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Diva und Tango – Astor Piazzollas „Maria de Buenos Aires“ auf der Bregenzer Werkstattbühne

23.07.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Die musiktheatralische „Orchideen-Pflege“ der Bregenzer Festspieldramaturgie bietet nach der ganz besonderen „Blüte“ im Festspielhaus in der durchweg schwarzen Werkstattbühne nun ein ganz exquisites, argentinisches Nachtschattengewächs: eine „Tango-Operita“… zu der nur leider nicht getanzt werden durfte…

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 23.07. bis 29.07.2018

22.07.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 30. Schwerpunkte: Bernd Alois Zimmermann, Zum 125. Geburtstag von Geoge Grosz, Hörstrategien Neuer Musik, Internationales Musikfest Hamburg, Palma Ars Acustica: CRUSH, Schlagzeuger Simon Rubino, Ensemble Intuitive Musik Weimar, Klangwelt Wiederholung – die Urkraft der Musik, Hessens klingende Literatur, Oper! Von der Note zum Klang – Über die Arbeit an musikalischen Werkausgaben.

Alpträume hin zum Tod – Berthold Goldschmidts „Beatrice Cenci“ bei den Bregenzer Festspielen

20.07.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Heiner Müller stellte für unsere Zeit fest, dass die „Geschichte ein Schlachthaus“ sei. Thomas Hobbes urteilte im 17.Jahrhundert, dass „der Mensch des Menschen Wolf“ sei. Berthold Goldschmidt (1903-1996) musste vor dem Terror des Nationalsozialismus nach England fliehen. Dort komponierte er das Schicksal der Beatrice Cenci, die 1599 zusammen mit ihrer Mutter wegen Vatermord hingerichtet wurde.

Fern der Realität vergegenwärtigt – Berthold Goldschmidts „Beatrice Cenci“ in Bregenz

20.07.18 (Peter P. Pachl) -
Ein ungewöhnlicher Festspielauftakt bei den Bregenzer Festspielen: die erst spät, im Jahre 1988 uraufgeführte Oper „Beatrice Cenci“ des verfemten Komponisten Berthold Goldschmidt erklang erstmals in deutscher Sprache und wurde vom Premierenpublikum einhellig gefeiert.

„Nationaloper“ im Karpatenschloss: Dmytri Bortnianskys „Alcide“ beim 2. LvivMozArt Festival

18.07.18 (Roland H. Dippel) -
Zwei Festivals, die fast gleichzeitig ihre zweite Folge erleben, wetteifern im west-ukrainischen Lviv (ehemals Lemberg) um die Gunst der Hörer und die besten Aufführungsorte. Im Spiegelsaal des Opernhauses, im Potocki-Palast und in der Philharmonie konzertieren das Matthias Kendlinger Musik Festival (10. bis 14. Juli) mit den ukrainischen Musikern der K&K Philharmoniker und das Festival LvivMozArt (13. bis 22. Juli) unter der künstlerischen Leitung von Oksana Lyniv. LvivMozArt erobert mit älteren und neuen Werken um Mozarts Sohn Franz Xaver, der von 1808 bis 1838 das Lemberger Musikleben als Pädagoge, Komponist und Interpret zur Blüte brachte, neue Spielstätten wie im letzten Jahr die alte Siemens-Fabrikhalle und jetzt das Tramdepot.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 16.07. bis 22.07.2018

15.07.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 29. Schwerpunkte: Angela Davis löscht ihre Website, Sound Capes und Kröten Music, Hölderlin. Geschichte einer Abschiebung, Die Yaro Summerschool der Hochschule für Musik und Theater Rostock, Forum neuer Musik 2007 – Expatriats, Philip Glass Works – Musik eines Minimalisten, Der schwedische Bänkelsänger Carl Michael Bellman, Karl Bartos im Gespräch mit Kaline Thyroff.

Tanztheatralische Sackgasse – Musikalischer Triumph für Nino Rotas Ballettsuite „La Strada” am Münchner Gärtnerplatztheater

13.07.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Große Interpretationen können erdrückend sein – so etwa Federico Fellinis Film „La Strada“ von 1954: die kaum erträgliche Misere von Jahrmarktartisten, Anthony Quinn als emotional verkümmerter Kettenbrecher und erst recht das sprachlose Leid im Blick des armen Mädels von Giulietta Masina… Der Welterfolg des Films katapultierte auch den Komponisten Nino Rota in die erste Reihe damaliger italienischer Komponisten, populär durch sofort eingängige Filmmusiken. Klassisch ausgebildet, formte Rota die Musiknummern von „La Strada“ zu einer Orchestersuite um.

