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Singen in Sorge – Die „Mühlenbecker Klanglandschaften“ vereinen Natur und neue Musik

30.05.19 (Antje Rößler) -
Dieses neue Festival geht nach draußen, in die Brandenburger Landschaft. Die „Mühlenbecker Klanglandschaften“ verbinden Aufführungen zeitgenössischer Musik mit Klang-Spaziergängen, Gesprächen und Wanderungen. Ein Bericht von Antje Rößler.

Außergewöhnliches Genre: Wolfram Wagners Musik für die Passionsspiele Erl

29.05.19 (Roland H. Dippel) -
Keine Oper, keine Schauspielmusik, kein Requiem, kein Musical: Die 2013 zum 400-Jahre-Jubiläum in Felix Mitterers Bühnenfassung uraufgeführte Auftragskomposition von Wolfram Wagner ist ein gewichtiger und wirkungsvoller Teil der alle sechs Jahre stattfindenden Passionsspiele in Erl/Tirol. Doch was für eine Funktion und was für einen Ausdrucksgehalt hat die neue Passionsmusik? Der Versuch einer Annäherung von Roland H. Dippel.

Zertanztes Frauenschicksal – Cherkaoui scheitert in München an Glucks „Alceste“

28.05.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Dienen – gar sich opfern? Ganz schön uncool in unseren Zeiten der Egomanen und ihrer Ego-Trips! Oder: typisch alter Opernstoff, irgendwie mythisch entrückt. Dann hat Christoph Willibald Gluck auch noch quasi-religiöse Ritualtänze, Pantomimen-, Kampf- und Feier-Musik in die Handlung integriert. Eine spezielle Herausforderung, weshalb der Belgier Cherkaoui mit seiner Tanzkompagnie Eastman für die Neuinszenierung an der Bayerische Staatsoper verpflichtet wurde. Wolf-Dieter Peter bleibt von der Inszenierung enttäuscht zurück.

Theater statt Opium! Giuseppe Verdis „Nabucco“ an Dresdens Semperoper

27.05.19 (Michael Ernst) -
Theater bildet die Welt ab. Und macht sie so zu einem besseren Ort? Im Idealfall vielleicht. Der sollte allerdings immer wieder als Ziel genommen werden, um für eine bessere Welt einzutreten. Exakt diesen Anspruch eines politischen Theaters will Intendant Peter Theiler auch an der Semperoper in Dresden umsetzen. Michael Ernst überprüft!

Saisonhöhepunkt am Theater Freiburg: Katharina Ruckgaber als Femme fragile in Debussys „Pelléas et Mélisande“

27.05.19 (Georg Rudiger) -
„Je ne suis pas heureuse“ – Ich bin nicht glücklich – singt Mélisande immer wieder mit klarer, schlichter Stimme. Ihr schulterloses weißes Kleid hat einen Trauerflor am Saum, der ihr Schicksal schon andeutet. Am Ende ist die verängstigte Frau tot, nachdem sie noch einem Kind das Leben geschenkt hat. Katharina Ruckgabers ergreifende Mélisande am Freiburger Theater ist eine Femme fragile, die zerbricht, die in der Kälte erstarrt. Selbst im Tod wenden sich alle von diesem rätselhaften, verhuschten Geschöpf mit den langen Haaren ab. Ganz verlassen liegt Mélisande am Boden. Und auch der lichte Dur-Akkord, den das Philharmonische Orchester Freiburg dem erschütternden Schlussbild von Dominique Menthas berührender, atmosphärisch dichter Inszenierung unterlegt, kann keinen Trost spenden. Unser Kritiker Georg Rudiger war berührt.

Einmal Orient und zurück – Mozarts „Entführung aus dem Serail“ wird in Meiningen gefeiert

26.05.19 (Joachim Lange) -
Mit der „Entführung aus dem Serail“ zollte Mozart einer damals grassierenden Türkenmode auf der Opernbühne seinen Tribut. Turban war 1782 in. Wobei in Wien die Erinnerung an die versuchte Einnahme der Stadt durch die osmanischen Heere hundert Jahre zuvor noch kein Märchen aus alten Zeiten war. Europa und die Türken, das „Abendland“ und der Orient sind ein historisches Dauerthema. Die aktuelle Spielart davon ist längst jenseits aller Reisefolklore im Alltagsbewusstsein verankert. Nicht zuletzt, dass am Freitag vor der Premiere mit den Beethoven-Klängen der Europahymne an die Wahlen erinnert wurde, zeugt – nur einmal um die Ecke gedacht – davon. Joachim Lange mit Details.

