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Oper Magdeburg eröffnet Spielzeit mit Wagners „Walküre“

12.09.18 (Joachim Lange) -
Nur einen Teil aus Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ auf den Spielplan zu setzten, hat etwas von „ein bisschen schwanger“. Aber wenn man es dann schon mal macht, so wie jetzt die Oper in Magdeburg zum Spielzeitauftakt, dann bietet sich dafür die „Walküre“ noch am ehesten an. Das „Was-bisher-geschah“ (und zwar im „Rheingold“ und in der Zeit zwischen Einzug der Götter und „Walküre“) wird hier nämlich ohnehin ausführlich erzählt.

ARD-Wettbewerb: Konstantia Gourzi komponiert „Evening at the Window“ als Pflichtstück für Viola – Ein Interview

12.09.18 (Tabea Eppelein) -
Konstantia Gourzi ist eine international anerkannte Komponistin. Ihre Werke finden nicht nur in Deutschland Beachtung, sondern auch beispielsweise in Spanien, Griechenland, Japan und Israel. Konstantia Gourzis Musik schafft einen interkulturellen Dialog weit über Grenzen hinweg. Und dabei ist es Neue Musik, die man ohne Anstrengung hören kann – sie berührt stets unmittelbar. Für den ARD-Wettbewerb 2018 komponierte sie das Pflichtstück für Viola. Der Titel: „Evening at the Window“. Am 14. September 2018 findet die Uraufführung im Prinzregententheater München statt. Natürlich ist der Inhalt des Stückes bis zu diesem Termin noch streng geheim. Konstantia Gourzi verrät im Interview mit Tabea Eppelein trotzdem schon einiges.

Fröhliches Museum: Ein Plädoyer für Natschinski & Co. – „Mein Freund Bunbury“ an der Musikalischen Komödie Leipzig

10.09.18 (Roland H. Dippel) -
Etwas ist anders bei der Wiederaufnahme von Karl Zugowskis Inszenierung von „Mein Freund Bunbury“ an diesem Sonntag-Nachmittag, der andernorts „Tag des offenen Denkmals“ ist. Sie sind alle da in der Musikalischen Komödie Leipzig: Chefdirigent Roland Seiffarth i. R., der sich vor 1989 bei DDR-Musicals gerne gedrückt hatte, sein Amtsnachfolger Stefan Klingele und auch die Choreografin und Intendantin i. R. Monika Geppert, die so viele Stücke von Gerhard Kneifel und anderen mit ihrer wunderbar szeneaffinen Kompanie geprägt hatte. Nur einer fehlte diesmal: Gerd Natschinski, der Komponist selbst.

Eben komme ich von Haydn … – Herbstgoldfestival in Eisenstadt 2018

10.09.18 (Michael Kube) -
Man mag es kaum glauben, aber für Meteorologen ist schon seit ein paar Tagen der heiße Sommer kühle Geschichte – warme Tage hin oder her. Insofern ist es auch recht passend, dass im burgenländischen Eisenstadt das „Herbstgold“ begonnen hat – ein zwölftägiges Festival, dass mit seinen Spielorten und einem Generalmotto punkten will: neben dem schönen Schloss Esterházy mit seinem prächtigen Großen Saal und wenigen anderen Lokalitäten des alten Residenzstädtchens heuer mit dem Motto „Krieg und Frieden“.

Fünf Fragen an Olaf Zimmermann (Deutscher Kulturrat)

10.09.18 (Martin Hufner) -
nmz.de hat den Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, zur „Mutter aller Probleme“, das „Stöckchenspringen“, der Wirkung der „Initiative Kulturelle Integration“, #wirsindmehr und den Zusammenhang zwischen schulischer Bildung und Rechtsextremismus befragt.

Wagner-Wunder in der Provinz – „Götterdämmerung“ in Minden

08.09.18 (Regine Müller) -
Ein winziges Provinz-Theaterchen ohne eigenes Ensemble und Orchester mit gerade einmal 535 Plätzen spielt Wagner? Das klingt eigentlich nach purem Größenwahn oder besser noch nach laienhafter Selbstüberschätzung. Doch in Minden hat dieser Wahnsinn seit 16 Jahren Methode und hat sich nun gerade mit der Premiere der „Götterdämmerung“ zu unglaublichem Erfolg verdichtet. Denn nun ist der „Ring“ tatsächlich rund, im kommenden Jahr wird die gewaltige Tetralogie, unter der selbst große Operntanker ächzen sogar zwei Mal zyklisch über die Bühne gehen. Ein Wunder. Zumal sich der Mindener „Ring“, ebenso wie alle die Produktionen der Vorjahre keineswegs hinter den großen Häusern verstecken muss. Im Gegenteil.

