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Alle Artikel kategorisiert unter »Jacques Offenbach«

Offenbach mit Bleigewicht – „Häuptling Abendwind“ an der Semperoper Dresden

16.12.18 (Roland H. Dippel) -
Ambitioniertes und Schwieriges aus (neuerer) Oper, Operette und Musical inklusive aller anspruchsvollen Hybridformen dazwischen bringt die Sächsische Staatsoper mit einer gekonnten Stückwahl in ihrer zweiten Spielstätte SemperZwei. Neben Höhepunkten führt das manchmal zur Bestätigung angezweifelter Fakten: Diesmal zeigte sich einmal mehr, dass Offenbach höllisch schwer ist und mehr sein muss als die Kombination von begabten jungen Opernstimmen, kabarettistischem Wollen, materialreicher Ausstattung und musikalischem Können: „Häuptling Abendwind“ wird an der Semperoper Dresden zur rumpelnden Bruchlandung.

Bittersüße Politsatire – Jacques Offenbachs „Barkouf“ in Strasbourg aufgeführt

11.12.18 (Dieter David Scholz) -
Zwei Jahre nach dem triumphalen Erfolg des „Orphée aux enfers“ brachte Jacques Offenbach am 24.12. 1860 in der Pariser Opéra comique – in der er als Jugendlicher das Cello im Orchestergraben gespielt hatte, seine Opéra-bouffe „Barkouf“ zur Uraufführung, es war sein erstes Werk für die Salle Favart. Es verschwand allerdings nach nur acht Vorstellungen von der Bühne, das Libretto wurde nur in den Oeuvres complètes des Librettisten Eugène Scribe publiziert, die Partitur nie, lediglich zehn Einzelnummern aus dem Klavierauszug.

Sturm in der Sprudelflasche – Offenbachs „Großherzogin von Gerolstein“ in Halle

09.12.18 (Joachim Lange) -
Le Grande-Duchesse de Gérolstein – der Titel dieser Jacques-Offenbach-Operette aus dem Jahre 1867 klingt im französischen Original eine Spur eleganter, als die vergleichsweise bodenständige deutsche Großherzogin von Gerolstein. Das klingt mehr nach Sprudelwasser als nach Champagner. Andererseits passt es besser in die gute Stube der Stadt Halle, die Klemens Kühn für Annegret Hahns Inszenierung nachgebaut hat. Etwas verfremdet, aber mit Wiedererkennungseffekt. Die Stadtwappen an den Wänden und die Fähnchen lassen daran keinen Zweifel.

Eigene Mischung – „Les Contes d'Hoffmann“ an der Deutschen Oper Berlin

02.12.18 (Peter P. Pachl) -
Die Aufführungsgeschichte der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ seit der Uraufführung des von Jacques Offenbachs unvollendeten Bühnenwerks, 1881 in Paris, hat bis heute kein Ende gefunden. In Berlin waren in den vergangenen Jahren diverse Lesarten, unterschiedlich komplettiert nach der kritischen Ausgabe von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck, auf der Bühne zu erleben. Darunter 2014 in kleiner Form, musikalisch bearbeitet und mit Neukompositionen von Anne Champert in der Tischlerei der Deutschen Oper, 2015 eine von Barrie Kosky als „albtraumartige[r] Horrortrip“ apostrophierte Fassung für die Komische Oper Berlin, mit den ersten beiden Akten in der von Michael Kaye rekonstruierten Bariton-Fassung, dem dritten bis fünften Akt in der Tenorversion. Nun das für Berlin neue Remake einer Inszenierung aus dem Jahre 2005 in Lyon.

