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ECHO heißt jetzt IMA – Neuer Schall und Schwall aus der Musikindustrie

03.04.19 (Martin Hufner) -
Erinnern Sie sich noch an den Echo, den großen Musikpreis der Musikindustrie. Letztes Jahr gab es „Big Trouble“ über Nominierung und Preisverleihung an Farid Bang und Co, äh, Kollegah. Der Skandal führte schließlich zur Absetzung des Musikpreises „ECHO“. Im Klassikbereich hat es letztes Jahr einen Nachfolger gegeben unter dem Namen OPUS Klassik. Thomas Otto hat die erste Preisverleihung kritisch für die nmz begleitet. Ob da etwas im Popbereich sich tun würde, war lange Zeit ungewiss. Jetzt gibt es Klarheit. Der IMA soll die Nachfolge antreten.

Dänemark reaktiviert sein spätromantisches Opernschaffen, in Malmö gibt es Wagner

03.04.19 (Roland H. Dippel) -
Philipp Kochheim brachte August Ennas „Kleopatra“ an der Dänischen Nationaloper Aarhus (Den Jyske Opera) heraus, die Operaen Det KGL-Teater (Königliches Opernhaus Kopenhagen) folgte mit Peter Heises „Drot og Marsk“ (König und Marschall). In Malmö inszenierte Lotte de Beer Wagners „Fliegenden Holländer“ als schwedische Volksoper. Roland H. Dippel hat sich auf die Reise gemacht und berichtet.

Gewuselt und gewimmelt – Ein neuer „Fliegender Holländer“ an der Oper Leipzig

02.04.19 (Joachim Lange) -
Es wirkt wie ein Masterplan: Der Leipziger Opernchef Ulf Schirmer wird zum Finale seiner Intendanten-Jahre 2022 dem Haus ein komplettes Wagner-Paket hinterlassen. Im XXL Format und mit Festspielschleifchen drum. Das ist Stadttheater mit weltweitem Vermarktungseifer. Und selbst ein wenig so größenwahnsinnig wie der „schnupfende Gnom aus Sachsen mit dem Bombentalent und dem schäbigen Charakter“ wie Thomas Mann den Leipziger Richard Wagner so hassliebevoll beschrieb. Also nicht nur den Bayreuther Zehner-Kanon vom „Fliegenden Holländer“ bis zum „Parsifal“. Auch die Frühwerke. Zum Wagnerissimo-Rekord fehlen jetzt, nach dem Holländer-Landgang, noch die geplanten Neuinszenierungen von „Lohengrin“, „Tristan und Isolde“ und der „Meistersinger“ bis 2021. Joachim Lange war an Bord.

Dringlichkeit, die bis zum Ende bleibt – Puccinis „Madame Butterfly“ am Theater Basel

02.04.19 (Georg Rudiger) -
Vasily Barkhatov hat am Theater Basel bereits Modest Mussorgskys „Chowanschtschina“ und Sergej Prokofjews Oper „Der Spieler“ packend und präzise in die Gegenwart geholt. Für Giacomo Puccinis „Madame Butterfly“ beschäftigte sich der russische Regisseur gemeinsam mit dem Dirigenten Antonello Allemandi zunächst einmal mit der komplexen Entstehungsgeschichte des Musikdramas und den daraus resultierenden verschiedenen Fassungen. Georg Rudiger berichtet aus Basel.

Traumparabel des Scheiterns – Faszinierende Rückkehr von Schrekers „Der ferne Klang“ an den Uraufführungsort Frankfurt

01.04.19 (Wolf-Dieter Peter) -
„In Frankfurt begann alles…“ beschreibt Franz Schreker selbst seinen künstlerischen Weg, der mit der beifallumrauschten Uraufführung von „Der ferne Klang“ 1912 begann. Die folgenden Frankfurter Uraufführungserfolge von „Die Gezeichneten“ und „Schatzgräber“ mögen Michael Gielen bewogen haben, in seiner Ära daran anzuknüpfen. Ihm, dem gerade Verstorbenen, ist daher die neue Produktion des „Fernen Klang“ gewidmet. Es wurde eine triumphale Kunstfeier, sagt unser Kritiker Wolf-Dieter Peter

Jenseits von Afrika – An der Oper in Halle geht die „L’Africaine“ in die dritte Runde

01.04.19 (Joachim Lange) -
Nicht ganz glücklich ist unser Kritiker Joachim Lange mit Teil 3 der Meyerbeer-Adaption von „L’Africaine“ an der Oper Halle. Er meint, „dass Meyerbeers Grand opéra, an sich klüger ist, als diese Art von dazwischen grätschender Dekonstruktion.“

„Mir ist Richard Strauss unglaublich sympathisch“ – Christian Thielemann wird 60

01.04.19 (Michael Ernst) -
„Große Gier nach Wagner“: Christian Thielemann über Schubladen und eine Herzensangelegenheit. Ein Porträt des deutschen Dirigenten, der am 1. April seinen 60. Geburtstag begeht, von Michael Ernst.

