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Bibel am Stiel – Robert Wilsons Inszenierung „Luther dancing with the Gods“ im Pierre-Boulez-Saal

07.10.17 (Peter P. Pachl) -
Befremdlich scheint der Titel. In dieser szenischen, musikalisch aus Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Knut Nystedt, William Carlos Williams und Steve Reich kompilierten Uraufführung tanzt Martin Luther keineswegs, und schon gar nicht mit den Göttern. Aber Robert Wilsons präzise Regiearbeit, vor mehr als 40 Jahren für Berlin an der Schaubühne begonnen, fasziniert. Sie ist, wie stets, extrem auszirkuliert.

100 Jahre Theater Nordhausen: „Otello“ intensitätsstiftend

06.10.17 (Roland H. Dippel) -
Das rührige (Musik-)Theater, das Loh-Orchester Sondershausen und das Ballett Nordhausen haben etwas, wovon andere Häuser nur träumen können: Ein treues und großes Publikum mit liebevoller Aufgeschlossenheit auch für Unbekanntes und Neues. Unter dem seine zweite Spielzeit realisierenden Intendanten Daniel Klajner nennt sich das in einem während des Ersten Weltkriegs eröffnete Haus jetzt pfiffig „TN LOS!“, gestaltet weiterhin beliebte Sommerfestspiele und hat eine eigene Veranstaltungsfolge im Meininger Hof Saalfeld – bei den Vorstellungen des Musiktheaters spielen dort allerdings die Thüringer Symphoniker.

Inneres Feuer und Spielfreude: „Fame – Das Musical“ in Kiel

05.10.17 (Arndt Voß) -
Das Theater Kiel eröffnete mit „Fame – Das Musical“ die Saison ungewöhnlich leichtfüßig, mit einem Genre, das gewöhnlich der Oper hintanstehen muss (Premiere: 29. September 2017). Geschuldet sei das nach Aussage des Kieler Generalintendanten Daniel Karasek der kurzen Vorbereitungszeit, die wiederum eine Folge des späten Ferienendes im nördlichsten Bundesland sei. Was die Kieler dann auf der Bühne zeigten, wirkte aber durchaus nicht wie kurzfristig aus dem Boden gestampft.

Vorhang auf und viele Fragen offen – Mozarts Zauberflöte in Erfurt

05.10.17 (Joachim Lange) -
Es ist pure Koketterie wenn Regisseurin Sandra Leupold im Gespräch mit dem aktuellen Theater-Magazin der Erfurter Oper einräumt, dass man es mit dem Inszenieren der Zauberflöte eigentlich nur falsch machen kann. Genau das will keiner. Weder machen noch sehen. Ob man Mozarts größten Erfolg über die Jahrhunderte hinweg nun besonders mag, oder doch mehr das DaPonte-Trio, die Entführung oder seine Seria-Opern – wirklich kaputt kriegt man die „Zauberflöte“ nicht.

Play Goethe – Schumanns „Szenen aus Goethes Faust“, erstmals szenisch in der wiedereröffneten Staatsoper Unter den Linden

04.10.17 (Peter P. Pachl) -
Mit zwei Fakten wird Jürgen Flimm neuerlich in die Geschichte des Musiktheaters eingehen: mit der Wiedereröffnung des Opernhauses Unter den Linden nach siebenjähriger Umbau-Zeit und mit der szenischen Uraufführung von Robert Schumanns „Szenen zu Goethes Faust“. Damit hatte der Hausherr, anstelle einer nicht fertig gewordenen Rihm-Uraufführung, die Latte in jenem Genre, welches er wie kein Zweiter beherrscht, der Mixtur von Oper und Schauspiel, sehr hoch gelegt. Doch was ihm beispielsweise bei Purcells „King Arthur“ hinreißend gelang, erwies sich – insbesondere bei „Faust zwei“ – als ein zu sperriges und zu langatmig geratenes Unternehmen.

