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Alle Artikel kategorisiert unter »Musiktheater«

Ruhrtriennale: Erik Saties „Socrate“ mit Barbara Hannigan und Reinbert de Leeuw

22.08.17 (Georg Beck) -
Ein bukolischer Frieden liegt über dieser Performance. Ein alter Mann am Klavier, ein Junge als Umblätterer, eine Sopranistin als Sokrates-Nachruferin. Alles glüht. Dazu ein milde gestimmter, freilich nicht unironischer Komponist. Mit Erik Saties „symphonischem Drama in drei Teilen“, charmante Übertreibung für eine zurück­genommene kammermusikalische Abschiedsmusik, kehrte in die Bochumer Jahrhunderhalle nach einer kräfteraubenden Debussy-Oper wieder die Stille ein.

Brünnhilde in der Bagdad-Bahn – erstmals „Ring“-Klänge bei den Nibelungenfestspielen Worms

06.08.17 (Roland H. Dippel) -
Vor dem Wormser Dom rundet sich bei den Nibelungenfestspielen 2017 nach „Gemetzel“ und „Gold“ mit „Glut – Siegfried von Arabien“ die Trilogie des Dramatikers Albert Ostermaier (geb. 1967). In jeweils veränderten Rahmen packte er das in Worms so vertraute Sujet, verdrehte überraschend Perspektiven und Rahmensituationen. Was diesmal herauskommt, ist echt unerhört. Erstmals erklingt bei diesen Festival mit dem „schönsten Theaterfoyer Deutschlands“ (so Worms Oberbürgermeister Michael Kissel beim Promi- und Premierenempfang im Park des Heylshof) auch echter Richard Wagner: Erst live in ungewöhnlichstem Klanggewand, dann „full score“ als Zuspielung „Music Minus One“ mit umso mehr authentischem, echtem dramatischen Heroinensopran. Stargast vom Musiktheater in einer markanten Sprechtheater-Ensembleschar keine Geringere als Nadja Michael.

Kompositionswettbewerb „Neue Szenen“ ausgeschrieben

19.07.17 (PM) -
Internationaler Kompositionswettbewerb der Deutschen Oper Berlin und der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin ausgeschrieben. Zum vierten Mal schreibt die Deutsche Oper Berlin in Kooperation mit der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin den Internationalen Kompositionswettbewerb „Neue Szenen“ aus. Bis zum 15. September 2017 können sich junge Komponistinnen und Komponisten bis 35 Jahre mit einer Arbeitsprobe eines musiktheatralen Werkes bewerben.

„Das Biest kann schwimmen“ – Kinderchor der Oper Leipzig feiert „Luther 500“

27.06.17 (Roland H. Dippel) -
Trotz Wasserschäden durch massive Sommerunwetter am Bühnenportaldach zwei Tage davor kam es unter Einsatz aller doch noch zur Uraufführung des ambitionierten Musiktheaterprojekts „Das Biest kann schwimmen. An Luthers langer Tafel“. Ein beträchtlicher und glänzend gemeisterter Kraftakt ist das. Tobias Rohe hat für diese erste Gemeinschaftsprojekt des Kinderchors der Oper Leipzig und der Jugendmusiziergruppe „Michael Praetorius“ ein stimmiges Genrebild kombiniert. Dabei ist dieser Beitrag im durch Event-Überfülle leicht ermüdeten Reformationsjubiläum ein echter Wurf. Mit nur einem Nachteil: Eine einzige Aufführung ist bei dieser rühmenswerten Qualität zu wenig!

Transkulturell bis zum Wellensalat: „Orientation-Festival“ am Staatstheater Mainz

27.06.17 (Andreas Hauff) -
Drei Jahre schon existiert am Staatstheater Mainz Anselm Dalferths experimentelle Reihe „Hörtheater“, die das Hören selbst und sein Verhältnis zum Sehen immer wieder auf den Prüfstand stellt. Auf zwei Jahre angelegt war die von der Bundeskulturstiftung „Doppelpass“ geförderte Zusammenarbeit des Staatstheaters mit dem Mannheimer Oriental-Jazz-Ensemble LebiDerya. Die über zwei Spielzeiten wachsende Berührung beider Konzepte mündete nun in das „transkulturelle Orientation-Festival“ des Staatstheaters.

Liebe in Zeiten der Drohnen - Applaus für «Tre Volti» in Schwetzingen

02.05.17 (dpa) -
Schwetzingen - Es ist ein Wagnis: Die Schwetzinger Festspiele beginnen mit einem durchaus sperrigen Stück über Liebe und Krieg. Gelingt der neuen Leiterin Heike Hoffmann die geplante Mischung aus unkonventionellen Dramaturgien und neuen Formaten?

Deutscher Musikautorenpreis 2017: Die Gewinner (Muntendorf, Neuwirth, Schreier)

31.03.17 (pm-gema) -
Bei der neunten Verleihung des Deutschen Musikautorenpreises ehrte die GEMA in Berlin Komponisten und Textdichter für ihr herausragendes musikalisches Schaffen. Zu den Preisträgern zählen Anno Schreier, Brigitta Muntendorf, Wallis Bird, Irma Holder, Sebastian Krämer, Kerstin Ott und Olga Neuwirth. Für ihr Lebenswerk wurde Sofia Gubaidulina gewürdigt.

Hector Berlioz‘ „La Damnation de Faust“ in Bremen

21.03.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Wenn man in den Zuschauerraum kommt, ist Faust längst da, er ist einer von uns. Auf einem Steg, mitten in das Foyer hineingebaut, irrt der weißgekleidete Rothaarige unsicher umher und es ist von vornherein klar: mit dem Goethe‘schen Intellektuellen und dessen Sinnsuche hat dieser hier nichts zu tun. Es ist mit einem kleinen Bonsai-Baum im durchsichtigen Rucksack der eher depressive Versager von Hector Berlioz, der seiner „dramatischen Legende“ den Titel „La Damnation de Faust“ gegeben hat.

Von Lebensmut und Totentanz – Bernsteins „Mass“ am Theater Lübeck

20.03.17 (Arndt Voß) -
„Mass“, eine der ganz großen Schöpfungen Leonard Bernsteins, ist ein Theaterstück für Sänger, Spieler und Tänzer. Das Libretto folgt zwar der römisch-katholischen Messliturgie, ist jedoch um infrage stellende Texte von eschatologischer, zugleich dramatischer Qualität erweitert. Sie setzen sich bildreich und voller Aktivität mit dem Ritus auseinander. Verfasst hat sie Bernstein selbst, der, wie man weiß, der jüdischen Tradition verbunden ist, in Zusammenarbeit mit Stephen Schwartz, der das ebenfalls religiös basierte Musical „Godspell“ schuf.

Frische Impulse für eine altehrwürdige Gattung

26.02.17 (Philipp Krechlak) -
Ende November 2016 fand in Mannheim das Musiktheaterfestival „Happy New Ears“ statt. Eine satte Woche lang konnte man 14 liebevoll ausgewählte europäische Produktionen bestaunen, die den Stand der Dinge widerspiegeln sollten in Sachen Jugend-Oper beziehungsweise – wie sich vielmehr herausstellen sollte – junge Oper. Unter dem gleichen Titel fand zu Anfang des Theaterfestivals am Nationaltheater parallel und eng mit selbigem verwoben eine dreitägige internationale Konferenz statt.
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