Geliebte“ von Johannes Kreidler an der Oper Halle uraufgeführt

28.04.18 (Joachim Lange) -
„General Dr. von Staat“ – so nannte Thomas Mann jenes Phänomen, um das der jüngste Uraufführungs-Abend in der Oper Halle kreist. Der nennt sich – deutlich verführerischer als beim bürgerlichen Großdichter – „Mein Staat als Freund und Geliebte“. Sein Erfinder, Johannes Kreidler, bezeichnet ihn selbstbewusst als „Oper für Chor, Video, einen Schauspieler, einen dramatischen Tenor, Ballett, Orchester und Elektronik.“ Was zumindest nach dem „für“ nicht zu bestreiten ist. Bei „Oper“ wäre der Zusatz ReadyMade angebrachter. Denn das Ganze ist eine Collage aus längst existierender Musik, aus Filmklassikern, mehr oder weniger verbindenden oder abschweifenden Texten und einer Dosis Performance nach Art von Stefan Paul.

Möhren-Salat – DIE P&K-TRUMP-FAKES

27.04.18 (Theo Geißler) -
+++ Dresden: Sammelstelle für Echo-Rückläufer +++ Berlin: Welttag des Buches +++ Hamburg: Frauenfreier Kunstmarkt +++ London: Sie wippte – 92. Geburtstag der britische Königin Elizabeth II. +++ [Aus der aktuellen Politik & Kultur]

Kurz-Schluss – Wie ich einmal versuchte, als Influencer im Verbund mit der internationalen Medienlandschaft, die Moral der Welt zu verbessern

26.04.18 (Theo Geißler) -
„In medias res“ – damit meinten z. B. olle Philosophen früher schlicht: zur Sache. Seit aus der Mitte, dem Zentrum, gewissermaßen die alldefinierenden „Medien“ geworden sind, heißt es, auch Tinder sei Dank, eher „Zur Sache, Schätzchen“. Eine irritierende Mischung aus Trivialität und Unzuverlässigkeit überwabert unsere sogenannte Informationsgesellschaft. Und angesichts von Fake News und „Lügen-Presse“ wird der Grundsatz „Das Sichere ist das Unsichere“ immer stärker zur gesellschaftlichen Grundhaltung, verbunden mit einer Verwilderung scheinbar überkommener gesellschaftlicher Sitten und moralischer Grundsätze.

Der scheidende Intendant tanzt – Flimm inszeniert und spielt Igor Strawinskys „Die Geschichte vom Soldaten“ in Berlin

24.04.18 (Peter P. Pachl) -
Mit Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“ bereitete sich Jürgen Flimm selbst ein Abschiedsfest: zugleich eine Abschiedsinszenierung und eine Abschiedsrolle, bei der er am Ende seinen Hut nochmals in den Ring wirft – respektive seinen Zylinder auf die leer gefegte Spielfläche. Ungeahnte Jahre hat es gedauert, bis Flimm endlich die Staatsoper eröffnen durfte, und dann, in dieser Spielzeit, an der Seite eines Co-Intendanten, der inzwischen bereits im Haus Unter der Linen alleine das Sagen hat, Matthias Schulz.

Saitenbändiger – Das Duo BartolomeyBittmann beim BMW Welt Jazz Award 2018

24.04.18 (Ssirus W. Pakzad) -
Das wäre doch mal ein interessanter Versuch: könnten beliebig ausgewählte Passanten wohl erahnen, welche Art Musik das Duo BartolomeyBittmann macht, wenn man ihnen das Matineekonzert des BMW Welt Jazz Awards nur zeigte und ohne Ton vorspielte? Jede Wette, dass „Rockmusik“ eine häufig genannte Antwort wäre, auch wenn die Instrumentierung mit Geige und Cello dagegen spricht. Gestisch und von den Bewegungsabläufen her haben sich die beiden Österreicher nämlich einiges von den Rockern abgeschaut, inklusive Headbanging.

Setzkasten der deutschen Geschichte – Wagners „Lohengrin“ in Brüssel

23.04.18 (Joachim Lange) -
An der Brüssler La Monnaie Oper stellt Oliver Py an Richard Wagners „Lohengrin“ eher die alten Fragen, als zu neuen vorzudringen. „Lohengrin“ gehört zum harten Kern jeder Wagnerbegeisterung. Nicht nur bei König Ludwig II. von Bayern und diversen anderen „Großkopferten“. Das fängt schon mit den überirdischen Grasklängen des Vorspiels an. Wenn König Heinrich nach Brabant kommt, eigentlich nur Gefolgsleute im Kampf gegen den bevorstehenden Einfall der kriegerischen Ungarn rekrutieren will und erstmal die Machtfrage an der Schelde klären muss, dann entfaltet sich schönstes Wagnerparlando für Anfänger. Und für Fortgeschrittene.

Polnische Eröffnung – Die 13. Fachmesse jazzahead und ihr Gastland Polen

23.04.18 (Andreas Kolb) -
Wie in den Jahren zuvor moderierte der künstlerische Leiter der Fachmesse jazzahead, Peter Schulze, die Rednerliste der Eröffnungsveranstaltung an. Messechef Hans-Peter Schneider war sichtlich bewegt, zum 13. Mal seine Erfindung – eine Fachmesse für den Jazz mit angeschlossenem Festival – eröffnen zu können. Bremens Bürgermeister und Kultursenator Carsten Sieling konnte immerhin schon auf zwei Jazzahead-Eröffnungen innerhalb seiner kurzen Amtszeit verweisen. Doch einer fehlte: Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), ließ wegen des Skandals um den ECHO für Kollegah und Farid Bang seine Ansprache ausfallen.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 23.04. bis 29.04.2018

22.04.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 17. Schwerpunkte: Schwerpunkt der Woche ist die ausführliche Berichterstattung aus Witten. Drei Abende lang gibt es Uraufführungen, Erstaufführungen, Letztaufführungen … Selten direkt erwähnt hier: Die Nachtmusiken im Bayerischen Rundfunk mit Bayerischen und Fränkischen Komponistinnen.

Rebell, Visionär, Bewahrer, Erneuerer – Jean Guillou in der Elbphilharmonie

21.04.18 (Guido Krawinkel) -
Bezeichnend ist es allemal, dass das Geburtstagskonzert für Jean Guillou in Hamburg stattfindet – und nicht etwa in Paris. Das Verhältnis des Maître – so huldvoll tituliert man jenseits der Grenze verdiente Organisten – zu seinem Heimatland ist ein Kapitel für sich, eines, das nicht nur Lobeshymnen enthält. Das Sprichwort vom Propheten, der im eigenen Land wenig gilt, bewahrheitet sich hier einmal mehr.

Hurra, er ist da! – Das Pumuckl-Musical an Münchens Gärtnerplatztheater uraufgeführt

20.04.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Ein wochenlanger, schwerer Fall von Epidemie am Gärtnerplatztheater: nahezu alle Abteilungen waren betroffen; lange Schlangen aus Werkstätten, Verwaltung und freiem künstlerischen Personal vor – nein, in den Seitengassen der Probenräume. Ein ganzes Theater schien vom „Pumuckl“-Fieber befallen, denn selbst die ergrauten Mitarbeiter waren mit dem irrlichternden Rotschopf großgeworden, erst recht ihre Kinder und Enkel – via Radio, auf Schallplatte oder Kassette und dann ab den 1980er Jahren im Fernsehen… alle wollten miterleben, wie er anfing, jetzt die Bühne zu erobern.
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