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Gefeiert – Premiere von Verdis „Simon Boccanegra“ bei den Salzburger Festspielen

17.08.19 (Joachim Lange) -
Diesmal war Valery Gergiev bei der Sache. Am Pult der Wiener Philharmoniker. Im Großen Festspielhaus in Salzburg. Mit Giuseppe Verdis Thriller aus dem Genua, als da noch Dogen das Sagen hatten. Die Wiener Philharmoniker erfüllten ihre Rolle als Salzburger Hausorchester mit Bravour. Und auch der Russe am Pult, dem gerade in Bayreuth sein „Tannhäuser“ nicht so recht glücken wollte, und der dafür von der Kritik ziemlich einhellig verrissen wurde, überzeugt! Manchmal bewusst schroff akzentuierend, kleine surreale Momente auskostend – im Ganzen ein packender Verdi für den Premierenreigen der Festspiele! Joachim Lange berichtet.

Klang und Diskriminierung – Kunstfreiheit im Fokus des Rechts [Kommentar]

17.08.19 (Martin Hufner) -
Am Freitag (16.8.2019) hatte ein Verwaltungsgericht in Berlin darüber zu entscheiden, ob ein Mädchen in einen Knabenchor in Berlin aufgenommen werden müsse. Die Rechtsvertreterin des klagenden Mädchens, die zugleich ihre Mutter ist, wollte dies mit einer Klage erreichen. Das Gericht verneinte nun diesen Wunsch. Alles im Lot? In Presse und sozialen Netzen wurde viel über den Fall „diskutiert“. Aber ist es eine Frage von Meinungen? Martin Hufner versucht die Sache aufzudröseln.

Tönend-sprechende Liebesabgründe – Die Musicbanda Franui kommentiert Schnitzlers „Reigen“ im Bregenzer Festspielhaus

16.08.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Also ehrlich: träumte nicht jeder einmal davon, dass in jenem besonderen Liebesmoment Musik in vollem Sound einsetzen würde – eben wie im Hollywood-Film? Bei den Bregenzer Festspielen garnierte nun „Franui“ den ganzen Reigen solcher Momente in Arthur Schnitzlers gleichnamigem Drama und unser Kritiker Wolf-Dieter Peter war amüsiert und frappiert.

Rossini-Opera-Festival 2019: Drei Opernpremieren in Pesaro

15.08.19 (Dieter David Scholz) -
Zum 40. Male findet an der italienischen Adria-Küste, in Pesaro, dem Geburtsort Rossinis, einem beschaulichen, unspektakulären Bade- und Fischerstädtchen im Herzen Italiens in der Provinz der Marken, das „Rossini-Opera-Festival“ statt. Für Rossini-Liebhaber ist es weltweit der führende Ort gehobener Rossini-Pflege. Vom 8. bis zum 20. August wird dort dem be­rühmtesten Sohn der Stadt gehuldigt. Rossini-Freunde aus aller Welt sind wieder angereist, um das ausschließlich Rossini verpflichtete Programm zu erleben. Dieter David Scholz war für uns vor Ort.

Zwillingswesen – Uraufführung von Zaimoglu/Senkels „Siegfried“ bei den Bayreuther Festspielen

14.08.19 (Peter P. Pachl) -
In diesem Sommer wird der 150. Geburtstag des in Bayreuth lange bewusst unterbelichteten Siegfried Wagner mit einer Reihe von Veranstaltungen begangen. Im Markgräflichen Opernhaus gab es zweimal Siegfried Wagners Oper „An Allem ist Hütchen Schuld!“ zu erleben, zwei Ausstellungen beleuchten unterschiedliche Aspekte seiner Kunst sowie Reflexionen in der bildenden Kunst über ihn. Im Rahmen von „Diskurs Bayreuth“ gab es diverse Diskussionsrunden und nun das Auftragswerk „Siegfried“ von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel als Uraufführung. Peter P. Pachl berichtet.

Tannhäuser in Bayreuth: Ovation vor erstem Ton ohne Gergiev

14.08.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Bayreuther Festspiele, „Tannhäuser“ und Katharina Wagner vor dem Vorhang – das verhieß nichts Gutes. Tatsächlich sprach sie Valery Gergiev zunächst ihr Mitgefühl für einen Todesfall im engen Familienkreis aus. Doch als sie dann ansagte, dass Christian Thielemann die Vorstellung übernehmen würde, tobte ein Jubelsturm durch das Festspielhaus, ohne dass ein Ton erklungen war.