„Spiel so lange, bis dir die Rolle passt!“ – Donizettis „Don Pasquale“ in Augsburg

26.05.19 (Roland H. Dippel) -
Don Pasquale ist in Augsburg gutaussehend, sympathisch und trotzdem ein Lo(o)ser. Herausragender Pluspunkt der Premiere in der Staatstheater-Ersatzspielstätte martini-Park sind die Augsburger Philharmoniker mit schwungvoller und zum Glück nicht allzu fein gezwirbelter Italianità. Corinna von Rad versetzt Gaetano Donizettis späte und dekadente Commedia dell'arte-Figuren in das Ambiente einer Show, wo man mit normgerechten Lebensmaximen viel gewinnt. Fun first. Roland H. Dippel berichtet.

Kurz-Schluss: Wie ich einmal versuchte, zwischen Wahrheit, Fake-News, Lüge und Foutire das echte Mittelmaß zu finden (und scheiterte)

24.05.19 (Theo Geißler) -
Augen auf, Großhirn durchblutet, Kritikmodus eingeschaltet: Es folgt ein „Foutire“-Text. Da anzunehmen ist, dass bis zu zehn Prozent unserer bildungsbürgerlichen Leser diesen zusammengestoppelten Begriff noch nicht kennen, ein Erläuterungsansatz. Spätestens seit Donald Trumps Wahlkampf ist der Koppler „Fake-News“ Synonym einst für Lügeninformation, mittlerweile für halbwegs kritischen Journalismus im Allgemeinen. Wer Glossen oder Satiren verfasst, lebt in der Gefahr, Rechtsanwälte oder via einstweiliger Verfügung und Gerichtsurteil auch noch den Staatssäckel üppig zu füttern. Rasch ist Autor*in zu Schmerzensgeld samt allseits fälliger Gebühren verklagt, wenn ein gröberer Scherz, z. B. Ziegenf.cker statt Staats-Schäfer, irgendeine Ehre verletzt oder – im Falle einer zumindest vermeintlichen Tatsachenbehauptung – die Journaille trotz gesetzlich garantiertem Informantenschutz nicht bereit ist, ihre Quellen offenzulegen.

Groteske ohne Biss – Henzes „Der junge Lord“ im Münchner Gärtnerplatztheater

24.05.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Die verblendet-blinde Anbetung von Status und Image: ein schönes Thema für „München“ als „Fall“. Und wenn dann noch zwei Künstlergrößen wie Hans Werner Henze und Ingeborg Bachmann für Musik und Text stehen, alles von Brigitte Fassbaender auf die Bühne gebracht wird - dann sollte das ein entlarvender Spiegel für die schicke Weltstadt mit Herz werden – hoffte Kritiker Wolf-Dieter Peter.

Quasi wiederentdeckt: Prager Orangen-Cocktail à la Prokofjew

23.05.19 (Michael Ernst) -
Es soll die tschechische Erstaufführung gewesen sein, jedenfalls fast: Sergej Prokofjews „Die Liebe zu den drei Orangen“ im Nationaltheater an der Moldau war weder wirklich surreal noch kafkaesk. Michael Ernst hat sich auf die Reise gemacht.

Kroatischer Hans-im-Glück – Jakov Gotovacs Nationaloper „Ero der Schelm“ in München

21.05.19 (Wolf-Dieter Peter) -
„Kommissar Batic, übernehmen Sie!“ musste der anwesende Miroslav Nemec eigentlich gebeten werden. Denn ein Maskierter eroberte in Heiratsschwindler-Manier das Herz einer Schönen, entführte sie, belog und betrog Schwiegereltern und Öffentlichkeit – und kam straffrei davon. Doch der kroatisch stämmige Tatort-Kommissar verstand das alles viel besser und amüsierte sich muttersprachlich bestens: schließlich passiert das alles seit 1935 bis heute über 700mal in Zagreb. Wolf-Dieter Peter hat es sich angehört.

Verwirrung der Gefühle – Purcells Semi-Opera „The Fairy Queen“ an der Oper Erfurt

21.05.19 (Joachim Lange) -
An der Oper Erfurt liebt man die besondere Herausforderung – von Uraufführungen über Ausgrabungen bis hin zu Projekten wie jetzt diese: „The Fairy Queen – Ein Sommernachtstraum“. Wäre diese letzte große Neuproduktion so etwas ähnliches wie der am Tag der Premiere parallel laufende ESC in Tel Aviv, als Genre-Contest auf der Bühne, bei dem Punkte verteilen müsste, dann hätten wohl die Tänzer des „Tanztheater Erfurt e.V.“ und die Choreographie von Ester Ambrosino die höchste Punktzahl eingefahren… Mehr „Multi“-Ehrgeiz für eine Kunstanstrengung als diesmal, ist kaum vorstellbar, sagt unser Kritiker Joachim Lange.