Mozart und Britten vorn – Werkstatistik des Bühnenvereins 2016/2017 erschienen

Ferdinand von Schirachs Gerichtsdrama „Terror“ ist mit 36 Inszenierungen mit großem Abstand Spitzenreiter im deutschen Schauspiel der Spielzeit 2016/2017. Das Stück, das in der vorangegangenen Spielzeit uraufgeführt wurde und schon damals mit 18 Inszenierungen stark eingestiegen war, hat seine Inszenierungszahl also verdoppelt. Auf dem zweiten Platz liegt Goethes „Faust“ (27 Inszenierungen), gefolgt von Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ mit 24 Inszenierungen. Unter den Top Ten befindet sich auf Platz 5 „Frau Müller muss weg“ von Lutz Hübner (20 Inszenierungen), auf Platz 8 „Geächtet“ von Ayad Akhtar (14 Inszenierungen) und auf Platz 9 die Houllebecq-Bearbeitung von „Unterwerfung“ (13 Inszenierungen).

Warten, gähnen – Sciarrinos „Ti vedo, ti sento, mi perdo …“ an der Berliner Staatsoper

13.07.18 (Peter P. Pachl) -
Vor vier Jahren, als sich die Staatsoper noch im Umbau befand und in der noch unvollendeten Neuen Werkstatt Sciarrinos „Macbeth“ zu Recht gefeiert wurde, erfolgte die Ankündigung einer Uraufführung dieses Komponisten an der Staatsoper. Das Auftragswerk – in Koproduktion mit der Mailänder Scala – kam dann allerdings im November vergangenen Jahres in der Inszenierung von Jürgen Flimm und unter der musikalischen Leitung von Maxime Pascal in Milano heraus.

Komplizenschaft im Nebel – Das Solistenensemble Kaleidoskop im Berliner Radialsystem V

10.07.18 (Martin Hufner) -
Das Solistenensemble Kaleidoskop bestreitet keine „normalen“ Konzerte. Es „performt“. Das heißt, es setzt seine Konzertdramaturgie fein abgestimmt auf die Werke und ihre Kombination im räumlichen und klanglichen Zusammenhang ein. Das geht mal schlechter auf, mal besser. Bei ihrem Abend „Fort / Da III – Unboxed (Clear Sky Remix) “ hat alles gestimmt.

Ein Amerikaner in Bayreuth – Joachim Lange im Gespräch mit „Lohengrin“-Regisseur Yuval Sharon

09.07.18 (Joachim Lange) -
Amerikaner trifft auf Malerpaar, einen Wagnerspezialisten und auf den Schwanenritter – Yuval Sharon (39) inszeniert den neuen „Lohengrin“ in Bayreuth. Der ist auf noch ganz andere Weise „neu“, als die Wahl von Malerstar Neo Rauch als Bühnenbildner und des ersten US-Regisseur auf dem Grünen Hügel sowieso schon erwarten ließ. Zur allseitigen Verblüffung über dieses Maß an Unprofessionalität hat Roberto Alagna die Titelpartie knapp einen Monat vor der Premiere zurückgegeben. Der von der Festspielleitung präsentierte Retter Piotr Beczała ist (wie man spätestens seinem Auftritt mit Anna Netrebko als Elsa in Dresden weiß) eine ausgezeichnete Wahl! Für den Regisseur ist er, wie er nach dem Beginn der Arbeit mit ihm sagt, „ein reiner Glücksfall!“

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 09.07. bis 15.07.2018

08.07.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 28. Schwerpunkte: Baldur Brönnimann im Portrait, Komponistin Ying Wang, Sebastian Berweck an Tasten und Elektrogeräten, Komponistin Lisa Streich, Ensemble Tetrachord | Neue Musik für den Sommer, Das Werk des Musikhistorikers Fred K. Prieberg (1928-2010), Neue Musik bei den Festivals, Von Haifischen und Seeräuberbräuten, Werkzeuge der Neuen Musik – Nicht-europäische Instrumente, Schorsch Kamerun: Kreiskolbenmotorhase, Junge Berliner Komponisten und ihr Umgang mit Social Media, Rudolstadt-Festival 2018, Angela Davis löscht ihre Website, Vive la Marseillaise! – Die Geschichte einer Hymne & Stefan George und die Tonkunst.

