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Gotthold Schwarz: „Es geht nicht um Personen, es geht um den Chor“ – Portrait des Thomaskantors

25.03.20 (Michael Ernst) -
Vor fünf Jahren ist der Sänger und Dirigent Gotthold Schwarz bereits interimistisch im Amt des Thomaskantors gewesen, weil sich sein Vorgänger Georg Christoph Biller aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig zurückziehen musste. Seit 2016 bekleidet Gotthold Schwarz, der dem Chor bereits seit Jahrzehnten eng verbunden ist, offiziell dieses Amt und würde das wohl auch gern in Zukunft noch bleiben. In früheren Zeiten ist das Thomaskantorat ja oft eine Aufgabe fürs Leben gewesen, siehe Johann Sebastian Bach. Doch die Stadt Leipzig will jetzt einen Nachfolger suchen, der im Juni nächsten Jahres die Leitung des traditionsreichen Chores übernehmen soll.

Grand Opéra zwischen Beton und Blumen – Berlioz‘ „Trojaner“ in Kiel

20.03.20 (Arndt Voß) -
Das Theater Kiel hat Erfahrung mit der Grand Opéra, scheut den Aufwand für dieses Genre nicht. In den letzten vier Jahren wurden erfolgreich, wenn auch verstörend Meyerbeers „Hugenotten“ gezeigt, dann 2017 opulent Rossinis „Tell“. Zwei Jahre später folgte mit biederem Anstrich Aubers „Stumme von Portici“, und nun galt die Anstrengung Hector Berlioz mit seinem grandiosen Zweiteiler „Die Trojaner“ (Premiere: 7. März 2020). Es ist ein Werk, das allen Respekt fordert. Das Theater zollte ihn – ehrbar.

Salzburg ohne Osterfestspiele – „Geisterkonzerte“ – Leben ohne Gesang?

17.03.20 (Michael Ernst) -
Eine großen Bogen durch die Kulturlandschaft schlägt unser Autor Michael Ernst von der Absage der Salzburger Osterfestspiele über Geisterkonzerte in Berlin, Köln und Leipzig bis hin zur Frage danach, wer warum singt. Und er erinnert uns daran, dass diese unerwartete Ausnahmesituation der „Länder des Westens“ in vielen Gegenden der Welt purer Alltag ist. Nicht absehen können, was morgen geschieht, woher Essen und Trinken kommen sollen …

Europas Geheimnisse auf Müllhalden in Afrika – Richard van Schoors „L'Européenne“ in Lübeck uraufgeführt

16.03.20 (Arndt Voß) -
Die Theater Lübeck und Halle haben sich in einem großen Opernprojekt zusammengetan, das durch den Fonds ‚Doppelpass‘ der Kulturstiftung des Bundes möglich wurde. Halle begann. Dort wurde 2018 Giacomo Meyerbeers „L‘Africaine“ experimentell mit Richard van Schoors zeitgenössischer Musik verfremdet. „Eine mutige und ehrgeizige Exkursion ins Unbekannte“ nannte Joachim Lange das Ergebnis, über das er am 30.09.2018 in NMZ-online berichtete. Mit einer Uraufführung zog Lübeck am 6. März 2020 nach und setzte mit van Schoors „L'Européenne“ einen aufregenden Kontrapunkt. Sie war als „Film-Oper“ plakatiert, mit dem Libretto von Thomas Goerge.

Tanz, Geschlechterkampf, Walpurgisnacht: Chemnitz darf sich auf eine phänomenale „Carmen“ freuen

16.03.20 (Roland H. Dippel) -
Am Abend der Generalprobe von Georges Bizets „Carmen“ gab man sich noch zuversichtlich. Die Absage des kompletten Spielbetriebs bis zum 13. April erfolgte am Theater Chemnitz genau 19 Stunden nach deren Ende. Dabei deuteten alle Zeichen auf einen intensiven Abend, dessen Premiere jetzt wegen der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus verschoben wurde. Attackierender Motor der Generalprobe war der Tenor Gustavo Peña.