Der Neue in Dresden – Peter Theiler im Gespräch: „Theater aus dem Geist eines gesellschaftlichen Zusammenhalts"

05.09.18 (Michael Ernst) -
Von Nürnberg kam er nach Dresden, doch eigentlich stammt Peter Theiler aus der Schweiz. Er wurde 1956 in Basel geboren, hat erfolgreich an Theatern in seinem Heimatland, in Frankreich sowie in Deutschland gearbeitet, zuletzt war er zehn Jahre lang Staatsintendant am Dreispartentheater in Nürnberg. Dort tritt nun Regisseur Jens-Daniel Herzog die Nachfolge an, während Theiler dem Ruf aus Dresden folgt. Im Interview erläutert er seine Sicht auf die Stadt und seine Vorhaben an der Semperoper.

Abrahams „Ball im Savoy“ in Lübeck – surreal und nebulös

05.09.18 (Arndt Voß) -
Auch bei den Musicals sind schon etliche in die Jahre gekommen. Warum sollte man da nicht eine vergessene Operette wiederbeleben, Paul Abrahams „Ball im Savoy“ etwa? Das Theater Lübeck tat es zur Saisoneröffnung (Premiere: 1. September 2018) mit Bravour und ein paar Versatzstücken, das paradoxe Ballvergnügen zu problematisieren.

Scharfe und fromme Töne – Das Beethovenfest Bonn startet mit starken Konzerten

04.09.18 (Regine Müller) -
Zwei Jahre vor dem Beethoven-Jubeljahr 2020, in dem Bonn gerne zum Zentrum der Klassik-Welt würde, gibt sich die Stadt wenig einladend. Das Zentrum ist eine riesige Baustelle, das Münster ist seit einem Jahr geschlossen und der Bahnhof befindet sich in katastrophalem Zustand. Die dortige Dauer-Baustelle kommt nicht vom Fleck, gesperrte Gleise, Umleitungen und das übliche Missmanagement der Deutschen Bahn bescheren auswärtigen Besuchern des soeben gestarteten Beethoven-Fests einen abschreckenden Empfang.

Splitter Orchester und Felix Kubin eröffnen „Monat der zeitgenössischen Musik“

03.09.18 (Martin Hufner) -
Der Monat der zeitgenössischen Musik wurde am Freitag mit einem Konzert des Spitter Ochesters Berlin und mit dem Live-Elektroniker Felix Kubin stilvoll im Berliner Heimathafen (Neukölln) eröffnet. Eröffnet ist dabei durchaus auch im übertragenen Sinn korrekt. Es war ein Konzert mit vielen offenen ästhetischen Ansätzen und daher in der Lage, ein Feld von Möglichkeiten für Künftiges zu bereiten. Ein Rückblick von Martin Hufner.

„W“ – wie Walhall ? – Wagners „Rheingold“ in Kassel eröffnet die Spielzeit

03.09.18 (Joachim Lange) -
Die Oper in Kassel verweist mit einigem Stolz darauf, dass das aktuelle „Rheingold“ der Auftakt zum bereits fünften „Ring“ seit 1961 am Haus ist. Zu den beiden entscheidenden Deutungen, die Patrice Chéreaus Jahrhundert-Ring von 1976 unmittelbar den Boden bereiteten, gehört neben der Inszenierung von Joachim Herz in Leipzig auch die Interpretation von Ulrich Melchinger und Gerd Albrecht in Kassel (1970–1974). Hier also sieht ein kundiges Publikum mit vergleichenden Erwartungen der jeweils nächsten Deutung entgegen. Damit ist jedes Regieteam einem höheren Erwartungsdruck ausgesetzt, als an anderen Opernhäusern.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 03.09. bis 09.09.2018

02.09.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 36. Schwerpunkte: Die Taschenoper – Musiktheater in Miniaturform, 75. Geburtstag des Komponisten Lothar Voigtländer, International Review of Composers, Rundfunk Aeterna, Helga Pogatschar/Josef Bairlein: Welt fällt runter, Zeynep Gedizlioğlu, Anna Mahler – Tochter und Bildhauerin.

