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Diedrich Diederichsen: Anteil der Pop-Musik am Ende des „Ostblocks“ 1991 gering

27.12.16 (dpa) -
Der Eiserne Vorhang war nicht schalldicht. Pop-Musik aus den USA und auch aus Deutschland war im „Ostblock“ extrem beliebt. Könnten die flotten Rhythmen sogar die politische Wende vorangetrieben haben?

Ein Kraftwerk im Dienst der Kultur

24.12.16 (Michael Ernst) -
Dresden darf stolz sein: Staatsoperette und Theater Junge Generation sind endlich gerettet und arbeiten jetzt unter einem Dach. „Freunde, die Zukunft hat begonnen!“ Zündende Worte wie ein Feuerwerk – damit sollten gewaltige Türen aufgestoßen werden, hinter denen sich epochale Veränderungen auftun. „Freunde, die Zukunft hat begonnen!“ Nach diesem Satz fällt ganz gewiss kein Vorhang, da geht die Chose doch erst richtig los. Oder nicht?

Die Redaktion der neuen musikzeitung wünscht ein friedvolles Weihnachtsfest

24.12.16 (nmz-huf) -
Die gesamte Redaktion der neuen musikzeitung und ihre Mitarbeiter wünschen nicht nur allen unseren Online-Besuchern, sondern wirklich allen friedliebenden Menschen ein frohes und friedliches Weihnachtsfest. Wir werden in den nächsten Tage hier etwas kürzer treten, halten aber in kleiner Besetzung unseren Informationsdienst selbstverständlich aufrecht. Stöbern Sie derweil gerne in den aktuellen Ausgaben der neuen musikzeitung, der Jazzzeitung und von Oper & Tanz. Bestimmt es etwas für Sie dabei.

Kurz-Schluss: Wie ich einmal von der Realität überrumpelt und nebenbei auch noch arbeitslos wurde

22.12.16 (Theo Geißler) -
Haben Sie es schon mitbekommen? Die USA-Wahl ist ungültig. Donald Trump hat dank seiner Erfahrung mit einarmigen Banditen in Las Vegas tausende Wahlautomaten manipulieren lassen und nur deshalb gewonnen. Beschämt stellte er in Russland einen Asylantrag und lebt jetzt gemeinsam mit Edward Snowden in einer sibirischen Datsche. Wladimir Putin hat ihm regelmäßige Versorgung mit Erdnussbutter schriftlich zugesagt.

Composers Club reagiert auf Urteil zur Verlegerbeteiligung bei der GEMA

20.12.16 (huf) -
In klaren und präzisen Worten hat sich der Vorstand des Composers Club an seine Mitglieder und die Presse gewandt: Es geht um die Konsequenzen aus dem Urteil des Berliner Kammergerichts zu Fragen der Verlegerbeteiligung bei Ausschüttungen der GEMA vom November 2016. Stück für Stück dröseln Vorstand und die Justitiarin des Vereins in einfacher Sprache auf, was das Urteil im Detail für Konsequenzen nach sich zieht und welche Optionen nun die Komponisten und Komponistinnen haben und bezieht dabei auch dezidiert zum vorgeschlagenen Verfahren der GEMA Stellung.

Tickt es? –Emmerich Kálmáns „Marinka“ an der Komischen Oper Berlin

20.12.16 (Peter P. Pachl) -
Die fünf Jahre dauernde Beschäftigung mit selten gespielten Bühnenwerken von Emmerich Kálmán, dargeboten jeweils als mehr oder weniger halbszenische Vorweihnachtsoperette an der Komischen Oper Berlin, fand ihren an Kálmán-Originalität kaum zu überbietenden Höhepunkt mit dem einzigen Beitrag dieses Komponisten für den Broadway, dem 1945 in New York uraufgeführten romantischen Musical „Marinka“, der Meyerling-Tragödie mit Happy-End.

„Die verkaufte Braut“ – Poetische Themaverfehlung am Theater Erfurt

20.12.16 (Roland H. Dippel) -
Selten wohl schwankt eine Premiere kontrastreicher zwischen Nachdenken über ein vermeintlich geheimnisloses Stück, erfundenem Glück und Absturz ohne befreiende Ironie. Die Zentrale von Deutschlands grünem Herz modelliert den Durchblick auf Böhmens Hain und Flur, zu den Nachbarn im Südosten: Deren allererstes musikalisches Nationalheiligtum erklingt am Theater Erfurt schön wie Schäfchenwolken und stellenweise recht bodenständig. Nicht einmal „Die Moldau“ fehlt.

