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David Alden präsentiert an der Flämischen Oper in Gent einen düsteren „Lohengrin“

22.09.18 (Joachim Lange) -
Bei diesem Lohengrin-Vorspiel an der Flämischen Oper in Gent geht es mitunter arg laut zu. Der Argentinier Alejo Pérez und das Orchester der Oper brauchen bei der Premiere schon eine Weile, um den manchmal vorwitzigen Ehrgeiz von Blech und dunklen Streichern zu zügeln. Vor allem im zweiten Aufzug beweist er dann aber, dass die Musiker sich auch zurücknehmen können, ohne den Verwandlungsszenen und Aufmärschen ihre opulente Wucht zu nehmen.

„Was mir die Liebe erzählt“ – Das Antrittskonzert von Teodor Currentzis beim SWR Symphonieorchester

21.09.18 (Götz Thieme) -
Beinahe auf den Tag genau zwei Jahre ist es her, dass das SWR Symphonieorchester, zwangsfusioniert aus dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, in der Stuttgarter Liederhalle sein erstes Konzert gegeben hatte. Im Rückblick ein nicht nur kulturpolitisch deplorabler Abend, auch künstlerisch war die Ausbeute mager, besonders das Adagio aus Mahlers zehnter Sinfonie zeigte, dass wohl erst einmal ödes Land zu durchschreiten war, bis sich eine blühende Orchesterlandschaft einstellen würde. Das lag nicht wenig am Dirigenten, Peter Eötvös, aber ebenso am widernatürlichen Zusammenschluss der Musikerhundertschaft.

Der Zauber des Anderen – Castellucci verblüfft mit einer radikalen Zauberflöte in Brüssel

20.09.18 (Joachim Lange) -
Bei den Salzburger Festspielen trübte ausgerechnet die „Zauberflöte“ die eindrucksvolle Premierenbilanz des Opernspielplans. Zumindest die Kritik war nicht begeistert. Andererseits gab es für Romeo Castellucci und seine rätselhaft bilderstarke „Salome“ samt ihrer verbleibenden Restgeheimnisse Jubel von allen Seiten. Aus dieser Festspiel-Ungleichung machte Peter de Caluwe jetzt in Brüssel am La Monnaie eine Stagione-Gleichung: Zauberflöte plus Castellucci. Die ging schon deshalb auf, weil der Italiener – ästhetisch gesehen – gleich zwei Inszenierungen ablieferte, die beide in ihrer Radikalität auf ganz unterschiedliche Art verblüfften.

Zehn Sekunden Urschrei: Laurie Anderson bei der Ruhrtriennale

20.09.18 (Stefan Pieper) -
Laurie Anderson hat sich immer wieder neu und anders eingemischt. Jedes ihrer kreativen Erzeugnisse bekommt meist schon vorab den erhabenen Kunstfaktor zuerkannt. Auch ihre jüngste CD-Veröffentlichung mit dem Kronos-Quartett kündet von einem produktiven Sich-Neuerfinden. Da konnte auch mal falsch liegen, wer mit zu viel aufgetürmter Erwartungshaltung einen Soloabend mit der gefeierten Gesamtkunstwerks-Spezialistin im Rahmen der Ruhrtriennale besuchte.

„Von wegen Metaphysik“ – „Tristan und Isolde“ am Staatstheater Hannover

18.09.18 (Dieter David Scholz) -
Friedrich Nietzsche nannte den „Tristan“ mit gutem Grund Wagners“ Opus metaphysicum“. Egal, ob man diese Charakterisierung des „inkommensurablen“ Werks auf den Text oder die Musik bezieht: In beiden Fällen straft die Hannoversche Neuproduktion Nietzsche Lügen, denn regielich banaler, musikalisch weltlicher hat man den „Tristan“ selten erlebt. „Weltlich“ durchaus nicht negativ gemeint, denn was ist schon gegen Triebe und Liebe, Kraft und Sinnlichkeit zu sagen?

