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Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 13.08. bis 19.08.2018

12.08.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 33. Schwerpunkte: Dieter Mack, Luís Tinoco, 65 Jahre Musikbund von Ober- und Niederbayern, Thomas Meinecke/Move D: WORK, Vor 50 Jahren, The Gramophone Effect, Pianistin Jee Eun Franziska Lee, Revisited Forum neuer Musik 2007 – synthesis@XXI.gr, Joik, Jodeln und Huula aus Hawai – Eindrücke vom Naturstimmenfestival aus dem Schweizer Toggenburg, Patterns, Phasing, Konsonanz – Minimale Musik, Singen im Wüstensand – Das Opernfestival in Santa Fe / New Mexico, Amen. Amin. Om – Musik aus den fünf Weltreligionen.

‚Da‘ sein – Ein Bericht von den „Darmstädter Ferienkursen 2018“

08.08.18 (Juana Zimmermann) -
‚da‘ ist das Logo im neuen, an Sinuskurven erinnernden Design der diesjährigen Darmstädter Ferienkurse. ‚da‘ war aber auch der sich durchziehende Esprit: 15 Tage im Jetzt sein und Utopie leben. „Wir haben alles in den Bully geworfen, sind losgefahren und sind jetzt da“, erzählt eine Komponistin und meint damit, dass Alltag, Mails und Sorgen zu Hause geblieben sind. Sie wohnt nicht weit von Darmstadt und hätte ohne weiteres ihre Unterrichtsstunden und Konzerte geben und gleichzeitig im eigenen Bett schlafen können. Doch das wäre nicht ‚da‘ gewesen und die generationsprägende FOMO verstärkt sich bekanntlich auf solchen Events.

Der melancholische Zauber des Loslassens: zur letzten Ausgabe der Stimmwercktage

08.08.18 (Juan Martin Koch) -
Vor kurzem erst hatte das Vokalensemble Stimmwerck seine Auflösung zum Ende des Jahres angekündigt. Nun fanden die Stimmwercktage, das von den vier Sängern initiierte Festival auf dem Adlersberg bei Regensburg, mit ihrer 14. Ausgabe einen würdigen Ausklang.

Car-Woman, könnte sie heißen… – Georges Bizets „Carmen“ auf Erfurts Domstufen, Open Air

06.08.18 (Joachim Lange) -
Unter einer blankgewienerten Adenauer Mercedes-Limousine macht er es nicht – mit einem Augenzwinkern versteht sich. Samt der Abgaswolke des Diesels auf die das Publikum von den heutigen Standards aus reagiert. Der Erfurter Generalintendant Guy Montavon lässt sich zur Eröffnung der 25. DomStufen-Festspiele, vor der ersten „Carmen“-Vorstellung nobel vorfahren. Begrüßt Thüringens Honoratioren und ihre Gäste. Und eröffnet die neue Spielzeit seines Hauses. Anfang August, als wahrscheinlich erster Intendant weit und breit.

Alte Schuld und neue Scham – Ein Schweizer „Tatort“ erinnert auch an in der NS-Zeit ermordeten jüdischen Komponisten

05.08.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Die Musikgeschichte ist voll von Ungerechtigkeiten. Da wäre das Großkapitel „Schwarze Stimmen“, denen Richard Powers zumindest in seinem phänomenalen Jahrhundertroman „Der Klang der Zeit“ ein Denkmal gesetzt hat. Im deutschen Sprachraum gibt es das nur wenig ausgeleuchtete Kapitel „In den NS-Jahren ermordete jüdische Komponisten“ – und das greifen nun ausgerechnet ein innovativer „Tatort“ und das neu benannte „Jewisch Chamber Orchestra Munich“ auf.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 06.08. bis 12.08.2018

05.08.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 32. Schwerpunkte: Ernstalbrecht Stiebler, Twittering Machine, Ketan Bhatti, Vor 50 Jahren, Wittener Tage für Neue Kammermusik 2018, Krzysztof Meyer, Let's do the Stumpfkonsonanz, Christoph Ehrenfellner, Martijn Padding, Karl May komponiert, Schlaf und (Alb-)Traum in Richard Wagners Musikdramen, Silicon Dreams.

