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Alle Artikel kategorisiert unter »Giuseppe Verdi«

Hinter der Maske lebt es sich gefährlich – Verdis „Ein Maskenball“ in Chemnitz

04.12.17 (Joachim Lange) -
Giuseppe Verdis „Maskenball“ ist eine Mischung aus privater Menage a trois und großer Haupt- und Staatsaktion. Das war zu Verdis Zeiten so explosiv, dass die Zensur den Bezug des Plots zum realen Attentat auf den Schwedenkönig Gustav III. 1792 nicht auf der Bühne sehen wollte und die Handlung für die Uraufführung 1859 bis nach Bosten und ans Ende des 17. Jahrhunderts zurückverlegen ließ. Schon das wäre eine Steilvorlage, um daraus einen Politthriller zu machen. Arila Siegert entschied sich in Chemnitz jetzt für einen eher exemplarischen, nicht allzu genau in der Nähe der Entstehungszeit (aber auch unserer Gegenwart) verorteten Zugang.

„Verdi ist der Musiker meines Lebens“

29.11.17 (Hans Jörg Jans) -
Schon seit drei Jahren gibt es sie, die Italian Opera Academy, die Riccardo Muti in Ravenna ins Leben gerufen hat. Sie steht angehenden Dirigenten und Korrepetitoren offen, die sich unter Anleitung des Maestro eine italienische Oper erarbeiten wollen. Bisher ging es um Verdi. Zuerst war es „Falstaff“, dann „La Traviata“ und in diesem Herbst folgte „Aida“ – die Muti eben bei den Salzburger Festspielen dirigiert hatte. Und für die Akademie 2018, vom 21. Juli bis 3. August, ist mit „Macbeth“ wiederum ein Verdi angesagt.

Die Emanzipation der Gilda – Verdis „Rigoletto“ in Bremerhaven

07.11.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Einen Andrej Woron-Rigoletto hat es 2005 in Bremen gegeben, einen anderen (Regie: Mascha Pörzgen) 2003 in Oldenburg. Die unsterbliche, 1851 komponierte Oper hat Konjunktur, vor zwei Jahren hat sie in Bremen Michael Talke inszeniert, Oldenburg bereitet einen neuen Rigoletto vor und jetzt war eine weitere Inszenierung von Woron in Bremerhaven zu sehen.

Die Augen gerade aus! – Die Oper Magdeburg geht mit Verdis „Aida“ an den Start

24.10.17 (Joachim Lange) -
Giuseppe Verdis „Aida“ ist zunächst einmal eine musikalische Herausforderung. Das ist schon ihrer Popularität geschuldet, der auch die Arena in Verona oder der Ausstattungspomp einer Zeferelli-Inszenierung nichts anhaben können. Gerade diese Oper scheint davon sogar zu profitieren. Auf der anderen Seite spielte sie auch bei der Etablierung eines hinterfragenden, subversiven Musiktheaters eine Schlüsselrolle.

An Schiller gescheitert, an Verdi gewachsen – Verdis „Don Carlos“ an der Opéra Bastille

11.10.17 (Frieder Reininghaus) -
Seine vierte Oper nach einem Drama von Schiller schrieb Verdi für Paris. Nach erheblichen Kürzungen und Ergänzungen der ursprünglichen Partitur kam der von Joseph Méry und Camille du Locle ins Französische gebrachte und zum Libretto bearbeitete „Don Carlos“ 1867 heraus – mit Überlänge. Für die Nutzung im italienisch-sprachigen Opernbetrieb sorgte der Theaterpragmatiker Verdi dann nach und nach für mehrere kürzere Fassungen.