Techno-Rave mit Monteverdi: „M‘Orpheo“ am Theater Regensburg

15.03.20 (Juan Martin Koch) -
Ausnahmezustand im Regensburger Velodrom: Damit nicht genug, dass außer Pressevertretern (mit Abstand verteilt auf der Galerie) und Theatermitarbeitern (im Parkett) kein Publikum bei der Premiere anwesend sein konnte; vor der Spielstätte läutete auch noch ein geheimnisvoller, weiß gewandeter Spielmannszug den Abend ein. Man durfte sich auf was gefasst machen.

Am Ende bricht auch noch der Vesuv aus – Peter Konwitschnys Inszenierung von Aubers „Die Stumme von Portici“ erlebte in Dortmund ihre Geisterpremiere

14.03.20 (Joachim Lange) -
Die Oper Dortmund ist möglicherweise das letzte Haus, das bis auf weiteres eine Neuinszenierung noch zu einem ordentlichen Abschluss gebracht hat, bevor die Türen der Opernhäuser krachend (oder lautlos ganz wie man will) ins Schloss fielen und die verordnete große Entschleunigung den Corona-Angriff auf die Welt abfedern soll. Mal abgesehen von der für sich genommen allein schon opernhaften Form einer Geisterpremiere ohne Publikum, hätte diese Premiere auch ohne Katastrophenambiente einen aparten eigenen Reiz:

Ein entfesselter Showtumult – „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss am DNT Weimar

13.03.20 (Joachim Lange) -
Im Hause des reichsten Mannes von Weimar befinde man sich, verkündet Max Landgrebe als Haushofmeister im Nationaltheater. Er wandelt damit nur leicht die Worte ab, die Hugo von Hofmannsthal 1916 für das „Schmerzenskind“ beisteuerte, das Richard Strauss und er zunächst als eine Kombination aus Schauspiel und Oper verfertigt hatten. Aber das Publikum hatte schon damals seinen eigenen Kopf, bestand auf dem Entweder-Oder und erzwang von den beiden durchaus marktorientierten Genies eine Entscheidung.

Szenisch zu wenig: Vincenzo Bellinis „Norma“ an der Staatsoper Hamburg

12.03.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Nach zum Teil stehenden Ovationen für die Sängerinnen Marina Rebeka und Diana Haller nach der Premiere von Vincenzo Bellinis „Norma“ an der Staatsoper Hamburg gab es Buhrufe für die südkoreanische Regisseurin Yona Kim. Und das nach einer Aufführung, die sich am Ende psychologisch ungemein fokussierte und unter die Haut ging. So stellte sich die Frage nach dem Warum?

Maschinenmensch ohne Moral: Philip Glass‘ „In der Strafkolonie“ in Gera

11.03.20 (Roland H. Dippel) -
Station Drei der fünf Inszenierungen von Philip Glass' „In the Penal Colony“ an deutschen Theatern in der Spielzeit 2019/20: Auch auf der Bühne am Park des Theaterhauses Gera spielt man die deutsche Übersetzung von Cordula Engelbert und Bettina Rohrbeck. Hier ist Töten die Aufgabe eines nicht näher spezifizierten Mischwesens zwischen Mensch und Maschine. Das hat Konsequenzen für die dadurch drastisch reduzierte Vielschichtigkeit von Franz Kafkas Erzählung. Denn eine programmierte Maschine hat keine Verantwortung für die von ihr vollbrachten Hinrichtungen – der Mensch schon, selbst wenn er im Auftrag anderer handelt. Von Roland H. Dippel

Konzept als fasriges Korsett – Verdis Schiller-Oper „I Masnadieri“ erstmals an der Bayerischen Staatsoper

09.03.20 (Wolf-Dieter Peter) -
„Der frühe Verdi“ ist ein besonderes Problemfeld des Opernrepertoires. Immer wieder werden Versuche unternommen, den Verdi-Klassikern auch einmal etwas selten oder nie Gespieltes an die Seite zu stellen. Zurecht wird dann auf eine exzellente Solistenbesetzung geachtet – und auch szenisch soll die Aufführung etwas Besonderes werden. Beim enormen Aufwand der „Räuber“-Neuinszenierung im Nationaltheater fragte sich unser Kritiker Wolf-Dieter Peter, welches Stück eigentlich gezeigt werden sollte.

