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Im Zweiten sieht man besser: Mozarts „Così fan tutte“ am Staatstheater Nürnberg

24.02.19 (Juan Martin Koch) -
Der Nürnberger Staatsintendant Jens-Daniel Herzog hat die neue Produktion von Mozarts „Così fan tutte“ zur Chefsache erklärt und inszeniert höchstselbst. Keine so tolle Idee, findet Juan Martin Koch:

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 25.02. bis 03.03.2019

24.02.19 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 09. Roman Haubenstock-Ramati, Irvine Arditti solo, Paul Hillier und Theatre of Voices, Ultraschall Berlin 2019, ECLAT 2019 – Preisträgerkonzert, Werkzeuge der Neuen Musik – Der Kontrabass, Words and Music – Hörstück von Samuel Beckett, Arthur Rimbaud und der Sufismus, Kurt Weill jagt Fantômas, Das Musikkonservatorium in Tiflis, Karola Obermüller, Werkzeuge der Neuen Musik – Die Elektronik, Elektronische Musik – Historische Studios [01]: Köln, Hector Berlioz und die Romantik, Robert Walser und die Musik, Geschichte der Fotografie in Klang.

Herausfordernder Musiktheaterabend – Michael Wertmüllers „Diodati. Unendlich“ am Theater Basel uraufgeführt

22.02.19 (Georg Rudiger) -
„Die Pausen sind kurz, die Reizdichte ist hoch, alles passiert gleichzeitig!“ sagt unser Kritiker Georg Rudiger. Er hat die Uraufführung von Michael Wertmüllers neuem Musiktheaterwerk „Diodati. Unendlich“ miterlebt. Das Ensemble hat ganze Arbeit geleistet, so zum Beispiel die bis in stratosphärische Höhen glasklare Sara Hershkowitz. „Eine Verbindung zwischen all den Elementen, die wie im Teilchenbeschleuniger umherschießen, gelingt an diesem Abend nicht. Aber vielleicht ist das auch zu konservativ gedacht für diesen herausfordernden Musiktheaterabend.“

nmz news update_0222: Verfolgte Musiker | Video-Oper in Erfurt | Debatten zu Barenboim und den Bühnen Halle

22.02.19 (Martin Hufner) -
Starr- oder Starsinn? In unserem aktuellen Newsletter geht es um eine verdienstvolle Ausstellung zu „Verfolgten Musiker im nationalsozialistischen Thüringen“, einer Video-Oper von Steve Reich in Erfurt. Wir verfolgen die Diskussionen um die Leitung der Bühnen Halle, die Arbeit von Daniel Barenboim und eine Presseausladung am Staatstheater Wiesbaden.

Verfolgte Musiker/-innen im nationalsozialistischen Thüringen – Ausstellung im Stadtmuseum Weimar

Eine Ausstellung im Stadtmuseum Weimar präsentiert im Jubiläumsjahr 2019 erste Erkenntnisse eines Forschungsprojekts des Vereins weim I art e.V. Die Weimarer Republik nicht von ihrem Ende her zu denken, sondern als demokratisches Ereignis ohne die unsere heutige Bundesrepublik nicht denkbar wäre, ist die wohl wichtigste Erkenntnis des 100. Jubiläums, dem in Weimar am 5. Februar 2019 mit einem großen Festakt gedacht wurde.

Video-Oper „Three Tales“ von Beryl Korot und Steve Reich am Theater Erfurt

22.02.19 (Joachim Lange) -
Was haben die Explosion des Riesenluftschiffes „Hindenburg“, die Atombombenversuche der Amerikaner über dem Bikini-Atoll und das Klon-Schaf Dolly gemeinsam? Alles Menschenwerk – könnte man ganz im Allgemeinen antworten. Konkret bilden sie den Gegenstand von drei Akten einer Video-Oper. Der Guru der Minimal Music, Steve Reich (82), und seine Frau, die Videokünstlerin Beryl Korot nennen ihr 65-minütiges Auftragswerk der Wiener Festwochen „Three Tales“ (Drei Geschichten) von 2002 so.

nmz news update_0220: Bernstein, Händel, Saxophon | SWR-Vokalensemle bei ECLAT | ARD, Museen, Zensur

20.02.19 (Martin Hufner) -
In unserem aktuellen Newsletter stehen Berichte aus Karlsruhe und München im Zentrum. Juan Martin Koch sieht Leonard Bernstein als „begnadeten Musikvermittler.“ Wir verlieren ein paar Gedanken zur Veröffentlichungsproblemen bei Facebook, zu Selfieadäquatheit der Kunst und zum Thema „Framing bei der ARD“.