„Die Walküre“ unter Placido Domingo bei den Bayreuther Festspielen und andere Veranstaltungen rund um den „Ring“

02.08.18 (Peter P. Pachl) -
Als König Ludwig II. nicht warten mochte, das ihm gewidmete Festspiel für drei Tage und einen Vorabend auf der Bühne zu erleben und jeweils nach Vollendung der Partituren Einzelaufführungen von „Das Reingold“ und „Die Walküre" ansetzte, kam es zum empfindlichsten Bruch in der engen Freundschaft zwischen Komponist und königlichem Mäzen. Denn für Wagner von größter Wichtigkeit war die zyklische Aufführung seines Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“, und die fand dann 1876 zum ersten Mal bei den Bayreuther Festspielen statt, wo seit Ende des 19. Jahrhunderts der komplette „Ring“-Zyklus zum Kanon der dort gespielten Werke Richard Wagners gehört.

Eriks leerer Geldbeutel – „Der fliegende Holländer“ bei den Bayreuther Festspielen

31.07.18 (Peter P. Pachl) -
Manchen Bayreuth-Besuchern mochte es redundant erschienen sein, in diesem Sommer erneut der „Holländer“-Inszenierung aus dem Jahre 2012 zu begegnen. Aber Regisseur Jan Philipp Gloger, künftiger Nürnberger Schauspieldirektor, beweist mit seiner modifikationsreichen Weiterarbeit die Richtigkeit dieser Entscheidung.

50 Sommer jung: Die Neuburger Kammeroper entdeckt Marschners „Der Bäbu“

31.07.18 (Roland H. Dippel) -
Die Neuburger Kammeroper wollte in ihrem 50. Sommer eine ganz besondere Entdeckung. „Der Bäbu“ blieb allerdings etwas hinter den Erwartungen, die durch Heinrich Marschners bekanntere Werke sehr hochgesteckt waren, etwas zurück. Risikobewusstsein ehrt mehr als das Beharren auf Bewährtem: Der Verein gehört zu den Pionieren der Opern-Archäologie und ist ein unverzichtbarer Ideengeber der europäischen Musiktheater-Landschaft. Das bleibt hoffentlich noch lange so.

Tómasz Stańko: Eine Trompetenstimme, rau und herzlich, ist verstummt

30.07.18 (Hans Kumpf) -
WARSCHAU. Oft bin ich mit dem Öffentlichen Nahverkehr in Warschau bei dem riesigen Gebäudekomplex des im südlichen Stadtteil Ursynow gelegenen Onkologie-Zentrums vorbeigekommen. Wenn jemand an den betreffenden Haltestellen aus dem Bus stieg, fragte ich mich: Ein Besucher für einen Todkranken? Ein angstvoller Patient vor der Untersuchung? [Erinnerungen an den polnischen Jazzmusiker von Hans Kumpf.]

Schwarzer Humor, laut belacht – Die „Meistersinger“ bei den Bayreuther Festspielen aufpoliert

29.07.18 (Peter P. Pachl) -
Durch einen Einblick in die quirlige Selbstdarstellung Wagners im Haus Wahnfried, mit Salon-Weihfestspielen noch vor Eröffnung des Festspielhauses, hatte Barrie Koskys Inszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ im Vorjahr mit viel Witz das Publikum im Sturm erobert, so dass die in den nachfolgenden Aufzügen erfolgende Aufarbeitung von Judenpogrom und Nürnberger Prozessen als schwarzer Humor in Kauf genommen wurden.

