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Unübersehbar #39 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 12.2. bis zum 18.2.2021

11.02.21 (Dirk Wieschollek) -
Bevor die wertvolle Freizeit komplett von Friseurbesuchen absorbiert wird, hier die allfälligen, auch durch die Haarmähne noch unübersehbaren Wochenempfehlungen: Oper, Kinderoper, Ballett, Klaviermusik und Jazz ist diesmal angerichtet, und auch der Musikfachhandel spitzt schon mal aus dem Lockdown hervor. Was darf’s denn sein? [jmk]

Leoš Janáčeks „Tagebuch eines Verschollenen“ im Stream der Bayerischen Staatsoper

10.02.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Verschollene haben wir auch heutzutage viele: alle jene, die auf den ausbeuterischen Großbaustellen oder in den obskuren Bergwerken unserer Welt Reichtum und Glück finden wollen – und verschollen bleiben … auch an unseren Grenzen. Zog einst Schuberts junger Bursch fremd „ein“ und ins völlig Ungewisse wieder „aus“, so gestaltete fast einhundert Jahre später Leoš Janáček einen, der einer unwiderstehlichen Versuchung folgend.

Klang- und Bildpoesie – Der „Karneval der Tiere“ in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks

09.02.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Die Nachrichten sind voll von Problemen mit dem Digital-Unterricht und überfordert abstürzenden Video-Systemen. Doch es gibt auch animierend Funktionierendes. Denn der öffentlich-rechtliche Rundfunk hat nicht nur jahrzehntelange Erfahrung mit Telekollegs aller Art, er zeichnete ja seit langem auf und übertrug schon immer. So zeigt die BR-Mediathek ab jetzt eine neue, kurze „Musik-Stunde“ der besonderen Art.

Unübersehbar #38 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 5.2. bis zum 11.2.2021

04.02.21 (Dirk Wieschollek) -
Gar nicht so einfach, so einen Teaser zu dichten, wenn dazu die Callas die komplette Aufmerksamkeit einigermaßen unübersehbar und -hörbar einfordert. Nun denn: Dreimal Gegenwartsmusik, einmal Schuberts Geist aus Zenders Händen, einmal Beethovens „Unsterbliche Geliebte“ aus Lückers … ach, was weiß ich – Maria, ich komme! [jmk]

Salzburger Mozartwoche 2021 – komplett digital

03.02.21 (Roland H. Dippel) -
Die seit 1956 um Wolfgang Amadé Mozarts Geburtstag am 27. Januar stattfindende Mozartwoche ist trotz unregelmäßiger Ausflüge in die größeren Salzburger Spielstätten wie das Haus für Mozart zum „Messias“ 2020 vor allem im Mozarteum angesiedelt – oder dort, wo bereits der Geehrte auftrat oder verkehrte. Dieses Jahr wurde das erste österreichische Klassikfestival im Jahreslauf zum digitalen Zyklus mit Kammer- Orchester- und Vokalwerken aus Mozarts sämtlichen Schaffensperioden. Myfidelio und Medici streamten vom 27. bis zum 31. Januar die auch vom ORF für spätere Zeitpunkte übernommenen zehn Konzerte, auf welche das einwöchige Programm fokussiert wurde.

Theater nicht loslassen – Phase I von „Moon Music“ aus der Neuköllner Oper Berlin

29.01.21 (Konstantin Parnian) -
Als „kontemplativ-interaktive Performance-Reihe“ wird die Kooperation von STEGREIF.orchester, Neuköllner Oper und Prinzessinengarten Kollektiv beworben. Die drei Teile sollen vom Winter in den Frühling führen, von den Räumen der Neuköllner Oper in der Karl-Marx-Straße über die Kiezkapelle an der Hermannstraße bis zum danebenliegenden Prinzessinengarten. Der erste Teil „Moon Music I: Abschied“ wurde nun, gespickt mit einigen Videoaufnahmen, per Zoom live aus der Neuköllner Oper gestreamt.