Hommage a Kroll-Oper – Opern von Ibert, Poulenc und Ravel an der UdK Berlin

06.07.18 (Peter P. Pachl) -
Die UDK zeichnet sich dadurch aus, dass sie den durch die drei großen Opernhäuser in Berlin ohnehin weit gefächerten reichen Spielplan durch überaus originelle Produktionen bereichert. Unter dem Titel „Trois Femmes“ hat der ebenso rührige wie einfallsreiche Dirigent Errico Fresis einerseits einen im Jahre 1930 von Alexander Zemlinsky an der Kroll-Oper realisierten Opernabend in der Abfolge adaptiert und zugleich noch eigenwillig angereichert.

Das Don Giovanni-Syndrom – David Martons Version von Mozarts „Don Giovanni“ in Lyon

06.07.18 (Joachim Lange) -
Dieses Spielzeitfinale passt gut zu Serge Dorny und der Oper in Lyon: „Don Giovanni“ in der Inszenierung von David Marton. Die Zuschauer, die dort in die Oper gehen und auch die Folgevorstellungen einer Premiere füllen, sind längst daran gewöhnt, dass sie etwas Bekanntes in einer neuen Sichtweise präsentiert bekommen. Mozarts „Don Giovanni“ trägt nicht nur das Bonmot von der „Oper der Opern“ vor sich her, sondern gehört tatsächlich zum Kernbestand der populären Mozart-Opern. Also des Genres überhaupt. In Lyon ist das eine spannende Angelegenheit.

Schlaglicht: Mit alten Göttern gegen die Krise – Musikinstrumentenbau in Griechenland

05.07.18 (Elisabeth Heinze) -
Im August will Griechenland aus dem Kreditprogramm aussteigen. Die Gläubigerinstitutionen (Europäische Kommission, Europäische Zentralbank, Internationaler Währungsfonds und Europäischen Stabilitätsmechanismus) begrüßen das, doch die Wirtschaft ist noch lange nicht wieder in Schwung. Viele haben längst das Land verlassen. Anders Familie Koumartzis. Mitten in der Krise, 2012 gründete sie das Unternehmen „Lutherios Musikinstrumente“ in Nordgriechenland, das sich auf Instrumentenbau von traditionellen und antiken griechischen Saiteninstrumenten und Trommeln spezialisiert hat.

EU-Entscheidung steht an: „Modernisierung“ des Urheberrechts?

04.07.18 (Martin Hufner) -
Vor Tagen ist ein Streit entbrannt, ob mit einer Vorlage des Rechtsausschusses des EU-Parlaments das Internet einer „Vorzensur“ durch Service-Provider wie YouTube eingeführt werden soll oder nicht. Kritiker des Gesetzesentwurfs, über den morgen das EU-Parlament entscheiden soll, befürchten genau dieses. Vertreterinnen von Autorinnenverbänden sehen das ganz anders. Worum geht es bei diesem Dissens?

Doppelter „Aufbruch“: Universitätsorchester Dresden mit der 3. Sinfonie von Weinberg

03.07.18 (Michael Ernst) -
Die musikdramaturgische Großtat eines Laienorchesters: Filip Paluchowski wagt sich an einen fast vergessenen Meister des 20. Jahrhunderts. Er hat allein 22 Sinfonien geschrieben, vier weitere bezeichnete er als Kammersinfonien, außerdem mehrere Opern, Solokonzerte und jede Menge Kammermusik und Filmkompositionen. In seinem Œuvre verbirgt sich persönliches Schicksal, spiegeln sich leidvolle Erfahrungen des 20. Jahrhunderts. Noch immer ist er nur einem (zu) kleinen Publikum bekannt. Daran haben selbst die spektakulären Ausgrabungen in jüngerer Zeit nur wenig geändert. Sein Name: Mieczysław Weinberg.