Brigitta Muntendorfs „Plug and Play me“ bei der Ruhrtriennale

02.09.18 (Stefan Pieper) -
Clubkultur? Neue Musik? Improvisation? Videokunst? Die rigide Trennung künstlerischer „Referenzsysteme“ ist wohl kaum Sache von Brigitta Muntendorf. Die vielseitig begabten Ausführenden in dem von ihr gegründeten „Ensemble Garage“ können vieles – und folgerichtig „konnte“ ein Abend bei der Ruhrtriennale auch sehr viel! Zumal dieser durch die Wiener DJ-Künstlerin Electric Indigo eine mächtige Verstärkung erfuhr. Vereint zum audiovisuellen Projekt „Plug and Play Me“ entstand ein dreistündiger Flow jenseits von Raum und Zeit.

Bittere Leisigkeit: Jakob Ullmanns „Horos Metéoros“ in Berlin

29.08.18 (Martin Hufner) -
Eine Oper ohne Szene, eine Oper ohne Musikerinnen – die Bühne leer, die Musikerinnen absent, wie soll das gehen? Kann das einen Sinn ergeben? Es kann. Man muss nur dieser an sich absurden Situation den entsprechenden Stoff vorlagern. Ein Bericht von Martin Hufner.

Tauben-Salat – die Politik & Kultur-Trump-Fakes

29.08.18 (Theo Geißler) -
+++ Köln: Serientod von Hans Beimer in der „Lindenstraße“ +++ Berlin: Farid Bang und Kollegah – „Platin war gestern, Nowitschok ist morgen“ +++ Bremen: HfK-Professor für Kreation und Interpretation +++ Gütersloh: Bertelsmann-Stiftung übernimmt Gestaltung und Verantwortung aller Lehrpläne und Hochschul-Studienangebote +++

Ruhrtriennale: Portraitkonzert Rebecca Saunders mit dem Ensemble Modern

27.08.18 (Stefan Pieper) -
Brodelnde Flächenklänge, die die Weite des Raumes erobern. Ein grollender Subbass, aus dem jähe Eruptionen hervorgehen, sei es fauchende Klaviercluster oder peitschende Perkussionsschläge. Sinustöne verändern sich, lassen Schwingungskurven mutieren. Ja, wir sind hier nah dran an der Ursubstanz von Klang. Rebecca Saunders will augenscheinlich „die Musik“ wieder auf derartige Zustände zurückbesinnen, wo nichts mehr zweck- oder formal-gebunden scheint. Die Konsequenz, mit der sie ein solches Anliegen mit einer sehr persönlichen „Handschrift“ aufzuladen weiß, hat die gebürtige Britin zur gefragten Gegenwartskomponistin werden lassen.

„,Atonale‘ Musik für alle“ – Musikalische Aktion in Berlin, paradox

26.08.18 (Martin Hufner) -
Im Prinzip ist die Sache ganz einfach. Vor einiger Zeit kündigte die Deutsche Bahn an, mittels Musikeinsatzes für einen geräumten Platz an der S-Bahn-Station Hermannstraße in Berlin sorgen zu wollen. Obdachlose und Junkies stören das Bild einer sicheren und sauberen Stadt, so die Begründung. An eine Art Vergrämungsmusik war dabei gedacht. Bisherige musikalische Versuche in mit dieser Arbeitsvorgabe (zum Beispiel mit sogenannter „Klassischer Musik“) haben sich als nicht wirkungsvoll erwiesen. Jetzt sollte „atonale Musik“ zum Einsatz kommen. Das rief zahlreiche Reaktionen hervor. Denn so etwas geht nicht.

„Mit Nietzsche auf Sendung“ beim Kunstfest Weimar

26.08.18 (Roland H. Dippel) -
Im fünften und letztem von ihm verantworteten Kunstfest Weimar erntet Christian Holtzhauer vor seinem Wechsel als Schauspiel-Intendant an das Nationaltheater Mannheim den stetig gewachsenen Erfolg für seine fundierte Aufbauarbeit. Diese Projektauswahl erzeugt eine raue Reibungsdichte zwischen dem genius loci Weimar und brennenden Zeitfragen. Die Ansprüche sind wirklich hoch: Die Klassikerstadt befindet sich mit den beiden großen Hundertjahrfeiern „Weimarer Verfassung“ und „Bauhaus“ in einem Ballungszeitraum des historischen Gedächtnisses. Und da ist auch noch das Spielzeit-Motto 2018/19 des Deutschen Nationaltheaters Weimar: „Der Neue Mensch“ .