Knallbunte Schicksale – Axel Ranischs „Nackt über Berlin“ im Opernhaus Halle

18.09.18 (Roland H. Dippel) -
Ein halbes Jahr nach dem Erscheinen gelangt der Debütroman „Nackt über Berlin“ von Axel Ranisch schon auf die Bühne und erweist sich dabei als im höheren Sinne außergewöhnliches Musiktheater neben der Spur. Denn durch klassische Musik artikuliert sich der übergewichtige Schüler Jannik und eröffnet damit nicht nur dem Vietnamesen Tai, in den er verliebt ist, das Tor zu einer idealen Welt. Mitten in Berlin. Ein spannender Theaterabend auf Sebastian Hannaks Raumbühne BABYLON im Opernhaus Halle

Wir alle sind eins: Sasha Waltz „Exodus“ bei der Ruhrtriennale

17.09.18 (Stefan Pieper) -
Jeder Mensch ist ein Individuum. Aber wir alle teilen gleiche Sehnsüchte und einen Planeten, dessen künftige Bewohnbarkeit ungewiss ist. Niemand kann ausweichen, wenn Menschengruppen ihre Lebensräume verlassen müssen. „Exodus“ ist ein Wort für solche Vorgänge, die so alt sind wie die Menschheit selbst. Die Ruhrtriennale verhandelt in diesem Jahr dieses Thema – und auch die Choreografin Sasha Waltz mischt sich mit ihrer aktuellen Produktion dazu ein.

Discodunkel und Lebenslicht: Das Ballett Rossa Halle auf der Raumbühne Babylon

17.09.18 (Roland H. Dippel) -
Das Leitungstriumvirat der Oper Halle hat sich Schweres vorgenommen: Es knüpft an den mit dem Theaterpreis „Der Faust“ gewürdigten Erfolg der Raumbühne HETEROTOPIA in der Spielzeit 2016/17 an. Was kann auf das verwirklichte Theater-Ideal mit beglückten Zuschauern und hochgradig anspruchsvoll bis spielerischen Projekten in der gelebten Utopie HETEROPTOPIA, in einem Buch bei Theater der Zeit dokumentiert, folgen?

Einmal Zukunft und zurück – Verdis „Messa da Requiem“ an der Oper Halle

16.09.18 (Joachim Lange) -
Es ist durchaus legitim, den Eröffnungsabend der neuen Spielzeit in der Oper Halle für Affentheater zu halten. Wobei dieses Etikett nicht nur dann zutrifft, wenn man es kritisch meint und ohnehin ein Problem mit dem assoziativ Grenzen aufbrechenden Theater des regieführenden Intendanten Florian Lutz hat. Oder, wenn man die Affenmasken für den gewaltig aufgestockten Chor und Teile des Publikums nicht nur für unbequem, sondern auch für albern oder unangemessen hält. Zumal Verdis „Messa da Requiem“ der Form und dem Namen nach eine Totenmesse ist.

Abigaille stellt sie alle in den Schatten: Giuseppe Verdis „Nabucco“ am Theater Regensburg

16.09.18 (Juan Martin Koch) -
Als erste Opernpremiere der neuen Spielzeit ging am Theater Regensburg Giuseppe Verdis „Nabucco“ über die Bühne. In der enttäuschenden Inszenierung von Rares Zaharia glänzte vor allem eine Sopranistin als heimliche Protagonistin. Juan Martin Koch berichtet:

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 17.09. bis 23.09.2018

16.09.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 38. Schwerpunkte: International Rostrum of Composers 2018, Musik und Sex, Mauricio Kagel zum 10. Todestag, Echolot-Festival für Neue Musik auf Schloss Kempfenhausen, Science Fiction und Musik, Ritual und Zyklus, Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, Musizieren mit der linken Hand, Das Internationale Opernstudio der Staatsoper Unter den Linden, ,Revisited‘ Forum neuer Musik 2007, Waidmanns Ruf und Widerhall, Filmmusik von Dmitri Schostakowitsch, Witten 1969 – 2018 (1) und John Bischoff.

