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Alle Artikel kategorisiert unter »Nachschlag«

Leipziger Malaise

29.01.23 (Stefan Beyer) -
Bach, Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Wagner – Leipzig ist eine Musikstadt. Und international glänzende Institutionen wie Gewandhausorches­ter und Thomanerchor sind Ausweis dieser Reputation. Doch wie hält es Leipzig mit der zeitgenössischen Musik? Dieses Verhältnis ist seit jeher etwas komplizierter – und aktuell drohen die Verhältnisse endgültig zu kippen.

Kultur passé

18.01.23 (Martin Hufner) -
Die Idee war vor allem gut gemeint – und wir alle wissen seit dem legendären Song von „Kinderzimmer Productions“: Es ist damit das Gegenteil von gut. Die Idee: kulturelles Kapital durch Kapital erzeugen, indem man die Menschen in Deutschland ab Volljährigkeit mit einem staatlichen Kulturstarterkapital ausstattet.

CEO Klassenzimmer

25.11.22 (Patrick Erb) -
Vergnügt und interessiert ging ich Anfang Oktober durch die weiten Hallen des Rosengartens in Mannheim, in denen in diesem Jahr der 5. Bundeskongress Musikunterricht stattfand, in der Absicht, mich in Fragen der Musiklehre fortzubilden und mit Werbeartikeln zukleistern zu lassen. Auf einem verlassenen Tisch lag jedoch ein informatives Büchlein, das einen völlig neuen Blick auf das Berufsprofil Musiklehrkraft ermöglicht. Ein Blick, tiefgreifender als es irgendeiner der Workshops oder Vorträge zu leisten imstande gewesen wäre. Ein Blick, durch den der Lehrberuf ein wenig verwegen, ein wenig pervertiert wird: „Money, Money, Money! – Mit Fundraising musikalische Schulprojekte schlau und einfach finanzieren“. Auf 156 Seiten erklärt Autorin Christiane Knudsen, worauf es bei der Projektfinanzierung ankommt, von der Zielformulierung über die Partnerfindung bis zur Projektvorstellung.

State Of The Unart – oder: In der Presse

13.10.22 (Martin Hufner) -
Künstler*innen und Kritiker*innen sind schon ziemliche Labertaschen. Die einen haben gerne das Ei des Kolumbus gefunden, die anderen wissen dafür immer alles besser. Das eine ist eben Kunst, das andere die Kritik. Besagte Berufsgruppen pflegen dabei für gewöhnlich eine Distanz, die selten gegenseitiger Hochachtung geschuldet ist, als vielmehr dem System von Unabhängigkeiten aller Art, die beide Seiten, Kunst und Kritik, natürlich für sich reklamieren müssen.

Moralin süß-sauer?

07.09.22 (Philipp Lojak) -
Im Herbst 2015 wurde Jennifer Scharf, Leiterin eines kostenlosen Yoga-Kurses für Menschen mit Behinderung an der University of Ottawa, Zeugin eines denkwürdigen Ereignisses. Studenten liefen Sturm gegen dieses inklusive und beliebte Angebot, ihr Vorwurf: „Kulturelle Aneignung“. Die Kursleiterin habe sich in geradezu bösartiger Absicht der von Kolonialismus und Rassismus so Leid geplagten indischen Kultur bemächtigt, sie an sich gerissen und für ihre dunklen Machenschaften missbraucht. So haben es die kanadischen Studenten natürlich nicht formuliert, aber so wurde es rezipiert – was folgte war eine Schlammschlacht im Morast des Schlachtfelds namens Social Media.

Rettet die Musikbibliotheken!

30.07.22 (Carl Parma) -
Bereits seit dem 17. Jahrhundert exis­tiert das Modell öffentlich zugänglicher Bibliotheken, nicht zuletzt als Gegenmodell zu den abgeschotteten Kloster- und Hofbibliotheken. Emblematisch jene Szenen aus Umberto Ecos „Name der Rose“, in dem die Zugänglichkeit zu gewissen Büchern über Leben und Tod entscheiden und die Differenz von scholastischer Dogmatik und aufgeklärtem Bewusstsein markieren. In „De Bibliotheca“ skizziert Eco seine Idealbibliothek nach Art der Bouquinisten am Seineufer, wo ein absichtsloses Stöbern etliche Trouvaillen zu Tage fördere und man lustvoll dem Abenteuer des Wissens frönen könne. Das Schlimmste aber werde kommen, wenn eine Zivilisation der Lesegeräte die Zivilisation des Buches total verdrängt haben werde.

Aufklärung

06.05.22 (Theo Geißler) -
Kürzlich ist bei ConBrio, dem Verlagshaus der neuen musikzeitung, ein zweiter Band mit Glossen des nmz-Herausgebers Theo Geißler erschienen. Ursprünglich für „Politik & Kultur“, die Zeitung des Deutschen Kulturrates geschrieben, spiegelt seine Kolumne „Kurzschluss“ auf ganz eigene Weise den ganzen Irrsinn wider, der sich Monat für Monat in Kunst, Kultur und Medien, aber auch in der Gesellschaft insgesamt abspielt. Die folgende Kostprobe führt uns zurück ins Jahr 2017…

Frage des Blickwinkels: Augsburg setzt Schostakowitsch ab

05.04.22 (Sarah Lindenmayer) -
Krieg und Elend auf der Bühne darzustellen sei immer ein schwieriges Unterfangen, schreibt das Theater Biel/Solothurn. Wenn die Realität das Geschehen auf der Bühne einhole, werde es jedoch unmöglich. Mit dieser Begründung hat sich das Schweizer Theater hinsichtlich des Ukraine-Krieges entschieden, Tschaikowskys Oper „Mazeppa“ aus dem Spielplan zu streichen. In dem Werk geht es um eine tragische Liebesbeziehung und gleichzeitig um den Konflikt um die ukrainische Unabhängigkeit vom damaligen Zarenrussland. Aktueller geht es nicht. Dem Spiegel sagte eine Sprecherin, dass man den ukrainischen Orchestermitgliedern nicht habe zumuten wollen, die von Tschaikowsky vertonte Schlachtszene zu musizieren.

Artgerechte Haltung der Kreativen?

28.03.22 (Martin Hufner) -
Es wird gestreamt was das Zeug hält – auch in der Musikwelt. Von AppleMusic bis Spotify läuft das Geschäft anscheinend hervorragend. Es fragt sich nur für wen. Zwei der großen „Klassik“-Streamer sind mittlerweile vom Markt weggefischt worden. Primephonic wurde von Apple quasi über Nacht ein- und ausgetütet; Grammofy lebte zwischenzeitlich unter dem Dach von Spotify, ehe es von dort annähernd unbemerkt spurlos verschwand.

Musik erleben ohne Verstehen?

24.02.22 (Michael Jenne) -
Da komme ich nicht mehr mit: Musik, so Moritz Eggert in der letzten Ausgabe der nmz im alten Jahr, soll Teil unseres Alltags sein, egal, ob man sie „versteht“ oder nicht, man soll sie einfach „erleben“! Aber warum? Sollen wir auch unverständliches Gerede getrost über uns ergehen lassen, nur weil jemand es von sich gibt? Mir scheint, es ist Zeit, sich der Frage „Musik verstehen?“ im größeren Maßstab zuzuwenden – ob man Musik „verstehen“ kann und soll und wenn ja, warum, und wie geht das?
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