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Alle Artikel kategorisiert unter »Barockoper«

Tolomeo mit nassen Füßen – ein überzeugender Händel in Lübeck

14.10.20 (Arndt Voß) -
Georg Friedrich Händels „Tolomeo“ ist eine seltsame Opernschöpfung. In Teilen des Sujets, nicht in der Musik, wirkt sie wie ein Gegenstück zu Johann Chr. Pepuschs „The Beggar‘s Opera“, die drei Monate vorher mit ihrem Sensationserfolg bekanntlich der Barockoper den Garaus brachte. Händels Existenz war bedroht, und er versuchte, dem etwas entgegenzuhalten. Seine Strategie war wohl, auf die Vorliebe der Londoner für italienische Gesangskunst zu setzen.

Medea.Reflexionen – Martin G. Berger inszeniert eine eigene Version von Georg Friedrich Händels „Teseo“ an der Oper in Halle

04.10.20 (Joachim Lange) -
Georg-Friedrich Händels fünfaktiger „Teseo“ könnte gut und gerne auch unter normalen Bedingungen „Medea“ heißen. Besonderes aber in der Version, die Regisseur Martin G. Berger (33) jetzt von der eigentlich geplanten Inszenierung für die gecancelten Händelfestspiele auf Coronabedingungen herunter gedimmt hat. Momentan mit in Halle erlaubten 160 Zuschauern und den hinein inszenierten Abständen auf der Bühne. Und mit einer Besetzung, bei der neben dem Dirigenten am Cembalo, neun Musiker des Händelfestspielorchesters, die durch zwei in den Ranglogen ergänzt werden, diesmal reichen müssen.

Wo, wenn nicht hier … – Fulminanter Start des neuen Festivals Bayreuth Baroque

06.09.20 (Joachim Lange) -
Das Festival Bayreuth Baroque startete mit Nicola Antonio Porporas Oper „Carlo il Calvo“. Regisseur und Sänger Max Emanuel Cenčić lässt hier in immerhin 35 Szenen eine Art Telenovela mit einem Mix aus Erbschaftsstreit, Machtkampf und Liebeshändel aller möglichen Varianten ablaufen. Auch, wenn nur 200 Zuschauer zugelassen waren, gab es ganze fünf Brutto-Opernstunden mit zwei Pausen und ohne personelle Ausdünnung auf der Bühne oder im Graben. Es habe sich gelohnt, meint unser Kritiker Joachim Lange.

Kaleidoskopartig schillerndes Tableau – Händels „Alcina“ in Düsseldorf

Barockoper mit dem hauseigenen Orchester auf modernen Instrumenten? So wie jüngst im Essener Aalto-Theater bei Scarlattis „Kain und Abel oder Der erste Mord“? Oder doch mit einem Spezialensemble als Gast, das auf historischem Instrumentarium spielt? Für letztere Version hat sich die Düsseldorfer Rheinoper entschieden, um Georg Friedrich Händels „Alcina“ aus dem Jahr 1735 umzusetzen. Mit Erfolg, wie sich am Premierenabend zeigte.

Auch Rumstehtheater – Die 43. Händelfestspiele in Karlsruhe mit Händels „Tolomeo“ eröffnet

16.02.20 (Joachim Lange) -
Wenn man schon in der Manier von Theatermagier Jürgen Gosch, die Akteure, die gerade nicht dran sind, meistens auf der Bühne belässt, dann muss man sich zu der Methode bekennen und auch den entsprechenden Rahmen dafür finden. Bei Händels 25. Oper ist der Plot aber auch vertrackt. Musikalisch dagegen ist alles im Lot. Dass vor allem Orliński für jede seiner Arien gleich an Ort und Stelle gefeiert wurde, war klar, sagt unser Kritiker Joachim Lange.

Carl Heinrich Graun mit Heiner Müller verquirlt – Lübecks Rezept für den „Montezuma“

30.01.20 (Arndt Voß) -
Es ist nicht einfach, Altes lebendig zu machen. Das erwies sich einmal wieder am Theater Lübeck, das sich mit zweifelhaftem Mut einer spätbarocken Oper nähern wollte. Objekt war Carl Heinrich Grauns „Montezuma“, vor 265 Jahren in Berlins „Königlicher Oper“ uraufgeführt.

Emotionen, zum Greifen nah – Alessandro Scarlattis „Kain und Abel“ in Essen

Über 170 Inszenierungen hat Regisseur Dietrich W. Hilsdorf inzwischen vorgelegt – allein 19 Opernproduktionen konnte er bislang am Essener Aalto-Theater realisieren. Am vergangenen Wochenende präsentierte er seine Nummer Zwanzig mit Alessandro Scarlattis „Kain und Abel“. Erst kürzlich war das Oratorium in szenischen Umsetzungen in Paris und Berlin zu erleben. Nun also Essen.

Tobende Emotionen – Händels „Alcina“ am Theater Bremen

11.11.19 (Ute Schalz-Laurenze) -
In Georg Friedrich Händels 1735 entstandenem „dramma per musica“ „Alcina“ geht die heidnische Zauberin Alcina unter: ihre abgelegten Liebhaber hat sie auf einer verlassenen Insel in Tiere, Pflanzen oder Steine verwandelt und nun hat sie sich in ihr neuestes Opfer Ruggiero wirklich verliebt. Der Regisseur Michael Talke macht in seiner viel bejubelten neuen Inszenierung am Theater Bremen ein anderes Fass auf. Welches, erklärt unsere Kritikerin Ute Schalz-Laurenze.

Brutalismus aus US-Sicht – Frankfurts „Tamerlano“ kann nur gesanglich beeindrucken

10.11.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Innovation kommt ja oft „von außen“. In der Theatergeschichte finden sich zahlreiche Beispiele, wie die Off-Szene in die etablierten Häuser hineingewirkt hat und oft sogar selber zum Main-Stream wurde. Frankfurts Oper holte nun aus New York einen Händel-Fan, der in Kunstgalerien, Hallen und Festivals inszeniert hat und aufgefallen war. Auch unser Kritiker Wolf-Dieter Peter hoffte auf neue Händel-Aspekte.

Kindliches Mörderspiel – Alessandro Scarlattis Oratorium „Il Primo Omicidio“ als szenische Uraufführung an der Staatsoper Berlin

02.11.19 (Peter P. Pachl) -
„Der erste Mord“ – ein guter Krimititel und sicher auch gut für eine Oper, das dachte sich wohl die Intendanz der Staatsoper Unter den Linden, die durch die theatrale Aufbereitung eines Oratoriums von Alessandro Scarlatti eine weitere szenische Uraufführung bei den Barocktagen für sich verbuchen kann. Doch „Il Primo Omicidio ovvero Caino“, wie die 1707 entstandene und erst 1964 wiederentdeckte Partitur auf ein Libretto von Pietro Ottoboni im vollen Titel heißt, geriet zwiespältig, meint unser Kritiker Peter P. Pachl.
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