100 Jahre Theater Nordhausen: „Otello“ intensitätsstiftend

06.10.17 (Roland H. Dippel) -
Das rührige (Musik-)Theater, das Loh-Orchester Sondershausen und das Ballett Nordhausen haben etwas, wovon andere Häuser nur träumen können: Ein treues und großes Publikum mit liebevoller Aufgeschlossenheit auch für Unbekanntes und Neues. Unter dem seine zweite Spielzeit realisierenden Intendanten Daniel Klajner nennt sich das in einem während des Ersten Weltkriegs eröffnete Haus jetzt pfiffig „TN LOS!“, gestaltet weiterhin beliebte Sommerfestspiele und hat eine eigene Veranstaltungsfolge im Meininger Hof Saalfeld – bei den Vorstellungen des Musiktheaters spielen dort allerdings die Thüringer Symphoniker.

Im Labyrinth der Macht – Die Oper Leipzig beginnt die neue Spielzeit mit Verdis „Don Carlo“

02.10.17 (Joachim Lange) -
Nach Braunschweig jetzt auch Leipzig: Giuseppe Verdis „Don Carlo“ passt einfach zur Spielzeiteröffnung. Man kriegt Schiller und Verdi an einem Abend. Also große Gefühle, große Politik - von allem etwas. In Leipzig hat man sich jetzt für die italienische Mailänder Fassung von 1884, also die vieraktige ohne den Akt in Fontainbleau, entschieden. Damit bleibt der Abend zwar unter der Grand-Opera Überlänge, aber auf dreieinhalb Stunden brutto kommt er trotzdem. Da hätte man die Vorgeschichte in Frankreich ruhig auch noch spielen können.

Sängerfest in Schwarzweiß: Verdis „Otello“ in Dessau

18.09.17 (Roland H. Dippel) -
Seit Jahren wahrt das Anhaltische Theater Dessau hinweg über Intendanten-Perioden im Musiktheater ein bemerkenswert sattes musikalisches Format. Auch die aktuelle Verdi-Produktion zur Eröffnung der 223. Spielzeit reiht sich in diese Kette erstklassiger Produktionen, zu denen neben Bussen aus der Region sich auch viele Stammbesucher aus Berlin und ganz Mitteldeutschland einfinden. Der Premierenapplaus hatte enthusiastische Wärme.

Der Traum von Freiheit – In Braunschweig beginnt die neue Intendanz und Spielzeit mit Verdis „Don Carlo“

12.09.17 (Joachim Lange) -
Zum Auftakt einer neuen Intendanz darf es gerne auch mal etwas Größeres sein. Verdis „Don Carlo“ ist da eine gute Wahl: große Oper mit allen Chancen, auch beim Publikum gut anzukommen. Man kann alles aufmarschieren lassen, was das Haus an Künstlern zu bieten hat. Wenn die neue Generalintendantin des Staatstheaters Braunschweig Dagmar Schlingmann dazu Andrea Moses als Regisseurin einlädt, dann zeugt das obendrein von dem Ehrgeiz, auch szenisch Flagge zu zeigen. Diese Regisseurin und ihr Team Annett Hunger (Bühne) und Adriana Braga Peretzki (Kostüme) denken Verdis Oper natürlich von unserer Gegenwart aus.

Muti und die Musik, die Macht und andere Metaphern – Aida in Salzburg

13.08.17 (Frieder Reininghaus) -
Giuseppe Verdis „Aida“ gehört zum kernigsten Kern-Repertoire des Opernbetriebs. Manches Sommerspektakel in vormals antiken Arenen oder anderen touristisch erschlossenen Steinbrüchen täte sich weit schwerer, wenn es dieses Werk von 1870/71 nicht gäbe. Auch die Salzburger Festspiele wollen an der großen musikalischen und ökonomischen Zugkraft der „Aida“ teilhaben. Sie machen daher der Arena di Verona und künstlerisch vergleichbar wertvollen Institutionen Konkurrenz. Intendant Hinterhäuser sorgte für maximale Attraktion im Großen Vorderhaus, indem er mit Riccardo Muti einen der renommiertesten Verdi-Dirigenten verpflichtete, dazu top-teures Sänger-Personal und mit Shirin Nashat eine in der interkulturellen FotografInnen- und -FilmerInnen-Szene absolut angesagte Regisseurin. Der Erfolg gibt ihm recht.
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