Unübersehbar #37 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 29.1. bis zum 4.2.2021

28.01.21 (Dirk Wieschollek) -
Psychology of Perception – Psychologie der Wahrnehmung. Guter Name für eine experimentelle Improvisationscombo. Bevor wir uns deren „Avantgarde-Trance“ hingeben, können wir uns bei einer Runde von Ensemble Resonanz und ZKM diskursiv vorbereiten, den „Remix“ des Ensemble Modern verfolgen, eine gelungene Zemlinsky-Inszenierung begutachten oder einfach nur talentierten Nachwuchsmusiker*innen lauschen. Freie Wesen im Einklang? Hoffentlich! [jmk]

Theos Kurz-Schluss – Wie ich einmal versuchte, mich IT-technisch nützlich zu machen, und der erste Anlauf leider etwas enttäuschend verlief

28.01.21 (Theo Geiẞler) -
Offengestanden ist so ein staatlich heruntergefahrenes öffentliches Leben auch für einen eigentlich abgehalfterten ollen Kulturjournalisten nicht nur materiell sehr unangenehm, sondern auch gewissermaßen ideell recht langweilig und inhaltsarm. Statt Festival-Infos, kleinen finanziell interessanten Denunziationen oder opportunistischen und deshalb auch rentablen Interviewanfragen füllen mein Postfach fette Mails von Lieferdiensten für Pizzas oder günstige Treppenliftangebote. Das Nachrichtenstudium gerade im Netz gerät schmalspurig unangenehm. Da fand ich in mehreren recht glaubwürdigen Infoangeboten – völlig unerwartet – eine nahezu märchenhafte Story. Übereinstimmend und scheint’s authentisch – ausgerechnet über unseren Holpermaut-Produzenten und Daten-Highway-Schläfer, den Bundesminister für digitale Infrastruktur – ja, den gibt es und er heißt Andreas Scheuer, CSU.

Lockdown-Krisen und Blessuren: „20 Shots of Opera“ der Irish National Opera

25.01.21 (Roland H. Dippel) -
„20 Shots of Opera“ ist eine der bemerkenswertesten Produktionen des internationalen Musiktheaters während der beiden Lockdowns: 20 Minutenopern mit anspruchsvollen Sujets als Video on Demand. Die emotionalen und kritischen Opernclips der Irish National Opera entstanden im Herbst 2020 mit insgesamt 160 Mitwirkenden.

Unübersehbar #36 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 22.1. bis zum 28.1.2021

21.01.21 (Dirk Wieschollek) -
Gegenwartsmusik, Oper und Jazz: Das hat sich über die Monate hinweg, die wir diese Streaming-Empfehlungen veröffentlichen, zu einem beinahe ostinat durchgehaltenen Dominantdreiklang entwickelt. Diesmal mit Ensemblemusik aus Hamburg und Straßburg, Nachwuchsjazz aus München sowie Mozart und Ponchielli aus Mailand. Finale Kadenz? Geduld! [jmk]

Operetten-Tristan mit Happy-End – Die Bayerische Staatsoper mit Lehárs „Schön ist die Welt“

19.01.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Auch das Unterhaltungstheater kann „Opium fürs Volk“ sein. Exzellentes Beispiel: Zwei junge Adelige sollen standesgemäß verheiratet werden; beide haben eigene Vorstellungen von Liebe und Ehe – und verlieben sich inkognito doch ineinander. All das umjubelt am 3. Dezember 1930 im Berliner Metropol-Theater: ein Jahr nach Beginn der Weltwirtschaftskrise, während die Nazi-Schläger dabei sind, die Republik kaputt zu prügeln. Unser Kritiker Wolf-Dieter Peter prüfte, ob das von Franz Lehár gemischte Rauschgift „Schön ist die Welt“ heute noch wirkt.

Bunte Liebeserklärung in Schwarzweiß: Der Film „Sounds of Dortmund“

19.01.21 (Roland H. Dippel) -
Alte Regie-Hasen wie Peter Konwitschny, junge Szenen-Aufsteiger wie Nikolaus Habjan oder Martin G. Berger, neues Musiktheater und Entdeckungen wie die vom Januar auf den 13. Mai 2021 verschobene Premiere von „Frédégonde“ zum 100. Todestag von Camille Saint-Saëns mischen das Dortmunder Operngeschehen unter Heribert Germeshausen ordentlich auf. Im zweiten Lockdown reüssiert das Opernhaus mit einer filmischen Hymne auf die Kooperationskraft urbaner Musikenergien: Am 16. Januar hatte der 20-minütige Experimentierfilm „Sounds of Dortmund“ von Houssie Shirin und Alvaro Schoeck seine Stream-Uraufführung.

Erinnerungen an das Andere – Kaan Bulak & Ensemble in der Berliner Philharmonie

17.01.21 (Konstantin Parnian) -
Das Konzert fand Ende Oktober 2020 im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie statt. Eines der letzten vor dem öffentlichen Verstummen. Aus der November-Live-Konzertstille wird jetzt wohl eine bis Ende März werden. Zumindest an den großen Theatern und Konzerthäusern. Der Bericht von Konstantin Parnian aus der Rückschau wird wie ein Nachhall in die akustische Leere.