Flüssiges Silber – Zur Uraufführung von Milica Djordjevićs Quicksilver bei der BR-Musica Viva

18.12.16 (Anna Schürmer) -
Aufgeregt sitzt Milica Djordjević im gut besuchten Münchner Herkulessaal; in wenigen Minuten eröffnet ihre Komposition Quicksilver das Orchesterkonzert der Musica Viva des Bayerischen Rundfunks. „Sehr lange“ hat sie darauf hingearbeitet, „akribisch recherchiert und experimentiert“, flüstert sie noch über die Stuhlreihen, bevor es losgeht. Bislang ist die aktuelle Preisträgerin des Komponisten-Förderpreises der Ernst von Siemens Musikstiftung eher kammermusikalisch in Erscheinung getreten; nun hat die serbische Wahlberlinerin gezeigt, dass sie auch die große Form beherrscht.

Wagner (fast) über alles: Das Musiktheater-Jahr 2016 in Mitteldeutschland

16.12.16 (Roland H. Dippel) -
Der Besuch aller spannenden Produktionen von Magdeburg bis Annaberg, von Görlitz bis Meiningen ist selbst für rasant mobile Besucher nicht zu stemmen und an Menge wie Substanz bewundernswert. Neben beglückenden Einzeldeutungen gibt es einen fast schon bedenklichen Hang zur Wagnermanie im Großraum, aber auch wunderbares Nischenglück wie „Luisa Fernanda“ in Nordhausen oder „Endstation Sehnsucht“ in Radebeul. Und es ist interessant, mit welchen Strategien 2016 die Musiktheater in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Publikumszuspruch und -wachstum ausbauen, wie zum Beispiel das Meininger Theater, das man in seiner polyregionalen Verfügbarkeit mit Fug und Recht ein Bayerisch-Hessisch-Thüringisches Nationaltheater nennen könnte.

Barfuß im Schnee – In Karlsruhe wird Brünnhilde am Ende der „Walküre“ zur Abwechslung mal tiefgefroren

13.12.16 (Joachim Lange) -
Vielleicht ist es ja auch nur eine Erfindung der Chinesen, dass Eis schmilzt, wann man in unmittelbarer Nähe ein Langzeitfeuer entzündet? Der junge amerikanische Regisseur Yuval Sharon kann sich diese metaphorische Schlussbild-Absurdität in seiner „Walküre“-Inszenierung erlauben. Er muss im „Siegfried“ nicht die Antwort auf die Frage liefern, wie das auf die (circa 18 Jahre) Dauer funktionieren würde, die zwischen den beiden Ring-Teilen liegen.

„Imagine“ mit Purcell-Musik – Neudeutung von Henry Purcells „King Arthur“ in München

12.12.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Sänger, Performer, Choristen, Tänzer? Nein, sechzig Multitalente in stetiger Aktion auf einer schrägen Spielfläche, deutscher Text, englischsprachiger Gesang – das Ergebnis ist Münchens spektakulärster Musiktheaterabend.

Deutscher Musikrat: Post-Fuck-Tisch

09.12.16 (Theo Geißler) -
Es ist das sogenannte Wort des Jahres: „POSTFAKTISCH“. Bedeutet, das Irreale, das Nicht-Feststellbare hat einen vorzüglichen gesellschaftlichen Wert bekommen. Wir befinden uns also im fröhlichen Aufbruch der Gegenaufklärung. Trump, Petri, die Bertelsmann-Stiftung, Gabriel, die Deutsche Bank und ähnliche Silberfische schwimmen in diesem Teich. Jetzt auch der Deutsche Musikrat? Das jedenfalls lässt eine kürzlich veröffentliche „Pressemitteilung“ vermuten. Sie ist angeblich mit dem Präsidium (ca. 19 wichtige Persönlichkeiten des Musiklebens – siehe www.musikrat.de ) abgeschmeckt, in der Realität aber wohl in einem kleinen Gremium, wobei man – wie mir Präsident Martin Maria Krüger übermittelte – die sogenannte „Generalversammlung“ bewusst aussparte - für gut befunden w0rden. Es folgt der „Text“:

Ohne Mantel, ohne Degen und doch der ganze Cervantes – Hans Zender-Oper Don Quijote de la Mancha in Frankfurt

09.12.16 (Georg Beck) -
Es gibt sie noch, die Aufführungen, die mit Lust ans Werk gehen, die ihre Kraft in dasselbe legen, weil sie spüren: es braucht es, hat es verdient und meinen Einsatz bekomme ich sowieso zurück. So geschehen jetzt in Frankfurt als „Heimspiel“ von Ensemble Modern. Ab und an kooperiert man mit der Oper im Bockenheimer Depot, ab und an ist man solo unterwegs wie jetzt in der experi­mentallabormäßigen Kunst-Kooperative LAB: „Don Quijote de la Mancha“ als Opern-Eigenproduktion wahlweise als Exklusiv-Präsent zum 80. Geburtstag ihres Komponisten Hans Zender.

Weiße Rosen in Milano – Saisoneröffnung an der Scala mit „Madama Butterfly“

08.12.16 (Michael Ernst) -
Am Mailänder Teatro alla Scala ticken die Uhren bekanntlich ein wenig anders: Spielzeitbeginn ist hier traditionell am 7. Dezember, dem Tag des Heiligen Ambrosius, des städtischen Schutzpatrons Sant’Ambrogio. Am diesjährigen 7. Dezember also startete Musikchef Riccardo Chailly die zweite Saison an seinem Haus. Auf dem Programm stand – natürlich! – italienische Oper vom Feinsten, Giacomo Puccinis „Madama Butterfly“.

Chanukka – Zwischen Klangmagie und Erkenntnistheorie – Mehr als ein Konzert mit dem OJM

08.12.16 (Wolf Loeckle) -
Wenn marktbeherrschende Gruppierungen – sagen wir im Segment der klassischen Musik – ihren Kunden – sagen wir den Musikfreunden – das immer gleiche Repertoire anbieten mit wenig bis null Zeitgenossenschaft, gewöhnt sich das Publikum daran. Und will das dann auch. Entsprechend leicht ist es daraufhin, einer Stadt das Image reaktionär zu verpassen. Im Falle Münchens funktioniert das schon lange, allzu lange.

„Videospiele“ am Rand der „Gegenwartsmusik“. Eine Fachtagung an der HMT Leipzig

08.12.16 (Roland H. Dippel) -
Parallel zur Eröffnungsveranstaltung des „Zentrums für Gegenwartsmusik“ (ZfGM) und des Musikalischen Kultursalons an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ gab es am 2. und 3. Dezember die Fachtagung „Videospiele. Interdisziplinäre Perspektiven“. Das hätte ideal gepasst als eine der ersten Legitimationen des neuen ZfGM, stand jedoch ebenso außerhalb des Spektrums wie die Doppelpremiere von Henzes Funkopern „Ein Landarzt“ und „Das Ende einer Welt“ des Studiengangs Musiktheater.

Siegfried Matthus reagiert auf die Pressemitteilung des Deutschen Musikrates zur „1Falt“

08.12.16 (Siegfried Matthus) -
Der Komponist Siegfried Matthus hat sich in einem Brief an den Deutschen Musikrat anlässlich seiner Pressemitteilung „Fuck You 1Falt“ gewandt. An den Präsidenten Martin Maria Krüger gewandt, sagt Matthus: „Gegen den Titel des Artikels „Fuck you 1Falt“ und gegen den teilweise sehr verschwommenen Inhalt muss ich protestieren. Als Mitglied des Deutschen Musikrates kann ich mich damit nicht einverstanden erklären.“ Wir dokumentieren seinen Brief.

Ins Hollywood-Studio verlegt – Puccinis „Manon Lescaut“ an der Berliner Staatsoper

07.12.16 (Peter P. Pachl) -
Eine Großtat des Intendanten Jürgen Flimm an seiner Staatsoper war die Inszenierung von Rimsky-Korsakows „Zarenbraut“ durch Dmitri Tcherniakov, die in einem TV-Studio spielte. Dies das mag Flimm auf die Idee gebracht haben, seinerseits in St. Petersburg die Handlung der „Manon Lescaut“ ebenfalls in ein Studio zu verlegen. Aber was in St. Petersburg offenbar Gefallen gefunden hat, kam in Berlin weniger gut an.