Kurz-Schluss: Wie ich mir einmal eine spielerische Lösung für alle Probleme unserer Arbeitswelt ausdenken durfte

26.08.18 (Theo Geißler) -
Wie so oft war der Auslöser für meinen – eng befristeten, mies bezahlten – Job eine geheime Studie. Wie ich über etliche Umwege erfuhr (Mossad, Deutschlands Verfassungsschutz ist bekanntlich impotent), wurde sie diesmal in einer gemeinsamen Aktion des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (Seehofer, CSU) und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (Heil, SPD) in Auftrag gegeben. Die Gründe: einerseits der dramatische Mangel an Fachkräften in unserer Republik, andererseits der durch Lehrermangel und TV-Verblödung verursachte dramatische Bildungsnotstand unserer heimischen Bevölkerung, gepaart mit maximaler Faulheit und zur Unbeweglichkeit zwingender Verfettung dank Fastfood, Kartoffelchips und Craftbier. [Vorabdruck aus Politik & Kultur 2018/05]

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 27.08. bis 02.09.2018

26.08.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 35. Schwerpunkte: Kurzstrecke 77, Ernst Helmuth Flammer, Uwe Rasch, Klaus Ospald, Hörspiel des Monats, John Cage-Orgel in Halberstadt, Frank Spilker: Zwei ohne Musik.

Simon Rattle: Bernstein würde heute Stücke über Flüchtlingskrise schreiben

25.08.18 (Christoph Meyer) -
Die Musikwelt erinnert an den 100. Geburtstag von Leonard Bernstein. Wie würde er die Welt von heute sehen? Der ehemalige Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Simon Rattle, hat davon eine klare Vorstellung.

Ein Leben für Musik – zum 100. Geburtstag von Leonard Bernstein

25.08.18 (dpa) -
Orchester-Partituren schien Leonard Bernstein zu atmen. Der Maestro aus Massachusetts brillierte auf Podien weltweit und lockerte die Klassik für die nachfolgende Generation auf. Seine Konzerte setzten Maßstäbe.

Auf tiefem Grund – Alvin Curran beim Berliner Mikromusik-Festival

1964 kam Alvin Curran im DAAD-Austauschprogramm zum ersten Mal nach Berlin. Nun hat er hier am Ende eines einmonatigen Aufenthalts im Rahmen des Festivals Mikromusik ein einziges Solokonzert gegeben. Musikalisch bleibt sich der Pionier live-elektronischer und genregebundener improvisierter Musik treu. Interessant ist auch, ihn aus einer bald sechzigjährigen Perspektive erzählen zu hören.

Chamäleon Liszt: Uraufführung des Opernfragments „Sardanapalo“ in Weimar

22.08.18 (Regine Müller) -
Franz Liszt ist im kollektiven Gedächtnis der Musikwelt abgespeichert als umschwärmter Tasten-Löwe, als Dirigent und Pädagoge, als ingeniöser Komponist von hoch virtuoser und klangschillernder Klaviermusik und als Schöpfer groß angelegter sinfonischer Dichtungen. Als Galionsfigur der neudeutschen Schule stand Liszt zudem für einen künstlerischen Fortschrittsglauben, der neue Ausdrucksformen suchte und die Verschmelzung der Gattungen anstrebte. Insbesondere die Literatur band Liszt in seine musikalischen Konzeptionen ein.

„Let‘s make music as friends“ – Young Euro Classic 2018

21.08.18 (Albrecht Dümling) -
Bei Auftritten von Jugendorchestern erwartet man Spontaneität und Spielfreude und nimmt dabei gewisse spieltechnische oder dynamische Unvollkommenheiten gerne in Kauf. Das Young Euro Classic Festival, das den Anspruch erhebt, die besten Jugendorchester der Welt zu präsentieren, bot in diesem Sommer dagegen viel Professionalität und Seriosität. Anstelle der bunten Hemden und Blusen, die man in früheren Jahren auf dem Podium des Berliner Konzerthauses oft sah, dominierten jetzt dunkle Anzüge und lange Kleider. Auch das Bundesjugendorchester trat mit seinen 94 Mitgliedern im Alter von 14 bis 19 Jahren in Schwarz auf. Ein Rest von jugendlichem Übermut zeigte sich höchstens noch in Gestalt des Bär-Maskottchens, das am ersten Pult platziert war.
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