Bücherlesen kann tödlich sein – Uraufführung des Musicals „Der Name der Rose“ auf den Domstufen in Erfurt

11.08.19 (Joachim Lange) -
Wer sich für die zweite Vorstellung der aktuellen Domstufenfestspiele entschieden hatte, war besser beraten, als die Musicalfreunde, die die Premiere der neuesten Erfurter Uraufführung gebucht hatten. Die fiel nämlich im wahrsten Wortsinn ins Wasser. Wie vor zwei Jahren schon der Trovatore musste sie wegen anhaltenden Regens noch vor der Pause abgebrochen werden. Die eigentliche Premiere gab es also erst am Samstag. Und besonders in diesem Falle muss man den Schluss gesehen haben! Die Illumination des großen Brandes der Bibliothek erfasst nämlich nach und nach die gesamte Domfassade. Auch die finale Überblendung mit der stilisierten Ruine, die der Erzähler des Abends in späten Jahren noch einmal besucht, ist ein Meisterwerk der Videokunst… Joachim Lange berichtet.

Gesungener Schinken: Riccardo Broschis „Merope“ bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

09.08.19 (Dieter David Scholz) -
Die diesjährigen 43. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik stehen im Zeihen des 500. Todesjahres Kaiser Maximilians I., der Innsbrucks Ruf als bedeutende Musikstadt begründete, und des 350.Todesjahres des Innsbrucker Hofmusikers Pietro Antonio Cestis. Im umfang­reichen Festivalprogramms wird die Schatzkiste der Musik von Habsburger Hofmusikern in hochkarätig besetzten Konzerten geöffnet – nicht zuletzt im auratischen Spanischen Saal von Schloss Ambras. Die beiden Neuproduktionen der Opern „Merope“ von Riccardo Broschi und „La Dori“ von Pietro Antonio Cesti sind Höhepunkte des diesjährigen Festivals. Am 7. August hatte „Merope“ im Landestheater Premiere. Dieter David Scholz berichtet aus Innsbruck.

Klassik-Stars im Ski-Paradies: Das Verbier-Festival 2019

07.08.19 (Regine Müller) -
In engen Haarnadelkurven schraubt sich der Shuttle-Bus von Martigny auf den Berg hinauf. In einer guten halben Stunde geht es 1000 Meter hoch, oben locken die schneebedeckten Gipfel des Montblancs und des Combins-Massivs, die Kurven werden immer enger und steiler, die Blicke zurück ins Tal erzeugen zunehmend Schwindel.

Endstation Tankstelle – Luigi Cherubinis „Médée“ bei den Salzburger Festspielen

05.08.19 (Joachim Lange) -
Im aktuellen Opernprogramm der Salzburger Festspiele haben antike Mythen gleich dreifach ihren Platz: Zur Eröffnung mit Mozarts „Idomeneo“ und jetzt mit Cherubinis „Médée“. Enescus „Oedipe“ wird noch folgen. In der „Médée“ des für seine Überschreibungen bekannt gewordenen Simon Stone ist das Ende ein Amoklauf an der Tankstelle. Obwohl die nicht – wie es wohl im Film wäre – in die Luft fliegt. Ein Lagebericht von Joachim Lange.

Kontinuität und Neuanfang: die Singer Pur Tage 2019

05.08.19 (Juan Martin Koch) -
Eigentlich war alles wie immer: In der voll besetzten Kirche auf dem Adlersberg bei Regensburg ertönte bei freiem Eintritt himmlische Vokalpolyphonie, durchsetzt von neuer Musik und Orgelklängen. Aber eben nur eigentlich: Denn Jahr eins nach dem Ende der Stimmwercktage bedeutete gleichzeitig Jahr eins der Fortsetzung des wunderbaren Festivals in Form der Singer Pur Tage.

Im Ritual erstarrt oder die Schönheit des Häßlichen – Peter Sellars und Teodor Currentzis mit Mozarts „Idomeneo“ bei den Salzburger Festspielen

04.08.19 (Joachim Lange) -
Mozarts Opern gehören nach Salzburg. Sie sind wie der „Jedermann“ oder die Musik von Richard Strauss auch in die DNA der Salzburger Festspiele eingeschrieben. Das kleine Festspielhaus wurde sogar im Jubiläumsjahr 2006 als „Haus für Mozart“ wiedereröffnet. Im gleichen Jahr gab es hier sämtliche Mozart-Opern. Joachim Lange berichtet.