„Erdbeben. Träume“ – Toshio Hosokawas Uraufführung an der Oper Stuttgart

03.07.18 (Wolf Loeckle) -
Musiktheater ist ein wundersames, ein gar wunderbares Ding. Die diesjährige Münchener Biennale für neues Musiktheater bot aktuell und bietet immerhin seit 1988 schon reichlich Gelegenheit, darüber nachzudenken. Die OPERSTUTTGART legt nun nach mit einer fulminanten Weltpremiere, der Uraufführung ERDBEBEN. TRÄUME von Japans Topkomponist Toshio Hosokawa.

Allzu schöne Vernichtungen – Strawinsky und Dallapiccola an der Semperoper

02.07.18 (Roland H. Dippel) -
Igor Strawinskys Opern-Oratorium „Oedipus Rex“ nach Sophokles‘ Tragödie und Luigi Dallapiccolas „Il Prigioniero“ („Der Gefangene“) sind eine ganz starke Kombination. Nach ihren Regie-Erfolgen mit Henzes „Gisela!“ und „We come to the River“ kommt Elisabeth Stöppler an die Semperoper Dresden zurück und gewinnt bei Dallapiccola eine weitaus höhere Intensität als bei Strawinsky. Ein eindringlicher, wenn auch zu runder Abend mit einem phänomenalen Solisten- und Chorensemble, angeführt von Claudia Mahnke und Lester Lynch.

Giuseppe Verdis „Macbeth“ an der Staatsoper Berlin

02.07.18 (Peter P. Pachl) -
Die als Festspieloper initiierte Produktion von Giuseppe Verdis „Macbeth“ in der Inszenierung des Altmeisters Harry Kupfer, mit den Stars Anna Netrebko und Placido Domingo in den Hauptrollen sowie Daniel Barenboim am Pult, funktioniert in der Öffentlichkeit auch bei den Folgevorstellungen trefflich.

Tönend bunte Bilder zur Stadtgeschichte – Uraufführung eines „Fugger“-Musicals in Augsburg

01.07.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Bremen hat seine klingenden Stadtmusikanten, Hameln seinen von Wilfried Hiller vertonten Rattenfänger. In Apolda und Rothenburg führen singende Nachtwächter durch abendliche Straßen. Da liegt es nahe, dass Augsburgs damaliger Weltstar Jakob Fugger auch die Bühne betritt – und um ihn abermals populär zu machen: in einem neuen Musical von Stephan Kanyar und Andreas Hillger.

„Ein Porträt des Künstlers als Toter“ von Davide Carnevalis und Franco Bridarollis in der Neuen Werkstatt der Staatsoper Berlin

01.07.18 (Peter P. Pachl) -
Letztmals findet in diesem Jahr das von Jürgen Flimm initiierte Berliner Festival für Neues Musiktheater „INFEKTION!“ statt. Es brachte die Berliner Erstaufführung einer als Koproduktion mit der Münchener Biennale entstandenen, am 3. Juni 2018 dort uraufgeführten Produktion in der Inszenierung des Autors Davide Carnevali.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 02.07. bis 08.07.2018

01.07.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 27. Schwerpunkte: Peter Ruzicka, Ilhan Mimaroglu, Ensemble Neue Horizonte Bern, Das mystische Klavier, Evan Gardner, Werkzeuge der Neuen Musik, ensemble 20/21 der Musikhochschule Köln, Wolke-Verlag, Britten-Musikfestival in Aldeburgh und Wechselgesänge und -bilder.

Vladimir Jurowski bringt mit dem Ensemble UnitedBerlin „Musikalische Opfer“

01.07.18 (Isabel Herzfeld) -
„Bravo Beethoven“ tönt es aus dem Publikum, als Maximilian Marcoll den Beifall für die Uraufführung seiner „Amproprification #8: EROICA“ entgegennimmt. Wer stärkeren Anteil an diesem Werk hat, ob der 36jährige Komponist aus Lübeck oder der gut 200 Jahre ältere „Wiener Klassiker“, das ist hier durchaus die Frage.

MÖHREN-SALAT – DIE Politik & Kultur-TRUMP-FAKES

29.06.18 (Theo Geißler) -
New York: New Trumpism | Hamburg: Elbphilharmonie und Bundeswehrausstattung | Berlin: ARD startet Kriminalreport | Dresden: AfD benennt sich um | Berlin: Piratenpartei auf Datenschutzjagd
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