Kleiner Mann, was nun? Mozarts „Don Giovanni“ am DNT Weimar

14.09.18 (Joachim Lange) -
Mozarts „Don Giovanni“ hat die Nachwelt mit dem Etikett „Oper der Opern“ geadelt. Und jedes Mal, wenn der notorische Verführer zur Hölle gefahren oder wie auch immer aus dem Spiel genommen wird, kommt man zu dem Schluss: stimmt. Der Ernst der Lage ist schon beim ersten Ton der machtvoll einsetzenden Ouvertüre klar. GMD Kirill Karabits bleibt bei dieser Ernsthaftigkeit. Dabei leuchte er mit der Staatskapelle die Ambivalenz der Figuren bis in die dunkelste Ecke aus. Fördert neben Komischem vor allem Abgründiges zu Tage. Selbst dann, wenn eine Hochzeitsgesellschaft ausgelassen drauflos tanzen könnte.

Herbert Fritsch inszeniert Mozarts „Così fan tutte“ – natürlich nicht so wie alle …

13.09.18 (Joachim Lange) -
Selber schuld könnte man sagen, wenn sich der Vorhang in Hamburg, nach dieser außergewöhnlichen „Così fan tutte“ wieder schließt. Denn da lassen sich der Inhaber der höheren und der der tieferen Männerstimme (Ferrando und Guglielmo) darauf ein, wieder zu den Sängerinnen mit der dunklen und der hellen Stimme (Dorabella und Fiordiligi) zurückzukehren. Obwohl DaPonte und Mozart in ihrem von Don Alfonso mit Despinas Hilfe angezettelten Beziehungsexperiment bis dahin ausführlich vorgeführt haben, dass die Sänger der beiden hohen und der beiden tieferen Stimmlagen jeweils viel besser zusammenpassen würden, also die gegebenen Verlobungsversprechen vielleicht etwas voreilig waren. Aber da bei einer Herbert Fritsch-Inszenierung die Applausordnung immer mit dazu gehört (in der B-Premiere leider ohne den Meister selbst), dürfen sie dann auch mal mit ihrem Wunschpartner an die Rampe….

Die Slapstick-Oper „Im Amt für Todesangelegenheiten“ von Klaus von Heydenaber am Theater Luzern

13.09.18 (Georg Rudiger) -
In Franz Molnárs „Liliom“ hat der Protagonist die Chance, nach seinem Tod nochmals für eine zweite Chance auf die Erde zukommen – das Musical „Carousel“ von Richard Rogers und Oscar Hammerstein II packt die Geschichte in süffige Musik, die mit „You‘ll never walk alone“ bis heute in die Fußballstadien der Welt ausstrahlt. Auch Molnárs Landsmann Viktor Bodó interessiert sich für einen spielerischen, auch komischen Umgang mit dem Tod. Gemeinsam mit dem Komponisten Klaus von Heydenaber hat der ungarische Regisseur die sogenannte Slapstickoper „Im Amt für Todesangelegenheiten“ entwickelt, die am Luzerner Theater zum Spielzeitauftakt uraufgeführt wurde.

Oper Magdeburg eröffnet Spielzeit mit Wagners „Walküre“

12.09.18 (Joachim Lange) -
Nur einen Teil aus Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ auf den Spielplan zu setzten, hat etwas von „ein bisschen schwanger“. Aber wenn man es dann schon mal macht, so wie jetzt die Oper in Magdeburg zum Spielzeitauftakt, dann bietet sich dafür die „Walküre“ noch am ehesten an. Das „Was-bisher-geschah“ (und zwar im „Rheingold“ und in der Zeit zwischen Einzug der Götter und „Walküre“) wird hier nämlich ohnehin ausführlich erzählt.