Auf der Suche nach unbelasteten Räumen – Die Geigerin Franziska Pietsch im Portrait

14.01.21 (Georg Rudiger) -
Musikalische Träume, potentielle Staatsfeindin, Leben im Stillstand, Klassikzirkus-Abwehr – Franziska Pietschs problematische deutsch-deutsche Lebensgeschichte steht auch in ihrer künstlerischen Vita, weil die Musik für die Geigerin überlebenswichtig war und es immer noch ist. Georg Rudiger hat sie für uns portraitiert.

Unübersehbar #35 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 15.1. bis zum 21.1.2021

14.01.21 (Dirk Wieschollek) -
Kleine Fluchten, und wenn’s auch nur bis zur virtuellen Hotelbar reicht: Lassen Sie sich musikalisch à la Satie aufmöbeln, von Lehár umschmeicheln, von Schubert umsingen, von Debussy symbolistisch betören und klischeefrei in andere Kulturkreise entführen. Es ist unübersehbar Winter. Leise rieselt der Stream. [jmk]

München ein bisschen aufrütteln – Sir Simon Rattle übernimmt Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ab Herbst 2023

11.01.21 (Wolf-Dieter Peter) -
„Aber bitte mit Sahne…“ gilt so in etwa für das Münchner Kulturselbstverständnis. Auch wenn Berlin Bundeshauptstadt ist, die dortigen Philharmoniker schon Weltklasse sind und ein immer noch fabulöses Konzertgebäude bespielen: München kann sich mit Mozart-, Wagner-, Strauss-, etlichen anderen Uraufführungen und eben dem „SO des BR“ auch in die Welt-Liga der Musik einreihen. Deshalb ist das Beste gerade gut genug. Ein Kommentar von Wolf-Dieter Peter.

Unübersehbar #34 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 8.1. bis zum 14.1.2021

07.01.21 (Dirk Wieschollek) -
2021 ist da und aus gegebenem Anlass versorgen wir Sie weiterhin mit bemerkenswerten musikalischen Angeboten aus der Netzwelt. Los geht’s mit Jazz aus Köln, einem die Lage in Belarus reflektierenden „ästhetisch-politischen Hallraum“, jeder Menge Oper und einem alten Bekannten, den wir hinter uns gelassen glaubten. Auf ein neues, Ludwig! [jmk]

Crescendo#makemusicnotwar – Dror Zahavis realitätsnaher Musikfilm ersetzt viele Aufführungen

03.01.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Schon der erste Lockdown verhinderte die verdiente Breitenwirkung eines besonderen Musikfilms. Nun sind weiterhin die Türen der Kinos wie auch die der Opernhäuser und Konzertsäle geschlossen. Dafür kann der DVD-Player samt großem Bildschirm und gutem Klang die Welt der Musik hereinholen – speziell dazu ein gärendes Problem, für das ein auch spezielles Ensemble seit 20 Jahren einen musikalischen Lösungsweg erklingen lässt. Unser Kritiker Wolf-Dieter Peter war ob der Realitätsnähe beeindruckt.

2020 – Erinnerungen an Menschen, die unsere Welt verlassen haben

02.01.21 (nmz-huf) -
Bei aller hoffentlich in vielerlei Hinsicht zu rechtfertigenden Vorfreude auf das nächste Jahr, werfen wir noch einen Blick zurück auf das vergangene in Richtung derer, die unsere Welt verlassen haben. Nachrufe und Meldungen in der neuen musikzeitung und in der JazzZeitung 2020.

Dresdner Entglitzerungsarbeit: „Cinderella“ an der Staatsoperette

28.12.20 (Roland H. Dippel) -
Aus der abgesagten physischen Premiere vom 28. November wurde ein Drehtermin am 12. und eine Online-Premiere am 25./26. Dezember. Eine TV-Produktion war 1957 die Urversion des Musicals mit Julie Andrews als mit feeischer Unterstützung vom Housekeeping an die Regierungsspitze katapultierte „Cinderella“. Nach mehreren Adaptionen (Bühnenproduktion in London 1958, Filme 1964 und 1997) kam es 2013 am Broadway zur preisgekrönten Märchen-Renovierung mit politischem Lifting durch Douglas Carter Beane und einer Neu-Orchestration von Danny Troob. Beide puderten „Rodgers und Hammersteins Cinderella“ liebenswert und (fast) zeitgemäß auf. Nach einer Produktion der Bayerischen Theaterakademie August Everding im Münchner Prinzregententheater 2018 folgt jetzt an der Staatsoperette Dresden die deutsche Fassung von Jens Luckwaldt.