Revolutionärer Ohrenputzer – Zum Tod von Klaus Huber

03.10.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
In den letzten Jahren ist es still um ihn geworden, und doch war er immer da, der Schweizer Komponist Klaus Huber, der jetzt im Alter von 92 Jahren in Perugia gestorben ist. Die zukunftsweisende Schönheit seiner sensiblen Musik ist ebenso da wie seine kompromisslose Haltung einer „Ästhetik des Widerstands“ (auf den Romantitel von Peter Weiss hat er sich immer wieder bezogen). Für sein Lebenswerk hat er 2009 den höchsten deutschen Kunstpreis erhalten, den mit 200.000 € dotierten Ernst von Siemens Preis. „Ich versuche“, hat er einst gesagt, „in der Musik, die ich mache, das Bewusstsein meiner Zeitgenossen, die wie wir alle zu schlafenden Komplizen weltweiter Ausbeutung geworden sind, hier und jetzt zu erreichen, zu wecken“.

Versöhnung der Gegensätze im Klang – Das Musikfest Berlin ehrte Isang Yun

03.10.17 (Isabel Herzfeld) -
Er war eine zentrale Figur des Westberliner Musiklebens, in der europäischen Avantgarde geachtet und geschätzt. Dennoch sah sich Isang Yun stets den Traditionen seiner koreanischen Heimat verbunden – in unterschiedlichen Ausprägungen, die von seiner jeweiligen Lebenssituation beeinflusst waren. Dabei wurde Yun auf spektakuläre und tragische Weise in politische Konflikte hineingezogen, deren Tragweite er als „Unpolitischer“ – wie er sich selbst sah“ – vielleicht gar nicht einschätzen konnte, denen nicht auszuweichen er aber als seine Menschen- und Friedenspflicht verstand.

Im Labyrinth der Macht – Die Oper Leipzig beginnt die neue Spielzeit mit Verdis „Don Carlo“

02.10.17 (Joachim Lange) -
Nach Braunschweig jetzt auch Leipzig: Giuseppe Verdis „Don Carlo“ passt einfach zur Spielzeiteröffnung. Man kriegt Schiller und Verdi an einem Abend. Also große Gefühle, große Politik - von allem etwas. In Leipzig hat man sich jetzt für die italienische Mailänder Fassung von 1884, also die vieraktige ohne den Akt in Fontainbleau, entschieden. Damit bleibt der Abend zwar unter der Grand-Opera Überlänge, aber auf dreieinhalb Stunden brutto kommt er trotzdem. Da hätte man die Vorgeschichte in Frankreich ruhig auch noch spielen können.

Weltuntergang – oder doch lieber nicht? György Ligetis „Le Grand Macabre“ inszeniert von Herbert Fritsch in Meiningen

02.10.17 (Joachim Lange) -
Ein Sängerfest ist ja nicht das erste, worauf man kommt, wenn die Namen György Ligeti (1923-2006) und Herbert Fritsch (66) fallen. Dass der Komponist mit seiner musikalischen Groteske über den Großen Makabren aus dem Jahre 1978 eine Steilvorlage für den Meister des Overacting liefert, das konnte man sich aber gut vorstellen. Und die Rechnung ist jetzt in Luzern, und bei zwei Vorstellungen in Meiningen, auch aufgegangen.

Über zeitlose Sehnsucht – Matthias Davids inszeniert Leonard Bernsteins „West Side Story“ in Hannover

02.10.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Das Musical „West Side Story“ von Leonard Bernstein ist seit seiner Uraufführung 1957 – mit 732 folgenden Aufführungen am Broadway – und besonders seit seiner Verfilmung 1961 ein weltberühmtes Stück. Zu Recht, denn das Shakespeares‘sche Romeo und Julia-Thema hat auch heute nichts an Aktualität verloren – im Gegenteil. Die wild-rhythmische Kraft und die ebenso schrille wie lyrische, auch durchaus schwülstige Zugkraft der Musik Bernsteins lässt kaum etwas an Patina der fünfziger Jahre aufkommen. Das bewies zumindest die mit stehenden Ovationen bejubelte Premiere an der Staatsoper Hannover unter der feurigen musikalischen Leitung von Joseph R. Olefirowicz, einem erfahrenen Musicalspezialisten.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 02.10. bis 08.10.2017