Zerbrochener Speer als Kreuz – „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen

01.08.19 (Peter P. Pachl) -
Ein insgesamt großer Abend und ein musikalisches fesselndes Ergebnis des „Parsifal“ unter Semyon Bychkov, in einer nicht unproblematischen Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg, an welcher der Regisseur auch in diesem Jahr merklich weitergearbeitet und Modifikationen gesetzt hat. Peter P. Pachl hat für uns die Premiere der Neuinszenierung besucht.

Prenzlauer Berg auf Landpartie – Das Detect Classic Festival am Tollensesee

31.07.19 (Antje Rößler) -
Historische Fabrikhallen, direkt am Ufer des Tollensesees in Neubrandenburg – das ist die Kulisse für das dreitägige Detect Classic Festival, das Konzertgänger und Clubbesucher vereint. Geboten wurden Sinfonisches und elektronische Live-Klänge, Kammermusik und DJ-Acts. Antje Rößler war dabei.

Neunzigminütiger Digest – „Die Meistersinger von Nürnberg“ als Oper für Kinder in Bayreuth

29.07.19 (Peter P. Pachl) -
Während sonst für die Sonderreihe „Oper für Kinder“ bei den Bayreuther Festspielen ungewöhnliche Raumlösungen gefunden wurden, ist in diesem Jahr auf der Hälfte der Probebühne IV des Festspielhauses erstmals eine steile Tribüne errichtet. Auf der anderen Hälfte der Fläche der Probebühne ist das Orchester positioniert; davor eine Schusterwerkstatt, wie man sie auch auf dem Handwerkermarkt in Nürnberg zu sehen bekommt und in klassischer „Meistersinger“-Bühnenanordnung rechts davon das Haus Pogners – allerdings mit einem Balkon anstelle des für Beckmessers Ständchen obligatorischen Fensters zu Evas Zimmer. Ein Bericht von Peter P. Pachl.

Fulminant, überbordend, witzig – „Die Meistersinger von Nürnberg“ bei den Bayreuther Festspielen

28.07.19 (Peter P. Pachl) -
Spannend zu erleben, wie es in Bayreuth Inszenierungen gibt, die auf den ersten Blick Interesse auf Vertiefung machen, sich dann aber als wenig sinnerhellend herausstellen, andere hingegen, die von Jahr zu Jahr im Sinne der Weiterarbeit, der Idee der „Werkstatt Bayreuth“ folgend, wachsen und reifen. Die Abfolge der Premieren „Lohengrin“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“, obendrein mit identischer Besetzung in den Hauptpartien von Sopran und Tenor, ist ein Beispiel für ein sich weiter verdichtendes, an Witz und Spannung nicht abnehmendes Kunstwerk des Tertiärschemas im Kreativprozess des Musiktheaters. Peter P. Pachl analysiert.

Der Gang des grünen Ampelmännchens Richtung Publikum – „Lohengrin“ bei den Bayreuther Festspielen

28.07.19 (Peter P. Pachl) -
Die Stadt Bayreuth will Richard Wagner als grünes Ampelmännchen in die Verkehrsampeln setzen. Wird dieser Beschluss realisiert, so war Neo Rauch als Ausstatter des „Lohengrin“ in Bayreuth geradezu prophetisch. Denn am Ende der Oper läuft anstelle des rückverwandelten Gottfried ein grünes Männchen mit grün glühendem Zweig über die Bühne. Ein Bericht von Peter P. Pachl.

Divergierende Erzählebenen: Tobias Kratzer inszeniert „Tannhäuser“ bei den Bayreuther Festspielen [Nachtrag]

26.07.19 (Peter P. Pachl) -
Mit Bravos und Buhs ist Tobias Kratzers Inszenierung des „Tannhäuser“ bei den Bayreuther Festspielen aufgenommen worden. Unser Rezensent Peter P. Pachl sah eine unterhaltsame Aufführung, bei der die verschiedenen Erzählebenen nicht immer zueinander finden wollten, hörte gute Sängerleistungen und ein wenig überzeugendes Dirigat Valery Gergievs.

Nur der Bär tanzt – Voreröffnung in Bayreuth mit einem Festakt zu Ehren von Wolfgang Wagner

25.07.19 (Peter P. Pachl) -
Mit einem Festkonzert wurde an den längstjährigen unter den Leitern der Bayreuther Festspiele gedacht, an Wolfgang Wagner (1919-2010), dessen 100. Geburtstag am 30. August dieses Jahres begangen wird.