Hund am Spieß … – Die 99. Internationalen Händelfestspiele Göttingen eröffnen mit „Rodrigo“

20.05.19 (Joachim Lange) -
Selten gespielt, jetzt zum Auftakt der Internationalen Händelfestspiele in Göttingen, Händels „Rodrigo“. Unser Kritiker Joachim Lange meint: Der szenische Rahmen spiele mit einem augenzwinkernden Zeitmix und überzeugt mit sinnlicher Opulenz, kostbar und im Ganzen tatsächlich von einer gewissen Magie durchzogen ist die Musik auch bei diesem Werk des 22jährigen Georg Friedrich Händel schon.

Die Wasserleiche im Liebesbett – Philipp Maintz‘ Oper „Thérèse“ an der Staatsoper Hamburg

20.05.19 (Ute Schalz-Laurenze) -
Das Niveau der Sängerschauspieler ist hoch. Die musikalische und dramatische Umsetzung des Stoffes von Émile Zola lässt Wünsche offen. Die deutsche Erstaufführung von Philipp Maintz‘ Oper „Thérèse“ an der Staatsoper Hamburg hinterlässt zwiespältige Gefühle. Ute Schalz-Laurenze berichtet aus Hamburg.

Es geht um den Funken des Lebens in uns allen… – Peter Konwitschny im Gespräch

19.05.19 (Joachim Lange) -
Peter Konwitschny gehört schon lange zu den Großen der Branche. Gegenwärtig inszeniert er an der Oper in Halle Händels „Julius Cäsar“ – den Hauptbeitrag der Oper zu den Händelfestspielen. Kurz nach der Premiere in Halle wird er an Dresdner Semperoper Meyerbeers „Hugenotten“ herausbringen. In Halle war Konwitschny von 1986 bis 1990 Hausregisseur am damaligen Landestheater und schon dort mit seinen Händel-Inszenierungen erfolgreich, bevor er mit seiner Karriere durchstartete und zu einem der gefragtesten deutschen Regisseure wurde. Allein, dass Konwitschny der Einladung in die Händelstadt gefolgt ist, wird in Halle als Erfolg von Intendant Florian Lutz in den heftigen Auseinandersetzungen um die Zukunft der TOOH Halle gewertet. Am Rande einer „Julius Cäsar-Probe“ sprach Joachim Lange mit Peter Konwitschny.

Pina Bauschs Shakespeare-Visionen im Wuppertaler Opernhaus

18.05.19 (Wolf-Dieter Peter) -
Eine besondere Premiere: Die Shakespeare-Gesellschaft tagt und Peter Zadek hat Pina Bausch zu einem „Macbeth“-Abend ins Schauspielhaus Bochum gelockt. Doch es erklingt vieles mehr als Verdi… und erst auf der Bühne! Kein übliches Königsdrama! Unruhe, Gelächter, höhnische Zwischenrufe, hämischer Anti-Beifall, türenknallendes Saal-Verlassen … die Skandal-Premiere schlechthin – damals am 28.April 1978. Soeben: eine enthusiastisch gefeierte Neueinstudierung nach 41 Jahren! Wolf-Dieter Peter berichtet.

Kunst unter Druck – Wie Bündnis 90 / Die Grünen zur Kunstfreiheit stehen

15.05.19 (Martin Hufner) -
„Under pressure“ war das Motto, zu dem die Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen ins Forum des Paul-Löbe-Hauses des Deutschen Bundestages eingeladen hatte. Speziell die Kunst sei unter Druck, ihre Freiheit gefährdet, in erster Linie von (ganz) Rechts, aber auch durch Rechtspopulisten. Wie sich die Grünen die Freiheit der Kunst vorstellen, wurde an dem Abend allerdings nicht klar. Der Grund ist simpel: Es ist ihnen nicht gelungen, die Phänomene „Kunst“ und „Kultur“ zu trennen. Durch deren begriffliche Vermischung tun sich jedoch Probleme auf. Der Bericht von Martin Hufner.