01.10.17 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 40. Portraits und Schwerpunkte gibt es zu: Jürgen Palmtag, Eduard Steuermann, Robert Delanoff, François Sarhan, Luke Bedford, Juan Allende-Blin, Valentino Worlitzsch, Matthias Kaul, Trio HÜBEBLO, Simone Rubino, Thelonious Monk, Hans Abrahamsen +++ Hanns Eisler als Musikkritiker der Roten Fahne, Heinz Holliger und seine Einflüsse auf das Musikleben unserer Zeit, Chansons aus und über Marseille, Werkzeuge der Neuen Musik: Stimme, Orchesteraufstellungen in Geschichte und Gegenwart, Eine kleine musikalische Entomologie, Armenien als moderne Musiknation +++ Hochburg der Neuen Musik, Abenteuer Improvisationsmusik beim Musik Unlimited Festival, „musikprotokoll“ in Graz und Jugend komponiert 2017.

Männer-Marionetten und Frauen-Puppen – „Der fliegende Holländer“ am Theater Hof

29.09.17 (Roland H. Dippel) -
Intendant Reinhardt Friese macht aus seiner Skepsis gegenüber Richard Wagner kein Hehl und für den Chefdirigenten Walter E. Gugerbauer ist es eines der ersten Großprojekte am Theater Hof, das auch beim Gastspiel im Rosenthal Theater Selb einen beträchtlichen Aufwand betreibt: Das gesamte Ballett ist dabei. Seit Jahren erarbeitet sich das Haus im Musiktheater eine gekonnte und geschickte Repertoire-Erweiterung, die im Frühjahr zu einem neuen Höhepunkt ansetzt: Da gelangt Aribert Reimanns frühe Oper „Ein Traumspiel“ zur Premiere Aufführung.

Rezension: Steffen Schleiermachers und Holger Falks CD-Plädoyer für Hanns Eisler

28.09.17 (Roland H. Dippel) -
Schon die erste CD der überfälligen Edition von Hanns Eislers Liedschaffen bei Dabringhaus & Grimm in Co-Produktion mit Deutschlandfunk Kultur klang überraschend anders als frühere Aufnahmen, die mit trockener Sachlichkeit dem kommunistischen Agitationsgestus entgehen wollten oder diesen auf eine Kunstebene zu entrücken versuchten. Holger Falks meisterhafter und stellenweise verblüffend blasiert-anrüchiger Ton, dazu Steffen Schleiermachers emotionale Begleitung gingen auf Konfrontationskurs gegen ein Eisler-Bild, das diesen allzu lange zum blässlichen Links-Ideologen verkleinerte.

Nur nicht den Kopf in den Sand stecken – Gegen die Kälte angehen und kulturelle Berührungspunkte schaffen · Von Martin Hufner

27.09.17 (Martin Hufner) -
Für viele war das Ergebnis der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag ein Schock. Der Souverän hat entschieden in recht umfangreichem Maße seine Souveränität abzugeben. Eine Partei, deren „vornehmstes“ Ziel es ist, Angst und Hetze zu produzieren – auch innerhalb der Partei selbst –, ist erstmalig in den Bundestag eingezogen. Dass das nicht weit führt, ist schon am ersten Tag nach der Wahl offensichtlich. Mandatsträger steigen aus, es wird gemobbt, wo es sich einrichten lässt. Zukunftsbewältigung sieht anders aus. [Vorabdruck aus der nmz 2017/10]

Ein Herzog für die Heiterkeit – „Arabella“ von Strauss in Dortmund

26.09.17 (Frieder Reininghaus) -
„Arabella“ ist ein „Konversationsstück“, angesiedelt in glücklicheren österreichischen Tagen, in denen der Monarch Franz Joseph den Untertanen ein heiles Fürstenfamilienleben vorspielte, seine Gattin Elisabeth („Sisi“) ihren chronischen Husten und die durch ihn erforderlichen Kuraufenthalte dazu nutzte, sich von Hof und Ehe zu emanzipieren. Die Uraufführung fand im Sommer 1933 in Dresden statt – als hätte es damals nichts Besseres zu tun oder zu lassen gegeben. In der sächsischen Hauptstadt waren Anfang März der GMD Fritz Busch und der Intendant Alfred Reucker aus den Ämtern gejagt worden. Es ging ziemlich genau so zu wie derzeit in der Türkei.