ARD-Wettbewerb: Konstantia Gourzi komponiert „Evening at the Window“ als Pflichtstück für Viola – Ein Interview

12.09.18 (Tabea Eppelein) -
Konstantia Gourzi ist eine international anerkannte Komponistin. Ihre Werke finden nicht nur in Deutschland Beachtung, sondern auch beispielsweise in Spanien, Griechenland, Japan und Israel. Konstantia Gourzis Musik schafft einen interkulturellen Dialog weit über Grenzen hinweg. Und dabei ist es Neue Musik, die man ohne Anstrengung hören kann – sie berührt stets unmittelbar. Für den ARD-Wettbewerb 2018 komponierte sie das Pflichtstück für Viola. Der Titel: „Evening at the Window“. Am 14. September 2018 findet die Uraufführung im Prinzregententheater München statt. Natürlich ist der Inhalt des Stückes bis zu diesem Termin noch streng geheim. Konstantia Gourzi verrät im Interview mit Tabea Eppelein trotzdem schon einiges.

Fröhliches Museum: Ein Plädoyer für Natschinski & Co. – „Mein Freund Bunbury“ an der Musikalischen Komödie Leipzig

10.09.18 (Roland H. Dippel) -
Etwas ist anders bei der Wiederaufnahme von Karl Zugowskis Inszenierung von „Mein Freund Bunbury“ an diesem Sonntag-Nachmittag, der andernorts „Tag des offenen Denkmals“ ist. Sie sind alle da in der Musikalischen Komödie Leipzig: Chefdirigent Roland Seiffarth i. R., der sich vor 1989 bei DDR-Musicals gerne gedrückt hatte, sein Amtsnachfolger Stefan Klingele und auch die Choreografin und Intendantin i. R. Monika Geppert, die so viele Stücke von Gerhard Kneifel und anderen mit ihrer wunderbar szeneaffinen Kompanie geprägt hatte. Nur einer fehlte diesmal: Gerd Natschinski, der Komponist selbst.

Eben komme ich von Haydn … – Herbstgoldfestival in Eisenstadt 2018

10.09.18 (Michael Kube) -
Man mag es kaum glauben, aber für Meteorologen ist schon seit ein paar Tagen der heiße Sommer kühle Geschichte – warme Tage hin oder her. Insofern ist es auch recht passend, dass im burgenländischen Eisenstadt das „Herbstgold“ begonnen hat – ein zwölftägiges Festival, dass mit seinen Spielorten und einem Generalmotto punkten will: neben dem schönen Schloss Esterházy mit seinem prächtigen Großen Saal und wenigen anderen Lokalitäten des alten Residenzstädtchens heuer mit dem Motto „Krieg und Frieden“.

Fünf Fragen an Olaf Zimmermann (Deutscher Kulturrat)

10.09.18 (Martin Hufner) -
nmz.de hat den Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, zur „Mutter aller Probleme“, das „Stöckchenspringen“, der Wirkung der „Initiative Kulturelle Integration“, #wirsindmehr und den Zusammenhang zwischen schulischer Bildung und Rechtsextremismus befragt.

Wagner-Wunder in der Provinz – „Götterdämmerung“ in Minden

08.09.18 (Regine Müller) -
Ein winziges Provinz-Theaterchen ohne eigenes Ensemble und Orchester mit gerade einmal 535 Plätzen spielt Wagner? Das klingt eigentlich nach purem Größenwahn oder besser noch nach laienhafter Selbstüberschätzung. Doch in Minden hat dieser Wahnsinn seit 16 Jahren Methode und hat sich nun gerade mit der Premiere der „Götterdämmerung“ zu unglaublichem Erfolg verdichtet. Denn nun ist der „Ring“ tatsächlich rund, im kommenden Jahr wird die gewaltige Tetralogie, unter der selbst große Operntanker ächzen sogar zwei Mal zyklisch über die Bühne gehen. Ein Wunder. Zumal sich der Mindener „Ring“, ebenso wie alle die Produktionen der Vorjahre keineswegs hinter den großen Häusern verstecken muss. Im Gegenteil.