Unübersehbar #33 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 25.12. bis zum 7.1.2021

24.12.20 (Dirk Wieschollek) -
Mit der 33. Ausgabe unserer Netzempfehlungen verabschieden wir uns für heuer von Ihnen. Mit dabei unter anderem zwei Weihnachtsklassiker, der Jubilar des Jahres und ein optisch wie akustisch bemerkenswerter Konzertort. Das unübersehbar-Team wünscht ein frohes Fest und einen guten Start ins neue Jahr – streamen Sie’s gut! [jmk]

Jan Dismas Zelenka – eine kleine Würdigung zum 275. Todestag (mit Hörtipps)

23.12.20 (Mátyás Kiss) -
Jan Dismas Zelenka war schon zu Lebzeiten ein Pechvogel – und blieb es auch in den ersten zweihundert Jahren nach seinem Tod am 23. Dezember 1745. Am Dresdner Hof, an dem er unter August dem Starken und dann unter Friedrich August in der Hofkapelle zunächst als Kontrabassist und ab 1720 als katholischer Kirchenmusiker angestellt war, vertrat er zunächst ohne zusätzliche Vergütung den kränkelnden Heinichen. Nach dessen Tod 1729 wurde ihm der zwanzig Jahre jüngere, weltläufige Hasse vorgezogen, dessen Musik moderner, eingängiger klang. Aber mit einer geistlichen Musik, die noch dazu mit allen kontrapunktischen Wassern gewaschen war – und einer solchen hatte sich Zelenka mit Leib und Seele verschrieben – war ohnehin weniger Staat zu machen als mit großen Bühnenwerken. Und so blieb der 1679 geborene Böhme Zelenka noch hundertfünfzig Jahre länger vergessen als der Thüringer Johann Sebastian Bach, der bekanntlich ebenfalls keine Oper hinterließ.

„Früher gab es keine Frauen“ – Gabriele Ruhland vom Ensemble „Spirit of Musicke“ über die Welt der Barockkomponistinnen

21.12.20 (Marcus A. Woelfle) -
Sonaten von vier Komponistinnen des 17. und 18. Jahrhunderts – Isabella Leonarda, Mrs. Philarmoica, Elisabeth-Claude Jacquet de la Guerre und Anna Bon di Venezia – werden vom Ensemble „Spirit of Musicke“ auf ihrer von BR-Klassik koproduzierten CD „Women 4 Baroque II“ (Spimus 113) (zum Teil in Ersteinspielungen) nuancenreich, ausdruckstark und mit viel Spielfreude zum Klingen gebracht. Eine der großen Überraschungen des Jahres. Gabriele Ruhland spielt Gambe und Barockcello in diesem Salzburger Originalklang-Ensemble. Kurz nach der Veröffentlichung stellte sie sich den Fragen von Marcus A. Woelfle.

Raumpatrouille Dingsda – Künneke-Premiere am Gärtnerplatz und im Stream

19.12.20 (Roland H. Dippel) -
Das Gärtnerplatztheater München schleudert eine Liveübertragung nach der anderen ins Netz. Nach „Hänsel und Gretel“ und „Anna Bolena“ ist die Online-Premiere von Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“ die vorerst einzige Hommage zum 100. Jahrestag der Uraufführung des musikalischen Lustspiels im Berliner Theater am Nollendorfplatz am 15. April 1921. Am Staatstheater Nürnberg fiel die Inszenierung von Vera Nemirova aus, das Theater Nordhausen steht mit Anette Leistenschneiders fertiger Inszenierung für das Ende des Lockdowns in den Startlöchern. Lukas Wachernig machte in München aus den „Wilden 1920ern“ die „Wilden 1960er“.

Unübersehbar #32 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 18.12. bis zum 24.12.2020

17.12.20 (Dirk Wieschollek) -
Der Heilige Abend rückt unübersehbar näher, da helfen Beethoven und Dickens’ Weihnachtsgeschichte – jeweils in ganz eigenen Lesarten –, Augen und Ohren wach zu halten in diffizilen Zeiten. Desweiteren sorgen Ravel, Rossini, Weill und das Sonar Quartett dafür, dass Sie sich nicht wie allein im „Lonely House“ fühlen. Vierte Kerze anzünden nicht vergessen! [jmk]
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