Kleinste Nuancen – Richard Wagner „Lohengrin“ im Aalto-Theater Essen

Die Opern von Richard Strauss, Giacomo Puccini und vor allem Richard Wagner gehörten und gehören noch immer zum Kernrepertoire sowohl der Essener Philharmoniker als auch des Spielplans des Essener Aalto-Theaters – Stefan Soltesz hat dieses Repertoire während seiner langen Amtszeit als Generalmusikdirektor und Opernintendant in Personalunion von 1997 bis 2013 intensiv gepflegt. Die Philharmoniker wissen also sehr genau, wie Wagner „geht“. Aktuell zu erleben im „Lohengrin“, der am Wochenende Premiere feierte.

Fünf Sterne für „Pique Dame“ an der Oper Chemnitz

06.12.16 (Roland H. Dippel) -
Was die Robert-Schumann-Philharmonie unter Michael Güttler und eine wunderbare Ensembleleistung der Oper Chemnitz anstellen, begegnet auch mit Helen Malkowskys geometrisch-poetischer Regie Tschaikowskys genialer Oper auf Augenhöhe. Hintergründig, nachklingend und beglückend intensiv.

Alexandrien ist doch Berlin – Oscar Straus’ „Die Perlen der Cleopatra“ an der Komischen Oper Berlin

04.12.16 (Peter P. Pachl) -
Mit der 1923 für Berlin geplanten, dann aber aufgrund der Währungsreform in Wien uraufgeführten und erst ein Jahr später im Theater am Nollendorfplatz herausgebrachten Operette „Die Perlen der Cleopatra“ knüpft Oscar Straus an seine frühen Berliner Wurzeln als Überbrettl-Kapellmeister an, lässt kaum ein Fettnäpfchen aus und übertritt gemeinsam mit seinen Autoren Julius Brammer und Alfred Grünwald permanent die Grenzen des „guten Geschmacks“. Ein gefundenes Fressen also für Barrie Kosky an der Komischen Oper Berlin mit der eigenwillig großartigen Dagmar Manzel in der von Fritzi Massary kreierten Titelrolle.

„Große Koalition, eine außerparlamentarische Oper“ im Berliner Radialsystem V

03.12.16 (Peter P. Pachl) -
Bei „Große Koalition“ denkt der Bundesbürger an die erste Zusammenarbeit zwischen Ex-Widerstand und Ex-Nazi, an Brandt und Kiesinger von 1966 bis 1969. Aber die freie Gruppe Novoflot will den Begriff weiter fassen, als einen Handlungsentwurf für die politische Realität. In dem auf Johann Sebastian Bach fußenden, insgesamt leider sehr unsinnlichen Musiktheater-Abend klaffen Anspruch und Umsetzung weit auseinander.

Henzes Funkopern als zahme Klassiker an der HMT Leipzig

03.12.16 (Roland H. Dippel) -
So schnell geht das: Hans Werner Henze – verstorben erst vor vier Jahren, also 2012 – ist an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig schon jetzt ein Klassiker. Sein Frühwerk zumindest. Der Grund ist möglicherweise einschneidende Zäsur – und ein Positionen zusammenschweißender Zufall.

Konzertsaalbau: Zwischen Odeon und Architektur-Leuchtturm

02.12.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Nach der Eröffnung neuer Konzertsäle in Paris oder Bochum, vor der Erprobung der Hamburger Elbphilharmonie mit Klassik, Rock und Jazz sowie den Neubau-Planungen in Berlin und München ist die Frage nach dem „idealen Hören“ ein brisantes Thema. Mit Fragen nach dem „Wo“ und „Wie“ erkundete ein Gesprächskonzert des Bayerischen Rundfunks den Zusammenhang zwischen Klang und Raum.

Neue Horizonte in Farbe mit ascolta, dem SKO und einer Schüler-Kunstgruppe

Für Wassily Kandinsky hatte die Farbe einen Klang. Komponisten seit Earl Brown haben Musik grafisch notiert. Im Kinder- und Jugendprojekt SKOhr-Labor des Stuttgarter Kammerorchesters dient Malerei den beteiligten Schülern dazu, sich mit neuer Musik auseinanderzusetzen.
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