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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikwissenschaft«

Notenstecher, Verleger und Veranstalter

17.09.17 (Bojan Budisavljevic) -
„Spitta und Riemann hatten noch ein Organ für die unermeßliche qualitative Differenz zwischen Bach und Zeitgenossen wie Telemann oder rudimentären Vorformen wie Schütz.“ Das ist schon mal ein Wort. Musikgeschichte quasi als Paläoanthropologie vom Stand- und Zielpunkt des Heute als Krone der Schöpfung und des Geistes. Von da aus entscheidet der Befund, ob und wie ein „Organ“ ausgebildet ist, über die Entwicklungsstufe der komponierenden Hominiden. Telemann? Unterentwickelt. Schütz? Gerade ein Homo erectus.

„Sündenfall in der Kunst“: Symposium „Diskurs Bayreuth“ im Festspiel-Programm

05.08.17 (Peter P. Pachl) -
Erstmals veranstaltet die Bayreuther Festspielleitung in Zusammenarbeit mit dem Richard Wagner Museum Bayreuth und mit Unterstützung der Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e. V. ein jährliches Symposion, den „Diskurs Bayreuth“.

Grundlagen klären, Diskussion offen halten

18.07.17 (Juan Martin Koch) -
Neue Musik, zeitgenössische Musik, Gegenwartsmusik … Der Diskussionsbedarf über diese grundsätzlichen Benennungen – jüngst auch in dieser Zeitung – ist hoch. Ein guter Zeitpunkt also für ein Lexikon, das die zu diesem Themenfeld gehörigen Begrifflichkeiten klärt, historisch einordnet und gegebenenfalls auch problematisiert.

Unfall oder Motor der Evolution?

28.06.17 (Hans-Jürgen Schaal) -
In den meisten Situationen unseres Lebens, in denen Musik erklingt, bildet sie nur ein angenehmes Hintergrundgeräusch. Wir konsumieren Musik als untermalendes Geklingel in Film und Fernsehen, als Begleitphänomen auf Partys und Autofahrten, als ablenkende Beschallung im Supermarkt oder bei der Hausarbeit. Musik hat dabei keine andere Funktion als etwa die Tüte Popcorn oder Chips, die man nebenbei nascht, damit es einem nicht langweilig wird. Musik ist die kleine Leckerei für zwischendurch, die uns bei Laune hält. Aus der Sicht des Neurowissenschaftlers Manfred Spitzer: „Musik bewirkt prinzipiell das Gleiche [...] wie beispielsweise Nahrung oder soziale Signale.“

Unerfüllte Träume von der „neuen Volksoper“

13.06.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Während Museen und Kunstsammlungen inzwischen ihre „braune Vergangenheit“ unter dem Druck der Provenienzforschung langsam erhellen, haben zu viele Theater ihre Spielplan- und Personalpolitik vor und nach, speziell aber in jenen fatalen zwölf Jahren noch nicht historisch und kunstpolitisch kritisch aufgearbeitet. Ein bestechend konzipierter und dann auch sprachlich beeindruckend klar formulierter Sammelband des Instituts für His­torische Musikwissenschaft der Universität Hamburg stellt nun anhand der Bühnenwerke von Rudolf Wagner-Régeny, Norbert Schulze, Mark Lothar und Paul Graener Erfolge und Misserfolge vor – und analysiert historisch sowie soziologisch differenziert Hintergründe, Strategien und Folgewirkungen.

Der Sachse, der mehr konnte als alle anderen

13.06.17 (Dirk Klose) -
„Invero il Sassone ne sa più tutti“ – der Sassone kann einfach mehr als all die anderen, schrieb im November 1759 ein Bewunderer des Komponisten Johann Adolf Hasse nach der Aufführung von dessen Oper „Achille in Sciro“ in Nea­pel. Damit stand er nicht allein; der 1699 in Bergedorf bei Hamburg geborene, aber die meiste Zeit in Italien, Wien und Dresden und damit inmitten des dort dominierenden italienischen Kunstgeschmacks lebende Hasse galt zu seiner Zeit als einer größten Opernkomponisten. Um so erstaunlicher und bis heute kaum richtig erklärbar dann schon wenige Jahre nach seinem Tod (1783 in Venedig) der tiefe Sturz; Hasse verschwand aus dem öffentlichen Bewusstsein, erst in jüngster Zeit hat eine zaghafte Wiederentdeckung eingesetzt; von einer eigentlichen Renaissance kann man aber (noch) nicht sprechen.

Buch-Tipps 2017/06

13.06.17 (Michael Wackerbauer) -
Urs Peter Schneider: Konzeptuelle Musik. Eine kommentierte Anthologie, aart verlag +++ Andreas Swoboda: Die Anfänge der elektronischen Blasinstrumente (Wiener Beiträge zur systematischen Musikwissenschaft, Bd. 2), epOs-Music +++ Unlaute. Noise / Geräusch in Kultur, Medien und Wissenschaften seit 1900, hg. v. S. Mieszkowski u. S. Nieberle, transcript

Hörlust im Monteverdi-Land

17.05.17 (Christoph Vratz) -
Er hat die Musikgeschichte auf den Kopf gestellt. Aber ein eigentlicher Revolutionär war er nicht. Er stülpte nicht alles Alte um, sondern rückte seine Idee von Musik gleichberechtigt neben das, was es zur damaligen Zeit alles gab. Doch egal, ob Aufrührer oder sanfter Erneuerer: Claudio Monteverdis stilis­tische Neuerungen haben dazu geführt, dass er als Ahnvater gilt, als Erfinder der Oper und als harmonisch kühner Kopf, der, überspitzt gesagt, sogar als Vorläufer der Atonalen gelten darf. Er hat die Regeln des Tonsatzes ignoriert, um die Aussagen seiner Bühnen-Figuren authentisch und unverfälscht erscheinen zu lassen.

Buch-Tipps 2017/05

10.05.17 (Michael Wackerbauer) -
Sabine Henze-Döhring/Sieghart Döhring: Oper. Die 101 wichtigsten Fragen, C.H. Beck +++ Symphonie-Rezeption in deutschsprachigen Periodika von 1798–1850. Eine Quellensammlung in drei Bänden, hg. v. Jin-Ah Kim u. Bert Hagels, Berlin, Ries & Erler 2017 +++ Gottfried Veit: Konzertführer. 100 Schlüsselwerke für Blasorchester und Bläserensembles, DVO Fachverlag für Blasmusik

Der streitende Musiker und Forscher

01.05.17 (Martin Hufner) -
Ekkehard Jost darf mit Fug und Recht als der Pionier der Jazzforschung in Deutschland gelten. Seine Habilitationsschrift „Free Jazz“ aus dem Jahr 1972 brachte dem Jazz in Deutschland nicht nur akademische Weihen, sondern war zugleich zeit- und wissenschaftsgeschichtlich mehr als bemerkenswert: Eine Arbeit über Jazz und zwar eine über aktuellen Jazz zu schreiben und damit in der Musikwissenschaft zu reüssieren, musste zu der Zeit als akademische Unmöglichkeit erscheinen. Dass es klappte, ist ein großes Glück gewesen, die Folgen sind vielfältig – ober- und unterirdisch verflocht sich, was verknüpft gehörte.
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