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Alle Artikel kategorisiert unter »Musiktheater«

Untergegangen in den APO-Wogen ?

02.02.18 (Albrecht Dümling) -
Ernst Schnabel, ein alter Freund Hans Werner Henzes, hatte den Text zum Oratorium „Das Floß der Medusa“ gerade fertiggestellt, als am 10. Oktober 1967 die Nachricht von der Ermordung Ernesto „Ché“ Guevaras eintraf. Dieser argentinische Arzt und Guerillero hatte gegen die Unterdrückung der Dritten Welt gekämpft – ebenso wie Jean-Charles, die Hauptfigur des Oratoriums. So beschlossen Schnabel und Henze, ihr Stück, ein Auftragswerk des NDR, zu einer Trauerallegorie für Ché Guevara zu machen.

Wirbelnde Leichenteile – Uraufführung von „Frankenstein“ an der Deutschen Oper Berlin

31.01.18 (Peter P. Pachl) -
Ihre jüngst bei „Carmen“ auf wenig Zuspruch gestoßene Beschäftigung mit „Ersatz-Körperersatzteilen“ setzt die Deutsche Oper Berlin mit der Uraufführung ihrer Auftragsproduktion „Frankenstein“ fort. Der komischen, aber nicht hintergrundlos eingespielten Warnung des Intendanten Dietmar Schwarz, die nachfolgende Produktion könne manche Besucher zu sehr belasten, folgten in der Tat rasch nach Beginn der Aufführung und auch später noch einige Besucher_innen.

Wartesaal zum Erfolg: Argentos „Postcard from Morocco“ an der HMT Leipzig

26.01.18 (Roland H. Dippel) -
Konsequent gelangen in den Studioproduktionen der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Opern zur Aufführung, die an die sängerdarstellerische Sensibilität sehr individuelle Anforderungen stellen. Beim Besuch der Generalprobe zeigte sich: Dominick Argentos „Postcard from Morocco“ wird durch musikalische Vereinfachung und neue Handlung zum beckettnahen Kammerspiel, in dem das starke Ensemble eigene Berufsrealitäten stilisiert.

„Faust“ im Psychorausch – Musiktheaterprojekt an Lübecks Hochschule

17.01.18 (Arndt Voß) -
„Faust – ein Singspiel“ nannte die Musikhochschule Lübeck (MHL) ihr neuestes Praxisprojekt für und mit Studenten, die „das Große aller Zeiten“ auf die Bretter, „die die Welt bedeuten“, bringen wollen. Schiller steht für die allbekannten Worte Pate und der Hamburger Film- und Opernregisseur Jürgen R. Weber dafür, dass das Projekt spannend umgesetzt wurde. Seit Oktober letzten Jahres ist er an der Trave als Dozent mitverantwortlich für die Ausbildung in der Opernsparte und legte mit seinem „Faust“ seine erste Regiearbeit in Lübeck vor.

Sorbisches National-Ensemble geht auf Weltreise

10.01.18 (dpa, Miriam Schönbach) -
Gleich zwei Uraufführungen plant das Sorbische National-Ensemble in ihren Programmen zur Vogelhochzeit in der Ober- und Niederlausitz. Während das Kinderstück eine märchenhafte Tiergeschichte erzählt, können sich die Erwachsenen auf einen Abstecher bis nach Haiwaii freuen.

Heinrich Böll aus Kindermund – „dokupoetisches Musiktheater“ von Helmut Oehring im Kölner Staatenhaus

19.12.17 (Frieder Reininghaus) -
Frieder Reininghaus hat die Uraufführung von Helmut Oehrings neuestem Musiktheaterwerk in Köln besucht. Sein Bericht greift weit zurück in die Komponistenentwicklung seit 2001. Die Sentenz: „Wer mit der Kunst zu tun hat, braucht keinen Staat“ bekommt hier einen (un-)gewollt komischen Beigeschmack.

Ohne Harry Potter läuft nichts – Berlioz’ „L’enfance du Christ“ szenisch in der Philharmonie

17.12.17 (Peter P. Pachl) -
Die irische Regisseurin Fiona Shaw, durch die „Harry Potter“-Verfilmungen bekannt als Aunt Petunia Dursley, inszenierte in der Philharmonie Berlin Hector Berlioz’ Oratorium von der Kindheit Jesu, die geistliche Trilogie „L’enfance du Christ“ für Solisten, Chor, Orchester und Orgel aus den Jahren 1850 bis 1854. Deren – gerade verglichen mit der letzten szenischen Produktion an diesen Ort, Peter Sellars’ hinreißender Janácek-Inszenierung des „Füchslein Schlaukopf“ (vgl. nmz vom 13. 10. 2017) – äußerst karge szenische Einrichtung erreicht kaum die Wirkung einer Christmas Pantomime in einem britischen Gemeindehaus.

Von Moses, Flucht und Ankommen – Jugendprojekt der Bayerischen Staatsoper

17.12.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Die Titelseite des Programmhefts ist voll mit hierzulande üblichen Paragraphenkürzeln. Nur mühsam lässt sich dazwischen der Name „MOSES“ buchstäblich „entziffern“. Das ist ein gelungener Einstieg in die mit „NOAH“ 2016 begonnene Zusammenarbeit von jugendlichen Migranten mit Münchner Youngstern (vgl. nmz.de/online vom 13.05.2016). Nicht nur, dass Moses in Bibel wie Koran eine Rolle spielt, da sind eine ganze Menge weiterer Parallelen zu entdecken.

Hören mit dieser Technik ist ein gehendes Hören – Stadt (Land Fluss) von Daniel Kötter und Hannes Seidl in Berlin

28.11.17 (Hans-Peter Graf) -
Mit dem bekannten Spiel, sich Namen-ratend die Zeit zu vertreiben, hat dieser erste Teil der in den Sophiensælen in Berlin uraufgeführten Trilogie nur insoweit zu tun, als es auch um Wissen geht, allerdings nicht um Standard-Wissen – mit einer größeren Stadt mit „H“ an der Unterelbe kann nur Hamburg gemeint sein –, sondern um das im Wandel begriffene Wissen über den Lebens- und Sozialraum Stadt schlechthin.

Junge Opernmacher ziehen die Fäden

31.10.17 (Anna-Mareike Vohn) -
Am 14. November hebt sich am Theater Duisburg der erste Vorhang für „Flut“, eine Produktion, die im Rahmen des neuen Projekts „Opernmacher“ von Kindern und Jugendlichen geschrieben und komponiert wurde. Mit Anna-Mareike Vohn, der Leiterin der Jungen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg, sprach Juan Martin Koch.
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