W wie Wiederholung – Kassels „Ring“ mit einer packenden „Götterdämmerung“ vollendet

08.03.20 (Joachim Lange) -
Es ist vollbracht! In Kassel, dieser Wagner- bzw. Ring-Hochburg ganz eigenen Rechts, mitten in Deutschland, gibt es wieder einen kompletten Nibelungen-Ring. Mit dem bereits fünften seit 1961 ist der Wagnernormalzustand in der documenta-Stadt damit wiederhergestellt. GMD Francesco Angelico und Oberspielleiter Markus Dietz haben ihn jetzt mit der „Götterdämmerung“ komplettiert und ihrem Publikum übergeben. Im übertragenen Sinne und am Ende sogar ganz wortwörtlich.

Entlarvtes Glamour-Glimmer-Elend – Die Zeitlosigkeit von Pina Bauschs Brecht-Weill-Abend in Wuppertal

08.03.20 (Wolf-Dieter Peter) -
Weniges ist „toter“ als museales Musiktheater. Das war an den Wiederbelebungsabenden von Felsenstein-, Wieland-Wagner- oder Karajan-Inszenierungen zu erleben. Doch die Pina-Bausch-Company beweist derzeit das Gegenteil: unter der nach langen Querelen nun etablierten Direktion von Bettina Wagner-Bergelt erwiesen sich Pinas „Macbeth“- und „Blaubart“-Adaptionen als erschreckend „heutig“. In die Standing Ovation am Schluss der Neueinstudierung des Brecht-Weill-Abends von 1976 stimmte auch unser Kritiker Wolf-Dieter Peter ein.

Torte ohne Schlacht – Barrie Koskys szenischer Liederabend „Ich wollt, ich wär’ ein Huhn“

07.03.20 (Peter P. Pachl) -
„Ein Berlin-Abend“ untertitelt die Komische Oper das bereits vor zwei Spielzeiten angekündigte, dann aber verschobene und nun endlich realisierte Kammerstück mit Liedern aus den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Dabei sind es nicht nur populäre Nummern verfemter Komponisten, sondern auch solcher, die sich mit dem NS-Regime arrangiert haben, durch Brecht-Lieder von Hanns Eisler konterkariert oder zu „dadaistisch-eskapistische(n) Nummern“ hochstilisiert, etwa im Bemühen, aus den Texten von Bruno Balz als dem von der Gestapo verfolgten homosexuellen Dichter der Lieder für Zarah Leander, versteckte politische Aussagen zu entlocken.

Geschlossener Raum für rasende Gefühle – Verdis „Il Trovatore“ an der Oper Köln

Will Humburg dirigiert in Köln einen Verdi, der das Publikum in die Sitze drückt, weite dynamische Gegensätze aufspannt und das Orchester zu einem Vehikel macht, das durch große Gefühle rast. Über Tcherniakovs Interpretation dieser „Geschlossenen Gesellschaft“ lohnt es sich jedenfalls nachzudenken; Giuseppe Verdi hätte das vermutlich ganz gut gefallen, meint unser Kritiker Christoph Schulte im Walde.