Im Bebop-Slalom – Das Quartett von Géraldine Laurent bei BMW Welt Jazz Award

20.02.19 (Ssirus W. Pakzad) -
Das dritte Matinee-Konzert des „Saxophone Worlds“ überschriebenen BMW Welt Jazz Awards war eines für alle, die Jazz mit einer bestimmten Art von Puls in Verbindung bringen, die es swingend mögen und schön klassisch. Im proppevollen Doppelkegel huldigte die französische Altsaxofonistin Géraldine Laurent ihren Vorbildern aus der Bebop-Ära und verstand es dennoch, sich von ihnen zu lösen.

Händel-Show in Las Vegas – Die 42. Händelfestspiele Karlsruhe eröffnen mit „Serse“ in der Regie von Max Emanuel Cencic

20.02.19 (Georg Rudiger) -
Händels „Serse“ bei den 42. Händelfestspielen in Karlsruhe macht Eindruck: Dramaturgisch, sängerisch und musikalisch, findet unser Autor Georg Rudiger, der ganz beglückt ist über den engen Draht zwischen Bühne und Orchestergraben.

Aus Kinderaugen-Sicht: Mozarts „Die Zauberflöte“ als Neuinszenierung an der Staatsoper Berlin

19.02.19 (Peter P. Pachl) -
„Die Zauberflöte (neu)“ steht gedruckt auf der Eintrittskarte zur Mozart-Neuinszenierung am Haus Unter den Linden, denn vorsorglich soll für Festanlässe die Inszenierung von August Everding (alt) aus dem Jahre 1994 weiter im Spielplan bleiben. Eine derartige Regelung ist sicherlich ein Unikum, auch wenn viele Theater in ihrem regulären Abendspielplan „Die Zauberflöte“ und daneben an Vor- oder Nachmittagen noch eine Kurzfassung für Kinder spielen, etwa „Papageno spielt auf der Zauberflöte“.

Eine Talkshow im Sonnenstaat – Cherubinis Oper „Idalide oder Die Jungfrau der Sonne“ in Saalfeld

19.02.19 (Joachim Lange) -
Dank seiner „Medée“ ist Luigi Cherubini (1760-1842) heute noch – oder besser wieder – im Repertoire präsent. Erst Dank Maria Callas und dann des Ausgrabungsehrgeizes von Häusern wie Erfurt. Aber auch in Berlin oder in Saarbrücken gab es in jüngerer Zeit bemerkenswerte Inszenierungen dieser antiken Tragödie aus dem Jahre 1797, die auch zeitgenössische Komponisten (wie Aribert Reimann) immer noch reizt.

Fantasievoll im Fantasielosen – Zur Uraufführung von Anno Schreiers Oper „Schade, dass sie eine Hure war“ in Düsseldorf

18.02.19 (Regine Müller) -
Dem Haus droht Sanierung oder Abriss und Neubau. Mitten in diese ungewisse Zukunft setzt die Deutsche Oper am Rhein eine Uraufführung mit Anno Schreiers Oper „Schade, dass sie eine Hure war“. Unsere Autorin Regine Müller kommt zur Überzeugung: Das war jetzt leider viel Retro ohne die Spur von Nonsense. Diese Oper sei letztendlich bloß „fantasievoll im Fantasielosen. Denn für einen postmodernen Spaß ist sie nicht lustig und ironisch genug.“

Imponierende Farblosigkeit: Menottis „Der Konsul“ in Freiberg und Döbeln

18.02.19 (Roland H. Dippel) -
„Puccini hat mehr meine dramatische Technik als meinen musikalischen Stil beeinflusst.“ schrieb Gian Carlo Menotti selbst und ist deshalb nicht ganz unschuldig daran, dass seine 1950 in Philadelphia uraufgeführte Oper „The Consul“ in den Kategorien ‚musikalischer Fortschritt‘ und ‚progressive Dramaturgie‘ keine allzu guten Zensuren erhielt. Auch den Serienerfolg am Broadway mit 269 Vorstellungen hat man ihm verübelt. Heute gilt „Der Konsul“, der eine unmenschlich wuchernde Bürokratie geißelt, als Rarität. Am Mittelsächsischen Theater Döbeln-Freiberg ist er jetzt in einer packenden Aufführung zu erleben.