Loops und kreisender Trompetenton – The Long Now bei Maerzmusik 2019

31.03.19 (Martin Hufner) -
Es war nur eine Stippvisite bei dieser Ausgabe des Abschlussevents von Maerzmusik 2019. Die Musik musste selbst zum Diskurs werden, Installationen tonlos tönen. Keine Zeit, die Welt zu erklären. Alles im Flow im Kraftwerk Berlin. Martin Hufner (Text) und Petra Basche (Fotos) mit Eindrücken.

Aktionismus statt Italianità – Misslungene Aktualisierung von Puccinis „La Bohème“ in München

30.03.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Ganz richtig: Klassiker werden gern als „unsterblich“ eingestuft, weil sie für fast jede Zeit ihre Gültigkeit beweisen können. Wenn also Münchens Komische Oper, das Gärtnerplatztheater eine neue Interpretation des Musikdramas um junge Künstler und eine kleine tuberkulöse Blumenstickerin ansetzt, dann darf das Publikum eine Sicht von 2019 erwarten.

Ein Märchen mit Folgen – Zemlinskys „Der Zwerg“ an der Deutschen Oper Berlin

29.03.19 (Peter P. Pachl) -
Nun stehen also beide Opern der Tragödie eines hässlichen Mannes in Berlin auf dem Spielplan: „Die Gezeichneten“, deren Libretto Franz Schreker im Auftrag Alexander Zemlinskys für ihn geschrieben, aber selbst vertont hat, an der Komischen Oper und an der Deutschen Oper Berlin Zemlinskys dann auf ein Libretto von Georg C. Klaren als „Der Zwerg“ komponierte Version. Diese basiert auf Oscar Wildes Märchen „Der Geburtstag der Infantin“, das Schreker zuvor bereits als Pantomime komponiert und in Wien zur Aufführung gebracht hatte. Anders als die Umsetzung von Schrekers Bildwelt an der KOB im Januar des Vorjahres, wurde die stark autobiografische Sicht auf Zemlinskys Oper an der DOB widerspruchslos goutiert.

Die EU-Urheberrechtsrichtlinie muss zum Leben erweckt werden · Von Tobias Könemann

28.03.19 (Tobias Könemann) -
Bis zuletzt war unklar gewesen, ob eine Mehrheit für eine Erneuerung des 20 Jahre alten Urheberrechts zustande kommen würde. Reformgegner und Befürworter hatten protestiert, demonstriert und Lobbyarbeit in ihrem jeweiligen Sinne betrieben. Nun hat das Europäische Parlament am 26. März die Richtlinie über das Urheberrecht im Digitalen Binnenmarkt verabschiedet und damit die Rechtssprechung an digitale Geschäftsmodelle angepasst. Tobias Könemann blickt auf die maximal aufgeheizte Debatte zurück:

Kurz-Schluss: Bitte zurückblättern – diesmal gibt’s ausnahmsweise leider kaum was zu lachen von mir

28.03.19 (Theo Geißler) -
Zugegeben: Ich bin auch ein »Verwerter«. Gleichermaßen von Speisen und Getränken – wie von geistigem Eigentum kreativer Frauen und Männer vorwiegend aus dem Kulturbereich, die ich in die Fänge meines bescheidenen Verlagshäusleins gelockt habe. Allzu viele Köder musste ich gar nicht auswerfen. Es genügte eine gewisse Kompetenz im editorischen Bereich, Engagement und Glaubwürdigkeit in der Sache, ein gewisser Kapitaleinsatz für Produktion und Marketing – eben alles, was eigentlich dem Beruf des Verlegers Rechtfertigung verleihen sollte. Autorin/Autor, Komponistin/Komponist, Fotografin/Fotograf, Klangdesignerin/Klangdesigner übertrugen in komplizierten Vertragsverfahren, die zumindest hierzulande dafür sorgten, dass keine Enteignung stattfand wie in den USA oder Great Britannien üblich, ihre Urheberrechte gegen angemessene Beteiligung am Erlös der »Verwertung« an den Verlag.