Zusammen gehört – „Kunstlied meets Poetry Slam“ im Fabriktheater Moabit

06.03.20 (Konstantin Parnian) -
Das junge Format „Agorá“ kehrt ein Jahr nach seinem Startschuss zurück nach Berlin. Benannt nach dem Marktplatz der antiken Polis, einer bedeutenden Keimzelle des frühen zivilisatorischen Austauschs, stellt das Konzept in thematischen Blöcken poetischen Texten der Jetztzeit Lieder der klassischen Tradition gegenüber. Aus dem Poetry Slam stammt nicht nur die eine Hälfte der Bühnenpersonnage, sondern auch der Ansatz, die Kandidat*innen gegeneinander antreten zu lassen: als „Team Lied“ versus „Team Poetry“. In herkömmlicher Slam-Manier wird das Ergebnis per Applausvergleich durch das Publikum ermittelt.

Ein wirklich teuflisches Spiel – Tomo Sugao inszeniert Gounods „Faust“ am Theater Bielefeld

Tomo Sugao, der 1979 im japanischen Sapporo geborene Opernregisseur, macht schon seit etlichen Jahren international als kreativer Mensch auf sich aufmerksam. In der deutschsprachigen Theaterszene präsentierte er Inszenierungen unter anderem in Zürich, am Mainfranken-Theater Würzburg („Nixon in China“ und „Götterdämmerung“) und zuletzt im vergangenen Jahr in der Oper Dortmund seine Sichtweisen auf Puccinis „Turandot“ und „Madama Butterfly“. Seine jüngste Produktion, Charles Gounods „Faust“, feierte am vergangenen Wochenende am Theater Bielefeld Premiere. Eine bemerkenswerte Lesart, wie unser Autor Christoph Schulte im Walde meint.

Am Theater Kiel: Shakespeares „Was ihr wollt“ im Musicalformat

03.03.20 (Arndt Voß) -
Eine Naturkulisse, wie Kiel sie hat, ist wie geschaffen für Shakespeares „Was ihr wollt“, das bekanntlich mit einem veritablen Schiffbruch beginnt. Meer hat man dort, ohne sich viel anstrengen zu müssen. Aufwand aber trieb man, als im Sommer 2018 die Komödie in ein Musical umgestaltet wurde, sinnigerweise auf einem Werftgelände inszeniert und mit einem havarierten Kutter statt des Segelschiffes in der Komödie. Jetzt, knapp zwei Jahre später, zwängte man alles ins Schauspielhaus (Premiere: 29. Februar 2020), allerdings ohne Hafenblick. Den ersetzte man durch ein fein gemaltes Triptychon mit barocker Landschaft, die Teile halbrund umrahmt von Lichterketten. Der Kutter aber blieb.

Salomes Psychopathologie – Theatralisch sensationelle Deutung des Straussschen Musikdramas an der Oper Frankfurt

02.03.20 (Wolf-Dieter Peter) -
Der Bilderflut unserer Tage suchen Theater oft hinterher zu hecheln. Insbesondere Staatsopern verwenden hohe Summen für Ausstattungen. Einer der Altmeister des zeitgenössischen Theaters, Peter Brook feiert gerade in Paris einen abermaligen Erfolg – der auch auf seinem bahnbrechendem Buch basiert: „The empty Space – Der leere Raum“. Das Frankfurter Premierenpublikum und unser Kritiker Wolf-Dieter Peter saßen am Ende der „Salome“ gebannt durch ein vergleichbares Erlebnis.

Mehr Entwurf, als Wurf – Nina Kupczyk inszeniert „Don Giovanni“ in Halle

02.03.20 (Joachim Lange) -
Nina Kupczyk musste, oder durfte (?), einen „Don Giovanni“ zu Ende inszenieren, der eigentlich mit dem Team um den Noch-Hausherren Florian Lutz in Bühne und Kostümen entstand, weil dieser unterdessen seine erste Spielzeit in Kassel vorbereitet. Keine guten Voraussetzungen, meint unser Kritiker Joachim Lange.

Zwei doppelt ratlosmachende Offenbach-Premieren in Dresden

02.03.20 (Michael Ernst) -
Dresden feiert verspätet, das Offenbach-Jahr ist vorbei. Semperoper und Staatsoperette bringen an einem Wochenende „Die Großherzogin von Gerolstein“ und „Die Banditen“ heraus. Diese in keinerlei Zusammenhang stehende Doppelpremiere bescherte dem Publikum leider doppelte Ratlosigkeit, befindet unser Kritiker Michael Ernst.