Das Skandalon dauert an – „Tristan und Isolde“ bei den Bayreuther Festspielen

29.07.18 (Peter P. Pachl) -
Die Bayreuther Festspielgeschichte lehrt, dass selbst Skandal-Inszenierungen im Laufe einiger Jahre ihren Frieden mit dem Publikum machen, verstanden und sogar goutiert werden und sich vom Skandalon zum Publikumsliebling wandeln, wie etwa die „Ring“-Inszenierung von Patrice Chéreau oder zuletzt Hans Neuenfels’ Rattenmärchen-Version des „Lohengrin“. Anders verhält es sich mit der jüngsten „Tristan“-Inszenierung der Wagner-Urenkelin Katharina und ihrer eigenwilligen Lesart.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 30.07. bis 05.08.2018

29.07.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 31. Schwerpunkte: Pianist und Musikforscher Herbert Henck, Gordon Sherwood, Wenn Barockmusik und zeitgenössische Musik ganz mühelos aufeinandertreffen, Junge griechische Avantgarde, Filmmusik bei Peter Greenaway, Der Souffleur als heimlicher Operndirigent?, Das finnische Frauenquartett Suden Aika.

Treffsichere Puppen-Distanz – In Hochgatterer-Habjans „Böhm“ entlarven Holzpuppen Allzumenschliches

27.07.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Am Ende einhelliger, langer Jubel mit Standing Ovations im Bregenzer Kornmarkttheater – und Brecht hätte seine Freude über den perfekten Verfremdungseffekt gehabt: Nikolaus Habjan hat bei den Bregenzer Festspielen in hundert Minuten ein nie moralinsaures, dennoch entlarvendes Psychogramm des Dirigenten Karl Böhm vorgeführt – durch meist lebensgroße Puppen.

In Schönheit erstrahlt – „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen

27.07.18 (Peter P. Pachl) -
Vom Premierenabend zur ersten Reprise des Premierenzyklus ist ein erstaunlicher Qualitätssprung zu verzeichnen: das am ersten Abend nur erhoffte Wunder stellte sich nun ein: in teilweise neuer Besetzung, insbesondere aber mit Semyon Bychkov als Dirigent, erlebt die „Parsifal“-Produktion den Aufschwung zu einem echten Festspielerlebnis.

Zeitenwende – „Lohengrin“ bei den Bayreuther Festspielen

26.07.18 (Peter P. Pachl) -
Bereits wiederholt war „Lohengrin“ bei den Bayreuther Festspielen aber auch auf anderen Bühnen ein willkommenes Feld zum Einsatz bildender Künstler, wie etwa Günther Uecker oder Ernst Fuchs. Ein Bild Neo Rauchs wurde bereits einmal vom Schauspiel Leipzig als Bühnenbild adaptiert. Hier in Bayreuth gestaltete er zusammen mit seiner Frau Rosa Loy die Gesamtausstattung und wählte für das oft als Farbe Blau umschriebene Idiom der Musik in Wagners Romantischer Oper, wie vor ihm schon die Wagner-Enkel Wieland und Wolfgang, die blaue Farbe als Grundton.

„Der Ring des Nibelungen – für Kinder“ bei den Bayreuther Festspielen

26.07.18 (Peter P. Pachl) -
Die neue „Ring“-Inszenierung liefert eine gänzlich andere Erzählweise als vor vier Jahren, wo eine mehr witzige Vermittlung der Handlung für Kinder im Vordergrund stand. Wieder stützt sich die Digest-Version von Katharina Wagner und Markus Latsch auf markante Szenen-Ausschnitte, die Marco Zdralek musikalisch bearbeitet hat.

Klaus Langs „Der verschwundene Hochzeiter“ als Uraufführung in Bayreuth

25.07.18 (Peter P. Pachl) -
Bereits einen Tag vor der ersten Premiere im Festspielhaus eröffneten die Bayreuther Festspiele mit einer Uraufführung: Klaus Langs eigenwilliges Bühnenwerk erwies sich dabei als eine Art von neuem Gesamtkunstwerk.

„Heißer Sommer“ an den Greifensteinen – Schlagfertiges Open-Air-Event

24.07.18 (Roland H. Dippel) -
Nach seinem Tod am 4. August 2015 ist die Zahl der Aufführungen der Bühnenwerke von Gerd Natschinski und damit des Heiteren Musiktheaters der DDR auch in den jungen Bundesländern fast auf dem Nullpunkt. Vor einer Wiederaufnahme seines bekanntesten Musicals „Mein Freund Bunbury“ am 9. September 2018 an der Musikalischen Komödie Leipzig wurde die Bühnenfassung des DEFA-Filmmusicals „Heißer Sommer“ im Naturtheater Greifensteine zum mega-turbulenten Bühnenspaß.