Urheberrecht, Stil und Gesellschaft – Ein Kommentar von Martin Hufner

27.03.19 (Martin Hufner) -
Gestern hat das EU-Parlament die EU-Richtlinie zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt „durchgewinkt“. Einige Reaktionen haben wir hier eingesammelt wie zum Beispiel von: GEMA, BVMI, VUT, Deutscher Musikrat, Zentrum für europäische Politik, Sven Giegold (MdEP – Die Grünen), VG Bild-Kunst, Julia Reda (MdEP - Die Piratinnen). Die Entscheidung ist aber mehr als eine Wahl. Welche gesellschaftlichen Prozesse sind da wirksam geworden? Wie die Entscheidung auch ausgefallen wäre, es ist kein Glück darin.

Heftig gefeiert – Aribert Reimanns „Medea“ am Aalto-Theater Essen

Unser Autor Christoph Schulte im Walde kommt begeistert vom Besuch von Aribert Reimanns Oper „Medea“ am Aalto-Theater Essen zurück. Da schien alles gut ineinander gegriffen zu haben. Herausragend: Claudia Barainsky in der Rolle der Medea. Kay Links Essener Inszenierung werde bleibende Aufmerksamkeit auf sich ziehen, meint unser Autor.

Die andere Liga – Das Rudresh Mahanthappa Quintet spielte beim BMW Welt Jazz Award

26.03.19 (Ssirus W. Pakzad) -
Als erstes hat Rudresh Mahanthappa sein Publikum mit dem Handy gefilmt – damit seine Frau auch glaubt, dass er ein Konzert in der Fremde gibt und nicht irgendetwas anderes treibt. Ja, er war wirklich da. Und wie. Dass der Altsaxofonist jetzt beim BMW Welt Jazz Award in München auftrat, hat dem Wettbewerb einerseits gut getan, andererseits schon im Vorfeld Fragen aufgeworfen.

Rendezvous mit dem Tod – David T. Littles Kennedy-Oper in Augsburg

25.03.19 (Wolf-Dieter Peter) -
„Die Amis trauen sich“ könnte salopp auch im Musiktheater festgestellt werden: „Nixon in China“, „Diva“, „Doctor Atomic“, „Marilyn“, „Frau Schindler“ – US-Komponisten greifen in ihre nähere Geschichte und wagen sich an zeitgenössisch relevante Themen. Nun also „JFK“, eine Oper über John Fitzgerald Kennedy in Augsburg. Wolf-Dieter Peter nimmt die europäische Erstaufführung ins Visier.

„Persepolis“ in Berlin – Televisionen bei Maerzmusik 2019 in Berlin

24.03.19 (Martin Hufner) -
Kommunikation ist alles. Am zweiten Tag (Abend) der Maerzmusik öffneten sich die Türen der Betonhalle im Weddinger Silent Green Kulturquartier für Ohren, Augen, Mund und Nase. Also das mindestens. Denn an diesem Platz, einer großen unterirdischen Halle, ergänzt von einem Geäst von auf den ersten Blick wirrer Gänge, präsentiert sich die jährliche Veranstaltung mit Tele-Visions (im englischen Untertitel einer „Critical Media History of New Music on TV 1950s–1990s“).

Saint-Saëns‘ vergessenes Musikdrama „L’Ancêtre“ im Münchner Prinzregententheater

22.03.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Eine Vielfachfeier: Die Wiederentdeckung eines zu Unrecht aus dem Repertoire gefallenen Werkes; die 25jährige Erfolgstory der Theaterakademie August Everding; das abermalige Zusammenwirken von Studierenden, Bühnenprofis und Münchner Rundfunkorchester samt Unterstützung durch die auf französische Musikausgrabungen spezialisierte Stiftung Bru Zane – Ergebnis: ein einhellig gefeierter Erfolg. Wolf-Dieter Peter mit Einzelheiten.

