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Widerstand ist zwecklos

28.12.17 (Martin Hufner) -
Bis Mitte November hat sich das CD-Label ECM aus München geweigert, Musik aus seinem Katalog, der bekannte Namen wie Keith Jarrett, Pat Metheny, Chick Corea, Arvo Pärt … beinhaltet, über Musikstreamingdienste anzubieten. Ein Grund war sicher der, dass man sich über den Verkauf von physischen Tonträgern wie CDs größere Einnahmen für das Label und die Künstler versprochen hat. Ein anderer, dass man das Musikerleben im Stream als künstlerische Abwertung empfindet. Widerstand gegen ein Diktat dieser Technologieumwälzung mochte ein weiterer Grund gewesen sein.

Fürchtet euch nicht

21.12.17 (Gordon Kampe) -
Wenn der Arzt mit der Spritze in der Hand zu Ihnen sagt, dass es jetzt zwar kurz pikst, Sie aber keine „Angst“ zu haben brauchen – dann können Sie sicher sein: Gleich wird es schlimm. Neulich nachts im Radio, da hat es mich erwischt: das „Angst“-Wort. Man wolle „dem“ Publikum die „Angst“ vor Neuer Musik nehmen und deshalb mache man nun dieses und jenes.

Fake Culture

01.11.17 (Martin Hufner) -
Es ist nicht alles Gold, was glänzt, und es ist nicht alles Kunst, was scheint. Mit einigem Getöse hat ein Film über die Saxophonistin Anna-Lena Schnabel von Jan Bäumer (nachzusehen in der Media­thek von 3sat) schnarchende Hunde geweckt. Es geht in dem Film um den musikalischen Werdegang der Künstlerin ebenso wie um die Umstände der Preisverleihung des ECHO Jazz Nachwuchspreises an sie in diesem Jahr. Dem Veranstalter, dem Bundesverband Musikindustrie (BVMI), ist die Verans­taltung angeblich circa 200.000 Euro wert. Dafür spart man an Künstler/-innen-Gagen, wo denn sonst – etwa an der Länge des roten Teppichs?

Abklingbecken

20.10.17 (Gordon Kampe) -
Fünf Uraufführungen pro Konzert. Im Publikum links und rechts neben mir: Freunde und Kollegen. Sobald der Applaus anhebt, haben alle um mich herum ihr Urteil in der Regel gefällt: Daumen hoch, Daumen runter. Was habe ich in diesen Momenten selbst schon Kommentare abgelassen – irgendwo zwischen Häme, Neid und Klugscheißerei. Es waren nicht meine besten Momente. Da schreibt jemand ein Jahr an etwas – ganz sicher mit Herzblut! – und man nörgelt es innerhalb einer Sekunde zu Klump. Total mutig!

Gute Nachrichten

19.10.17 (Martin Hufner) -
Zeit zum Aufatmen, Zeit zum Durchatmen. Nachdem über viele Jahre im Bereich der Klassischen Musikkultur die Sense ihres Untergangs medial beschworen wurde, das Ausdünnen des Publikums, die Überalterung der Zuhörenden bemerkt wurde, der Tonträgermarkt auf CD fast zusammengebrochen ist, scheint die Talsohle nun durchschritten. Über zwei Jahrzehnte intensivierte Musikvermittlungsarbeit mit Wellen des Scheiterns und Gelingens sind durchmessen.

Häschen in der Grube

14.09.17 (Martin Hufner) -
Wir wissen ja lange schon, dass die AfD ein Problem mit der Existenz von Kunst hat. Was sie unter Kunst zulässig findet, sollte irgendwie vor allem mit der Nationalbildung zu tun haben (Gottfried Backhaus: „Das Theater dient der Nationalbildung“). Eben dieser Backhaus, ehemaliger AfD-Abgeordneter aus Sachsen-Anhalt, erklärte auf einer Podiumsdiskussion Ende 2016, dass man zur Vollendung dieses Zieles zum Beispiel auf die Auswahl der Stücke der Theater und Orchester in Sachsen-Anhalt Einfluss nehmen wolle. Wie dies geschehen solle, wollte oder konnte er nicht beantworten.

Knochenbrecher

10.09.17 (Gordon Kampe) -
Es gibt dieses wundervolle YouTube-Video des leider jüngst verstorbenen Georges Prêtre: Er probt mit dem RSO Stuttgart Debussys „Prélude“ und singt, tanzt, malt in die Luft. Er ist humorvoll, charmant – und vollkommen klar. Oder diese Claudio Abbado-Videos mit Mahler oder Debussy: Er streichelt den Klang und fordert immer wieder: „Hört!“ Ach, dachte ich bei mir: Gut, dass die Zeit der Pult-Autokraten vorbei ist … Viel lieber kaufe ich Platten, bei denen ich weiß, dass Klänge bei der Aufnahme respektvoll gestreichelt wurden. Und dann das: Kennen Sie noch Ernst Stavro Blofeld?

Zwischen Butterbrot und Peitsche

12.08.17 (Martin Hufner) -
Wozu haben die Leute vom Deutschen Kulturrat sich eigentlich die Arbeit gemacht, 15 Thesen zur kulturellen Integration zu verfassen mit so wirren Formulierungen wie „Die Kunst ist frei“ (These 5) oder „Das alltägliche Zusammenleben basiert auf kulturellen Gepflogenheiten“ (These 2) – oder kürzer: „Wasser kocht bei 100 Grad Celsius“ (These 2b). Kein Wunder, dass dieses Gewirke kaum Widerhall in der Gesellschaft gefunden hat. Knapp 700 Menschen und Institutionen haben diese Thesen mitgezeichnet. Der Deutsche Musikrat gehörte dabei nicht zu den ersten. Ob er wohl was ahnte?
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