Glosse: Es festi-wallt allenthalben! Festi-wallitis Bayreuthiana

25.07.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Was soll denn bitte die Krise in der Straße von Hormus oder dieser Polit-Clown in London? Was sollen „Umwelt-Krise“ oder „Mörderhitze“! – Der Bazillus „Festi-wall-itis Bayreuthiana“ ist groß ausgebrochen – der Höhepunkt wird um 16 Uhr erwartet… weltweite Berichterstattung und Übertragung vor Ort… nur unser Kritiker Wolf-Dieter Peter sitzt im klimatisierten Kino auf Distanz…

Ein neuer Tannhäuser für Bayreuth – Regisseur Tobias Kratzer im Gespräch mit Joachim Lange

25.07.19 (Joachim Lange) -
Tobias Kratzer, Jahrgang 1980, ist seit 11 Jahren im Opernregie-Geschäft. Als er mit dem Studium in München und Bern fertig war, stellte er sich gleich ganz vorn an. Legendär ist sein Coup von 2008. Da ging er beim Grazer „ring.award“ unter einem Pseudonym gleich mehrfach ins Rennen und gewann alle Preise. Peter Konwitschny animierte das zu einer Laudatio. So etwas funktionierte natürlich als Karriereschub. Das Besondere: er hat das Versprechen, das er damit der Opernwelt gab, gehalten.

Ruhelos vor Bayreuth – mit einem animierenden Buch auf Richard Wagners Spuren durch Europa

25.07.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Ob ihm wohl auch eine Bratwurst auf den Austern serviert wurde – wie das in Bordeaux üblich ist? Doch 1850 war Wagner zweimal nicht kulinarisch, sondern wegen Liebesturbulenzen in der Weinmetropole. Wer - wieder einmal – keine Festspielkarten bekommen hat: hier kommt Trost durch ein fabelhaft breit ausgreifendes Buch. Es macht das Leben Richard Wagners aus einem ganz anderen Blickwinkel nachvollziehbar – eine lohnende, weil horizonterweiternde Ergänzung zu allen Werkanalysen findet unser Kritiker Wolf-Dieter Peter, der die Festspielpremiere auch (nur) im Kino erlebt.

Wenige Zerrbilder der Macht - Händels „Agrippina“ im Münchner Prinzregententheater

24.07.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Wenn diese Zeilen online stehen, wird doch wohl im Prinzregententheater Monteverdis „Krönung der Poppea“ in der unvergessenen Produktion des „Dream-Teams“ Bolton-Alden-Steinberg-Shiff von 1997-2005 gegeben? Als Ergänzung zu den soeben reizvoll, beeindruckend, geradezu abendfüllend, weil die Premiere prägenden Anfängen dieser High-Society-Hure – doch Halt: nichts mit Monteverdi, das Werk hieß ja „Agrippina“ und war von diesem jungen „caro Sassone Giorgio Haendel“ für die damals berühmte Oper von Neapel komponiert worden. Doch eben nicht die Titelfigur stand im Mittelpunkt fand unser Kritiker Wolf-Dieter Peter.

Vor 10 Jahren gestorben: Erinnerung an Reinhard Schulz

24.07.19 (Martin Hufner) -
Vor zehn Jahren am 24. Juli 2009 verstarb Reinhard Schulz, unser leitender Redakteur für Musik und Kultur, nach langer und schwerer Krankheit. Wolf Loeckle widmete ihm damals einen Nachruf „Differenzierende Genauigkeit, Offenheit für theoretische Ansätze und musikalische Umsetzungen waren der Qualitätsstandard der Schulz‘schen Urteile.“ Er fehlt uns immer noch und immer wieder, wenn gerade die politische und kulturelle Welt deutlich aus den Fugen gerät.

Die Saat ist aufgegangen – Die 10. Heidenheimer Opernfestspiele unter Marcus Bosch

24.07.19 (Christian Kröber) -
Gut Ding will Weile haben, sagt ein Sprichwort. Und das gilt im Besonderen für künstlerische Arbeitsprozesse. Marcus Bosch, langjähriger musikalischer Leiter des Staatstheaters Nürnberg und heute Professor an der Hochschule für Musik und Theater in München, hat vor nunmehr 10 Jahren die Leitung der Opernfestspiele Heidenheim übernommen. Von Anfang an war es sein Ziel, ein Festivalorchester zu schaffen, das nach dem Luzerner Vorbild aus herausragenden Musikern und künstlerischen Weggefährten verschiedenster Orchester zusammengesetzt sein sollte. Christian Kröber berichtet.
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