Uraufführung – Nun auch als Oper: Monsteraffe King Kong in Magdeburg

22.03.19 (Michael Jenne) -
Seit mehr als 150 Jahren bereits geistert der Monstergorilla King Kong in sämtlichen Kunst- und Unterhaltungsmedien durch die Kulturgeschichte – Skulptur, Roman, Comics, Computerspiel, Kinderbuch, Musical… Die amerikanische Originalverfilmung von 1933 gilt als Klassiker in der langen Folge der Bearbeitung des Stoffes. In Magdeburg fand nun die Uraufführung einer Kammeroper von Jeffrey Ching statt: „Die wahre Geschichte von King Kong“ verbindet Musiktheater mit Puppenspiel und Film, basierend auf einem Libretto von Roscha A. Säidow, die auch Regie führt. Michael Jenne berichtet.

Plastische Klangbilder – Henzes „Der Prinz von Homburg“ an der Stuttgarter Staatsoper

20.03.19 (Georg Rudiger) -
Cornelius Meister und Stephan Kimmig bringen Henzes „Der Prinz von Homburg“ zum ersten Mal auf die Bühne der Stuttgarter Staatsoper. Einer sehr guten Ensembleleistung stehen Probleme der Inszenierung gegenüber, die manchmal doch – trotz starker Momente – zu „grob gearbeitet“ sei, meint unser Kritiker Georg Rudiger.

Keine Ruhe vor dem Sturm – Georges Aperghis “L‘ avis de tempète“ am Staatstheater Mainz

20.03.19 (Andreas Hauff) -
Nach der Uraufführung im französischen Lille 2005 hat sich bislang kein Theater an Georges Aperghis‘ Oper „L‘Avis de Tempète“ gewagt: Nun hat das Staatstheater Mainz die deutsche Erstaufführung auf die Beine gestellt – eine bewundernswerte Leistung, die als Bühnenereignis trotzdem seltsam unberührt lässt. Andreas Hauff berichtet.

Russisch timbrierte Grand Opéra: Tschaikowskys „Johanna von Orleans“ im Theater an der Wien

19.03.19 (Regine Müller) -
Regisseurin Lotte de Beer interpretiert Tschaikowskys „Johanna von Orleans“ vor dem Hintergrund eines Vater-Tochter-Konflikts. Unsere Autorin, Regine Müller, sieht darin einige Schwierigkeiten. „Das mitreißende und durchdachte Spiel aller Akteure und die an historischen Vorbildern orientierten üppigen Chortableaus mit rauschenden Kostümen versöhne allerdings dann auch jene, denen de Beers Erzählung wohl abstrus erscheint.“

Musikalisch neu gedeutet im aseptischen indischen Urwald – Händels „Poros“ an der Komischen Oper Berlin

17.03.19 (Peter P. Pachl) -
Nach 15 Jahren ist Harry Kupfer, der frühere Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, als Gast erstmals an dieses Haus zurückgekehrt und hat sich einen alten Wunsch erfüllt: Händels Oper „Poros“, mit welcher er in jungen Jahren als Assistent in Halle zu tun hatte, erklingt nun erstmals in der Komischen Oper – und das mit deren früherem Alleinstellungsmerkmal, der Aufführung in Landessprache sowie mit einer gegenüber dem Original schwerpunktmäßig umgetopften Besetzung. Peter P. Pachl hat sich das angesehen und angehört.

Im Westen nichts Goldenes: Puccinis „La fanciulla del West“ an der Bayerischen Staatsoper

17.03.19 (Juan Martin Koch) -
In seiner vierten Operninszenierung hat sich der Filmregisseur Andreas Dresen („Halbe Treppe“, „Sommer vorm Balkon“, „Gundermann“) Giacomo Puccinis eher selten gespielte „Fanciulla del West“ vorgenommen. Seines eher unentschiedenen Zugriffs zum Trotz entwickelte sich dank einer famosen Ensemble- und Orchesterleistung ein packender Premierenabend an der Bayerischen Staatsoper.

Regeln brechen oder: DIE BAKCHEN – Lasst uns tanzen im Cuvilliés Theater München

17.03.19 (Wolf Loeckle) -
„Das war alles wahnsinnig vielfältig, bunt, laut, bewegend, abstoßend, ungeheuer virtuos, artistisch, verwirrend, in all dieser Multifunktionalität bewundernswert, auf die Einzelleistung bezogen, auf das Gesamte der großformatigen Konzeption. Und irgendwie reduziert es sich dann doch auf das Wisch und Weg rund um den Globus, rund um alle SmartPhone-Bildschirme der Welt,“ sagt unser Kritiker Wolf Loeckle.
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