Figuren werden zu Schattenrissen – César Francks „Hulda“ am Theater Freiburg

17.02.19 (Georg Rudiger) -
Eine Frau verliert alles. Ihre Mutter wird getötet, ihr Volk massakriert. Man deportiert sie aus der Heimat. Sie wird vergewaltigt und soll zwangsverheiratet werden. Aber sie wehrt sich – und aus der Erniedrigung erwächst ihre Rache. Am Ende gibt es noch mehr Gewalt, bis sie sich schließlich selbst mit einem Sturz von der Klippe das Leben nimmt. „Hulda“ heißt die 1885 vollendete, am 8. März 1894 in Monte Carlo uraufgeführte Oper von César Franck nach dem Drama „Halte-Hulda“ des norwegischen Schriftstellers Björnsterne Björnson.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 18.02. bis 24.02.2019

17.02.19 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 08. Jörg Widmann, Geschichte der Klangkunst, Neues in alten Formen, Olga Neuwirth, Ultraschall Berlin, Johannes Kreidler, Martin Tchiba, Festival TIME:SPANS, Macht der Musik in Zeiten von #MeToo, Atacama-Perspektiven, Camille Kerger, Music for Hotel Bars, „Trance“-Sibirien.

Das Orchester spricht – Zur Wiedereröffnung des Grand Théâtre Genève mit Wagners „Ring des Nibelungen“

15.02.19 (Georg Rudiger) -
Draußen funkelt das Gold in den prachtvoll renovierten Foyers des Grand Théâtre Genève, das zweieinhalb Jahre geschlossen war. Drinnen möchte der scheidende Intendant Tobias Richter im wiedereröffneten Opernhaus mit dem „Ring des Nibelungen“ von 2013/14 (Regie: Dieter Dorn, Bühne: Jürgen Rose) den Glanz auch in den nüchtern und funktional gebliebenen Zuschauerraum bringen. Das mystische Vorspiel zum „Rheingold“ als Schöpfungsakt, als Weihe des wiedereröffneten Hauses – eine durchaus stimmige Dramaturgie.

nmz news update_0215: Daniel Barenboim | Preis der Deutschen Schallplattenkritik | Insolvenzen bei Tonger Köln und KNV Erfurt

15.02.19 (mh) -
Unser Informationsupdate zu aktuellen Themen: Daniel Barenboim und die Staatsoper Berlin in der Kritik | Joana Mallwitz im Gespräch mit der Zeitschrift „Oper & Tanz“, Insolvenzen beim Musikhaus Tonger in Köln und beim Buchzwischenhändler KNV .

nmz news update_0214: Intendantendämmerung in Halle? | Urheberrecht und Untergang des „freien“ Internets |

14.02.19 (Martin Hufner) -
Unser Informationsupdate zu aktuellen Themen: Heute mit einem Blick auf auf die Situation am Theater Halle und einen Update zur hysterischen Diskussion um die Entwicklung des EU-Urheberrechts im digitalen Binnenmarkt. Unser Autor empfiehlt: Geduld und Abkühlung.

Wolfgang Mitterers „Schneewittchen“ an der „opera stabile“ in Hamburg

12.02.19 (Ute Schalz-Laurenze) -
Immer wieder werden die Märchen zur Grundlage von Filmen, Romanen und Vertonungen, so vieldeutig sind sie in ihren meist psychoanalytischen Interpretationen. Zahllos sind die „Schneewittchen“-Verfilmungen nach dem Märchen der Gebrüder Grimm, aber auch in literarischen Adaptionen finden sich namhafte Künstler wie Theodor Storm und Robert Walser. Engelbert Humperdinck hat, noch bevor er „Hänsel und Gretel“ vertonte, 1888 vier Klavierlieder über Schneewittchen nach dem Libretto seiner Schwester Adelheid Wette geschrieben. Diese Lieder und noch anderes Material von Humperdinck regten den österreichischen Komponisten Wolfgang Mitterer 2016 zu der Kinderoper „Schneewittchen“ an, die jetzt an der Hamburgischen Staatsoper Premiere hatte.