Das Gemüse an der Macht – Offenbachs „König Karotte“ in Hannover

07.11.18 (Ute Schalz-Laurenze) -
Die Uraufführung von Jacques Offenbachs „Roi Carotte“ (1872) ist mit heute unfassbaren Zahlen belegt: 1150 Kostüme, 193 Bilder in vier Akten, innerhalb von sechs Monaten 193 Aufführungen, sechs Stunden Uraufführung und noch vieles mehr. Und doch verschwand das Werk in der Versenkung, bis es rekonstruiert werden und in einer dreistündigen Fassung 2015 in Lyon aufgeführt werden konnte. Und nun gab es in Hannover von dieser Fassung eine viel bejubelte, glänzende deutsche Erstaufführung, die der Musicalfachmann Matthias Davids als Regisseur verantwortete.

Liebe triumphiert über Krieg – Offenbachs „Les Fées du Rhin“ in Tours uraufgeführt

02.10.18 (Dieter David Scholz) -
Unser Kritiker Dieter David Scholz hat sich tief in die Werkgeschichte von Offenbachs Oper „Les Fées du Rhin“ versenkt. Herausgeholt hat das in dieser Fassung uraufgeführte Werk die Oper in Tours. Wie dabei die gute und ehrenwerte Absicht dieser Tat durch eine inszenatorische Missdeutung ad absurdum geführt wird, lesen Sie in dieser Kritik.

Erfinder der Operette: Köln feiert ein Jahr lang Jacques Offenbach

19.06.18 (dpa) -
Köln - Mit einem großen Musikprogramm feiert Köln 2019 den 200. Geburtstag des Komponisten Jacques Offenbach (1819-1880). Dazu gehören Konzerte, Opern- und Operettenaufführungen, Ausstellungen und Diskussionen - unter anderem spricht Kardinal Rainer Woelki über «eine kirchliche Perspektive auf Lachen und Humor».

Varieté des Todes – Offenbachs „Blaubart“ an der Komischen Oper Berlin

25.03.18 (Peter P. Pachl) -
Kaum ein anderes Werk des Musiktheaters ist so stark mit dem Erfolg der Komischen Oper Berlin verknüpft, wie gerade Jacques Offenbachs „Blaubart“. 1963 von Walter Felsenstein inszeniert, erlebte dessen Produktion 360 Reprisen. Etwas weniger erfolgreich, wenn auch viel beachtet, wurde zwei Jahre später Felsenstein Remake im Opernhaus Frankfurt am Main. Der Erfolg scheint also spezifisch etwas mit dem Bewusstsein von Kultur in der DDR zu tun zu haben.

In keimfreiem Ambiente – Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ in Freiburg

24.10.17 (Georg Rudiger) -
„Wozu Dichter in dürftiger Zeit?“, steht auf dem Schild, das ein Schauspieler vor Vorstellungsbeginn auf der Bühne des Freiburger Theaters hochhält. Das Hölderlin-Zitat soll Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“, die der neue, aus Oberhausen gekommene Intendant Peter Carp und seine Musiktheaterdramaturgin Tatjana Beyer am Eröffnungswochenende des Hauses platziert hat, in die Gegenwart holen und grundsätzliche Fragen zum Thema Literatur und Politik zu stellen. Dafür hat man mit dem französischen Künstlerkollektiv Le Lab um die beiden Regisseure Jean-Philippe Clarac und Olivier Deloeuil ein Team aus Bordeaux geholt, das Oper dezidiert als politische Kunst versteht. Offenbachs heterogene, nicht vollendete Künstleroper als Vorlage für ein Nachdenken über Politik und Kunst? Keine schlechte Ausgangsposition für einen spannenden Musiktheaterabend.

Ein Kraftwerk im Dienst der Kultur

24.12.16 (Michael Ernst) -
Dresden darf stolz sein: Staatsoperette und Theater Junge Generation sind endlich gerettet und arbeiten jetzt unter einem Dach. „Freunde, die Zukunft hat begonnen!“ Zündende Worte wie ein Feuerwerk – damit sollten gewaltige Türen aufgestoßen werden, hinter denen sich epochale Veränderungen auftun. „Freunde, die Zukunft hat begonnen!“ Nach diesem Satz fällt ganz gewiss kein Vorhang, da geht die Chose doch erst richtig los. Oder nicht?
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