Wer sind wir? – Begeisternde Premiere einer neuen Tanztruppe „of curious nature“ in Bremen

01.03.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Ein Riesenprojekt, das die Choreographen Helge Letonja (Bremen) und Felix Landerer (Hannover) mit zahlreicher Hilfe erfolgreich zu Ende führen konnten: die Gründung einer neuen Tanztruppe mit TänzerInnen aus dem ganzen norddeutschen Raum, die sich „of curious nature/TanzRAUM Nord“ nennt und gestern Abend im kleinen Haus eine überwältigende Premiere feiern durfte.

Packend – Giacomo Meyerbeers „Les Huguenots“ am Grand Théâtre de Genève

27.02.20 (Joachim Lange) -
Das Regieduo Jossi Wieler und Sergio Morabito nehmen den Kampf mit der weitschweifigen Grand Opéra Meyerbeers am Grand Théâtre de Genève nicht nur beherzt auf, sie begeben sich dabei gleichsam in einen Nahkampf. Das heißt nicht nur mit, sondern auch in jeder einzelnen Szene. Jede ist für sich genommen gründlich durchgearbeitet und lässt kaum Leere oder Statik aufkommen. Es ist packend zu sehen, wie da der Wahnsinn zur materiellen Gewalt wird. Die Kritik von Joachim Lange.

Steigerungstexturen und Energiespitzen beim BMW Welt Jazz Award 2020

26.02.20 (Ralf Dombrowski) -
Zu welch souveränen Resultaten es führen kann, wenn sich drei Musiker über einen langen Zeitraum kennen und ihre speziellen kreativen Eigenheiten ineinander wachsen lassen, demonstrierte am Dienstag das Klaviertrio mit Michel Reis, Marc Demuth und Paul Wiltgen beim BMW Welt Jazz Award 2020 in München.

Theos Kurz-Schluss – Wie ich einmal auf der Suche nach Werten vom Wertewandel in den Börsenwert und zurück auf den Allerwertesten geschleudert wurde

24.02.20 (Theo Geißler) -
Vorsicht, diesmal wird’s ein bisserl ernster hier: Vor ein paar Tagen ertappte ich bei einem Spaziergang meinen elfjährigen Enkel dabei, wie er – glaubte ich – Steinchen in den Wald warf. Glaubte ich, denn bei näherem Hinsehen stellte ich fest, dass er aus seinen prall gefüllten Hosentaschen Ein- und Zwei-Cent-Münzen kramte und, so weit es ging, wegwarf. Gutgläubig wie ich nun mal bin, fragte ich ihn, ob er Geld säe, damit es ordentlich wachse (nicht ohne gleich eine Minipredigt anzuschließen, dass dies ein ziemlich hoffnungsloser Weg zum Reichtum sei). „So ein Schmarrn, Opa – glaubst, ich bin doof?“, antwortete er, nicht ohne mit dem Finger an die Stirn zu tippen. „Ich hab nur mein Sparschwein ausgemistet, damit mehr Platz für Silbergeld und Scheine bleibt.“ „In Dänemark“, fügte er weise hinzu, „ist dieser Kupferschrott schon gar nix mehr wert. Außerdem könntest du mein Handy mal für Apple-Pay freischalten, du hast doch eine Kreditkarte.“ Mir lag zwar eine Moralpredigt samt Schimpfkanonade auf der Zunge. Im Wissen, noch nie ein guter Pädagoge gewesen zu sein, entschloss ich mich zu einer Art Moratorium. Ich bot meinem Enkel an, mir den „Kupferschrott“ auszuhändigen mit der Zusage, ihn in Euro-Münzen (selbstverständlich samt Aufrundung) umzutauschen.
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