Das Klavier in unserem Leben – Eindrücke vom Eclat Festival Stuttgart

12.02.19 (Andreas Kolb) -
37 Uraufführungen in fünf Tagen, das ergibt einen Schnitt von etwa sieben neuen Werken am Tag. Mehr als je zuvor war das Eclat Festival vom 6. bis 10. Februar 2019 im Stuttgarter Theaterhaus – übrigens nach wie vor eine der architektonisch besten Produktionsstätten für neue Musik – eine Messe der musikalischen Möglichkeiten der Gegenwart. Was die eingeladenen 26 Komponistinnen und 24 Komponisten alles präsentierten, reichte vom „harmlosen“ (in Anführungszeichen!) Schubert-Abend über neue Musik als sozialreformerische Bemühung bis hin zu auf höchstem Niveau gefertigter und dargestellter Kammer-, Chor- und Orchestermusik.

Waten in der Geschichte: die Münchner Staatsoper triumphiert mit Ernst Kreneks „Karl V.“

11.02.19 (Juan Martin Koch) -
Der Beginn ist grandios: Aus der riesigen Projektion von Tizians „jüngstem Gericht“ löst sich zu Karls Abdankungsmonolog plötzlich eine lebende Gestalt und beginnt zu klettern, geradewegs Tizians Himmel empor… Doch bald zerfällt das Bild, übrig bleibt ein unzusammenhängendes Mosaik rechteckiger Einzelteile.

Offenbach Operette 4.0 – Das Jewish Chamber Orchestra Munich in den Kammerspielen München

11.02.19 (Christian Kröber) -
Jedes Jahr ist Jubiläumsjahr. Und so feiert die Musikwelt 2019 Leopold Mozart, Clara Schumann und Jacques Offenbach, der im Salzburger Sommerfestival mit einer Inszenierung seines „Orpheus in der Unterwelt“ – hier mondän als Orpheé aux Enfers tituliert – zu höheren Weihen gelangen soll. Das lässt auch die Münchner nicht ruhen, die mit dem Jewish Chamber Orchestra Munich (JCOM) und ihrem Gründer und Leiter Daniel Grossmann zwei unbekannte Einakter Offenbachs auf die Bühne der Münchner Kammerspiele gebracht haben.

Clara Schumann und Genderforschung: Eine Fachtagung in Leipzig

10.02.19 (Roland H. Dippel) -
Studierende der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ haben anlässlich des Jubiläumsjahrs zum 200. Geburtstag der Pianistin und Komponistin „Eine Tagung für Clara Schumann" veranstaltet. Unser Autor Roland H. Dippel konstatiert eine bunte fachliche Mischung, mit individuellem Erkenntnisgewinn:

Viel Zuckerwatte: Pierantonio Valtinonis Oper „Der Zauberer von Oz“ am Theater Erfurt

10.02.19 (Roland H. Dippel) -
Zürich 2017. Berlin 2018, Erfurt 2019. Die Neuvertonung von „Der Zauberer von Oz“ des Italieners Pierantonio Valtinoni (geb. 1959) könnte ein Serienerfolg werden. Seine Oper auf den Text von Paolo Madron (geb. 1956) enthält kräftiges Spielfutter für Musiker und Bühne. Am Theater Erfurt verhielt man sich äußerst respektvoll und liebevoll zu dieser Partitur in der deutschen Fassung von Hanna Francesconi. Die Realisierung der Kinderchöre wurde in dieser Premiere zum Höhepunkt des Abends.

Dann schrei‘n wir eben dort! – Modest Mussorgskys „Boris Godunow“ am Theater Lübeck

06.02.19 (Arndt Voß) -
Ein kleines Opernhaus wie das in Lübeck kann manches nicht allein stemmen. Kooperation, nichts Ehrenrühriges, ist angesagt, will es seinem Publikum das Außergewöhnliche bieten, wie es zum Beispiel Modest Mussorgskys „Boris Godunow“ ist, das stimmgewaltige und szenisch aufwändige Epos aus dem alten Russland und die Genietat eines Autodidakten. Diesmal halfen das Staatstheater Nürnberg und die GöteborgsOperan, um auch in Lübeck (Premiere: 25. Januar 2019) nach Jahrzehnten einmal wieder der Frage nachzugehen, hat Boris nun oder hat er nicht den Zarewitsch gemordet.
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