Der Neue in Dresden – Peter Theiler im Gespräch: „Theater aus dem Geist eines gesellschaftlichen Zusammenhalts"

05.09.18 (Michael Ernst) -
Von Nürnberg kam er nach Dresden, doch eigentlich stammt Peter Theiler aus der Schweiz. Er wurde 1956 in Basel geboren, hat erfolgreich an Theatern in seinem Heimatland, in Frankreich sowie in Deutschland gearbeitet, zuletzt war er zehn Jahre lang Staatsintendant am Dreispartentheater in Nürnberg. Dort tritt nun Regisseur Jens-Daniel Herzog die Nachfolge an, während Theiler dem Ruf aus Dresden folgt. Im Interview erläutert er seine Sicht auf die Stadt und seine Vorhaben an der Semperoper.

Abrahams „Ball im Savoy“ in Lübeck – surreal und nebulös

05.09.18 (Arndt Voß) -
Auch bei den Musicals sind schon etliche in die Jahre gekommen. Warum sollte man da nicht eine vergessene Operette wiederbeleben, Paul Abrahams „Ball im Savoy“ etwa? Das Theater Lübeck tat es zur Saisoneröffnung (Premiere: 1. September 2018) mit Bravour und ein paar Versatzstücken, das paradoxe Ballvergnügen zu problematisieren.

Scharfe und fromme Töne – Das Beethovenfest Bonn startet mit starken Konzerten

04.09.18 (Regine Müller) -
Zwei Jahre vor dem Beethoven-Jubeljahr 2020, in dem Bonn gerne zum Zentrum der Klassik-Welt würde, gibt sich die Stadt wenig einladend. Das Zentrum ist eine riesige Baustelle, das Münster ist seit einem Jahr geschlossen und der Bahnhof befindet sich in katastrophalem Zustand. Die dortige Dauer-Baustelle kommt nicht vom Fleck, gesperrte Gleise, Umleitungen und das übliche Missmanagement der Deutschen Bahn bescheren auswärtigen Besuchern des soeben gestarteten Beethoven-Fests einen abschreckenden Empfang.

Splitter Orchester und Felix Kubin eröffnen „Monat der zeitgenössischen Musik“

03.09.18 (Martin Hufner) -
Der Monat der zeitgenössischen Musik wurde am Freitag mit einem Konzert des Spitter Ochesters Berlin und mit dem Live-Elektroniker Felix Kubin stilvoll im Berliner Heimathafen (Neukölln) eröffnet. Eröffnet ist dabei durchaus auch im übertragenen Sinn korrekt. Es war ein Konzert mit vielen offenen ästhetischen Ansätzen und daher in der Lage, ein Feld von Möglichkeiten für Künftiges zu bereiten. Ein Rückblick von Martin Hufner.

„W“ – wie Walhall ? – Wagners „Rheingold“ in Kassel eröffnet die Spielzeit

03.09.18 (Joachim Lange) -
Die Oper in Kassel verweist mit einigem Stolz darauf, dass das aktuelle „Rheingold“ der Auftakt zum bereits fünften „Ring“ seit 1961 am Haus ist. Zu den beiden entscheidenden Deutungen, die Patrice Chéreaus Jahrhundert-Ring von 1976 unmittelbar den Boden bereiteten, gehört neben der Inszenierung von Joachim Herz in Leipzig auch die Interpretation von Ulrich Melchinger und Gerd Albrecht in Kassel (1970–1974). Hier also sieht ein kundiges Publikum mit vergleichenden Erwartungen der jeweils nächsten Deutung entgegen. Damit ist jedes Regieteam einem höheren Erwartungsdruck ausgesetzt, als an anderen Opernhäusern.
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