Verleihung des Reinhard Schulz-Preises an Leonie Reineke in Darmstadt

23.07.18 (Juana Zimmermann) -
Der Reinhard-Schulz-Preis für zeitgenössische Musikpublizistik 2018 wurde an diesem Sonntag im Rahmen der Darmstädter Ferienkurse an die 29-jährige Leonie Reineke verliehen. Als Porträtmalerin zeitgenössischer Musik beschreibt sie der Juryvorsitzende Stefan Fricke (hr2-kultur) in seiner Laudatio. Weiter sei sie eine Chronistin der Ereignisse Neuer Musik, die es mag, von Routinen abzuweichen und Experimente zu wagen.

Diva und Tango – Astor Piazzollas „Maria de Buenos Aires“ auf der Bregenzer Werkstattbühne

23.07.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Die musiktheatralische „Orchideen-Pflege“ der Bregenzer Festspieldramaturgie bietet nach der ganz besonderen „Blüte“ im Festspielhaus in der durchweg schwarzen Werkstattbühne nun ein ganz exquisites, argentinisches Nachtschattengewächs: eine „Tango-Operita“… zu der nur leider nicht getanzt werden durfte…

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 23.07. bis 29.07.2018

22.07.18 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 30. Schwerpunkte: Bernd Alois Zimmermann, Zum 125. Geburtstag von Geoge Grosz, Hörstrategien Neuer Musik, Internationales Musikfest Hamburg, Palma Ars Acustica: CRUSH, Schlagzeuger Simon Rubino, Ensemble Intuitive Musik Weimar, Klangwelt Wiederholung – die Urkraft der Musik, Hessens klingende Literatur, Oper! Von der Note zum Klang – Über die Arbeit an musikalischen Werkausgaben.

Fern der Realität vergegenwärtigt – Berthold Goldschmidts „Beatrice Cenci“ in Bregenz

20.07.18 (Peter P. Pachl) -
Ein ungewöhnlicher Festspielauftakt bei den Bregenzer Festspielen: die erst spät, im Jahre 1988 uraufgeführte Oper „Beatrice Cenci“ des verfemten Komponisten Berthold Goldschmidt erklang erstmals in deutscher Sprache und wurde vom Premierenpublikum einhellig gefeiert.

Alpträume hin zum Tod – Berthold Goldschmidts „Beatrice Cenci“ bei den Bregenzer Festspielen

20.07.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Heiner Müller stellte für unsere Zeit fest, dass die „Geschichte ein Schlachthaus“ sei. Thomas Hobbes urteilte im 17.Jahrhundert, dass „der Mensch des Menschen Wolf“ sei. Berthold Goldschmidt (1903-1996) musste vor dem Terror des Nationalsozialismus nach England fliehen. Dort komponierte er das Schicksal der Beatrice Cenci, die 1599 zusammen mit ihrer Mutter wegen Vatermord hingerichtet wurde.

„Nationaloper“ im Karpatenschloss: Dmytri Bortnianskys „Alcide“ beim 2. LvivMozArt Festival

18.07.18 (Roland H. Dippel) -
Zwei Festivals, die fast gleichzeitig ihre zweite Folge erleben, wetteifern im west-ukrainischen Lviv (ehemals Lemberg) um die Gunst der Hörer und die besten Aufführungsorte. Im Spiegelsaal des Opernhauses, im Potocki-Palast und in der Philharmonie konzertieren das Matthias Kendlinger Musik Festival (10. bis 14. Juli) mit den ukrainischen Musikern der K&K Philharmoniker und das Festival LvivMozArt (13. bis 22. Juli) unter der künstlerischen Leitung von Oksana Lyniv. LvivMozArt erobert mit älteren und neuen Werken um Mozarts Sohn Franz Xaver, der von 1808 bis 1838 das Lemberger Musikleben als Pädagoge, Komponist und Interpret zur Blüte brachte, neue Spielstätten wie im letzten Jahr die alte Siemens-Fabrikhalle und jetzt das Tramdepot.
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