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Rattonale Bombenleger

12.09.18 (Martin Hufner) -
In vergangenen Jahren haben Musikhobbypsychologinnen (Männer sind selbstverständlich mitgemeint) immer wieder mal den Versuch unternommen, mit Musik etwas zu bewegen. Kühe sollen mit Mozarts Musik mehr Milch abgeben, in Mamas Bauch sollen aus Zwillingen Drillinge werden, Musik zum Kuscheln, Musik statt Viagra, Musik als Folter auf Guantanamo. Interessanterweise hat man dann an Orten, an denen man sich keine Menschen wünscht, bislang zu klassischer Musik gegriffen. Erfolglos. Ein letzter Versuch wird jetzt in Berlins U-Bahn probiert. Mit sogenannter „atonaler Musik“ will man statt mit Glyphosat „unerwünschte Besucher“ vertreiben. Ausgerecht im Monat der zeitgenössischen Musik, im September, startet der Versuch. Zufall oder Absicht?

Förderpiraten

29.08.18 (Martin Hufner) -
Seit einiger Zeit gibt es Fördermittel des Bundes über die „Initiative Musik“. Verglichen mit den Fördermitteln für die Filmindustrie sind die Etats echte Peanuts. Aber meistens hilft das den Antragsstellerinnen aus den Bereichen Jazz, Pop und Klassik ein wenig auf die Beine. In der letzten Förderrunde fand sich unter den Antragsstellerinnen aber auch der Verband der Musikindustrie. Er wollte sich eine Studie zur „Zukunft der Musiknutzung“ mit- oder vollfinanzieren lassen. Und er bekam den Zuschlag.

Ein nötiges Umdenken in Zeiten von #MeToo

10.07.18 (Moritz Eggert) -
Im Moment bekomme ich täglich E-Mails von Opfern sexueller Übergriffe an Musikhochschulen. Die Opfer sind Frauen wie auch Männer. In allen Berichten klingt eine stille Wut an, denn selbst wenn die Opfer sich wehrten oder eine Anzeige erstatteten, gab es stets wenig bis keine Unterstützung seitens der Lehrinstitute. Eines ist klar: die MeToo-Debatte ist ein Thema, das dringend an deutschen Musikhochschulen ankommen muss. Einige Hochschulen haben dies auch schon erkannt, aber längst nicht alle.

Was wirklich wichtig ist

28.06.18 (Martin Hufner) -
Es gibt verschiedene Wege, sich darüber zu informieren, was „uns“ am Herzen liegt. Umfragen finden sich in Zeitungen, auf Websites, es gibt professionelle Umfrage-Institute. Aber man kann auch Menschen beobachten und schauen, was sie so sehr bewegt, dass ihnen eine lexikalische Fixierung in ihrem Sinn besonders wichtig ist. Zum Beispiel im größten kollektiven Lexikon der Welt, der Wikipedia.

Auftrumpfen!

27.06.18 (Gordon Kampe) -
Vor gefühlten 90 Jahren brachte ich meinen Kirchenchor mit zu einem Klassenabend. Plötzlich waren da 20 Herrschaften und lauschten erratischen Sinustonstudien, die sich – echt! – vortrefflich mit dem Fiepen eines Hörgeräts vermischten. Immer mal wieder wurde damals das „Proletariat“ als theoretische Konstruktion diskutiert – hier ist es, dachte ich bei mir, schaut’s euch mal an!

Der Publi-kuck-omat

31.05.18 (Gordon Kampe) -
Natürlich sitze ich beim Steuern der Elektronik während eines Konzerts dort, wo man gut hört. Neulich allerdings, da saß ich mit Mischpult und Computer zwischen Beichtstuhl und einem Seitenaltar in einer wildwuchernden Barockkirche und hatte – Grundgütiger! – das Publikum direkt vor mir, dazu noch hell beleuchtet. Das P-u-b-l-i-k-u-m!

Zwei Mio. für einen Star

30.05.18 (Martin Hufner) -
Laut des aktuellen Berichts des Bundesverbandes Musikindustrie investieren die großen Plattenfirmen 500.000 bis 2 Millionen US-Dollar in den Aufbau eines Stars bis zu seinem Durchbruch. Stars werden gemacht. Unter anderem braucht man dazu zwar einen Künstler oder eine Künstlerin, aber in Bewegung und zum Erfolg führen ihn Tonmeister/-innen, Touren, Fotograf/-inn/-en und vor allem Promotion (sozusagen das Schmiergeld der Öffentlichkeit).

Heimatwäsche

25.04.18 (Martin Hufner) -
Wohin mit alten Gesangsbüchern oder Noten, mit alten Musikschriften oder Schallplatten? Unter Umständen sind ja auch ein paar schon arg braune oder durchgebräunte Kulturprodukte aus dem Land der Dichter und Denker dabei. Man mag sie eigentlich nicht mehr verwenden, solange man nicht mancher deutschen oder österreichischen Burschenschaft angehört oder in der Bundeswehr seinen Dienst ableisten will. Die Antwort ist ganz einfach: sauberwaschen!

Brotjob Komponistin

24.03.18 (Martin Hufner) -
Der bekannte und für seine repetitive Musik berüchtigtes amerikanische Komponist Philip Glass hat kürzlich darauf hingewiesen, dass er Brotjobs zur Finanzierung seiner kompositorischen Arbeit nicht gescheut habe. Er habe als Taxifahrer, Klempner und Möbelpacker gearbeitet, daran hatte zunächst auch der Erfolg seiner Oper „Einstein on the beach“ nichts geändert. Er musste 42 Jahre werden bis er von seiner Musik „leben“ konnte.

SPOTzblitz

28.02.18 (Martin Hufner) -
Die „Klassik“ des Bayerischen Rundfunks darf nun doch auf der Ultrakurzwelle weitersurfen. Kurz vor Jahresende hat der Intendant sich besonnen. Bruckner im Auto ist in voller Dröhnung weiter möglich. Denn man habe mittlerweile festgestellt, dass die jungen Hörer sich gar nicht so für UKW interessieren. Das Internet fessele sie mehr. Und weil man schon hier die Weltrevolution in der „Klassik“ zur Überarbeitung zurückrief, musste also eine andere weltbewegende Änderung her. Mit „SWEET SPOT“ nämlich.
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