Angelika Milster „webbert“ wieder: „Sunset Boulevard“ am Theater Altenburg-Gera

26.09.17 (Roland H. Dippel) -
Am Ende waren alle glücklich im Landestheater Altenburg: Der gerade für seinen wirtschaftlichen und vor allem künstlerischen Erfolg bis 2022 verlängerte Generalintendant Kai Kuntze von Theater und Philharmonie Thüringen, das etwas weniger als erwartet mit reisenden Musical-Fans durchmischte Publikum, das starke Ensemble und der in idealer Gewichtung durch feine Nuancen noch stärkere Star Angelika Milster als traurige Stummfilmikone Norma Desmond. Die recht neue symphonische Orchestration macht den nicht einfachen „Sunset Boulevard“ Andrew Lloyd Webbers üppiger und auch seidenglatter. Ovationen.

Mit Galgenhumor in die Apokalypse – Philippe Manourys Oper „Kein Licht“ in Straßburg

24.09.17 (Georg Rudiger) -
In der Realität leistet sich Donald Trump aktuell gerade eine beängstigende Verbalschlacht mit dem nordkoreanischen Diktator Kim-Jong-un. Auf der Opernbühne kommt der US-Präsident auch schon vor, ohne namentlich genannt zu werden. Aber nach Sätzen wie „Der König weiß nicht, was Sache ist, aber sie ist groß, wunderbar und einzigartig“ oder „Er darf überall hingreifen, überall hineingreifen, alles angreifen, alle Länder angreifen“ ist klar, wer damit gemeint ist.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 25.09. bis 01.10.2017

24.09.17 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 39. Portraits und Schwerpunkte gibt es zu: Mark Andre und Dieter Mersch, Michael Flury, Trio Belli Fischer Rimmer, Henning Kraggerud, 10 Jahre Deutsche Radio Philharmonie, Rudi Stephan, Anna Zett, Thelonious Monk, Bühnenpoetin Yasmin Hafedh, Thomas Ankersmit, Hans Abrahamsen +++ Phantomklänge der Musik, Geschichte des Subharchords, Norwegische Avantgarde, Akkordeon in der Neuen Musik, Werkzeuge der Neuen Musik – Stimme, Die Gründung des nationalen Jugendorchesters der Ukraine +++ International Rostrum of Composers 2017, Klangspuren 2017, Festival Taktlos 2017, Kontakte '17 – Biennale für Elektroakustische Musik und Klangkunst, Musik Unlimited 2016, Festival mikromusik, Forum neuer Musik 2005 und musikprotokoll 2017.

Neues von der Zeitoper im Zeitalter des Cyberspace – „Homo instrumentalis“: Multimediales Musiktheater bei der Ruhrtriennale

24.09.17 (Georg Beck) -
Man kennt sie, die Lieblinge des zeitgenössischen Musiktheaters. Was ein Salvatore Sciarrino, ein Helmut Lachenmann liefern, erfreut sich des intensivsten Zuspruchs. Ohne, dass daraus schon regelrechte Renner hervorgegangen wären. Jedenfalls nicht, wenn man es am Hype bemisst, den der griechisch-französische Komponist Georges Aperghis mit Machinations ausgelöst hat.

Sängerfest in Schwarzweiß: Verdis „Otello“ in Dessau

18.09.17 (Roland H. Dippel) -
Seit Jahren wahrt das Anhaltische Theater Dessau hinweg über Intendanten-Perioden im Musiktheater ein bemerkenswert sattes musikalisches Format. Auch die aktuelle Verdi-Produktion zur Eröffnung der 223. Spielzeit reiht sich in diese Kette erstklassiger Produktionen, zu denen neben Bussen aus der Region sich auch viele Stammbesucher aus Berlin und ganz Mitteldeutschland einfinden. Der Premierenapplaus hatte enthusiastische Wärme.

chor.com: 2.200 Kongressteilnehmer leiten Trendwende in der Musikszene ein

17.09.17 (PM - DCV) -
Über 200 Veranstaltungen bot der Branchentreff chor.com in Dortmund, der an diesem Sonntag zu Ende ging. 2.200 Kongressteilnehmer besuchten 182 Workshops und Vorträge sowie 35 Konzerte international gefragter Chöre, Ensembles und Komponisten an sechs Spielorten in der Innenstadt. 79 Aussteller informierten in der Westfalenhalle Dortmund über aktuelle Tendenzen der Branche. Mit der Erarbeitung neuer Konzertformate, innovativen Konzepten zur Publikumsteilhabe und dem Aufbrechen des Konzertrituals des 19.Jahrhunderts leiten ab Montag Dirigenten, Dramaturgen, Musikpädagogen und Chormanager eine Trendwende in der Musikszene ein, prognostiziert Moritz Puschke, Künstlerischer Leiter der chor.com.