Im Express-Zug dem Untergang entgegen – „Rheingold“ am Musiktheater im Revier

Christoph Schulte im Walde hat für uns die Premiere von Richard Wagners „Rheingold“ am MiR in Gelsenkirchen besucht. Er erlebt ein hervorragendes Musikerinnenensemble aus dem dann noch Cornel Frey in der Rolle des Loge herauszustechen vermag. Die Inszenierung von Martin Schulz funktioniert, aber hat interpretatorisch „nichts Neues“ zu sagen, meint unser Kritiker.

Lübeck sperrt „Don Giovanni“ ins Irrenhaus – Erste Regiearbeit von Martina Veh, umstritten

14.05.19 (Arndt Voß) -
Mozarts „Don Giovanni“ ist ein grandioses Werk, in sich geschlossen und konsequent im dramaturgischen Konzept. Wie herausfordernd dennoch (oder deswegen) jede Inszenierung ist, wird oftmals unterschätzt, wurde es auch bei dem jüngsten Versuch wieder, ihn im Theater Lübeck zu zeigen (10. Mai 2019).

Kind im Geisterhaus – Psychologischer Tiefgang in Händels „Rodelinda“ an der Oper Frankfurt

14.05.19 (Wolf-Dieter Peter) -
„Alles, was man vergessen hat, schreit im Traum um Hilfe“ stellte Elias Canetti in seinen Aufzeichnungen fest. Das zeigte die aus Madrids Teatro Real übernommene Inszenierung eines über 290 Jahre alten Meisterwerkes: Humane Gültigkeit über alle Zeit hinweg.

Wie ein Sog – Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ am Theater Bremen

13.05.19 (Ute Schalz-Laurenze) -
Man kann das schon nachvollziehen: Gustav Mahler, Alexander Zemlinsky, sogar Anton Webern bescheinigten dem jungen Erich Wolfgang Korngold, ein Genie zu sein. Man kann aber auch nachvollziehen, dass der nach Amerika emigrierte Komponist, der dort erfolgreich als Filmkomponist arbeitete, nach seiner Rückkehr nach Europa 1949 keine Chancen mehr hatte und tief enttäuscht nach Amerika zurückging, wo er 1957 starb. Jetzt hatte seine 1920 uraufgeführte und an achtzig Bühnen nachgespielte Oper „Die tote Stadt“ am Theater Bremen eine bejubelte Premiere.

Fusion der Band Vollgas Connected und der Thilo Wolf Big Band – Eine Reportage von Robert Wagner

13.05.19 (Robert Wagner) -
In der Potsdamer Erklärung des Verbands deutscher Musikschulen (VdM) von 2014 heißt es: „Musikschule der Zukunft und Zukunft der Musikschule sind inklusiv. (…) Musikschulen verbinden Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten, wirken gemeinschaftsstiftend, generationen- und kulturübergreifend.“ An vielen bayerischen Musikschulen wird bereits inklusiv gearbeitet – sei es im Unterricht mit Menschen mit Behinderung, mit Menschen mit Migrationshintergrund, mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen oder Senior/-innen.

Hier lebt kein Gott: Webers „Freischütz“ am Theater Regensburg

12.05.19 (Juan Martin Koch) -
In einer suggestiv-plakativen Deutung haben Regisseur Matthias Reichwald und sein Ausstatter Alexandre Corazzola den „Freischütz“ in Regensburg auf die Bühne gebracht. Chor und Ensemble überzeugten, aus dem Graben kam leider wenig Unterstützung. Juan Martin Koch berichtet.

Schon im Sommerloch? Ein Streit um die deutsche Nationalhymne

10.05.19 (Martin Hufner) -
Da hat Bodo Ramelow ja was losgetreten. Der habe eine Systemfrage gestellt, so Wenke Husmann in der Zeit. Und womit? Etwa mit Recht? Nein, indem er die gute Funktion der aktuellen Nationalhymne Deutschlands, kulminierend in dem Gefühl: „Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden“ kritisiert. Lässt man das spezielle Gefühl mal außer Acht, denn es reichen ja die Aufmärsche, die aktuell durch Deutschland ziehen leider ja aus, was bleibt da übrig? Sommerloch kommt ja erst noch.

Skater, Drummer, Streicherinnen: Ein Tag beim Acht Brücken Festival in Köln

10.05.19 (Juan Martin Koch) -
Einen abwechslungsreichen Tag hat nmz-Chefredakteur Juan Martin Koch auf dem Kölner Acht Brücken Festival verbracht, unter anderem mit einer fulminanten van der Aa-Uraufführung und einem Skateboard-Konzert.
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