Die Glatze des Don Pizarro – Die Oper Halle eröffnet die Spielzeit mit einem neuen „Fidelio“

17.09.17 (Joachim Lange) -
Seit Florian Lutz und seine Truppe 2016/17 die Oper in Halle übernommen haben, ist sie wieder ein Ort der Auseinandersetzung. Hier wird nichts mehr einfach so durchgewinkt. Alles, was gemacht wird, erzeugt Reibung. Mit den Erwartungen des Publikums. Im gesellschaftlichen Diskurs. Dazu kommt seit einiger Zeit auch (kommunal-)politischer Gegenwind. Halle wollte zwar mit dem Slogan „Halle, die vernetzte Stadt“ Kulturhauptstadt Europas werden, bekam aber dann nicht mal ein schon geplantes und von der Bundeskulturstiftung und dem Land unterstütztes Festival im geschichtsträchtigen Interhotel (bzw. kurzzeitigen Flüchtlingsheim) „Maritim“ gleich neben dem Bahnhof auf die Reihe.

Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 18.09. bis 24.09.2017

17.09.17 (mh) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 38. Portraits und Schwerpunkte gibt es zu: Isang Yun, Brice Pauset, Rued Langgaard, Les Femmes savantes, Friederike Mayröcker, Ernst Hermann Meyers Kammermusik … Die Neue Musik und der Film, Wie sieht ein Multiversum aus?, Die Blumen des Bösen, Werkzeuge der Neuen Musik: Stimme, Nürnbergs Musiktheater im Dritten Reich, Neue Wege der vier nordischen Musikakademien, Wien als Filmmusikstadt, Förderzentrum ProQuartet … International Rostrum of Composers 2017, Schwaz - Klangspuren 2017, Das Krefelder Theater am Marienplatz, Uraufführungen beim Lucerne Festival und c/o pop 2017.

Theater aus der Mitte der Gemeinschaft heraus für die Gemeinschaft: „Opernale“ 2017

15.09.17 (Hans-Peter Graf) -
Wie jedes historische Großereignis führt auch die Reformation Situationen und Personen im Gepäck, die als abseitig gelten und deshalb nur hinter vorgehaltener Hand, wenn überhaupt, Erwähnung finden. Gudrun Ensslin ist ein solcher Fall. Vor ihrer blutigen Karriere in der Roten Armee Fraktion (RAF) war die Tochter eines schwäbischen Pfarrers die längste Zeit ihres Lebens praktizierende Protestantin. Sie auf Luthers Ehefrau Katharina von Bora und die plattdeutsche Dichterin Alwine Wuthenow aus der Zeit des Biedermeier, auch eine Pfarrerstochter, treffen zu lassen, ist die Grundidee des Stücks.

Lübeck: Ein unglückliches Experiment mit Monteverdi und Orff

13.09.17 (Arndt Voß) -
„Carmina“ nennt das Theater Lübeck seinen Abend zur Spielzeiteröffnung (9. September 2017). Unter diesem Titel werden zwei Werke sehr unterschiedlicher Art zu einem Abend zusammengefügt: Claudio Monteverdis „Il combattimento di Tancredi e Clorinda“ und Carl Orffs „Carmina burana“. Das erste ist ein kaum bekanntes Werk des Italieners, an dessen Geburt vor 450 Jahren in diesem Jahr gern erinnert wird, das andere dagegen ist allbekannt und fähig, landauf, landab und immer wieder zu begeistern. Sie zusammenzufügen aber überzeugte auf der Bühne nicht. So gab es heftige Buhs für Regie und Dramaturgie, für die Agierenden viel Applaus.
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